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Die Welt · 1908-09-25 · 38 (25.9.1908) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
12 (1908)
Issue
38 (25.9.1908)
Date
1908-09-25
Page
– (sequence 11)
Language
German
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•fiv^i ^Xt£y*>ttir2*S&^&e>&~sr No. 38 oooooool oooooool DIE3§ffiL.T AÜS DER BEWEGUNG [OOOOOOO > o o o o o o Schluß der Sammlung für den Herzlwald Wie wir erfahren, ist die für den Herzlwald erforderliche Summe von =^60000 (10 000 Bäume) nunmehr zusammengebracht, und die Sammlung kann geschlossen werden. Mit den Pflanzungen für den Wald wird in absehbarer Zeit begonnen werden. Deutschland Hamburg: In einer gut besuchten Versammlung der zionistischen Ortsgruppe Hamburg-Altona erstattete der Vorsitzende, Dr. Kalmus, ein Referat über die zionistische Jahreskonferenz in Köln. Er wies auf die große Bedeutung hin, die den Kölner Verhandlungen angesichts der politischen Umwälzung in der Türkei und der dadurch bedingten Änderung der zionistischen Politik zukäme. In der Diskussion, die sich mit einer Reihe von Einzelheiten der zionistischen Tätigkeit beschäftigte, wurde von Dr. Robert Levy der Wunsch ausgesprochen, man möge den Gedanken der Oppenheimerschen landwirtschaftlichen Siedlungsgenossenschaft zu verwirklichen sich bemühen. Dr. Halpern und andere wiesen darauf hin, daß bisher die ökonomischen Zustände und der Mangel einer gesetzlichen Basis in der Türkei, die Realisierung (des Oppenheimerschen Projektes verhindert haben. Bei der Palestine Land Development Company ist immerhin eine genossenschaftliche Verpachtung vorgesehen. Estermann begrüßt es freudig, daß angesichts der Neugestaltung der türkischen Verhältnisse der Gegensatz zwischen „praktischen" und „politischen" Zionisten hinfällig geworden ist. Gerade die politischen Zionisten, die früher von einer praktischen Gegen warfsarbeit in Palästina, der sogenannten Infiltration, hätten abraten müssen, können jetzt energisch dafür eintreten. Ihnen mußte früher eine solche Arbeit wegen der in Palästina herrschenden Willkür und Mißwirtschaft auf rechtlichem Gebiet als ein irrationelles Vorgehen erscheinen; die Einführung der türkischen Verfassung verheißt auch Palästina eine Ära geordneter Rechtszustände und kulturellen Aufschwungs. Unser Bestreben muß es daher sein, uns unter Einfügung in das türkische Staatsleben an der Aufwärtsbewegung in Palästina nach Möglichkeit zu beteiligen. Ungarn Nagybränya: Die mächtige - Kraft unserer Idee beweist am besten die Tatsache, daß auch in Ungarn, dessen Judenheit in „jüdischer" Intelligenz allen, sogar den letzten Balkanstaaten, nachsteht, das nationale Bewußtsein zu erwachen beginnt. Am 31. August konstituierte sich hier der Zionistische Männer- und Frauenverein. Vorsitzender wurde -der Kultuspräses der Gemeinde, Sekretär wurde der Gemeindenotar. Die ersten Männer der Stadt nehmen regen Anteil an der Arbeit Szatmär: Am 43. d. M., Sonntag, veranstaltete der „Szatmärer Zionisten-Verein" eine allgemeine, zugängliche zionistische Versammlung im großen Saale des Handelsvereins. Nachdem Herr Adw. Dr. Hermann, Präses, die Erschienenen aufs herzlichste begrüßte und die antizionistische Verleumdung als grundlose Lüge brandmarkte, ergriff Herr stud. med. Viktor Jordan (Makkäbea in Budapest) das Wort zu einem Vortrage: „Die Judenfrage, der Zionismus und der Lokale Patriotismus." In einem einstündigen glänzenden Vortrag wußte der Redner alle Anwesenden der Sache zu . gewinnen. Mit einem warmen Appell, sich unserer Organisation anzuschließen und diese mit allen materiellen und geistigen Mitteln zu unterstützen, schloß der Redner seinen Vortrag und erntete reichlichen Beifall. Die Geigenvirtuosin Frl. Alice Benkö spielte mit Klavierbegleitung ihres Vaters Max Benkö, Professor am Konservatorium, einige Meisterstücke. Nachdem noch Frl. Ella Hermann „Am Schiff" von Sebestyen in packender Weise deklamiert hatte, schloß Dr. Hermann die Versammlung. Österreich Sitzung des westösterreichischen zionistischen . Zentralkomitees Sonntag den 20. d. M. hielt das vom Brünner . Parteitag eingesetzte westösterreichische Zentralkomitee seine erste Sitzung ab. Den Vorsitz führte Herr Dr. J. Margulies. Es erschienen die Herren Böhm, Ing. Stricker (Wien), Bechert (Teblittz). Obering. Lau (Baden), Fritz Low (Proßnitz) und Dr. Singer (Kolin). Die. Konferenz erhielt besondere Bedeutung, durch die Anwesenheit des Präsidenten des Aktionskomitees. Herr Wolffsohn machte den Mitgliedern des Zentralkomitees vertrauliche Mitteilungen über den Stand der Bewegung und die Arbeitspläne des Aktionskomitees, die mit großer Genugtuung aufgenommen wurden. Der Antrag des A. C.-.Mitgliedes Herrn Böhm, die Leitung des fortdauernden Vertrauens des westösterreichischen zionistischen Organisation zu versichern, fand einhellige Zustimmung. Das Zentralkomitee faßte einige Beschlüsse in der Organisationsfrage, von denen die Entschließung hervorzuheben jst, in den Beziehungen zur galizischen Landesorganisation keine Änderungen vorzunehmen. Es wurde beschlossen, dem A. C. den Vorschlag zu unterbreiten, den nächsten Kongreß in Wien abzuhalten. Präsident Wolffsohn versprach, das Anerbieten in Erwägung zu ziehen. Aus dem Berichte des Zentralkomitees ist zu ersehen, daß die Schekels'ammlungen sich in diesem Jahre zwar verspätet haben, daß sie aber dieselbe Höhe, wie im Vorjahre erreichen, in Mähren-Schlesien sogar eine Steigerung zu verzeichnen ist. Iglau: Durch den Tod unseres Gesinnungsgenossen Herrn Dr. Stern, Rabbiner in Triesch, hat der Verein „Theodor Herzl" einen schweren Verlust erlitten. Auf den Namen des Verewigten wurde ein Baum im mähr.-schles. Hain des Herzlwaldes gepflanzt. Am zweiten Jahrestage der Gründung des jüdischen Volksvereines „Theodor Herzl" für Iglau und Umgebung, wurden der Stadthalterei die Statuten der neugegründeten Jüdischen Ferialverbindung „Hasmonäa" überreicht. Diese Gründung ist die Antwort auf das brutale und provozierende Vorgehen der hiesigen „deutschen Studenten mosaischer Konfession", welche gewaltsam die hiesigen zionistischen Studenten einschüchtern zu können glaubten. Radautz: Die jüdisch-akad. Ferialvereinigung „Chermonia" feierte am Sonntag den 13. September (17. Elul 5668) ihren Eröffnungskommers. Eine stattliche Korona von Damen und Herren füllte den mit studentischen Emblemen und den Farben der Vereinigung geschmückten Schützensaal. Der Präses, cand. phil. et theol. Isak Menscher, konnte in seiner Begrüßungsrede u. a. den Vizepräsidenten der israelitischen Kultusgemeinde H. Nathan Harth, die Vertreter der akademischen Verbindungen „Hasmonaea" und „Hebronia" (Czernowitz), „Jordania" und „Jüd. Kultur" (Wien), sowie die Vertreter des „Mirjam", „Poale-Zion", „Dorsche-Zion", „Jvria", „Jüdisch-demokratischen" und „Jüd. Nationalvereins" willkommen heißen. Hierauf ergriff das Wort zur Festrede cand. phil. Josef Gottfried. Dann folgten jüdische Lieder und ein Kaisersalamander. A. H. Gerichtsadj. Rachmuth hielt die Tendenzrede. Hierauf trat der Tanz in seine Rechte und hielt die Teilnehmer bis zum Morgengrauen zusammen. Zionisten und Sozialdemokraten Anläßlich der letzten Ersatzwahl im ersten Lemberger Wahlbezirke, wo bekanntlich ein ruthenischer Sozialdemokrat Hankiewicz dem Polen Dr. Roszkowski gegenüberstand, kam es wieder zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen den Sozialdemokraten undZionisten. DaszionistischeZentralkomiteeproklamierte — wie Sie schon gemeldet haben — Wahlenthaltung, weil Hankiewicz in der Judenfrage denselben assimilatorischen Standpunkt vertritt, wie der Kandidat des Polenklubs. Die Abstinenz der Zionisten kam auch dem Sozialdemokraten nicht zugute. Er fiel mit einer Minorität von über 700 Stimmen; es fehlten ihm nur gegen 270 Stimmen zum Sieg. Juden stimmten fast durchweg überhaupt nicht, trotzdem sie über 900 Stimmen in diesem Wahlbezirke verfügen. Darob der heftige Ärger der Sozialdemokraten; sie drohen jetzt den Zionisten mit allerlei Repressalien und künden schon heute an, daß sie bereit sein werden, sich mit jedem zusammenzuschließen, um nur die Zionisten im Lande zu vernichten. Glücklicherweise sind aber die galizischen Sozialdemokraten eine verschwindend kleine Partei, daß man sie wahrlich nicht zu fürchten hat. Es kommt uns aber auf das Prinzipielle dieses Beschlusses des Zionistischen Zentralkomitee an, insbesondere, da auch ihr Wiener Korrespondent in der letzten Nummer der „Welt" diese Seite der Frage berücksichtigt hat. Zuerst wollen wir aber feststellen, daß

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