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Die Welt · 1908-07-17 · 28 (17.7.1908) · page 5

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Journal
Die Welt
Volume
12 (1908)
Issue
28 (17.7.1908)
Date
1908-07-17
Page
– (sequence 5)
Language
German
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■ DIE^ELT No. 28 der mußunaufhörlich niederfallen." So sah er in seinen Zukunftsträumen, die mit der Rückkehr ins Judenland verknüpft waren, die Auswüchse der europäischen Kultur, das unproduktive .Elend, die Qualen der sozial Überschwemmten, überwunden. Der Zionismus war ihm nich6.jii»riein..Streben zu einem neuen jüdischen Gerneihywss&h: Er■'■ betonte 'nicht einmal, daß die Verwirk- '0<ä&ing des . .Zionismus zu höherer Gesittungführen r^sinäß, der ganzen Menschheit. zum Heile! In der zweiten; :f>Ron^eßi^e^;erk'QLrte.':erc- „Gerade diejenigen unter uns, die>heute 'i^e/.g^ze ..Etersön -daranzusetzen bereit sind, . würden ^bceaauerii,: auch hur einen Schritt dafür gemacht zu hafce^werm.'^ GeseUschäft: - einzuriä^tti :iüchtraüch.eine gerechtere.!""/. Weiß.:nian,/ was: Heiz^: den-Dichter; n}itrunwidersfeMicher-:'G£rwalt - anzog^saehtyman;: welchen,Raum, das Soziale -.Problem'; in ..seinemv' Dienk€h':,«nd -^Empfinden'äusfülWe,'dann wind: . man Idfesea.; -Satz. .nicht -föfci eine - bloße. Redewendung; halten. L;JEs:. war.' sein; ernster t-WiMev bei-' de* V;erwirk-. lichung des Zionismus dem Aufbau moderner sozialer Einrichtungen den Weg zu bahnen. Schon am fünften Kongreß deklarierte er, von keiner Seite dazu getrieben, die landwirtschaftliche Produktivgenossenschaft als die Grundlage der Besiedelung Palästinas. Er sorgte dafür, das Franz Oppenheimer dem sechsten Kongreß seine Ideen klarlegen konnte. Herzl erkannte als erster die soziale Kehrseite der Judenfrage, — die Judennot, sowie er es war, der begriff, daß die - wirtschaftliche Bedrängnis mit ihrer Begleiterscheinung — der Auswanderung;— : nicht nur Elend stiftet, sondern auch eine Triebkraft - zur höhern Entwicklung-sein kann, ein Ursprung neuen Machtbewußfseins und erneuter " Krafteritfaltung. So hat er auch-mit richtiger-Intuition'erkannt, daß der Zionismus sein Wesen' und' seihe soziale Herkunft verleugnen und auf eihe-wertvolle Kräftkompönente verzichten würde, seilte er-deri Gedanken -der sozialen Umgestaltung und Erheüuhg: aus - seiner; Realisierungsaktion ausschalten. SGHLAGWÖRTPOMTIK '.fö<Üe£;Rew^ ein neues Schlagwort au^tapcnC ."ftierSt 'äaf "dem^eslalier Delegiertentag,' dann, in zahl-, reichenjyersämm wurden, die Worte „Ver^hnu'ngsj^ ' dem ' Turme!"' ventiliert,' und schontjOTd; die; die angeblich" tiefgefende^^Parteidifrerenfflerungen ausdrucken, Prinzipien, von deren Annahme' oder .fficÖ^hnäHme, wie man'uns glaüben.macheh willj nichtje^alruir^die7Z5Bümft"des" deutschen Zionismus, sondern gar der;^^i%l°£^TN^«|o^ "der" Bewegung unmittelbar; abhängt';.:r;S^y^mfö.;sjsej^"daß' e£ nicht sehr für ein gereiftes Erfassen pö%S§c^^}1^^a^'spnch^ 'wenn kein neuer öder.' gar.'nur neuöä^^&ä^J''B^S//'m'. die Debatte geworfen . werden kann, 0&öf'*\i^:"^elcti.\['sStens' "vieler. Zionisten ein .'Parteiprogramm daraus ^gemacht.";und' prinzipielle Gegensätze daraus , konstruiert wer&j&'^a^deni .'wir'.geräde lange genug unter: dem Streite der ^PöB^schen?'-;ünd „Praktischen" gelitten haben, .'hören wir jetzt Sffismen^-.'die allen. Ernstels'.'behäup'ten, die einzige/Möglichkeit, den 'i%hf5mus 'zu'verwiHctfc^en,' bestehe, in "der Gewinnung der deutschen Juten fiir joen ^Zföiusinus^ui der" sofortigen und strikten. Befolgung ' -djär- '^V^^^i^s^nnk.-;' alles Tandere sei, wenn auch" nicht, von -Öbel,:vsö;2fö&. 'ü^^^f lundjiicht. geeignet' den * endgültigen Miß^. -'^lfc'\dfcs" ftitä^ys"aufzuhalten; der in. .diesem "Falle,', .wie' uns ' genau-.'' vörgereclmefV '■mißf 'binnen.' fünf Jahren, unwiderruflich einfrieteh müsse; ..*, ... . ." . [.'• V, ' .; -Alles'.In unVsu^übt' sich* gegen' eine solche 'Methode der Disf küssiön; "der. zlpmstisch'en Arbeit. Ist der Zionismus denn wirklich •! sois^TechTDasieft; daß' es.^nür eines in mehrfacher Tiinsicht etwas -' ungewöhnh'cKen' '.'Referates,^ irgendeines Schlagwortes der Debatte .-; be'däffr" "um! -.äle>Frage 'seiner' Existenzrnögh'chTceit ja,. gar.'seiner Ejästenz^ Kann "man bei uns nicht mehr säcKKclf dil^fereni muß jede'Meinung gleich" zürn!D'ogm"ä" und'jede Gegenmeinung'niEt''dem^Effiwande der Häresie"gleich totgeschlagen v .-werden?''"''." '"!."..--".""". . -. '! ' ■ •'."•' 7 ' 'Def .nTchfdeufsChe Gesräirungsgehösse könnte nach'dieser Ein'; ieTföng~vielIefcht" wünders meinen, um welch" "schwere. Differenzen, um. welch, .tiefe" und neue "Gesichtspunkte es sich hier handle. Nun, es ist nichts besonderes-. Es handelt' sich lediglich um die Frage, ob die deutschen Zionisten (in Deutschland sagt man: der Zionismus) sich mit den Logen Bnei Brith und dem Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens vertragen sollen oder nicht. Das ist alles, und das hat jetzt Anlaß gegeben zu langen Diskussionen und tiefgründigen Erörterungen nicht nur über Ursache, Zweck,, und* Ziel" 'des Zionismus,' 'sondern, gar auch' des Sozialismus, aer"-doch'^wahrhaftig hiermit nichts .zu.tun hat, und hat, wie gesagt, vorläufig" ^dämit" geendet, daß von','der'Entscheidung dieser Frage Sein öder" Nichtsein des Zionismus, abhängig gemacht wurde. ' Wir haben-schon gesagt daß .wir eine solche Behandlung einer rein taktischen .Frage, f^'ye'rwirrend und falsch halten. Zunächst Voni Standpunkte' der Gesämtbewegung aus. Ohne weiteres wird man "'zugeben/ körinen,"" daß'. die' Frage, wie sich die deutschen Zionisten zu der'.einen oder anderen Organisation deutscher Juden stellen soIlen.'Tür' die Zionisten Deutschlands von schwerwiegender Bedeüuihg.'ist'und verdient," von ihnen eingehend und gründlich beha'ndelt "zu, werden.. Unter" Umständen ist diese Frage auch für die .'Gesäintörgänis'ation' interessant, z. B. zur' Beurteilung der Entwicklungsmöglichkeiteri der deutschen Juden oder des Zionismus in Deutschland. Und wir wollen.gar nicht leugnen, daß schließlich auch das .Wachstum der Gesamtbewegung durch die Entscheidung der . Frage günstig"' oder ungünstig beeinflußt werden kann. Deshalb.'sollte es' aber " doch nicht gestattet sein, nunmehr ohne weiteres! diese. Frage zu einer solchen der Gesamtbewegung und von ihrer'Lösung den Zionismus . überhaupt abhängig zu machen. Wenn heute deutsche Zionisten behaupten, daß nur durch die enge Verbindung!des".Zionismus .'mit den Logen oder dem Zentralverein die MogUcnkeit'der Erwerbung Palästinas iür uns aufrecht erhalten Vierde, stf . ist/'das auch' im.. Sinne dieser Meinung ein grober {'aktischer."Fehler! Man darf '.nicht sagen: wir müssen den Zentralverein'haben,, sonst gehen wir in einem Jahrfünft zugrunde. Vielleicht bekommen die deutschen Zionisten darauf die Antwort: Nichts anderes' haberi wir ja gewollt. Eine solche Wertsteigerung dessen", was. man haben, und Wertverringerung dessen, was man bieten will! pflegt "im allgemeinen bei Verhandlungen nicht üblich zu "seih! " . "'" . . .....A'ußerdern aber."ist", selbstverständlich die Behauptung, daß wir in fünf Fähren liquidieren müssen, wenn es uns nicht gelingt, bis dahin "die deutschen. Juden für uns gewonnen zu haben, nicht wahr. " S'"e ist nur , erklärlich auf Grund eines bedauerlichen ftichtyerstehens' der .zionistischen Idee. "Wir müssen es jedenfalls entschieden ablehnen, den Zionismus zu einer Angelegenheit der deutschen'Juden 'degradieren zu lassen und ihn auf das Wohlwollen des Zentralvereins und der Logen Bnei Brith zu basieren. Die Mitarbeit der deutschen Juden am Zionismus ist für die Verwirklichung seiner Ideale sicher bedeutsam, sie ist aber keinesfalls dazu notwendig. Jedenfalls ist nicht abzusehen, warum gerade die v " 2*

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