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Die Welt · 1908-07-31 · 30 (31.7.1908) · page 5

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Journal
Die Welt
Volume
12 (1908)
Issue
30 (31.7.1908)
Date
1908-07-31
Page
– (sequence 5)
Language
German
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" Nb.-<30 DIE WELT; wjjj$ebef bemiütt^ehv.statt daß wir' sie ^rdammen. Die;Welt: ist vorgeschritten, und derZionismüs'fragt Irn'echten Sinne moderner Tiplerjan2K:ä Bist^äu ein^Jude;?,' .-Und wir bauchen keine 'Zeichen onff* Beweise; das einzige, was wir verlangen, ist die Antwort: Ich bin lein Jude und will:ein Jude seih! 'Nur. den schließen wir ausv-.der'rmit oder ohne Abtrünnigkeit sich, selbst von seinem Volke ^ausschließt Denn der Zionismus ist ■ breit, breit genug, jeden* Juden zu umfassen. ' Aber'das soll'nicht heißen, daß Zionismus Irreligion bedeutet. Wir sind überzeugt, daß der religiöse Geist,' der in den westlichen Ländern einen so beklagenswerten - Niedergang erlitten hat, neu aufblühen wird in einem jüdischen Zentrum. Das "religiöse Leben der Mehrheit des Volkes; die fortfahren -wird, inmitten einer nichtjüdischen-Umgebung -zu leben, wird vielleicht" noch weiter unter den'Einflüssen christlicher Gedanken leiden, -aber es wird nicht leiden unter Stagnation oder Auflösung wie jetzt, dehn es wird jä eine" bedeutsame Kraft da sein, die der Glaubensanarchie entgegenarbeitet und Jahr für Jahr größer werden wird;":; Die Rede beschäftigte sich sodann, mit jenen,' die aus Furcht vor dem, ,.was die Christen sagen", sich dem Zionismus fern halten. Das sei der wahre Ghettogeist „Es' ist der Ghettogeist der Furcht, der verlangt, der Jude müsse sich ausschließlich in der Synagoge; von der Gemeinschaft. absondern. Es ist der Ghettogeist der., sieb um' die Amerikanisierung unserer Einwanderer bemüht, so als ob Amerikanisieren lediglich im Schnitt der Kleider, in der Aussprache des Amerikanischen und im Abwerfen aller jüdischen Gewohnheiten bestände. Wir sind glücklich, daß der Zionismus von diesem Ghettogeist frei ist; wir haben keine Furcht, Juden zu sein im Glauben und wo auch immer, ganze Juden zu sein, ohne daß wir uns verpflichtet fühlen, uns zu entschuldigen dafür, daß wir sind,' und. was wir sind, für ' unsere Hoffnungen,' unsere Tätigkert, unsere Stellung. Dieses Land verlangt unsere Loyalität und Hingabe, aber es verlangt nicht» daß wir irgendwie unserm Glauben, ' unserer . Familie, unserm' Volke' hier oder wo anders untreu werden." _• ..l Nach der'.mit .stürmischen Beifall aufgenommenen begeisterten Rede des. Präsidenten wurden mehrere Begrüßungsschreiben verlesen. .Solche: waren eingelaufen von Präsident Wolffsöhn, J. H. Kahn, pr. Nordau,"-Prof. Schechter, Usssischkiri u. v. a. ' . Hierauf erfolgte die Berichterstattung des Dr. Magnes! Sein Bericht, zeigte ein langsames aber ständiges Wachsen der Bewegung. Im s ganz.en umfaßt, die Federaöon . 225," Vereine, von denen 150 ihren Verpflichtungen' gegen die Federatiön vollständig, nachgekommen. sind. Auch der Rest' wird voraussichtlich in der nächsten Zeit fallen Verpflichtungen genügt. haben. .Insgesamt ist die Zahl der Vereine um 17 gewachsen, 40 heue Vereine wurden gegründet' Für Schekel, Nationalfonds, Aktien der.Kolonialbank,. Parteifonds und palästinensische Institutionen wurden infolge der schlechten Lage nur insgesamt. 15.174$ gegen 19000« im Vorjahre gesammelt . Am meisten hat die Schekelsammlung gelitten, während die Sammlung für den.Nationalfonds um ungefähr 2000« größer wurde und insgesamt 6649 $. gegen '4725 $ im Vorjahre erbrachte. Der Zuwachs ist hauptsächlich der verstärkten Einführung der Nationalfondsbüchsen zu verdanken. Das innere Leben der Vereine hat sich gut entwickelt Insbesondere ist die Reorganisation , in New York, fortgeschritten. Indessen bleibt hier noch viel zu tun übrig, eine Aufgabe, für die unbedingt ein angestellter Sekretär tätig sein muß. . Sehr erfreulich, ist die Organisation der Jugendvereine " gediehen. Dank der hingebenden Arbeit des Mr. Schneeberg haben siesich über das ganze Land verbreitet. Die Propaganda machte insbesondere-infolge der VortragsreiseMr. Fromensons gute Fortschritte, auch deF „Maccabaean" das monatliche Organ' der Federatiön, zeigt eine gesunde Entwickelung. - Auf Antrag Dr; Radins wurde dem* verdienstvollen Sekretär der Federatiön, Dr. Magnes, dessen hingebender Tätigkeit der amerikanische Zionismus außerordentlich viel zu verdanken hat, anläßlich seines Scheidens aus seinem Amte der einmütige und herzliche Dank der amerikanischen Ziohisten ausgesprochen. Es folgten die Berichte der verschiedeneh'.Komitees. ' Für das Propagahdakömitee stattete Mr. Fromenson den Bericht ab. Er hat auf seiner Propagandatournee durch die wichtigsten Städte von Virginia,- Georgia, Florida, Mississippi, Louisiana, Texas, Kentucky, Ohio-und Pennsylvania nicht weniger als .45 Versammlungen ab-' gehalten und der Federatiön an neuen Beiträgen 1638 $ eingebracht Die günstigen-Erfolge dieser auf Veranlassung des omermüdlichen. Präsidenten;' Dr. Friedehwald, lmternornmenen Agtfatiorisreise soll ihr neueh rJahre: weiter ausgenützt werden. Nach. Ansicht Mr. Fromensons' hätten ' sechs ' Propagändisteni von denen > zwei in jüdischer Sprache Vorträge halten könnten, genug der Arbeit und Erfolgaussichten. Das Komitee zur Errichtung; eines jüdischen Organs der Federatiön berichtete, daß bis zum 1. Juli 2772 $ zu diesem Zwecke gesammelt worden sind. 75°/o dieser Summe sind allein in New York und Philadelphia zusammengekommen. Das Komitee hofft die Zeitschrift am 1. Januar 1909 herausgeben zu können. Mr. Schneeberg gab einen sehr interessanten Bericht über die Organisation der Jugendvereine, die von großer Bedeutung für die Entwicklung des Zionismus in Amerika zu werden verspricht. In New York, wo vor einem Jahre drei solcher Vereine bestanden, zählt man heute deren 17, mit einer Mitgliedzahl von 25 bis 200. Die Vereine veranstalten Unterrichtskurse über jüdische und zionistische Fragen; es wird jetzt beabsichtigt, ein Handbuch für diese Zwecke zusammenzustellen. " Das Palästinakomitee hat im Berichtsjahre, für die Ölbäumspende* Bezalel usw. 17017 S gesammelt. Die Gesellschaft Achhusath Nachla, die den Landankauf für ihre Mitglieder in Palästina bezweckt zählt bereits in Amerika 30 Mitglieder, die sich verpflichtet haben, zehn Jahre lang jährlich 300$ einzuzahlen. Das Jewish Colonial Trust Komitee berichtete, daß seine Bemühungen um Errichtung einer Filiale der Kolonialbank in New York in gewissem Sinne von Erfolg begleitet waren. Der Trust war bereit eine Filiale zu eröffnen, wenn in Amerika zu diesem Zwecke 49000$ aufgebracht würden, wozu dann der Trust 51000 $ geben wollte. Von dieser Summe sind bereits 35000$ gezeichnet worden. Die einzige Schwierigkeit die besteht ist, daß es nach den Gesetzen des Staates New York vorläufig nicht möglich ist, eine Bank am Sabbat und den jüdischen Feiertagen geschlossen zu halten. . Sonntagabend fand eine große Massenversammlung statt, die von 1500 bis 2000 Personen besucht war. Das Hauptereignis dieser Versammlung war die Tatsache, daß Mr. Samuel Strauß präsidierte und eine sehr eindrucksvolle Ansprache hielt. Seine Rede wandte sich hauptsächlich gegen die verfehlten Bemühungen der Reformjuden. „Nicht reformieren, sondern reinformieren müssen wir die Juden; nur eine Möglichkeit gibt es für uns, das ist der Zionismus. Und wenn man uns sagt, die Verwirklichung unserer zionistischen Ideale läßt zu lange auf sich warten, so. frage ich welche große Bewegung hat ihre Verwirklichung in kurzer Frist erlebt?. Zionismus darf nicht ein Schrei der.Klage über unsere Schmerzen, er darf nicht ein Appell an die Sympathie, sondern er muß ein männliches Eintreten für unsere Rechte sein." Nach der mit stürmischem Beifall aufgenommenen Rede des Herrn Strauß sprach noch, lebhaft begrüßt, Dr. Friedenwald. Die Verlesung eines Begrüßungsschreibens von Dr. Schechter erweckte gleichfalls großen Beifall. Ansprachen hielten noch die Herren: Rabbiner Levinthal, Fromenson und Dr. Magnes. Eine Sammlung ergab den Betrag von $ 454. Das Hauptinteresse der Verhandlungen von Montag Morgen konzentrierte sich auf die Verlesung des Berichtes von Professor Warburg. Der Bericht enthielt eine Zusammenstellung der in Palästina bereits geleisteten Arbeiten sowie über die Einrichtungen, die noch unternommen werden müssen. In der Nachmittagssitzung wurden verschiedene Resolutionen gefaßt, die sich auf die Einsetzung von Palästinakomitees, die Gründung von Bezalelvereinen, die Erhöhung des Beitrags zur Federatiön und die Einsetzung des 15. Schewat als Pflanzungstag beziehen. . Später hielt der Großmeister des neugegründeten Ordens „Sons of Zion", Herr Dr. David Blaustein, eine sehr beifällig aufgenommene Ansprache, in der er die Ziele dieses Ordens erläuterte. Nach einer sehr eingehenden Diskussion wurde eine Resolution, die; eine Reorganisation der Federatiön zum Zwecke der Eroberung der -amerikanischen Judenheit forderte, — der Antragsteller, Mr. Fromenson, behauptete, die gegenwärtige Organisationsform sei für diese Zwecke nicht geeignet, — wegen des lebhaften Widerstandes, die sie bei der großen Mehrheit fand, zurückgezogen. Bei diesem Punkte der Beratung wurde ein Telegramm ^der Jewish Daily News verlesen,, das die Meldung von der Audienz des Präsidenten Wolffsöhn bei Stolypin und Iswolski brachte. Die Verlesung entfesselte einen ungeheuren Beifallsturm. Abends fand ein ausgezeichnet verlaufenes Bankett statt Zu Beginn der Sitzung am Dienstagmorgeri wurden hoch Begrüßungsschreiben verschiedener zionistischer Führer, unter anderm von J.- Cowen, Dr. Gaster usw. verlesen. ..... Der nächste Punkt der Tagesordnung, der die Herausgabe des neuen Organs in jüdischer-Sprache betraf, gestaltete sich wieder sehr lebhaft Nach einem dringenden Appell Dr. Friedenwalds wurden für den zu diesem Zwecke gebildeten Fonds in wenigen Minuten 1000$ aufgebracht 2*

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