Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 12 (1908)
- Issue
- 32 (14.8.1908)
- Date
- 1908-08-14
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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M 32 ~'" T DIE^ macht, Insbesondere wächst sich die Angio Pal est ine Company mehr und mehr zu der bedeutsamsten Stütze des jüdischen Elementes m Palästina aus. Mit ihrer tatkräftigen Mithilfe war es im verflossenen Jahre trotz der Einwirkung der allgemeinen wirtschaftlichen Depression nicht nur möglich, die bestehenden Erwerbs¬ und Wirtschaftsorganisationen in Palästina zu erhalten und auszubauen, sondern es haben sich auch unter ihrer tätigen Mitwirkung im Inlande wie im Auslande eine Reihe neuer jüdischer.Organisationen zum Zwecke der wirtschaftlichen Hebung und Ausbeutung des Landes gebildet. VII. Unsere Bankinstitute Die Lage unserer Banken ist eine durchaus befriedigende. Trotz der besonders schwierigen Umstände, unter denen der Geschäftsgang im verflossenen •Jahre zuleiden hatte, und die durch die wirtschaftliche -Krise dieses Jahres bedingt waren, haben beide Banken sehr günstig abgeschnitten. Der Jewish Colonial Trust ist in der Lage, für das verflossene Jahr eine Dividende von 6 d auszuschütten, und auch die Anglo Palestine Company hat für das abgelaufene Jahr eine Dividende von 9 d verteilen können. VIIL Nationalfonds Die Neueinrichtung des Nationalfonds, die nunmehr zum Abschluß gelangt ist, beginnt bereits sich zu bewähren. Ein besonderer Bericht darüber wird ihnen vom Vorsitzenden des Direktoriums des Jüdischen frationalfonds vorgelegt werden. IX. Zionistisches Zentralbureau Das Zionistische Zentralbureau in Köln hatte im Berichtsjahre eine Fülle der verschiedenartigsten Aufgaben zu lösen. Die vielfachen Neueinrichtungen, die getroffen wurden und für die das Zentralburean in Köln die eigentliche Zentralinstanz bildet, von wo aus die Anregungen ausgehen oder geprüft werden, und der auch die Uberwachung des Betriebs der einzelnen Parteiinstitutionen obliegt, vermehrten selbstverständlich die Menge der zu erledigenden Arbeiten in der mannigfachsten Weise. Die ausgedehnte Agitation für den Parteifonds, die vom Zentralbureau betrieben wurde, wie auch die Redaktion der beiden offiziellen Organe, die nunmehr vom Zentralbureau ausgeübt wurde, und die Leitung und Geschäftsführung des Jüdischen Verlags stellten an seine Arbeitskraft hohe Ansprüche. Das Zentralbureau war bemüht, die Verbindung mit den Landesorganisationen möglichst eng zu gestalten, eine Aufgabe, der die Landeskomitees leider nur wenig gerecht wurden. Auch wurden durch die Bemühungen des Zentralbureaus die Landesorganisationen in mehreren Bezirken reorganisiert und in den Stand gesetzt, ihre Arbeiten in verstärktem Maße wieder aufzunehmen. X. Die „Welt" Die Entwicklung der „Welt" war durchaus befriedigend. Der neuen Leitung des Blattes ist es gelungen, den Ausgabenetat ganz beträchtlich zu vermindern. Während in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres der vom Aktionskomitee, zu leistende Zuschuß noph rund J6 8500.— betrug, war er in der zweiten Hälfte des Jahres, in der die Vorteile der . Neueinrichtung erst zur Geltung kamen, nur mehr in Höhe vonrund J6 3000.— erforderlich. Demnach dürfen' wir annehmen, daß im nächsten Jahre der hohe Zuschuß, den wir bisher alljährlich an die „Welt" £ELT % zu zahlen hatten, sich auf ein Minimum verringern oder.gar ganz verschwmaen wird. XI. „Ha-Olam" Die Verbreitung unseres hebräischen Zentralorgans hat im Laufe des letzten Jahres einige Fortschritte gemacht. Die Abonnentenzahl nahm in manchen Ländern, ganz besonders in Galizien, bedeutend zu. Dank der großen Ausbreitung unserer Nationalsprache drang das Blatt in die entferntesten Länder und verschaffte sich Eingang in die bis jetzt ganz unzugänglichen Kreise " unserer sephardischen Brüder. Derweltumspannende Charakter und die Verbindungen . die das Blatt angeknüpft hat, ließen sich auch in der Reichhaltigkeit mancher schätzenswerten Originalkorrespondenzen, unter denen natürlich Palästina die erste Reihe einnimmt, wahrnehmen. Trotz dieser Vorzüge stellte es sich jedoch im Laufe der Zeit heraus, daß das Blatt in seiner jetzigen Einrichtung die Erwartungen nicht erfüllen kann, die an sein Bestehen geknüpft worden sind. Zweierlei Erwägungen veranlagten uns, einen Versuch mit der Gründung eines hebräischen Zentralorgans zu machen: das kulturell-nationale Moment, das uns als geboten erscheinen läßt, in unserer Nationalsprache ein Zentralorgan zu besitzen, und das propagandistische Moment, das uns die Wahrscheinlichkeit nahelegte, vermittelst eines hebräischen Organs unsere Anregungen und Mitteilungen in all jene Kreise dringen zu "lassen, in denen die nationale Sprache verstanden wird. Diese Motive waren und sind noch jetzt für uns maßgebend. Wir mußten uns jedoch aus Rücksicht auf die schwierige Finanzlage sagen, daß wir wohl , für den Anfang eine gewisse Subvention bewilligen wollen, daß wir aber für die Dauer nicht imstande sein werden', größere Geldopfer für diesen Zweck herzugeben. Wir rechneten darauf, daß das neue Blatt keine oder nur eine ganz kleine Subvention benötigen wird. Unser Kalkül war richtig, nur haben äußere von uns unabhängige Umstände einen Strich durch diese Rechnung gemacht. Das Blatt hat in den entfernten Ländern einen bedeutenden Leserkreis errungen, aber eins fehlt ihm: die Möglichkeit einer sicheren und regelmäßigen Verbreitung in Rußland, Als das Blatt begründet wurde, konnte man auf Zensurfreiheit in Rußland rechnen; die Dinge haben sich jedoch dort ganz anders gestaltet. Rußland ist erfahrungsgemäß die Hauptbasis für jedes hebräische Blatt. Und trotz aller Bemühungen ist es uns nicht gelungen, eine regelmäßige Lieferung des Blattes nach Rußland zu sichern. Dieser Ausfall hat eine Subvention in einer unerwarteten GröJSe erheischt. Es ist noch dabei zu berücksichtigen, daß der Preis des Blattes ein sehr niedriger sein muß. Wenn wir noch hinzufügen, daß infolge des Mangels einer hebräischen Druckerei in Köln das Blatt in Berlin gedruckt werden mußte, woraus sich Mehrkosten, ein komplizierterer Redaktionsapparat und andere Schwierigkeiten entwickelt haben, so wird man begreifen, weshalb das Blatt es nicht vermocht hat, sich aus einem bedeutenden Defizit herauszuarbeiten. In Erwägung der hochbedeutenden Wichtigkeit eines Organs in unserer Nationalsprache und bestrebt, das Blatt und seinen Leserkreis zu erhalten, werden wir einen Modus erwägen, in welcher Weise das-Blatt in einer billigeren und praktischeren Einrichtung vermittelst der Zentrale in Wilna sein Erscheinen sichern und mit Erfolg fortsetzen kann. 2*