Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 12 (1908)
- Issue
- 30 (31.7.1908)
- Date
- 1908-07-31
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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*- -r%^.*7W*->tro >- V - ^^T^-W^K***«^^^ 14 DLE^aKELT daß die Regierung gezwungen war, einzugreifen und die Wahl-auf unbestimmte Zeit verschob. Daraufhin erschien eine neue Zeitung, IlDeverre, die sich in den wüstesten antisemitischen Schmähungen - erging und speziell Signor Mörpurgo und Dr.. Camerini, physi- , kalischer Assistent am Jüdischen Hospital, angriff und diese beiden Herren als Anarchisten und schlechte Patrioten denunzierte. Die Zeitung erlebte allerdings nur drei Nummern, dann mußte sie ihr Erscheinen einstellen. Von den hiesigen Zeitungen, trat die italienische L'Unione de la Democrazie den Hetzereien des Schimpfblattes in würdiger und wirkungsvoller Weise entgegen. " Die jüdische Einwanderung in Argentinien" Die ökonomische Krisis des verflossenen Jahres in Amerika hat bewirkt, daß auch die Einwanderung nach Argentinien, ins-, besondere die jüdische Einwanderung, stark nachgelassen hat Die Zahl der jüdischen Einwanderer betrug 29 V-»0/» weniger als im Vorjahre. Von 2518 europäischen -Juden, die 1907 in Buenos Aires landeten, wurden 380 in den Kolonien der Jewish Colonisation Association installiert, 815 blieben in Buenos Aires und der Rest wurde von der Regierung in verschiedene Gegenden verteilt Im gleichen Zeiträume verließen 1894 Juden das Land, von denen ein kleinerer Teil nach Rußland, die große Mehrzahl indessen nach Amerika ging. Die Juden beim Brande der Petroleumquellen in Boryslaw Bei dem furchtbaren Brande der Petroleumquellen in Boryslaw taten sich besonders die jüdischen Arbeiter in den Löscharbeiten hervor. Der vom Ministerium entsandte Hofrat Holtmann verbot indessen den Juden das Weiterlöschen, angeblich weil er befürchtete, sie mochten zu Schaden kommen. Da indessen das Militär, das nun die Löscharbeit übernahm, nichts ausrichten konnte, wurde der Befehl zurückgezogen. Die Zeitungen berichten übereinstimmend von' dem Opfermut, mit dem sich die jüdischen Löschmannschaften dem Rettungswerk unterziehen. Sie waren die einzigen, die weiter - als 5 m an die Flammen herangingen. Einige wagten sich unter dem Schutze beständig entsandter Wasserstrahlen gar bis zu 2 m an die furchtbaren Flammen heran, wo es indessen keiner länger als zwei Minuten aushalten konnte. Viele der jüdischen Löschmannschaften haben schwere Brandwunden davongetragen. Russische Justiz Der jüdische Metzger Pinchas Kusel in Lutzk wurde beschuldigt, durch Verkauf vergifteten Fleisches einen Mordanschlag gegen den Polizeiobersten seines Wohnortes, Swidioski, geplant zu haben. Kusel ist allgemein als ruhiger, friedlicher Bürger bekannt und geachtet, der, wie die Verhandlung ergab, von den revolutionären Umtrieben nicht einmal die leiseste Vorstellung hat. Gegen den Beamten, der aus unbekannten Ursachen nach dem Genüsse des von Kusel gekauften Fleisches Unwohlsein verspürte, konnte der Angeklagte unmöglich etwas im Sinne geführt haben, da er als friedlicher Bürger fast niemals mit der Polizeibehörde in Berührung kam und bis jetzt nicht vorbestraft ist. Auf Grund dieser Tatsachen und der Beweisaufnahme wurde Kusel vom Militärgerichte in erster Instanz freigesprochen. Auf Appellation des Staatsanwaltes wurde jedoch der jüdische Metzger nochmals vor das hiesige Militärgericht gestellt, das den Verdacht der Polizei als begründet erklärte und Kusel zu zehn Jahren Zwangsarbeit verurteilte, mehr als die Pogromhelden in Bialystok alle zusammen erhalten haben. Die Affäre Feilbogen Der Professor der Exportakademie Dr. Siegmund Feilbogen, Jessen Affäre im Vatikan noch iri Erinnerung steht, hat, wie seinerzeit gemeldet, um seine Pensionierung ersucht Diesem Ansuchen ist nunmehr Folge gegeben worden, und Professor Feilbogen wird, im nächs'ten Semester keine Vorlesungen mehr abhalten. Rev. Masliansky in Europa Der bekannte amerikanische Yiddishprediger, Rev. Masliansky, einer der Vizepräsidenten der Federation of American Zionists» weilte in diesen Tagen erholungshalber in Europa. Er besuchte auch die Bureaus der Leitung in Köln und hatte dort eingehende •Unterredungen über alle Fragen der zionistischen Bewegung in Amerika. Die für das Sommersemester am 14. Juli d. J. stattgefundenen Neuwahlen des „jüdisch-akademischen Klubs" in Karlsbad hatten folgendes Ergebnis: Präses: phil. Emil Pollitzer (X), Vizepräses: med. Louis Kareis (XX), Schriftführer: jur. Paul Zenk (XXX),. Kassierer: Paul Kohn. . | CHAJIM GABRIEL N^CHM^ Vor einigen Tagen.*'istvCh^m *;G Alter von .vierundneunzig. Jahren in Schabatz in -Serbien gestorfeerr. ~J- Nie sah ich einen-Menschen inso~hohem-Grade^ >votf""eiinela Ideal beseelt und durchdrungen, wie dieser ehrwürdige, schöne und mutige Greis beseelt-und durchdrungen ' war ryon^ "dSr"'Tdeeyder jüdischen Renaissance im Lahde ^unserer Stamnrväter.' Er ging" in dieser Idee gänzlich auf, kannte keine andere Sorge, wollte von keinem anderen Lebensziel und Lebenszweck etwas wissen. Wo und mit wem immer er zusammen war, das einzige Gesprächsthema bildete die Rückkehr des jüdischen Volkes nach Palästina. Mit der einschlägigen zionistischen viLiteratur der Neuzeit ebenso vertraut als fest in Bibel und Propheten, wußte er sein hohes Ideal mit solcher Oberzeugungskraft und unwandelbarer Treue zu verfechten, daß Zweifel, Wankelmut. und•'• Indifferentismus vor ihm die Segel streichen mußten und er unbedingt Sieger blieb. Es ist dem segensvollen Wirken dieses^ seltenen- Mannesmit zu verdanken, daß die Spaniolen-in Serbien und Bosnien fast ausnahmslos gute Zionisten sind. ' " ' Chajim Gabriel Nachmias hat dreimal das heilige Land bereist und die jüdischen Kolonien besucht- Erhing mitganzer Seele am Lande der Verheißung, kehrte aber trotz, seines "hohen Aiters immer wieder nach Europa, zurück, weil er im .„Chuz-alrhaarez" für „Erez Jisrael" zu Werben und zu kämpfen hatte. Das hat ,er auch sein ganzes langes Leben hindurch mit der urwüchsigen, kernigen Kraft eines wackeren Kriegers und der glühenden: Begeisterung eines Propheten getan, ■ Ehre und Dank seinem Andenken L M. JL G. Bei der Administration der „Welt* in Köln sind eingegangen: Für die Hinterbliebenen von Jehuda Steinberg: Gesammelt durch Mlle. Braginskaia, Chailiy sur Lausanne: J. Frank, Sch. Höchberg," Weidenfeld, D. Rosenbaum, ':'' Scheinkmann, Scheikewitschy Rappaport, - Rogowmer, . - •, Kinskaja,SliosbergäFrc^--^.50,Tscherskaia>Braginskaja, .- M. Aleinikowa, Berditschewskaja, . X. .J. Rosenbaum, Galitzki, Wischniak, Wiädro, Stäwskäja, Horowitz Krawetz, Urynsohn, Messelmann ■ N. ä Frcs. 1.-^-, S. Aleinikowa, J. Epstein, Ghawa Schapira ä Frcs. 2.-*-, Itzkowits Frcs..5..—, Summe Frcs. .30.— . .. Für den Bezalel: Dr. Segal, Felek, Kr. 1.— ......... . . J6 24.31 —.85 crzienangsneims rur acawacnDeromgie desserer aianae, aas wir unsern i<t»crn zur gefl. Berücksichtigung empfehlen möchten: Das Institut ist das einzige jüdische . Unternehmen seiner Art und wird in echt jüdischer, Weise geleitet Das Kindersanatorium befindet sich in einem großen, schön " angelegten "Park, " der 'in dem reizenden Gartendorf Niederschönhausen bei Berlin liegt. Auch Erwachsene. Anormale finden dort geeignete Unterkunft "Prospekte stehen Interessenten durch Herrn Direktor Rosenbanm zur. Verfügung: Es sei nochmals : darauf hingewiesen, daß das Unternehmen ein privates und nur. Kindern besserer Stände offen ist Jedoch nimmt Herr Rosenbaum; bei 10 Kindern auch ein Kind, 'dessen Eltern den ganzen Pensionspreis nicht zahlen, können, eventuell unentgeltlich auf. ,-> Polytechnisches Institut, Frankenhausen a, IC Seitdem die großen, fast 750 qm Grundfläche bedeckenden m'genieurlaboratorieh für Maschinenbau, Elektrotechnik; landwirtschaffl.. Maschinenwesen, intensiv in den Dienst des Unterrichts gestellt wurden, hat das seit mehr als 10 Jahren bestehende Institut eine wesentliche Steigerung des Besuches zu verzeichnen. Von großer Anerkennung, Wertschätzung der .getroffenen Einrichtungen und-. Lehrmethode der Anstatt, zeugt der Beschluß des Könlgl. Preuß. Ministeriums für Landwirtschaft vom 22. Mai d. J-, zufolge welchem das- K.yffhäuser-Technikum als einzige maschinentechnische Ansbildnngsstätte für Landwirtscbaftslehrer auserwählt worden ist. An der Anstalt bestehen besondere Fachabteilungen für Maschinenbau, Elektrotechnik, landwirtschaftU M — - - - - *> - - - mit Architekturnnd P~~ meldungen bald einzureichensind. 1 ibteilungen für M _ (n. Brückenbau, H____________ ____ Das Wintersemester, zu welchem An- Olga X^eiM-Tbeirg-or Adolf Böfajnti Berta Horszovska,. Boryslaw Baruch Czysz, Lemberg Verlobte im juli 1908 xj^th^. j^y^-fe^^ \