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Die Welt · 1908-08-21 · 33 (21.8.1908) · page 16

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Journal
Die Welt
Volume
12 (1908)
Issue
33 (21.8.1908)
Date
1908-08-21
Page
– (sequence 16)
Language
German
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18 . man ihnen separate Schekelblocks zuschicke. Wir antworteten. Herr Fadenhecht könne die Schekelblocks von dem zuständigen Distriklskomitee resp. der Ortsgruppe in Kolomea erhalten. Herr Fadenhecht hal sich aber nicht an das Distrikskomitee, sondern direkt an die Zentrale gewendet und sich bemüht, von dieser die Schekelblocks zu erhalten. Demgegenüber nehmen wir .einen prinzipiell entgegengesetzten Standpunkt ein. Ebenso verhält es sich mit den Poale Zion. Diese haben es trotz aller Erleichterungen, die ihr als einer in Bildung begriffenen Föderation gewährt worden sind, noch immer nicht zu einer Föderation gebracht. Dagegen selien wir. daß die Poale Zion den Landesorganisationen und den zionistischen Tendenzen gegenüber eine immer mehr und mehr feindselige Haltung einnehmen. Es werden in den poale- . zionislischen Blättern- Artikel veröffentlicht, die sich der Parteileitung feindselig zeigen. Es wurde sogar auf der letzten Konferenz der P. Z. öffentlich erklärt, das die P. Z.. sich in erster Linie als sozialistische Organisation betrachten und wenn sich zwischen sozialistischer und zionistischer Anschauung Konflikte einstellten, so müßten die zionistischen Bestrebungen hinter den sozialistischen zurückstehen. Wir haben Grund genug, der Bildung poale-zionistischer Föderationen sehr vorsichtig gegenüberzustehen. Jedenfalls ist bei den Differenzen zwischen P. Z. und galizischer Föderation der Standpunkt der letzteren der richtige. Wolffsohn: Obwohl ich den Ausführungen des Herrn Dr. ' Brande zustimme, bin ich doch hinsichtlich der Bildung neuer r oderatiorien anderer Ansicht als er. Wenn eine Partei eine r öderaLion bilden will, so ist es am besten, nicht erst die Sammlung von Unterschriften von ihr zu verlangen, sondern ihr gleich schekelblocks zu überlassen. Bringt sie dann die erforderliche Anzahl Schekel nicht zusammen, so fällt ja damit "auch der Versuch der Bildung einer neuen Föderation. Anderseits ist allerdings kein Grund vorhanden, zu verlangen, daß denjenigen, die eine neue Föderation bilden wollen, die Schekel von der Landeszentrale ausgehändigt werden. Es genügt vollständig, wenn sie die erforderlichen Schekel von den zuständigen Distriktskomitees resp. Ortsgruppen erhalten. Im Anschluß an das vorhin Gesagte möchte ich noch meiner Meinung Ausdruck geben, daß die Herren, die die unschöne Agitation wegen der Sabbatangelegenheit gegen uns betrieben haben, insbesondere Herrn Sokolow, den anzugreifen man gar nicht müde werden konnte. Unrecht zugefügt haben. Gerade Herr Sokolow ist derjenige, der immer am strengsten auf Einhaltung der Sabbatruhe bestanden hat. Goldberg: Die Angelegenheit wegen Verteilung von Schekelblocks an die Misrachisten wurde bereits in der Januarsitzung vom A. C. beschlossen und ich begreife nicht, warum die Frage jetzt wieder auflebt. Der Modus ist bei uns so: sie erhalten die Schekel von der Landeszentrale, aber mit dem Stempel der Misrachi. Wolffsohn: Der Orden Knights of Zion in Chicago hat uns mitgeteilt, daß er sich als Föderation konstituieren will. Die erforderlichen 3000 Schekel hat uns der Orden rechtzeitig eingesandt. Inzwischen wurde mir von maßgebender Stelle der amerikanischen Föderation erklärt, daß kein Bedenken bestehe, die neue Föderation anzuerkennen. Bei der großen Entfernung zwischen New-York und Chicago sei anzunehmen, daß es der neuen Föderation gelingen werde, im Bezirk Chicago und im mittlem Westen Amerikas die zionistische Agitation viel lebhafter zu betreiben und viel größere Erfolge für den Zionismus zu erzielen, als dies der Föderation in New-York beim besten Willen möglich sei. Unter diesen Umständen haben wir. vorausgesetzt, daß Sie nicht widersprechen, den Orden* als Föderation anerkannt. Ich sehe, es ist kein Widerspruch vorhanden. Somit ist die Konstituierung der neuen Föderation erfolgt und ich hoffe und wünsche zuversichtlich, daß es diesem neuen Gliede unserer Organisation gelingen möge, in harmonischer Zusammenarbeit mit der amerikanischen Föderation den Zionismus in Amerika zu vertiefen und ihm neue Gebiete zu erschließen. Auf Vorschlag des Präsidenten bespricht man nunmehr die Frage des Ortes des nächsten Kongresses. Außer den bisherigen Kongreßplätzen werden vorgeschlagen: Berlin. Paris, und von verschiedenen Seiten auch Hamburg. Sehr warm wird auch Budapest empfohlen. - Die Bestimmungen. des Ortes wird der nächsten Sitzung des Großen A. C. überlassen. Mit Rücksicht auf die vorgerückte Zeit wird beschlossen, die zur Änderung der Geschäftsordnung eingesetzte Kommission möge ihren Entwurf dem E. A. C. übergeben, das ihn wenigstens vier Wochen vor der nächsten Sitzung den Mitgliedern des großen A. C. bekannt geben soll. Die Angelegenheit selbst soll dann auf dieser Sitzung erledigt werden. r>^^'^;*y<*!??fl^ —- DiES^Eur :;;;' r- ~ 'r - ■ ' no. 33: Auf Vorschlag des Präsidenten wird beschlossen, die nächste Sitzung des Großen A. C. noch im Laufe dieses Jahres, spätestens ' aber im Dezember abzuhalten. _ Jfach herzlichen Dankesworten der Herren Dr. Brau de an den Präsidenten und Dr. Tschlenow an Herrn Professor Warbürg, schließt Präsident Wolffsohn mit einer kurzen Ansprache, in der er den Teilnehmern der Konferenz für ' die bewiesene Arbeitsfreude dankt und der Hoffnung. Ausdruck gibt, daß die diesjährige Tagung, die sich durch die vielen Sitzungen und ausführlichen Debatten so anregend gestaltete, auch nach praktischer Richtung sich für die Verwirklichung unserer Ziele als fruchtbringend erweisen möge, die diesjährige Jahreskonferenz, Freitag. ,den 1^. August, morgens 2l/2 Uhr. Banksitzungen Während der Jahreskonferenz fanden auch Boardsitzungen des Jewish Colonial Trust, der Anglo Palestine Company, der Anglo Levantine Banking Company und des Jüdischen Nationalfonds, Limited, und Generalversammlungen des Jewish Colonial Trust und des Jüdischen Nationalfonds, Limited, statt. In der Direktorensitzung des Jewish Colonial Trust wurden außer der Angelegenheit bezüglich der Geschäftseröffnung der Anglo Levantine Banking Company nur Angelegenheiten rein geschäftlicher Natur verhandelt. " In der Direktoriumsitzung der Anglo .Pales'tine Company wurde berichtet, daß der Manager T. Hirsch bei Gelegenheit seiner Reise nach Konstantinopel auch die Filialen der Anglo Palestine Company in Palästina besuchen wird. Es wird beabsichtigt, daß Herr Hirsch zusammen mit Herrn Levontin beschließen spll, wie die zukünftige .Leitung der Beirut er Filiale zu gestalten wäre, nachdem Herr Dr. Victor Jacobson, der frühere Manager dieser Filiale, als zweiter Manager bei der Anglo Levantine Banking Company in Konstantinopel angestellt worden ist. . In der Direktoriumssitzung der Anglo Levantine Banking Company wurde berichtet, daß die statuarische Generalversammlung der Gesellschaft bereits am 5. August d. J. stattgefunden hat. Der Geschäftsbeginn in Konstantinopel wurde auf den 1. Oktober d. J. festgesetzt. Am 12. August fand die 11. ordentliche Generalversammlung des Jewish Colonial Trust statt. Aus dem Berichte des Direktoriums ging hervor, daß trotz der allgemeinen finanziellen Depression das Geschäftsjahr 1907 für die Company günstig verlaufen ist. Das Direktorium empfahl die Zahlung einer Dividende von 6 Pence pro 1 Pfund Aktie auf Kupon Nr. 4 für das Jahr 1907. Dieser Vorschlag wurde von der Generalversammlung einstimmig angenommen. Auf die von verschiedenen Seiten gestellten Fragen bezüglich des Kostenpunktes des Prozesses betreffend der Abänderung des Memorandums antwortete der Herr Vorsitzende, daß die Gesamtkosten £ 1.661 betrugen. Der Aufsichtsrat hat beschlossen, eine eingehende Darstellung dieser Sache zu veröffentlichen, um den irrigen Meinungen, die durch falsche und übertriebene Berichte in gewissen Zeitungen Verbreitung fanden, die reellen Tatsachen entgegenzustellen. Der Vorsitzende Herr J. H. Kann gab der Versammlung Kenntnis von einem Telegramm, daß der Vorsitzende des Direktoriums, Herr Dr. Katzenelsohn, der verhindert war, hierherzukommen, an die Versammlung gesandt hat, worin er

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