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Die Welt · 1908-07-03 · 26 (3.7.1908) · page 11

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Journal
Die Welt
Volume
12 (1908)
Issue
26 (3.7.1908)
Date
1908-07-03
Page
– (sequence 11)
Language
German
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:=^= ~ - "; we^ die" Notwendigkeit .der Landespolitik Sinn haben. Der Zionismus muß das Volk durch Erziehung auf demokratischer Basis zur Selbsthilfe führen. Redner schließt sich in den Einzelforderungen seinem Vorredner Herrn Low an. Steckel („Bar-Kochba", Wien): Der Zwang vermag nicht einen Zusammenschluß herbeizuführen. Der freie und gute Wille muß-vorhanden sein. Nicht die D.-K., sondern die Vereine sollen in dem zu schaffenden Verbände organisiert sein. Redner unterbreitet eine Resolution, die die Aufhebung der Autonomie der Distrikte verlangt Die Resolution wird mit allen gegen 6 Stimmen abgelehnt ' Dr. J. Margulies (Wien) hofft daß die nunmehr in Körperschaften organisierten galizischen und westösterreichischen Zionisten einen Schritt weiter machen werden auf dem Wege des Zusammenschlusses. Redner bestreitet,, daß unser Einfluß Einbuße erlitten hätte. Das Gegenteil sei wahr. Es fehle jedoch eine Institution, die die Früchte unserer wachsenden Einflußnahme ernten soll. Dr. Englaender (Wien) wendet sich gegen den fruchtlosen Wiener Radikalismus. Abgeordneter Dr. Gabel begrüßt den Parteitag im Namen des galizischen Zentralkomitees. - Eine Vereinigung der beiden Zentren ist möglich und erwünscht. Die innere Politik war eine Notwendigkeit Man muß gegen den Druck der polnischen Herrschaft in Galizien ankämpfen. Auch Herzl hätte eine jüdische parlamentarische Vertretung seinen Zwecken nutzbar gemacht. Es ist nicht wahr, daß zwischen der Organisation und den Abgeordneten Gegensätze bestehen. Nachdem noch einige Redner für die Entwürfe Fi nzi und Dr. Margulies gesprochen, erhielten die Referenten das Schlußwort Die Debatte wird unterbrochen. Im Auftrage des Legitimationsausschusses erstattet Herr Leop. Sitzmann Bericht. Es sind 45 Delegierte anwesend: 15' aus Innerösterreich, 6 aus Böhmen und 24 aus Mähren-Schlesien. Der Ausschuß beantragt die Anulierung von „zwei Mandaten (von Gablonz und Mährisch-Ostrau). Wird angenommen. Im Ausschuß wurde inzwischen eine Übereinstimmung der Vorschläge erzielt die Herr Dr. X Margulies dem Parteitag unterbreitet. Der Seh ekel soll voll an das A. G. abgeführt werden, den D.-K. steht es jedoch frei, im Wege des Zentralkomitees für sich Rückvergütungen zu verlangen. Zwei Vertreter einer Distriktsorganisation müssen im Distrikt ansässig sein, der dritte kann auch außerhalb desselben wohnen. Der Obmann der Organisation wird in diesem Jahre vom Zentralkomitee gewählt, in der Zukunft vero Parteitag. Das gesamte Organisationsstatut wird mit 18 gegen 15 Stimmen angenommen. In das Zentralkomitee wurden gewählt für Innerösterreich: Böhm, Dr. J. Margulies, Ing. Rob. Stricker, (Ersatzmann Dr. Krasny); für Böhmen: Bechert (Teplitz), Dr. E. Margulies (Trautenau), Dr. Singer (Ersatzmann — Steiner); für Mähren- Schlesien: Fritz Low (Prossnitz), Obering. Lau (Wien), Julius Beer (Brünn), Ersatzmann Dr. Otto Abeles (Wien). Das Zentralkomitee nahm sofort seine Konstituierung vor und wählte Herrn Dr. Isidor Margulies (Wien) zu seinem Obmann. Der Parteitag bereitete dem neugewählten Präsidenten eine herzliche Ovation. Abends fand in der Steinmühle ein Kommers der akad. Vereinigung „Veritas" zu Ehren der Delegierten statt. Zweiter Tag. Im Bureau sind zahlreiche Begrüßungsschreiben und Telegramme an den Parteitag eingelaufen, u. a. von Prof. Dr. O. War bürg, vom Zionist Zentralbureau (Berlin), Abg. Stand, Zion. Verein, Kattowitz, Verein Ruth, Teschen, Volksverein Theodor Herzl, Iglau, Hauptbureau des Nationalfonds in Köln. Der Parteitag beschließt die Absendung eines Telegramms an den Präsidenten des Aktionskomitees Herrn Wolffsohn und zweier Dankschreiben an Prof. Warburg und Dr. Bodenheimer. Dr. Werner erinnert daran, daß man bezüglich des Zentralbureaus und des Budgets nichts beschlossen hat. A. Böhm überläßt es dem Z.-K. diesbezügliche Vorschläge zu machen (Angenommen). . Zum Punkt Sammelstelle des Nationalfonds referiert Herr Emil Stein (Wien). Im August 1907 ernannte das Kölner Hauptburean die Herren Leder er, Stein und Dr. Zweig zu Leitern der Sammelstelle des Jüd. Nationalfonds für Österreich. Das neuernannte Komitee hatte anfänglich mit großen Schwierig- Jceiten zu kämpfen, mit den gänzlichen Mangel irgend welchen Materials, das .nach Köln herübergeschafft wurde und mit Selbstständigkeits- - .und Separationsgelüsten auch auf .dem Gebiete" der Nätk>naifondssammlungen. . Diese Bestrebungen wurden unterdrückt ^ELT 13 die Sammelarbeit neuorganisiert. Zur Leitung der Philatelieabteilung wurde Herr Kolliner berufen, dem die Sammelstelle einige Anregungen verdankt Es wurde ein Zirkular an alle Advokaten gerichtet die sich dafür einsetzen könnten, daß bei Abfassung von Testamenten und Durchführung von Ausgleichen des Jüd. Nationalfonds gedacht wird. Ebenso wurden alle Kultusgemeinden in einem Rundschreiben aufgefordert bei Festsetzung des Jahresbudgets des Nationalfonds zu gedenken. Mit der Länder- . bank wurde ein Abkommen über zionist. Zündhölzchen abgeschlossen. Die Sammlungen stiegen erfreulicherweise stetig. Die Einnahmen der Sammelstelle wuchsen seit dem Vorjahre um 133"/», also mehr als ums doppelte. Die Eingänge für zionistische Zwecke (Nationalfonds, Ölbaumspenden, Herzlwald, P.L.D.C.) aus den drei Distrikten Westösterreichs wären am schwächsten im Dezember 1907 — 1223 K. 23 h., am stärksten im Februar 1908, als sie 9727 K. 22 h. betrugen. Die Sammelstelle hat außerdem 61100 Marken (1222 K.) und 2000 Telegrammblankette verschleißt. Es wurden acht Zirkularschreiben in 23000 Exemplaren versandt. (Stürmischer Beifall). Herr Stein beantragt folgende Resolutionen: I. Dem Hauptbureau des Jüdischen Nationalfonds in Köln wird für seine umsichtige Organisierung des Sammelbetriebes und für seine lebhafte Agitationsarbeit das Vertrauen des westösterreichischen Parteitages votiert. II. Die westösterreichischen Aktionskomiteemitglieder werden aufgefordert bei der bevorstehenden Jahreskonferenz und in Zukunft dahin zu wirken, daß Verfügungen über die Verwendung von Nationalfondsgeldern einzig und allein dem Kongresse vorbehalten bleiben. Nur für dringende Fälle wird dem A.-C. und dem Direktorium des Nationalfonds das gemeinsame Verfügungsrecht über Beträge zuerkannt, die ein vom Kongreß bestimmtes Maximum nicht überschreiten. Beide Resolutionen wurden angenommen. Daraufhin ehrte ■der Parteitag die Mitglieder der österreichischen Sammelstelle durch Annahme folgender Entschließung: Das. Präsidium des westösterreichischen Parteitags beantragt, den Gg., welche in aufopfernder Weise bei der Sammelstelle des Nationalfonds für Österreich in Wien tätig sind, das vollste Vertrauen, den Dank und die Anerkennung des Parteitags auszusprechen. (Lebhafter Beifall.) Zum Punkt „Palästinaarbeit" referierte Herr Adolf Böhm. Wir behalten uns vor, auf die inhaltreichen Ausführungen des Herrn Referenten eingehender zurückzukommen. Der Parteitag nahm folgende Resolutionen an: 1. Der w.-ö. Parteitag spricht dem Leiter des Palästinaressorts Gg. Prof. Dr. Otto Warburg sein unerschütterliches Vertrauen aus und erklärt sich mit dem System seiner Arbeit vollkommen einverstanden. Insbesondere begrüßt der P.-T. die Einsetzung eines Palästinaamtes, welches einer Forderung des österreichischen Zionistentages zu Bielitz 1907 entspricht, sowie die Berufung der Gg. Dr. Arthur Ruppin und Doktor Jakob Thon in dieses Amt aufs wärmste. 2. Der w.-ö. P.-T. erblickt ferner in der Palestine Land Development Company eine der wichtigsten und bedeutungsvollsten Aktionen für unser Kolonisationswerk. Er beauftragt das Zentralkomitee, die Agitation zugunsten dieser Gesellschaft bei ■ Zionisten und Nichtzionisten mit allen Kräften zu fördern. 3. Der w.-ö. P.-T. erachtet es für zweckmäßig, die Gelder des J. C. T. unter- Abwicklung anderer Geschäfte, namentlich der Diskontierungen in Rußland, in steigendem Masse bei der A. P. C. zu investieren. Resolution Der Parteitag spricht seine Genugthuung über die Tätigkeit des Hilfsvereins der Deutschen Juden in Palästina aus, welcher die zentrale Bedeutung Palästinas für das zerstreute jüdische Volk erkannt hat und sein vielversprechendes Erziehungswerk im Gegensatz zu anderen nichtzionistischen Institutionen im Sinne - dieser Erkenntnis gestaltet - Der P.-T. hofft, daß das Beispiel des Hilfsvereins auch auf ■ " die anderenin Palästina arbeitenden nichtzionistischen Institutionen wirken und diese endlich bestimmen wird, ihre antipalästinensische und assimilatorische Politik aufzugeben. II. Palästina-Agitation 5. Zwecks Förderung der Agitation für die Palästinaarbeit - wird das Z.-K. beauftragt: a) Palästina-Lehrkurse zu veranstalten; b) eine Broschüre herauszugeben, welche in übersichtlicher Weise über die Verhältnisse in Palästina, namentlich über die für die nationale Renaissance der Juden daselbst

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