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Die Welt · 1908-07-10 · 27 (10.7.1908) · page 17

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Journal
Die Welt
Volume
12 (1908)
Issue
27 (10.7.1908)
Date
1908-07-10
Page
– (sequence 17)
Language
German
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No. 27 SIEGELT 19 ^JüeDISCHeR MAT1QHAL-FQUDS^ MITTEILUNGEN DES HAUPTBUREAUS DES JÜDISCHEN NATIONALFONDS IN KÖLN Anläßlich des 9. Ab gibt das Hauptbureau des Jüdischen Nationalfonds ein Plugblatt heraus, das bereits fertig vorliegt Wir bitten die Sammelstellen des Jüdischen Nationalfonds, uns gefl. baldmöglichst mitzuteilen, wieviel Exemplare dieses Flugblatts sie gebrauchen können, damit wir die Versendung rechtzeitig vornehmen können. Vorbemerkung; zu den statistischen Tabellen der im II. Vierteljahr 1908 und im I. Halbjahr 1908 ausgewiesenen Nationalfondsspenden Vergleichen wir die statistische Tabelle der im II.. Vierteljahr 1908 ausgewiesenen Spenden mit der ersten Vierteljahresstatistik, so fällt zunächst das kleinere Endergebnis auf. Die Gesamtsumme ist um mehr als 10000 J(, kleiner. Dieses vergleichsweise minder günstige Resultat bedeutet jedoch keineswegs einen allgemeinen Rückgang der Einnahmen unseres Fonds oder gar eine Verminderung seiner Popularität. Vielmehr ist es darauf zurückzuführen, daß der Sommer nun einmal die „stille Zeit" ist, in der t erfahrungsgemäß die Sammeltätigkeit auch auf andern Gebieten etwas nachzulassen pflegt. Immerhin ist das kleinere Gesamtergebnis des II. Quartals von ungünstigem Einfluß auf den monatlichen Durchschnittsbetrag. Die im ersten Halbjahre 1908 ausgewiesene Summe von Ji 117973.97 ergibt eine durchschnittliche Monatshöhe von nur Ji 19662.33 gegenüber^ 21 395.08 im ersten Quartal (J6 17 929.58 im zweiten Quartal). Allerdings wird die Jahresstatistik den Durchschnitt erhöhen,?odaß aller Wahrscheinlichkeit nach auf einen ständigen Monatseingang von über 20000.— zu rechnen ist. Von den einzelnen Ländern sind die meisten dem ersten Vierteljahre gegenüber zurückgegangen. Nur neun Gebiete sind z. T. in ihren Ausweisen auf der gleichen Höhe geblieben, z. T. haben sie sogar einen Aufschwung zu verzeichnen. Wie immer, sind Rußland, Österreich und Deutschland mit den größtenSummen vertreten. Diesmal steht Rußland sogar bei weitem an ersterStelle. Infolgedessen entfällt in der Halbjahres- Statistik etwa der vierte Teil des ganzen Ausweises auf Rußland. Dieser Erfolg der neuen russischen Sammelstelle zeigt, was gut organisierte und freudig geübte Sammeltätigkeit zu leisten vermag. Auch andere Länder liefern diesen Beweis, — leider jedoch im negativen Sinne. Hier sind vor allem Frankreich, Italien und England zu nennen. In den erstgenannten beiden Gebieten ist die Arbeit für den Nationalfonds überhaupt noch nicht systematisch organisiert. England besitzt seit einiger Zeit wohl eine gewisse Organisation, doch ist diese noch sehr mangelhaft und bedarf einer gründlichen Verbesserung und Ausgestaltung, bevor überhaupt an erfolgreiche Arbeit zu denken ist. Im übrigen ist es jedoch erfreulich, daß zumindest im Laufe eines halben Jahres alle irgendwie in Betracht kommenden Länder Spenden zu verzeichnen haben, wenn ihre Höhe hie und da auch nicht den Erwartungen entspricht. Das einzige Gebiet, in dem anscheinend nichts gespendet wurde, ist Australien. Denn Ostasien geht in der Statistik zwar auch leer aus, hat aber doch schon ca 1000 J6 gesammelt. Der Ausweis wurde nur deshalb verzögert, weil die Überweisung der eingegangenen Gelder an den J. C. T. mit Rücksicht auf die gegenwärtigen Geldkurse von der dortigen Sammelstelle noch nicht vollzogen wurde. In kurzer Zeit jedoch wird auch dieses Gebiet in unserer Statistik figurieren. Die verschiedenen Sammelarten ergeben im allgemeinen das bekannte Bild: An erster Stelle die „Allgemeinen Spenden", dann das „Goldene Buch" und die Ölbaumspenden, und erst in weitem Abstand dahinter die Büchsen, Bogen und das Schmerzenskind des Nationalfonds, die Selbstbesteuerung. Einen auffälligen Fortschritt haben vor allem die Ergebnisse der Büchsensammlung gemacht. Es zeigt sich immer klarer, daß diese Sammelmethode wohl in allen Ländern die besteingeführte und beliebteste ist. Die Sammelbogen scheinen gerade im Sommer aus den eingangs erwähnten Gründen wenig Anklang zu finden. Im übrigen sind sie bis jetzt nur in einzelnen Ländern im Umlauf. Die ganz geringen Summen in den Rubriken „N.-F.-Marken" und „Telegrammblankette" entsprechen natürlich nicht dem tatsächlichen Verkauf. Diese Zahlen werden erst dann Anspruch auf Richtigkeit und somit auf statistischen Wert erheben können, wenn alle Sammelstellen den genauen Absatz ihres Vorrates angeben. Im allgemeinen ist die Halbj ahresst atistik wohl geeignet, eine genügend sichere Grundlage zu bilden, um Schlüsse zu ziehen, in welcher Richtung sich die

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