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Die Welt · 1908-09-18 · 37 (18.9.1908) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
12 (1908)
Issue
37 (18.9.1908)
Date
1908-09-18
Page
– (sequence 17)
Language
German
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T^^^^^^^^^^^^^^^^^F^5^^^^^^^^^^ No. -37 - ■ - - "•■ ' - '. DtEJ&ELT früher eme Kapelle, die seit 18 Monaten leer stand, da die meisten Mitglieder der Gemeinde, die sie errichtet hatten, aus dem Bezirk verzogen sind. Ehe die Kapelle in eine Synagoge umgewandelt werden konnte, mußten zunächst 80 Leichen ausgegraben werden, die in der Krypta der Kapelle bestattet waren. Die neue Synagoge, die ein breites, großes und luftiges Gebäude darstellt, und einen sehr hübschen Eingang besitzt, hat bequem Platz für 1000 Personen. Sie ist. die größte Synagoge ..die den Russen des Easteands gehört Die Kosten der Erwerbung und Umänderung betragen Jt 60 000, wovon JL 20 000 ausschließlich durch Sammlungen aufgebracht wurden. Die Synagoge wurde formell durch Lord Swaythlieg er- . öffnet, dem ehemaligen Sir Samuel Montagu, dem ein goldener Schlüssel überreicht wurde und der 4000 für den Baufonds spendete. Der Einweihung wohnte ein glänzendes Publikum bei, die Zeremonien wurden vom Rev. Avigdor Chaikan vorgenommen. Kongreß für Religionsgeschichte Der dritte internationale Kongreß für Religionsgeschichte findet vom 15. bis 18. September in Oxford statt. Auch zahlreiche jüdische Gelehrte werden Vorträge halten. Prof. Morris Jastrow aus Philadelphia wird als Vorsitzender der Abteilung für semitische Religionen fungieren. Herr Salomon Reinard« Paris wird der Abteilung für die Relogien der Griechen und Römer vorstehen. Dr. M. Gaster wird einen Vortrag über, die samaritanische Relegien halten, Herr Israel Abrahams, Cambridge, wird„über vergleichende Religionsgeschichte sprechen, Prof. Lionell Baneth vom British Museum hat sich als Thema seines Vortrages gewählt „Anmerkung zu der Geschichte der Hindu-Religion" und Dr. C. G. Seligmann, London, spricht über die Veddahs von Ceylon. Mehr als 100 Gelehrte aus 13 verschiedenen Ländern werden an den Beratungen teilnehmen und sehr viel Vorträge über die Geschichte des Judentums werden gehalten werden. Jüdisches aus Deutsch-Südwestafrika Aus Swakopmund erhalten wir einen interessanten Brief. Der Schreiber schickt uns 104 als Ertrag einer Sammlung für den Nationalfonds, die dort bei zwei Briss Miloth veranstaltet wurde. Die erste dieser Briss Miloth war zugleich die erste in Deutsch- Südwestafrika überhaupt „Mit diesem beginnt", sagt stolz der Schreiber, „die jüdische Historie im Schutzgebiet." Im Anschluß an diese Briss Miloth fanden noch zwei weitere Briss Miloth statt. Der erste Junge war 6 Monate, der zweite und der dritte 5 Wochen alt als die Beschneidung vorgenommen wurde. Der Mohel, der aus Kapstadt, 720 Meilen weit herüberkommen mußte, nahm zu gleicher Zeit auch eine Trauung vor. Man war eben infolge der weiten Entfernung gezwungen, die Veranstaltungen auf einen gemeinsamen - Termin zusammenzulegen. Unsere geehrten Abonnenten, deren Bezugszeit am 30. September 1908 abläuft, bitten wir um rechtzeitige Erneuerung :: des Abonnements, :: damit in der Zustellung des Blattes keine Unterbrechung eintritt. Der nächsten Nummer werden Posterlagscheine für die österreichischen und ungarischen Abonnenten beigelegt werden, die wir zur kostenlösen Überweisung der Abonnementsbeträge zu benutzen bitten.. Aus Deutschland werden Abonnementsbeträge auch in Briefmarken entgegengenommen, aus allen übrigen Ländern empfiehlt sich am einfachsten die Einsendung der Beträge per Postanweisung. DIE EXPEDITION „DIE WELT*. — 19. Bei der Administration der „Welt" in Köln sind eingegangen: Für die Wwe. von Jehuda Steinberg: Krakau: Gesammelt durch Ist. Obstfeld: Taffet Wolkowsky, E. Leistner, Pineles, S. Wiener ä Kr. 2.—,' S. Schapira 3.—, J. Obstfeld, S. A. BL, J. Schapira, P. Wettstein, Weindling, Frau Saphir, Bügeleisen, Goldberg. Alexandrowicz, Bernstein ä 1.—, Dunkelblau —.20, zus. Kr. 24.20 ,S 20.50 Für das jüdische Nationaltheater in Palästina: Konstantinopel, per Apotheker Mamlock: Bankier Friedländer, Harry Abraham, Dr. Markus, J. Kaufmann, Dr. Rösenwasser.................JC 3.— Bei der Jüdischen Kolonialbank sind eingegangen: Für die russischen Juden: Per Otto Schwarz, Kobe, Japan........... £ 1.6 Graf Leo Tolstoi, die greise Heldengestalt im Zarenreiche, charakterisiert der bekannte Tolstoj-Herausgeber Raphael Löwenfeld im Septemberheft von „Nord und Süd" in großzügiger Weise. Ein in eigenartiger Manier von Karl Jozsa ausgeführtes Bild von Leo Tolstoi schmückt das Heft. — Bernard Shaw hat viel dazu beigetragen, der französischen Literatur in der Gunst des Publikums den Rang abzulaufen. Friedrich Brie versucht es im Septemberheft von „Nord und Süd" (Verlag Nord und Süd", Berlin W. 35), Gründe für diese Tatsache zu finden. — Johannes Schlaf setzt sich temperamentvoll mit dem Monismus und seinen erkenntnistheoretischen Werten auseinander. — Leutnant Rottmann spricht über die geschichtliche Entwicklung und momentane Ausbreitung des Slawentums in anziehender und doch tieTgründiger Weise. Er weist nach, daß fast alle slawischen Stämme eine überaus große Liebe zu ihrer Nationalität und ein stark ausgeprägtes Gefühl der Zusammengehörigkeit haben. — Paul Wertheimer ist mit einem feinen, stimmungsvollen lyrischen Beitrag „Das Winzerfest" vertreten. — Karl Bleibtreu vollendet seine Novelle: „Romantische Liebe" im Septemberheft, die ein feinziseliertes Charakterbild Napoleons, des Menschen, des Helden, gibt. — Ricarda Huch weiß für die merkwürdigen Menschen und Schicksale aus dem Zeitalter des Risorgimento mit der ganzen Kraft ihres psychologischen Künstlertums zu interessieren. — Ludwig Geiger behandelt ein künstlerisch und allgemein interessantes Thema: „Goethe im Verkehr." — Das Septemberheft von „Nord nnd Süd" bringt eine Skizze „Aus der Art" von Philipp zu Eulenburg, die vor 24 Jahren erschien und den -in eine sehr unerquickliche und häßliche Affäre verwickelten Fürsten als Künstler und Novellisten zeigt. — Erwähnt man außer anderen Beiträgen noch ein Faksimile von Rimsky-Korsakow, des jüngst verstorbenen, russischen Komponisten, zu dem Paul Bekker den Text geschrieben hat, so muß allgemein anerkannt werden, daß „Nord und Süd" nicht nur die inhaltreichste, sondern auch modernste Zeitschrift ist, die ihren alten Ruf von neuem rechtfertigt. Die glückliche Geburt eines prächtigen Jungen zeigen hocherfreut an Julius Berger u. Frau Ella geb. Salomon. Köln, 10. September 1Q08. Adolf Bernhardt Rözia Bernhardt geb. Füllenbaum Wien VERMÄHLTE September 190S Mitinhaber eines seit 1S86best. P Goldwarenn. Jnwelees. d. Bekanntsch. ein. j. Dame mit mind. 50000 Mk. Verm. zw. Heirat. Venn, ausgeschl. Ausf. Off. u. H..F- 200 Hildesheim postl. Gesucht eine israelitische Gouvernante. Perfekt Deutsch und Französisch in Wort und Schrift erforderlich. Offert, mit Zeugnissen an Mp« a. bamdos, 32 Rue du grand chien, Antwerpen erbeten.

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