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Die Welt · 1908-07-03 · 26 (3.7.1908) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
12 (1908)
Issue
26 (3.7.1908)
Date
1908-07-03
Page
– (sequence 18)
Language
German
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MITTEILUNGEN DES HAUPTBUREAUS DES JÜDISCHEN, NATIONALFONDS IN KÖLN In Nummer 21 des „Jüdischen Arbeiters" in Lemberg befindet sich ein Bericht über einen Vortrag des Herrn Dr. Bodenheimer. Der Bericht ist durchaus entstellt und gibt die Ausführungen Dr. Bodenheimers in irriger Weise wieder. An den Bericht knüpft sich ein Urteil über die Tätigkeit des Nationalfonds, aus dem wir folgenden Passus wiedergeben: . . . „Was den Nationalfonds anbetrifft, sein eigentliches Ressort, hat er (Dr. Bodenheimer) erklärt, die Idee der Nationalisierung des palästinensischen Bodens werde erst dann verwirklicht werden können, wenn der Zionismus an sein Endziel gelangt sein wird. Vorläufig aber werde man verschiedenen Gesellschaften Darlehen gewähren. Herr Dr. Bodenheimer glaubte uns damit zu ködern, daß er uns die ungebetene Versicherung abgab, auch die Arbeitergesellschafteh könnten Darlehen erhalten, sobald ihre Kreditfähigkeit nachgewiesen ist. Nun wissen wir, wie es sich mit dem Nationalfonds verhält. Das eigentliche Ziel, welches dem Nationalfonds zugrunde liegt, haben die „Führer" vernachlässigt, und die ganze Sache, für welche man so viele Opfer brachte, soll nun in eine neue Art kleinkrämerischer Kreditinstitution verwandelt werden." Wir müssen hierzu bemerken, daß die Schlußfolgerungen seitens der Redaktion des „Jüdischen Arbeiters", die an die Ausführungen des Herrn Dr. Bodenheimer geknüpft sind, auf völlig falschen Voraussetzungen beruhen. Dieselben sind auch schon in sich hinfällig. Denn wenn es richtig ist, daß Grund und Boden zurzeit auf Grund der rechtlichen und tatsächlichen Verhältnisse in Palästina nicht erworben werden kann, so kann der Verwaltung des Nationalfonds aus der vorläufigen Verwendung der Gelder für Kreditgewährung an unsere palästinensischen Institutionen kein Vorwurf gemacht werden. Ein Tadel wäre nur dann berechtigt, wenn die Gelder des Nationalfonds im Geldschrank unserer Bank lagerten, während unsere palästinensischen Institutionen aus Mangel an notwendigen Kapitalien nicht in der Lage wären, den Anforderungen hinsichtlich der Hebung der jüdischen Landwirtschaft in Palästina zu genügen. Es ist bedauerlich, daß ein führendes Blatt der zionistischen Arbeiterpartei in eine unfruchtbare Polemik gegen den Nationalfonds eintritt, statt durch positive Vorschläge die Arbeiten des Direktoriums zu unterstützen. Das Deutsche Bureau des Jüdischen Nationalfonds . (Propaganda-Abteilung) in Breslau hat auf dem jüngsten Delegiertentage der deutschen Zionisten über seine Tätigkeit vom 1. Juli 1907 bis zum I.Mai 1908 einen Bericht erstattet, dem wir folgendes entnehmen: „Über die ersten dreiviertel Jahre unserer Tätigkeit von der Begründung der Abteilung-(Oktober 1906) bis zum Schluß des zionistischen Geschäftsjahres -1906/1907, haben wir bereits Anfang Juli 1907 einen u. a. in der Nummer 28 der „Welt" veröffentlichten Bericht erstattet. Demselben war eine Statistik der Eingänge für Nationalfonds, Ölbaumspende und sonstige Zwecke seitens der deutschen Zionisten, soweit ^ie im Jahre 1906/1907 in der „Jüdischen Rundschau" und „Welt" ausgewiesen waren, beigegeben. Der heutige Bericht umfaßt nicht wie jener einen Zeitraum von 12 Monaten, sondern nur von 1-0 Monaten, da er mit Rücksicht auf den Delegiertentagbereits mit dem Ausweis vom 1. Mai abgeschlossen werden mußte." D2: B . ch verbreitet sich nun in einer eingehenden Statistik über die in den verschiedenen Orten Deutschlands in der Berichtszeit erzielten Erträgnisse für den N. F., die Ölbaumspende und sonstige zionistische Institutionen. Die höchsten Eingänge für den Nationalfonds und" die Ölbaumspende weisen folgende Städte auf : Berlin und Vororte: Nationalfonds JC 2971, Ölbaumspende Jt 1810; Königsberg: N. F. 1168, Ö.Sp. 454; Breslau: N. F. 956, Ö.Sp. 1178; Hamburg mit Wandsbeck, Altona: N. F. 779, Ö.Sp. 578; Köln: N. F. 599, Ö.Sp. 634; Dessau: N. F. 594, Ö.Sp. 648; Kattowitz: N. F. 469, Ö.Sp. 198; München: N. F. 463, Ö.Sp. 174; Beuthen, O.-S.: N. F. 445, Ö.Sp. 252; Leipzig: N. F. 391, Ö. Sp. 230; Frankfurt a. M.: N. F. 346, Ö. Sp. 90; Nürnberg:Fürth: N. F. 345. Ö. Sp. 76; Mannheim-N. F. 327, Ö. Sp. 612; Varel: N. F. 257; Halberstadt: N. F. 242, Ö. Sp. 96; Chemnitz: N. F. 205, Ö. Sp. 96; Straßburg N. F. 160, Ö. Sp. 60; Zabrze: N. F. 149, Ö. Sp. 84; Tarnowitz: N. F. 142, Ö. Sp. 42; Lübeck: N. F. 140, Ö. Sp. 132; Posen: N. F. - 126, ö. Sp. 210; Heegermühle:.N. F. 121,0. Sp.30; Aachen: N. F. 120, Ö. Sp. 24; Memmingen: N. F. 119, Ö. Sp. 6; Hannover N. F. 118, Ö. Sp. 108; Gleiwitz: N. F. 115, Ö. Sp. 70; Freiburg i. B.: N. F. 68, Ö. Sp. 450. " Sehr auffällige Rückgänge zeigen gegen dfe vorhergehende Berichtsperiode: Frankfurt a. M. 539 gegen 1651, Gleiwitz .196 gegen 535, Halberstadt 359 gegen 533, Hamburg-Wandsbeck 1495 gegen 3367, Hannover 247 gegen 388, Lübeck 272 gegen 729, München 641 gegen 1.100, Straßburg 269 gegen 488. Besondere Vermehrung der Eingänge ist nur an zwei Orten festzustellen: Breslau3466 gegen 1994und Dessau 1259 gegen 852. Versuchen wir die Ursachen der vielen Rückgänge zu ermitteln, so werden wir zu einem Ergebnis gelangen, wenn wir zuvor die Gründe feststellen, die an den letztgenannten zwei Orten die erhebliche Zunahme der Eingänge für Nationalfonds, Ölbaumspende und Palästina-Institutionen bewirkt haben. Sie sind mit zwei Worten zu sagen: Systematische Arbeit. Dessau und Breslau sind wohl die beiden Orte, wo am systematischsten für die genannten Zwecke gearbeitet wurde. Hier wurden Mittel zur Vermehrung der Eingänge für unsere Institutionen angewandt, die anderwärts rundweg abgelehnt wurden, vielleicht auch gar nicht ernstlich in Erwägung gezogen wurden, obgleich diese Mittel sich mehrfach bereits bewährt hatten. So veröffentlichten wir in Nr. 37 der „Jüdischen Rundschau" einen Aufruf für die Ölbaumspende, der mit recht gutem Erfolg in Breslau versandt worden war, und baten um Nachahmung. Als wir unsere Bitte ganz unbeachtet sahen, wandten wir uns an eine Anzahl von Ortsgruppen und wiederholten in direkten Aufforderungen unseren Hinweis auf dieses gute Propagandamittel. Nur die oberschlesischen Gruppen nahmen es auf und erzielten einen recht hübschen Erfolg. (Die Sammlung ini Anschluß daran ist nur noch nicht ganz abgeschlossen. Em spezieller Bericht darüber wird noch erstattet werdend) Wir machten darauf den Versuch, diesen Aufruf von Breslau aus nach einigen Orten zu senden, aus denen wir einen ablehnenden Bescheid erhalten , hatten.. Der Versuch erwies die Ergiebigkeit dieser Propaganda an den betreffenden Orten. Ver^ gebens aber baten wir nochmals unter Hinweis darauf um Inangriffnahme dieser kleinen Arbeit Die Hinweise auf die an vielen Orten schon durch Ablösung der Neujahrswünsche erzielten Erfolge verhallen noch .vielfach ungehört Die wiederholt angebotenen zwei Flugblätter, die in der Berichtszeit-erschienen sind, sind nur von sehr wenigen Ortsgruppen bezogen worden. Sammelbüchsen sind an vielenOrten trotz der sonst überall damit erzielten guten Erfolge ganz unbekannt Die Distriktsleitungen der deutschen zionistischen Organisation haben-, für ihren Vertrieb

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