Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 12 (1908)
- Issue
- 26 (3.7.1908)
- Date
- 1908-07-03
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 26 :'' - ' - ■ ' D1E1 noch recht wenig getan. Es scheint' auch so, als hätten die Distriktsleitungen noch immer versäumt, den ihnen unterstellten kleinen Gruppen und Vertrauensmännern die für unsere Sammlungen unbedingt erforderlichen Anweisungen zu geben. Hoffen wir, daß das Versäumte bald nachgeholt wird, vielleicht mit Benutzung der vom Kölner Hauptbureau angekündigten Instruktionen. Wir halten es für durchaus nicht unwichtig, daß allerorten besondere Propagandakomm'issionen gebildet werden, die möglichst nicht identisch sind mit den Leitungen der zionistischen Ortsgruppen. Die Leiter de: Ortsgruppen werden dadurch auch mehr Zeit für andere Arbeiten gewinnen. Wir versuchten auch die Nationalfondspropaganda in anderen Ländern zu beeinflussen durch mündliche Aussprache gelegentlich des Haager Kongresses und durch Versendung aller von uns ausgegangenen Zirkulare und Anregungen auch an die ausländischen N. F.-Zentralen. Wir glauben, zu der intensiveren Arbeit für den „Herzlwald", die im letzten Jahre in den anderen Ländern einsetzte, ein gut Teil Anregung gegeben zu haben. Daß es in manchen Ländern nur an dem Mangel an System und Organisation liegt, wenn verhältnismäßig wenig für unsere finanziellen Institutionen aufgebracht wird, bewies uns das Beispiel einer kleinen russischen Stadt, wohin wir infolge persönlicher Beziehungen manche Anregung gelangen ließen. Diese und ein guter Organisator am Orte selbst ließen das Städtchen — es ist Myszkow, nahe bei Kattowitz — sich sehr von anderen großen russischen Gruppen auszeichnen. Selbstbesteuerung für den N. F., Ölbaumspenden, Pflanzungsverein, Parteifonds, PLDC, Bezalel, Palästinaressort, alles wurde von dieser kleinen Gruppe bedacht, nicht nur einmal, sondern fortlaufend. Es bedarf also nur der Anregung und des guten Willens, und unsere Institutionen werden ganz andere Resultate aufweisen in Deutschland und in allen anderen Ländern. Mit Bezug auf den in Nummer 24 der „Welt" abgedruckten Vorschlag zur Begründung von Jugendorganisationen für den Nationalfonds erhalten wir noch folgende Zuschrift: Frankfurt a. M., den 23. Juni 190S. Sehr geehrter Herr Redakteur! Mit großer Freude habe ich den Vorschlag des Herrn Dr. B. N. in Nr. 24 der „Welt" gelesen und stimme ihm vollständig zu. Der beste Beweis für den Erfolg solcher Vereine läßt sich [ELT 1——............----------- — 21 gerade von Frankfurt a. M. erbringen. Denn hier haben wir einen solchen Verein, der schon viele Erfolge aufzuweisen hat. Jedes Mitglied zahlt wöchentlich 10 Pfennig, und dieses Geld fließt in den Nationalfonds. Ein jährlicher Beitrag eignet sich, wie ich glaube, für solche Vereine nicht, weil es uns Knaben leichter fällt, wöchentlich 10 Pfennig zu zahlen als jährlich 5y//. auf einmal. Doch sollte meiner Ansicht nach die Aufgabe solcher Vereine nicht nur darin bestehen, für den Nationalfonds Geld oder Marken zu sammeln, da dies zu trocken ist. Vielmehr sollten die Vereine auch die jüdische Geschichte und Literatur pflegen, also Vorträge halten lassen, sei es von Mitgliedern oder Nichtmitgliedern. Doch ist das erstere vorzuziehen, weil die Mitglieder dadurch angeeifert werden, sich mit der jüdischen Geschichte und Literatur einigermaßen selbständig zn befassen. An die Vorträge sollen sich Diskussionen schließen. So eingerichtet, werden diese Vereine sicherlich viel leisten, sowohl praktisch durch Sammlungen für den Nationalfonds, als auch durch Hebung desjüdischen Nationalgefühls der Jugend. Mit bestem Zionsgruße Nahum Goldmann. Wir bitten die Sammelstellen des Jüdischen Nationalfonds, uns ihren. Bedarf an Nationalfondsbroschüren und -Flugblättern freundlichst aufgeben zu wollen. Bisher sind im Verlage des Jüdischen Nationalfonds folgende Agitationsschriften erschienen, die durch das Hauptbureau in Köln, beziehungsweise durch die Landessammelstellen des Jüdischen Nationalfonds erhältlich sind: 1. „Was ist und will der Jüdische Nationalfonds?" in deutscher, hebräischer, jüdischerundspaniolischerSprache. Eine englische Übersetzung verläßt demnächt die Presse. 2. „Etwas zum Nachdenken", (Flugblatt Nr. 1) in deutscher,hebräischer und jüdischer Sprache. Die Drucklegung einer spaniolischen und einer französischen Obersetzung wird in den nächsten Tagen beendet. Vorbemerkung zur statistischen Tabelle der im Monat Juni 1908 in der „Welt" ausgewiesenen Nationalfondsspenden. Wenn sich die Gesamtsumme der vorliegenden Statistik auch nicht bis zum Durchschnittsausweis erhebt, so ist das Gesamtbild doch sehr erfreulich. Das Erfreuliche liegt diesmal nicht in dem Ausweis besonders großer Summen, sondern darin, daß sich manche Gebiete allmählich einen Platz errungen haben, den sie bis jetzt noch nicht innehatten. - So sind die 2000 Mark aus Canada ein beredtes Zeugnis dafür, daß die dort jüngst in Angriff genommene Organisation des Nationalfonds tatsächlich beginnt, die bisherige unsystematische Arbeitsweise zu verdrängen. Denn die genannte Summe ist keineswegs als Zufallserfolg zu betrachten, sondern sie ist lediglich der planmäßigen Arbeit zu verdanken, welche seit einiger Zeit in Canada zugunsten des Nationalfonds eingesetzt hat. Wir hoffen zuversichtlich, daß diese Tätigkeit anhalten und Canada einen ständigen Platz in unseren monatlichen Aufstellungen sichern wird. Bemerkenswert ist auch, daß in diesem Monat zum erstenmal die Türkei an den Nationalfondsspenden beteiligt ist. Seit kurzer Zeit hat der Nationalfonds dort eine schätzenswerte Kraft erworben, deren erstes Wirken hier zahlenmäßig in die Erscheinung tritt. -Die übrigen Gebiete zeigen mit einigen unwesentlichen Verschiebungen nach der einen oder anderen Richtung das gewohnte Bild unserer ständigen Statistik. Auf die Änderungen in den Erfolgen der einzelnen Sammelmittel wollen wir im Anschluß an die Halbjahresstatistik zurückkommen, welche wir in der nächsten Nummer veröffentlichen werden.