Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 12 (1908)
- Issue
- 27 (10.7.1908)
- Date
- 1908-07-10
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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ßei der Kunstgewerbeschule „Bezalel", Jerusalem, eingegangen: Herr Prof. Boris Schatz, Jerusalem, für Museum . . . Frcs. 10.— „ Josua Kantorwitz, „ . „ „ . . . „ 10.— Herren E. Kaplan, Riga, u. Levi Saratow (als Stipendium) „ 30.— „ B. Bloomgarden Jehoasch), Morris u. Naumow, Denver, Amerika (gesammelt am Lag-Baomerabend).................■ „ 52.10 Frcs. 102.10 Ohrringe und ein Jaspis mit drei anhängenden goldenen Schildchen, Schmucksachen, die in einem Frauengrabe innerhalb der Stadt gefunden wurden, ein tassenförmiger, silberner Becher und ein halber Tonzylinder mit einigen in zwei Reihen übereinander wiederholten Zeichen des Tierkreises aus der Schicht von 1500 v. Chr. Derselben Periode abwärts bis 1000 gehört die mykenische Ware Gezers an, ein Zeichen, daß auch die Kanaaniter an jenen im Mittelmeergebiet damals verbreiteten Tongefäßen Gefallen gefunden haben. Auch in der Umgebung des Hügels hat Dr. Macalister gegraben und dort im Tale ein interessantes römisches Bad gefunden. Aber er will, wie er in seinem letzten Berichte vom Oktober 1907 sagt, seine Tätigkeit zunächst auf die Stadt beschränken, um hier bis zum nächsten Jahre, in dem die Erlaubnis zur Durchforschung des Bodens abläuft, ein möglichst vollständiges Bild der Anlagen aller Perioden geben zu können. Es wäre sehr zu wünschen, daß dann die Ruinen nicht wieder gänzlich zugeschüttet werden, wie es in der Türkei nicht selten geschieht, sondern dauernd zugänglich bleiben. Durch das Interesse, das damit geweckt werden könnte, würden am Ende Mittel flüssig, die es dem verdienstvollen Gelehrten ermöglichten, auch seine am Fuße des Hügels begonnenen Grabungen zu Ende zu führen. Über den Tunnel in Gezer, den Professor Dr. Lohr als Festungsbrunnen bezeichnet, wird uns von anderer Seite nach dem neuesten, bis zum 30. November 1907 reichenden Bericht Dr. Macalisters, im Quarterly Statement des Palestine Exploration Fund folgendes geschrieben: Es handelt sich um einen unterirdischen Gang, der bis 80 Fuß unter die Erde hinunterführt, zuerst auf Stufen abwärts geht, dann sich nach verschiedenen Seiten teils eben, teils in Neigung wendet und in einer Kammer von ungefähr 30 auf 40 Fuß mündet. Da ist denn auch eine mächtige Wasserquelle gefunden worden, die wohl das Ziel des Tunnelbaues war; zuerst hatte man an einen unterirdischen Gang gedacht, der aus der Festung Gezer am Fuße des Hügels, auf dem die Stadt lag, hinausführt. Ob die Quelle nur der Wasserversorgung diente, oder auch ein semitischer Quell-, Höhlen- oder Unterweltdienst damit verbunden war, ist noch nicht zu erkennen, da der Gang wie auch die Kammer vom Schutt noch nicht ausgeräumt ist. Es ist nach den Spuren "der Feuersteinwerkzeuge an der Gangwand und Funden von solchen kein Zweifel, daß der Tunnel in der neolithischen Zeit ohne Metallwerkzeuge begonnen und vollendet wurde; man nimmt an, daß er um 2000 v. Chr. ausgeführt wurde und 500 Jahre in Benützung blieb, denn die Stufen sind stark ausgetreten, und schwere Lasten müssen darauf bewegt worden sein. Der hineingeworfene Schutt beginnt mit der El-Amarna-Zeit, etwa 1450 v. Chr. Von der Größe dieses Tunnelbaues, eines für die neolithische Zeit ganz außergewöhnlichen Ingenieurwerkes, kann man sich einen Begriff machen; eine Photographie zeigt die Wölbung am Ende der 26 Fuß hinabführenden Treppe in dreifacher Mannsgröße, gemäß den mitphotographierten Arbeitern. Der Tunneleingang ist ein 23 Fuß hoher und 12 Fuß breiter, in den Fels geschnittener Torweg, und diese Höhe scheint bis ungefähr in 60 Fuß Entfernung vom Eingang für den Gang beibehalten zu sein; erst da beginnt er, soweit die noch im ersten Stadium befindlichen Ausgrabungen bis jetzt erkennen lassen, niederer zu werden. Der Gang senkt sich in einem Winkel von 38 Grad und zeigt in Abständen noch weitere zwei Torwege. Mit dieser Frühdatierung dürfen auch die großen Felsaushöhlungen von Beit Jibrin (Eleutheropolis) zwischen Jerusalem und Gaza weit früher datiert werden, als man bisher annahm. Geehrte Redaktion! Zufolge Ihres Aufrufes in den Parteiblättern erlaube ich mir, Ihnen einen Vorschlag zu machen, um die erforderliche Anzahl Bäume für den Herzlwald in einem Jahre aufzubringen. Man soll nämlich an alle Organisationen Aufrufe samt Sammelbögen für Ölbaümspenden einsenden, damit man an dem Todestag des seligen Führers Dr. Herzl Sammlungen veranstalte. Die reichen Zionisten werden sofort Bäume spenden, die mittellosen Zionisten aber werden die Spenden in Teilzahlungen zu 60 H. pro Monat vornehmen. Ich bin sicher, daß auf diese Weise die nötige Zahl Bäume aufgebracht wird. Ich selbst habe in Neu-Sandez den Versuch vor einigen Tagen gemacht und Sammlungen gegen Teilzahlungen vorgenommen und habe bereits für 15 Bäume die erste Teilzahlung eingehoben. Mit Zionsgruß Gerson Weinberger Seitens des Besitzers des koscheren Restaurants Charlotte Klein in Bad Hall werden wir ersucht mitzuteilen, daß das über das genannte Restaurant verbreitete Gerücht, als ob die Koscherführung des Restaurants den rituellen Anforderungen nicht entspräche, auf böswillige Ausstreuungen zurückzuführen ist und die Haltlosigkeit dieses Gerüchtes durch Herrn Rabbiner Friedmann, unter dessen ritueller Aufsicht genannte Restauration steht, nachgewiesen wird. Gegen den Verbreiter dieses Gerüchtes wurde die Strafanzeige erstattet Dr. Hille! Sussmann hat die Advokaturskanzlei in Stanislau, Sapiczynska 10 eröffnet. An unsere Leser! Über die Verhandlungen der Jahreskonferenz werden wir einen ausführlichen Bericht veröffentlichen, der in der Nummer 32 der „Welt** vom 14. August, a. c. erscheint. Bei dem regen Interesse, das den Konferenzverhandlungen diesmal entgegen gebracht wird, bietet sich hier eine Gelegenheit zur wirksamen Propaganda dar. Wir beabsichtigen die Nummer in welcher der Bericht erscheinen wird, in verstärkter Auflage herstellen zu lassen und ersuchen die Gesinnungsgenossen in allen Ländern, für eine möglichst intensive Verbreitung derselben bemüht zu sein. Wir haben den Preis für diese Nummer so mäßig angesetzt, daß selbst die kleinste Gruppe imstande ist, eine entsprechende Anzahl von Exemplaren zu bestellen. Wir berechnen für Österreich-Ungarn für alle und Deutschland: übrig.Länder: 10 Exemplare inkl. Porto mit J6 2.80 J6 3.20 25 », „ » », »» 5-6o »» 6-40 50 „ „ „ „ „ 8.3o „ 0.20 100 „ ,, „ „ „ 1350 „ 15.— Bestellungen gegen Nachnahme oder Voreinsendung des Betrages erbitten wir bis spätestens zum 6. August a. c. Expedition „DIE WELT" Karolingerring 6.