Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 12 (1908)
- Issue
- 32 (14.8.1908)
- Date
- 1908-08-14
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Dr. Hantke schlägt vor, sämtliche vorliegenden Anträge einer. Kommission zu übergeben, die versuchen soll, eine Einigung zu «erzielen und der Jahreskonferenz möglichst bald Bericht zu erstatten. ' Nach einer längeren Geschäftsordnungsdebatte wird der Antrag angenommen. In die Kommission werden die Herren B. Goldberg, Fischer, Moser, Podlischewsky und Dr. Heymann gewählt . Zur Beratung gelangt Antrag V des E. A. C. betr. Schaffung einer neuen Geschäftsordnung. Es entspinnt sich eine Debatte darüber, ob es zulässig sei, daß die Jahreskonferenz diese Frage, deren Erledigung ihr vom Kongresse aufgetragen worden ist, von sich abwälze. Schließlich werden die Herren Dr. Hantke, Dr. Gronemann und Dr. Berenstein damit-beauftragt, die vorliegenden Entwürfe durchzuarbeiten und der Jahreskonferenz endgültige Vorschläge zu unterbreiten. Nächster^ Punkt der Tagesordnung ist Antrag VI des E. A. C, der verlangt, daß Vorkehrungen getroffen werden, damit das Kongreßgericht auch als -Ehrengericht fungieren kann. Hierzu verliest der Präsident eine Eingabe des Herrn Oskar Marmorek, der sich über das Innerösterreichische Distriktskomitee wegen einer ihm in seiner Eigenschaft als Zionist seitens dieser Körperschaft zugefügten schweren Ehrenbeleidigung beschwert und die Einsetzung eines Schiedsgerichts verlangt. Der Präsident gibt eine Darstellung über die Entwicklung dieses Falles, der das E. A. C. bereits beschäftigt hat. Das E. A. C. hatte das D. K. um eine Darstellung des Sachverhalts und Bekanntgabe des diesbezüglichen Materials ersucht und, als diese nicht erfolgte, ein Ehrengericht eingesetzt. Das D. K. lehnte es aber ab, irgend eine andere Instanz als den Innerösterreichischen Distriktstag für zuständig in dieser Sache erklären zu lassen. Dem E. A: C. standen keinerlei Mittel zur Verfügung, das D. K. zu veranlassen, die Sache einem nicht vom D. K. selbst eingesetzten Gerichte zu übertragen. Aus diesem Grunde stellten wir den Antrag, das Kongreßgericht zu einem Ehrengericht auszugestalten. Jetzt liegt aber noch ein von Herrn Dr. Nordau brieflich wärmstens unterstützter Antrag des Herrn Oskar Marmorek vor, für diese spezielle Sache ein besonderes Ehrengericht einzusetzen. Nach langer Debatte wurde beschlossen, ein Schiedsgericht für den Fall Marmorek, — Innerösterreichisches Distriktskomitee einzusetzen. In das Schiedsgericht wurden die Herren Prof. Warburg, Feiwel und Gronemann gewählt Das Schiedsgericht soll die Angelegenheit prüfen und darüber entscheiden. Für den Fall, daß eine der Parteien nicht vor dem Gerichte erscheinen sollte, soll das Schiedsgericht im Abwesenheitsverfahren urteilen. Hierauf wird der Antrag VI des E. A. C. angenommen und zur Ausarbeitung der erforderlichen Vorschriften eine Kommission, bestehend aus den Herren Dr. Friedemann, Gronemann und Hantke, gewählt. Auf Antrag Dr. Bodenheimer wird diese Kommission außerdem beauftragt, das ganze Organisationsstatut einer Durchsicht zu unterziehen, um dem Aktionskomitee eventuell Vorschläge für eine Änderung des Organisationtsstatuts zu unterbreiten. Herr Dr. Bodenheimer wird beauftragt, seinerseits entsprechende Vorschläge auszuarbeiten und sie der Kommission zu übergeben. Herr Dr. Friedemann verliest eine Eingabe des Misrachi, der sich darüber beschwert, daß in verschiedenen Ländern, insbesondere in Galizien, Schwierigkeiten bei der Ausstellung von Schekelblocks gemacht worden. Die Debatte über diese Eingabe wird auf später vertagt Hierauf berichtet Dr. Hey mann namens des Finanzausschusses. , Er konstatiert mit Befriedigung, daß der Finanzausschuß zu einer Einigung gelangt und in der Lage sei, Beschlüsse vorzuschlagen, _yon denen er hoffe, daß sie allseitigen Beifall fänden, und sie zugleich geeignet seien, die materielle Lage des E. A. C. befriedigend zu verbessern. Der Finanzausschuß schlägt vor: 1. Eine permanente Finanzkommission aus folgenden-Mitgliedern: Dr. Adolf Friedemann, Boris Goldberg, Dr. Arthur Hantke, Dr. Hans Gideon Heymann, Prof. Dr. Arthur Mahler und Friedensrichter Jakob Moser mit. dem Recht der Kooptation einzusetzen, die der nächsten A. C-Sitzung einen Plan zur Ausgestaltung der zionistischen Finanzen zu unterbreiten hat. 2. Die Jahreskonferenz beauftragt den Aufsichtsrat . und das Direktorium des I. C. T. dem Engeren Aktions- > - Komitee einen Betrag von 2000 £ aus dem Reservefonds II des I..C. T. für Inhaber von verfallen erklärten >■ Aktien zur Verf ügung zu stellen. 3. Die Jahreskonferenz verlängert das 11. Kongreß- Schekeljänr bis zum 1. Oktober 1908- und fordert die Landsmannschaften auf, die Schekelsammlung für dieses 1,1. Jahr bis zu diesem Termine energisch fortzusetzen und deren Ertrag dem Engeren Aktions-Komitee abzuführen. 4. Der permanenten Kommission zur Erwägung überwiesen: Die Jahreskonferenz ersucht das Direktorium des I. C. T. die Statuten derart zu modifizieren, daß die drei Jahre nach Dividendenerklärung nicht abgehobenen Dividenden zu Verfallung erklärt werden und zur Verfügung des Aufsichtsrates stehen sollen. Sämtliche Anträge werden angenommen, die -Sitzung wird um 8 Uhr abends geschlossen. Donnerstag fand eine Sitzung des Direktoriums des Jüdischen Nationalfonds, sowie die Generalversammlung des Jüdischen Nationalfonds statt. Letztere dauerte bis abends 7 Uhr. Um 81/* Uhr wurde die Tagung der Jahreskonferenz mit dem Punkte „Palästinaressort" wieder aufgenommen. Hierzu lag ein eingehender Bericht des Palästinaressorts vor. Folgender Antrag wurde angenommen: Die Jahreskonferenz beschließt, einen Palästinakulturfonds zu begründen. Derselbe soll 1. aus einem eisernen Fonds bestehen, welcher erst dann in die Erscheinung zu treten hat, wenn 100000 M beisammen sind. Die einzelnen Beiträge zu diesem Fonds müssen sich auf mindestens 100 M belaufen, und es dürfen nur seine Zinsen aufgebraucht werden; 2. aus einem anderen Fonds, der die kleineren Beiträge umfaßt, von welchen nur 50°/o der jährlichen Eingänge verbraucht werden dürfen. Nach Schluß der Debatte über das Palästinaressort gelangte noch eine Reihe anderer wichtiger Punkte (Presse, Verhältnis zur .geplanten alljüdischen Kolonisationsorganisation, Bildung neuer Federationen usw.) zur Beratung. Um 2\/s Uhr schloß die Jahreskonferenz mit einer Dankeskundgebung für den Präsidenten des E. A. C. und dem Vorsitzenden des Palästinaressorts. Während der Jahreskonferenz fanden auch Boardsitzungen des Jewish Colonial Trust der Anglo Palestine Company, der Anglo Levantine Banking Company und des Jüdischen Nationalfonds, Limited, statt. Außerdem hielt der Jewish Colonial Trust eine ordentliche und außerordentliche Generalversammlung ab. Berichte hierüber folgen in der nächsten Nummer. Bericht über die Auf sichtsrats=Sitzung und Gründeraktionäre=Sitzung des Jewish Colonial Trust (Jüdische Kolonialbank) Limited (abgehalten zur Zeit der Jahreskonferenz in Köln am 10. August 190S). Es waren anwesend die Herren D. Wolffsohn, Professor Dr. Warburg, Dr. M. Bodenheimer, Dr. E. W. Tschlenow, Dr. Bernstein-Kohan, Jakob Moser, L. Keßler, Adolf Stand, J. L Goldberg, Jean Fischer, T. Hirsch, Manager, und H. Neumann, Sekretär. Herr D. Wolffsohn führte den Vorsitz. Der Vorsitzende erstattete einen allgemeinen Bericht über die Angelegenheiten des Trust. Was die gewöhnlichen Geschäfte des Trust für das Jahr 1907 anbetrifft,-wies er auf den Jahresbericht des Direktoriums hin, worin über die hauptsächlicher! Geschäfte und die finanzielle Lage des Trust volle Auskunft gegeben wird. Der Aufsichtsrat bestätigte den Vorschlag des Direktoriums, der Generalversammlung die Zahlung einer Dividende von 6 pence pro i£-Aktie zu erklären. Im Zusammenhange mit den Geschäften des Trust teilte der Herr Vorsitzende dem Aufsichtsrat auch mit, daß die Eröffnung der Filiale der Anglo-Levantine- Banking Co. in Konstantinopel jetzt endgültig für Mitte September oder Anfang Oktober stattfinden wird. Als