Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 12 (1908)
- Issue
- 30 (31.7.1908)
- Date
- 1908-07-31
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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jueoiscHeRmatiohal-foiids JVUtTEILUNGEN DES HAUPTBUREAUS DES JÜDISCHEN NATIONALFONDS IN KÖLN Insträktionsentwurf . _ . - (Schluß); I. Sammelbüchsen a) Beschreibung und Zweck I. Die " Sammelbüchsen "sind kleine, gefällige, mit den Em- \blemen des^Jüdischen Nationalfonds verzierte und mit einer Verschiu/Srnarke verschlossene Sparbüchsen. Sie sind in den Wohnungen, in Synagogen; Vereinslokalen, Gasthöfen usw. an der Wand anzubringen und dienen dazu, die kleinen, unregelmäßigen Spenden des Tages aufzunehmen^ zu denen eine freudige Nachricht, ein guter Geschäftsabschluß, unerwartete Ersparnisse usw. . veranlassen. Die frommen Hausfrauen tun ihr Challo-Geld in die Büchse. Will man für Dienstleistungen keiiie Entlohnung annehmen, so "fasse man-das Geld- 1h die Büchse" werfen. " " . b) Leerung Die Bü chsen, welche Eigentum des Nationalfonds sind, bleiben im Besitze des Spenders und werden' regelmäßig mindestens zweimal im Jahre zu bestimmten Terminen geleert. Die Leerung erfolgt derart, daß zwei Sammler im Auftrage des betreffenden zionistischen Vereins.,oder .der.,Nationalfondskommission, welche die Büchsen verteilt hat,, nach Vorweisung einer vom Kölner Hauptbureau ausgestellten Legitimation in dieWohnungen der einzelnen Inhaber gehen, die Büchsen öffnen, den Inhalt herausnehmen und dem Eigentümer über den Betrag eine Quittung erteilen. Der Betrag wird in eine Liste eingetragen, worauf die Büchse durch die Sammler von neuem" verschlössen und das Schloß mit einer Siegelmärke überdeckt wird.' c) Kontrolle Um eine bessere Kontrolle zu erhalten, sind Quittungsblocks geschaffen worden, die neben der zum Ausweis bestimmten Liste Verwendung finden sollen. Auf dem abtrennbaren Stück des Blocks quittieren beide bevollmächtigte Büchsenleerer unter Angabe der Büchsennummer den Empfang des der Büchse entnommenen Betrages, während auf dem zurückbleibenden Abschnitt, welcher dieselbe fortlaufende Nummer wie der abgetrennte trägt, der Inhaber bestätigt, daß der Bevollmächtigte, des J. N.-F. an dem betreffenden Tag seiner Büchse No. . . - den und den Betrag entnommen " habe. . Auf' den/Quittungen soll angegeben werden, in welcher Zeitung — und in welcher Nummer derselben — die betreffenden Büchsenspenden zum Ausweis gelangen werden. ■■■■ d) Ausweis und Evidenzhaltüng Die Erträge der Büchsen-werden von den Kommissionen unter Angaber-des-- Kennbuchstabens und der Nummerder Büchse sowie des Namens und Wohnortes .des Büchseninhabers der Sammelstelle zugesandt, welche die Notizen in ihrem Ausweisorgan zur Veröffentlichung bringt. : "'•"* Um den Sammelstellen "" und den -Vertrauensmännern die Eviüenzhallung der Büchsen zu erleichtern, hat das Hauptbureau des Jüdischen Nationalfonds Hefte, drucken lassen, in. welchen z. B. die Sammelstellen 'zu verzeichnen haben, an welche Vertrauensmänner und Ortsgruppen' sie die " Büchsen verteilt - und an welche Einzelpersonen diese Vertrauensmänner dieselben weitergegeben haben. Auch wird in dieserr . Heften notiert, welche Beträge bei den einzelnen Leerungen eingegangen sind, usw. usw. Ahnliche Hefte sind für die Vertrauensmänner und Ortsgruppen gedruckt. Von diesen Heften werden von Zeit zu Zeit dem Hauptbureau Abschriften eingeschickt, welches vermittels einer Kartothek das Schicksal jeder einzelnen Büchse genau verfolgt und so jederzeit in der Lage ist, zu sehen, wie oft diese oder jene Büchse geleert wurde, wo. sie sich augenblicklich befindet, welche Summe sie einbrachte und was sonst noch für eine zielbewußte Propaganda von Wichtigkeit ist. e) Anregungen Sehr empfehlenswert wäre es, wenn die Vertrauensmänner auf der Büchsenverschlußmarke den Termin der nächsten Leerung bezeichnen würden, damit sich die Inhaber" danach richten können- Zu empfehlen wäre ferner, daß die Einziehung der gesammelten Beträge von Damen besorgt wird: Zu diesem Zweck müssen sich die Damen mit den örtlichen Kommissionen in Verbindung setzen, welche gerne bereit sind, alle anderen Arbeiten, wie Buchung, Versendung, Abführung der Beträge usw: selbst zu erledigen. II. Sammelbüchlein Für Sammlungen in Vereinen, bei Hochzeiten und anderen Gelegenheiten sind geeignet die Sammelbfichlein, welche den Sammelstellen vom Kölner Hauptbureau je nach Bedarf in größerer Anzahl zur Verfügung gestellt werden. / a) Beschreibung Die Sammelbüchlein bestehen aus einem eleganten Umschlag mit der. Inschrift „Keren Kajemeth Le Jisroel" nebst einer Notiztasche und Bleistiftden einzulegenden eigentlichen Sammelbogea und einem auswechselbaren Notizheftchen, Der Umschlag nebst dem mit einem Kalender versehenen Notizbuch und dem Bleistift bilden ein Geschenk für den Sammler. b) Evidenzhaltung Der -Sammelbogen selbst ist mit einem Kennbuchstaben (als Bezeichnung für die Sammelstelle) und fortlaufender Nummer versehen und wird vom Hauptbureau vor der Versendung in ein besonders hierzu eingerichtetes Buch eingetragen. Jedem Sammelbogen ist eine besondere Instruktion aufgedruckt, die in kurzen Zügen angibt, wie die Sammlung mittels Sammelbogen am besten durchgeführt wird. c) Art der Verwendung '• Der Sammelbogen dient nur zur Aufnahme allgemeiner Spenden für den J. N.-F. Er soll nicht für Ölbaumspenden, Goldenbuchteilzahlungen usw. verwendet werden, weil eine solche Vermengung den Sammelstellen und dem Hauptbureau des J. N.-F. beim Ausweis außerordentliche Schwierigkeiten bereiten würde"" und leicht zu Verwechslungen führen könnte. Mit Rücksicht darauf, daß es oft vorkommt, daß diejenigen Leute, welche für den Nationalfonds sammeln, auch für andere zionistische Institutionen Beträge entgegennehmen, haben wir ein Notizheft beigelegt, welches für alle beliebigen Zwecke, also auch für Notizen der andern Spenden zu benutzen ist. Es dient vor allem dazu, den Sammler durch Aufnahme von Adressen und sonstigen Angaben zu unterstützen. In der Mappe ist Platz für Selbstbesteuerungskarten, so daß gleichzeitig auch eine umfassende