Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 12 (1908)
- Issue
- 38 (25.9.1908)
- Date
- 1908-09-25
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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- Haifa 2× ep/1047930
- Aleppo 1× ep/1047811
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10 t>IEl Unterrichtssprache arabisch, bald wurde dies jedoch durch das Englische ersetzt. Die Universität besitzt neben einer Vorbereitungsabteilung 1. eine Abteilung für Sprachen und Literatur, 2. eine Abteilung für Handelswissenschaft, 3. eine Abteilung für Medizin, 4. eine Abteilung für Pharmazie, 5. eine Abteilung für biblische Archäologie und Philologie. Die Studenten wohnen und essen (nach dem Muster der englischen Colleges) in der Universität; außer dem Kollegiengeld, das zwischen 6 -10 £ schwankt, haben sie für die Verpflegung jährlich 12 £ zu zahlen. Die Universität nimmt Studierende aller Konfessionen auf, und es gibt auch eine Anzahl von Juden unter den Studierenden^ Für alle Studierenden, auch für die Juden, ist die Teilnahme an den Bibelstunden und gottesdienstlichen Veranstaltungen obligatorisch. Von der großartigen Entwicklung der Universität zeugt am besten die wachsende Zahl der Studierenden. Mit 16 Studierenden wurde die Universität im Jahre 1866/67 eröffnet, heute zählt sie 825. Uber das Anwachsen in den einzelnen Jahren gibt die nachstehende Tabelle Auskunft: Jahr Zahl'[der Studierenden in ier Abteilung für Gesamtzahl sprachen und Literatur Medizin Vorbereitungsabteilung Pharmazie Handelswissenschaft 1866/67 16 16 1867/68 27 14 _ — _ 41 1868,69 31 21 _ _ _ 52 1869,70 48 29 — — — 77 1870/71 54 31 _ — — 85 1871/72 36 25 5 _ _ 66 1872/73 39 26 19 — '— 84 1873/74 29 27 16 2 — 74 1874/75 31 21 13 3 — 68 1875/76 28 26 22 1 — 77 1876/77 34 24 47 1 — 106 1877/78 33 21 51 3 — 108 1878/79 25 27 67 2 — 121 1879/80 33 36 38 1 — 108 1880/81 29 49 51 2 — 121 1881/82 31 46 74 1 — 152 1882 83 37 47 86 — — 170 1883/84 43 33 .99 3 — 178 1884.85 56 31 96 3 — 186 1885/86 61 30 76 1 — 168 1886/87 66 27 75 2 — 170 1887/88 70 31 78 2 — 181 1888/89 65 33 96 5 — 199 1889,90 56 38 127 7 — 228 1890/91 57 36 102 5 — 200 1891/92 49 38 104 5 — 196 1892/93 49 42 139 8 — 238 1893/94 45 49 137 11 — 242 1894/95 65 59 139 12 — 275 1895 96 70 56 159 12 — 297 1896,97 72 55 172 10 — 309 1897/98 80 49 174 15 — 318 1898/99 106 50 202 20 _— 378 1899/00 109 62 240 24 _ 435 1900/01 109 84 315 29 14 551 1901/02 124 109 324 28 26 611 1902/03 121 115 328 30 35 629 1903.04 139 129 378 26 45 717 1904/05 146 111 425 21 47 750 1905/06 153 95 450 29 37 764 1906/07 190 102 515 27 38 872 1907/08 186 108 449 30 52 825 Dem Syrian Protestant College ist nicht zum geringsten der wachsende englische Einfluß in Syrien zuzuschreiben. Die Umgangssprache der Juden in Palästina Es ist bekannt, daß in den letzten Jahrzehnten Juden aus aller Welt in Palästina eingewandert sind, so daß Palästina jetzt eine bunte Musterkarte von Juden aller Länder aufweist. Eine treffliche Illustration hierzu gibt der sechste Geschäftsbericht des Hilfsvereins der deutschen Juden, indem er die Herkunft und Umgangssprache der in seinen Kindergärten in Jerusalem und Jaffa KELT untergebrachten salem waren: Kinder angibt In den drei Kindergärten in Jeru- Umgangs- (Haus-) Sprache Sephardim Aschkenasim Jemeniten Bucharen Perser Grusiner aus Bagdad und Aleppo Marokkaner Bulgaren Mohammedaner In den beid 120=39,3 %; Spaniolisch 116=38,0 „ Jüdisch 17= 5,6 16= 5,2 16= 5,2 9— 3,2 4= 1,3 3= 1,0 3= 1.0 1= 0,3 Kindergärten in Jaffa waren: Aschkenasim 131 Sephardim 51 Jemeniten 19 Marokkaner 16 Grusiner 9 Arabisch Bucharisch. Persisch Grusinisch Arabisch Marokk. Dialekt d. Araber Bulgarisch Arabisch. 226 Davon sprachen als Umgangssprache: Hebräisch 11 Arabisch 37 Spaniolisch 46 Jüdisch 105 Russisch 27 226 Es ist klar, daß bei diesem Sprachgewirr kulturell und konfessionell so eng zusammengehöriger Volksschichten eine Einheitssprache als Verständigungsmittel unumgänglich ist. Als solche entwickelt sich mehr und mehr das Hebräische, das deshalb'auch in den Kindergärten des Iiilfsvereins die Unterrichtssprache ist Haifa Von Moise Berkoff-Haifa Haifa ist eine der Städte Palästinas, welche .eine große Zukunft haben und einen großen Aufschwung nehmen werden, sobald die Hedjasbahn dem Verkehr übergeben wird und die Eisenbahnlinie Haifa-Jerusalem sowie der geplante Hafen gebaut sein werden. Schon jetzt nimmt die Stadt an Bevölkerung erheblich zu; im Jahre 1905 hatte sie nur 15 000 Einwohner, jetzt zählt sie bereits 18 000, was einen Mangel an Wohnhäusern, Geschäftsläden und eine Verteuerung der Lebensmittel verursacht hat Hedjasbahn. Wie gemeldet wird, soll die offizielle Eröffnung der Strecke Haifa-Medina am 1. September d. J. stattfinden, und zwar anläßlich der Wiederkehr des Krönungstages S. M. des Sultans. Der Verkehr zwischen Haifa und Damaskus wird dadurch bedeutend verbessert werden, bis jetzt litt der Handel zwischen Haifa und Damaskus an Waggonmangel, weil die Waggons für den Materialientransport zum Bahnbau verwendet wurden. Lage der jüdischen Kaufleute. In Haifa sind nur wenig jüdische Kaufleute vorhanden. Der Getreidehandel, welcher den Haupthandelszweig Haifas bildet, liegt meist in christlichen Händen. Nur zwei Sephardische Firmen sind in dieser Branche beschäftigt Alle übrigen Aschkenasim und Sephardim beschäftigen sich nur mit Kleinhandel wie Kolonial- Manufaktur und KurzwarenartikeL Lage der jüdischen Handwerker. Jüdische Handwerker giebt es nur wenige in Haifa und größtenteils arme. Die meisten sind Schuster, Schmiede und Matratzenmacher, alle übrigen sind Schuhflicker, die in den Straßen den Arabern ihre Schuhe reparieren, womit sie täglich von 0.50 bis 1 Franc verdienen und damit ihre Familie zu ernähren haben. Käufe und Verkäufe von Grundstücken durch Juden. Da der größte Teil der Juden in Haifa arm ist so hört man selten, daß ein Jude ein Grundstück erworben hat Es kommt aber leider nicht selten vor, daß Juden ihre Häuser verkaufen. Erst letztens wurden von hiesigen Juden 2 Häuser zum Kaufe angeboten. Die jüdische Häuserbaugesellschaft „Agudat Achim" hat vor 3 Jahren ein schönes Grundstück erworben, und hofft dieses Jahr ihre Häuser zu bauen. Einwanderung und Fortzug. Leider ist die Landung ausländischer Juden, hauptsächlich Russen, mit Schwierigkeiten verbunden. Das Komitee der jüdischen Gemeinde hat die nötigen Schritte unternommen, um auch hier wie in Jaffa die. „roten Zettel" einzuführen, was aber bis jetzt nicht gelungen ist Jüdische Institutionen. Wir besitzen eine kleine „Bikur Holim" (Krankenpflege karra) welche jährlich mit Frs. 500 vom Baron de Rothschild subventionirt wird, und den Rest von den