Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 12 (1908)
- Issue
- 33 (21.8.1908)
- Date
- 1908-08-21
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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machen, daß der Fonds, —. abgesehen von den. für dieses Jahr zu beschließenden Unterstützungen — unberührt bleibt, bis er 100 000 Frcs. erreicht hat, und daß dann alljährlich mindestens die Hälfte seiner Eingänge dem Kapital zugeschlagen werden muß. Nur auf diese Weise werden wir mit den Jahren dazu gelangen, anstatt der moralischen Unterstützung, von der weder Schulen und Bibliotheken existieren noch Kranke leben können, auch materielle Subventionen nicht nur zu beschließen, sondern auch gewähren zu können. Wir sind davon überzeugt, daß dieser Palästinafonds der zionistischen Bewegung bald mehr Sympathie erwerben wird, als.. alle bisherigen Institutionen zusammen, da hierdurch Greifbares geleistet und Sichtbares geschaffen wird. Selbst in dem unseres.. Erachtens unwahrscheinlichen Falle, daß die Sammlungen für den Nationalfonds dadurch in den ersten Jahren etwas beeinträchtigt werden würden, so würde der Nutzen der Gründung dieses Fonds für unsere Bewegung ein so überwiegender sein, daß man sich hierdurch nicht abschrecken lassen dürfte. Was die einzelnen Unternehmungen kultureller Art betrifft, für welche sich unsere Bewegung speziell interessiert, oder die unter der moralischen Beihülfe der Zionisten gegründet sind, so ist vqr allem die Kunstgewerbeschule Bezalel in Jerusalem zu erwähnen. . Bekanntlich hat der Bezalel im Frühjahr das dem Nationalfonds gehörende schöne Haus in Jerusalem bezogen und hat seine Probejahre so gut wie bestanden, so daß ihm jetzt eine neue, mehr geschäftliche Basis gegeben werden soll. Trotzdem wird es noch Jahre dauern, bis der Verein auf eigenen Füßen stehen kann, und es ist nur recht und billig, wenn unsere Organisation ihm hierbei behilflich ist- Der Kiriath Sefer hat jetzt in seinem Hause auf Beth Arif bei Lydda von neuem Zöglinge aufgenommen, 28 Knaben, wie Herr Beikind, der Leiter der Anstalt, in seinem letzten Briefe schreibt, die von einem tüchtigen jungen, in Königsberg diplomierten Agronomen Wilkansky gleichzeitig auch in die Landwirtschaft eingeführt werden. Da viele der Knaben mittellos sind, und bisher nur wenige Unterstützungen eingegangen sind, so wurde auch die zionistische Organisation um Beihilfe angegangen-. Wir meinen, daß, wenn das Palästinaamt berichtet, daß die Schule jetzt ihre Zwecke gut erfüllt, die uns Zionisten so sympathische Idee der Erziehung der Knaben zu ländlichen Arbeitern einer materiellen Unterstützung wohl wert ist. Das Jaffaer hebräische Gymnasium beansprucht natürlich mit der weitergehenden Entwicklung auch zunehmende Unterstützungen. Wie schon bemerkt, konnte das Palästinaressort aus Mangel an Mitteln das für dieses Jahr eingegangene Versprechen nur zum kleinem Teile einlösen. Unser Gesinnungsgenosse Moser hat ja in so hochherziger Weise für den Baufonds des Gymnasiums gesorgt; da ist es denn auch die Ehrenpflicht unserer Organisation, bei der Aufbringung der Mittel für den Bestand desselben behilflich zu sein. Die Zentralbibliothek in Jerusalem, die wir Zionisten gerne in eine Nationalbibliothek in unserem Sinne umwandeln möchten, hat bisher gleichfalls von uns nur geringe Uuterstützung erhalten und fristet ihr Dasein nur kümmerlich weiter. Man bemüht sich jetzt, ihr eine gesicherte Existenz zu geben, sowie vor allem den projektierten Bau, bestehend aus einem Mittelteil, an den sich die Lesehalle hinten anschließt, und aus zwei Seitenflügeln, zustande zubringen, während bis jetzt ja nur zwei Geschosse des einen Flügels vorhanden sind. Zur Sammlung des ca. 60 000 Frs. betragenden Baufonds sowie des auf mindestens 20 000 Frs. veranschlagten Betriebsfonds soll sich demnächst ein Komitee angesehener Privatleute und Korporationen bilden, und es ist wünschenswert, daß das Palästinaressort hierbei auch vertreten sein wird, was natürlich nur dann möglich ist, wenn der Bibliothek eine Jahressubvention gewährt wird. Auch das Museum, dessen Grundlage vom Bezalel gelegt ist, verdient weitern Ausbau. Das zweite, dem Nationalfonds gehörende Haus, ist wie geschaffen dazu, und es kann kaum einem Zweifel unterliegen, daß es einem rührigen Komitee gelingen würde, in Kürze wertvolle Sammlungen hierfür zu erwerben. Das Haupterfordernis ist also Schaffung eines Palästinafonds. Ebenso wichtig wie dieses ist aber auch die andauernde Wachhaltung des Interesses für diese Angelegenheiten, und _das können nur Vereine oder andere Korporationen leisten, hierfür ist das Palästinaressort ebensowenig die geeignete Instanz wie die Föderationen. Es ist nur erfreulich, daß überall Bestrebungen im Gange sind, diese Grundlagen in den verschiedenen Ländern zu schaffen. In Deutschland geht man in zionistischen Kreisen mit dem Plane um, einen Pälästinaverein zu schaffen, der sich sogar das Ziel steckt, auch Ausgrabungen zu veranstalten. In Österreich wünscht man einen Palästiha-Schulverein zu begründen, in Amerika hat sich eine Art Orden unter dem Namen Bnei-Zion gebildet, und es wird-erwogen, ob sich eine derartige Institution auch auf -dem Kontinent empfiehlt Was auch das Resultat aller dieser Bestrebungen sein mag, sie zu unterstützen # und zu fördern, ist unsere Pflicht, denn Kulturaufgaben in Palästina können in zielbewußter Weise nur in Angriff genommen werden, wenn sie in machtvollen Institutionen oder großen Fonds ihren Stützpunkt finden. Dies zu erreichen, muß unser ernstestes Ziel und Bestreben sein, und wir zweifeln nicht einen Augenblick, daß wir das auch unschwer erreichen können, wenn wir nur wirklich wollen und nicht zaghaft an die dazu nötigen Sammlungen herangehen. Und ebenso sicher ist es, daß es keine bessere Agitation für den Zionismus gibt, als einen ständig zunehmenden Pajästinafonds. Der Parteifonds ist dem Nichtzionisten unsympathisch, dem Nationalfonds' stehen sie als Nichtnationalisten fremd und kalt gegenüber, einem Palästinafonds für Schul- und Kulturzwecke werden sie aber gerne beisteuern, denn wo sind jüdische Herzen, die nicht bereit sind, sich für kulturelle und gemeinnützige Zwecke zu erwärmen und Opfer zu bringen! Und gerade jetzt ist die richtige Zeit, diese Arbeiten in den Vordergrund zu rücken. Die Türkei ist in einer gewaltigen Umwandlung begriffen. Der Weg zum Fortschritt und zur Erjangung einer höheren Kulturstufe ist frei und wird schon binnen kurzem an allen Orten dieses großen Reiches Neubildungen hervorrufen. Da ist es denn nur selbstverständlich für uns, daß wir die uns obliegenden Kulturarbeiten in Palästina mit der größtmöglichen Energie in Angriff nehmen. Auszug aus dem Bericht des Palästinaamtes in Jaffa für das E. A. C. Bureau Infolge mehrerer Reisen, die Herr Dr. Ruppin gleich nach seiner am 9. April erfolgten Ankunft zu machen hatte (der Sekretär, Herr Dr. Thon, war schon im Dezember nach Jaffa übersiedelt und dort mit den Vorarbeiten für das Palästinaamt'beschäftigt) und infolge der Schwierigkeit, passende Bureauräume zu finden, konnte eine geordnete Bureautätigkeit erst Anfang Juni aufgenommen werden. Seit dem 7. Juni ist das Bureau vollständig eingerichtet. Arbeiten für das Aktionskomitee . Das Palästinaamt fungierte als Vertreter des Aktionskomitees in Palästina und hielt dieses durch eine rege Korrespondenz über seine Arbeiten wie auch über den Stand der dortigen Verhältnisse auf dem Laufenden. Es unternahm die Reorganisation der Verwaltung des Kischinewer Waisenfonds und regelte genau die Erziehung und Ausbildung der aus dem Kischinewer Fonds unterhaltenen 22 Kinder im einzelnen. Gemäß dem Beschlüsse des Aktionskomitees, aus dem russischen Hilfsfonds Pogromwaisen in Palästina erziehen zu lassen, wurden 7 Mädchen und 4 Knaben ausgewählt und auf Kosten dieses Fonds in Jerusalemer Waisenhäusern untergebracht Arbeiten für das Palästinaressort Das Palästinaamt ist im Verwaltungsrat des Hebräischen Gymnasiums vertreten. Die Geschäftsführung des Informationsbureaus wurde geprüft und darüber berichtet auch mit den Arbeiterorganisationen und sämtlichen andern dort bestehenden Organisationen suchte das Palästinaamt Fühlung zu behalten. Das Palästinaressort wurde über all diese Dinge eingehend informiert Nationalfonds Für den Nationalfonds besorgte das Palästinaamt verschiedene auf den Landbesitz und Landerwerb bezügliche juristische Arbeiten, stellte die Verträge fest und arbeitete auch einen genauen Bericht über die bisherige und zukünftige Arbeit des Nationalfonds in Palästina aus. Palestine Land Development Company Für die Palestine Land Development Company traf das Palästinaamt allenotwendigen Einrichtungen für die Bewirtschaftung von Daleika und Umeldjuni (Kinereth).'"