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Die Welt · 1908-06-26 · 25 (26.6.1908) · page 18

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Journal
Die Welt
Volume
12 (1908)
Issue
25 (26.6.1908)
Date
1908-06-26
Page
– (sequence 18)
Language
German
Belongs to
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DIEJ^ELT No. 25 Middleman 3.50, Hyman Siegel 2.—, zus. 10.—; New York, Coli, at Co wen Meeting, May 3, 1908: Isaac Mirsky 3.—, Dr. A. M. Radin 2.—, Jacob Matorf, I. Goldberg (of Brooklyn), I. Nowack, Julius Weiner, Chas. S. Gellis, Miss F. Siegel, B. Sternhardt, Henry Rosenbaum (Plainfield), J. I. Äizlak, Hoboken, I. Fruchtgarten, Max Strulowitz, H. Eiser, A. Morris, I. Hollander, J. Roshbain, M. Rosenthal (Jersey City), Dr. Jakob Teschner, I. Cooper (Jersey City), Hyman N. Davidsohn (Bklyn.), Miriam Epstein, H. ■Oberstein, Dan. Cohen (Jersey City), Ph. Hersch, M. Rose, Isidor Koch, Chas. Flax&Sons, Sam.Kaplan, F. Kabak, H.Rubin (Brooklyn), L. Dunetz (Elizabeth N. J.), Joseph Cowen (London), Prof. R. Gottheil, Louis Loeb, S. Chait, A. Teitelbaum ä I.—, Henry D. Cohen (Jersey City), 2.—, Miscellaneous Coli. —.51, zus. 42.51; Jersey City, N.J. Per Bnai Zion: J. Seltzer, S. Manilow, S. Sholder, D. Schapiro, M. Sacks, A. L. Rubin, K. Zuckerman ä 1.—, M. Schreiber 2.—, P. M. Cohen 2.—, zus. 11.—; Brooklyn, N. Y., per Tikwath Zion: Jacob Sobel 5.—, Samuel Sobel 5.—, Israel David Israelite, Joseph Kushelewitz, Louis Emanuel, Max Diamond, Bernhard Ehrlich ä 1.—, zus. 15.—; New York, per Agudath Hazionim d'Bronx: A. Cohen, D. Cohen, A. Domnitz, S. Miller, Mr. Fox, Mr. Tansky, Mr. Lapinsky, Mr. Pachman ä 1.—, S. Williams —.50, Mr. Lefkowitz, Mr. Lufshtinsky, Mrs. Greenstein ä 1.—, Mr. Shapiro —.50, Mr. Maiseil.—. zus. 13.—; New York, per Mefitsei Zion Circle: Miss F. Raisin, B. Cassel, H. Pukin ä 1-, M. Ables 3.—, J. Spreyregen, Miss Simon, Miss Lowe, Mr. Smith, W. Hurwitz, M. Levine, I. J. Hurwitz, Miss P. Bernstein ä 1.—, zus. 14.—; Brockton Mass., Per Sons & Daughters of Zion: Louis Perkins. Dr. A. M. Swados, I. Massur, A. Rogoff, Mrs. Swabsky, H. Dören, N. Shlansky, M. Krickstein, W. R. Melevlioff, N. Jankelson i L-, zus. 10.—..........zus. $ 234.36 Insgesamt JC 1246.95. Zahl nicht viel weniger als vierzigtausend. Die Ursache dieses Wachstums liegt in der starken Einwanderung von verfolgten Juden aus Rußland und Rumänien, insbesondere aus letzterem Lande. Der größte Teil der Juden Montreals ist rumänischer Herkunft. Ein Fremder würde in Montreal vergebens ein Ghetto suchen. Nicht, als ob die ärmern Elemente der Judenheit Montreals von einer weniger geselligen Natur wären, als die Juden ihres Typs irgendwo anders. Aber sie leben, wenn, auch in zerstreuten Gruppen, noch in einer nichtjüdischen Umgebung. Der rumänische Jude insbesondere lebt gerne in geschlossenen Mauern, und ich habe niemals einen Anblick gesehen, gleich dem der rumänischjüdischen Restaurants und Cafes, die ich hier fand. Sie waren zum Bersten vollgepfropft mit einer Masse drängender und stoßender Menschen; es blieb kein Zoll breit, um festen Fuß zu fassen, und nun mußte ich fragen, welche Wünsche diese Menge zusammenführte und wie ihnen begegnet werden könnte. Aber vielleicht hatten sie in Wirklichkeit keinen andern Wunsch, als beieinander zu sein. Sie schienen glücklich zu sein, sie waren in ihrem Element. Indessen gibt es keine Straße, in der man hausieren und handeln dürfte, weil der Gewerbeschein zu teuer ist, und darum muß der Fremde glauben, daß es hier kein Ghetto gebe. Darum sieht man auch keinen Handwagen im Ghetto von Montreal, und was ist ein Ghetto ohne Handwagen? Dies ist das erstemal, fährt der Bericht fort, daß ich rumänischen Juden in größeren Mengen begegnet bin; und mein Eindruck war nicht ganz günstig. Ich beobachtete an ihnen eine gewisse Leichtlebigkeit. Ich will der Jugend den Eifer zugestehen, mit der sie von Revolution und ähnlichem spricht; aber alle, jung und alt, Männer und Frauen, hatten allen religiösen Zwang abgeworfen. Die gegenwärtige Generation der Montrealer Juden, soweit sie aus Polen und Litauen stammen, ist in jeder Hinsicht eine Zierde ihres Volkes und eine gute Erwerbung ihres neuen Heimatlandes. Viele haben es zu einem beträchtlichen Wohlstand gebracht und ein hohes Ansehen erlangt. Unter ihnen finden wir die eifrigsten Mitarbeiter an Angelegenheiten der Gemeinde. Aber am meisten gefiel mir ihr echtiüdisches Empfinden und Familienleben. Sie haben die hübscheste kleine Synagoge, die ich je gesehen habe, und sie ist jeden Sabbat wohl besucht. Außerdem gibt es noch mehrere andere Synagogen, vor allem die portugiesische und der Reformtempel. Montreal ist nicht ohne jüdische Presse. Es erscheint eine Tageszeitung „Der Keneder Adler". Ich weiß nicht, was Kanada mit den Adlern zu tun hat, aber jedenfalls gibt es keinen plumperen Namen als „Keneder Adler". Das Wort „Kanada" eignet sich überhaupt nicht für eine Übertragung ins Jüdische. „Keneder" ist jedenfalls eine abscheuliche Wortbildung. Außerdem erscheint eine Halbmonatsschrift in englischer Sprache „Jewish Times", die von einem alten Irländer (!) herausgegeben wird. Ich bin neugierig, sagt der Korrespondent welches die Gefühle des Herausgebers sind, wenn seine Feder die Worte schreibt „Wir Juden", die doch ziemlich oft vorkommen müssen. Die starke Einwanderung hat — natürlich — den Antisemitismus hervorgerufen, der besonders eifrig und bösartig von der französischen Presse Montreals gepflegt wird, die, ganz nach berühmten Mustern, von einer Besitzergreifung Montreals durch die Juden usw. reden. PARTEIFONDS Beim Jewish Colonial Trust, London eingegangen: Sammlung der Liverpool Young Mens Zionist Association, IV. Liste: Liverpool Young Mens Zionist Association £ 2.2.0, Rev. J. Raffalovich 0.5.0, S. ßurman, H. Endbinder ä 0.4.0 zus. £ 2.15.0 Sammlung der South African Zionist Federation, Johannesburg: Kronstad Z. A. Orange River Colony £ 2.0.0, Rayton Z. A. Transvaal 4.4.0, Somerset West and Strand Cape Colonv 2.10.0, Winburg Z. A. Orange River Colony 3.0.0, zus. £ 10.11.0 Sammlung der Federation of American Zionists, New York: Hartford, Conn.: Bnai Zion $ 50.—; New York: Prof. I. Friedlander 5.—, Wolf Ain 1.—, Abraham London 1.—, M.B. Lande 3.—, A. M. Friedenberg 1.—; St.Louis, Mo.: Per Zionist Council 11.60; Stamford, Conn.: L'Maan Zion 13.25; Cleveland, O.: A. Kolinsky 1.—; Kansas City, Mo.: Tiphereth Zion 7.—; Cincinnati, O.: Sons of Zion (Juniors) 5.—; Baltimore, Md.: Mrs. Bertha Friedenwald 10.—; Elmira, N. Y.: Daughters of Zion 5.—; Kansas City, Mo.: Per Tiphereth Zion: Louis Hansburg, Dr. B. Belove, A. Belove, Miss Bessie Shure, Miss^Werby ä 1.—, zus. 5.—; New York, per The Club: Israel Hacker 1.—, S. Henri Finkle 3.50, Samuel Bei Herrn Professor Boris Schatz sind folgende Spenden für den Bezalel eingegangen: Herr und Frau Mordechai Ben Hilel Hakohen, als Mitglieder, Jaffa, Frcs. 20.—, Samuel Barbasch, als Stipendium, Odessa 60.—, J. Berlin, Jaffa, als Stipendium, zum Andenken seiner verstorbenen Schwester 25.— zus. Frcs. 105.— Meyers Großes Konversatiens-Lexikon. Ein Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. Sechste, gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auflage. Mehr als 148 000 Artikel und Verweisungen auf über 18 240 Seiten Text mit mehr als 11 000 Abbildungen, Karten und Plänen im Text jind auf über 1400 Illustrationstafeln (darunter etwa 190 Farbendrucktafeln und 300 selbständige Kartenbeilagcn) sowie 130 Tcxtbeilagen. 20 Bände in Halbleder gebunden zu je to Mark, oder in Prachtband zu je J2 Mark. (Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien.) Der stolze Bau von Meyers Großem Konversations-Lexikon steht kurz vor seiner Vollendung, nachdem soeben der mit seinen 1024 Seiten besonders umfangreich geratene XIX., von Sternberg bis Vcctor reichende Band ausgegeben worden ist. Die Text und Illustration in gleicher Weise zuteil gewordene Sorgfalt, die wir so oft in den frühern Bänden festgestellt haben, zeichnet auch diesen Band aus, der ein geradezu glänzendes Material von 43 schwarzen und is farbigen Tafeln in feinster Ausführung, 21 topographischen, politischen, geologischen und Sternkarten und 31 mehr oder weniger umfangreichen, zum Teil auch noch illustrierte Tcxtbeilagen aufweist. Ein Verweilen bei letztern ist besonders deshalb interessant, weil durch sie die erstaunliche Vielseitigkeit des „Großen Meyer" bestätigt und zugleich das Bestreben des Verlags gekennzeichnet wird, den Benutzer des Lexikons nicht nur über Einzelbegriffe aufzuklären, sondern ihm auch abgerundete Zusammenfassungen und Übersichten zu geben. So nennen wir aus juristischem Gebiet die Beilagen „Die deutschen Urhebergesetze sowie österreichisches und internationales Urheberrecht" oder „Die Unfallversicherung in Deutschland und den wichtigsten übrigen Ländern", Handel und Industrie gehören an die Beilagen über die „Geschichte der Textilindustrie", „Tabakverarbeitung", „Tonwareniabrikation", Torfgewinnung"; aus den Zweigen der Technik nennen wir die über „Elektrische Uhren" und „Astronomische Kunstuhren", „Thermometer", „Telegraphenapparate", „Torpedos", „Tiefbohrer"; aus der Baukunde solche über „Theaterbau", „Sternwarten", „Straßenbahnbau", „Talsperren", „Tunnelbau". Die Naturwissenschaften sind mit folgenden Sonderbeilagen vertreten: „Tiergeographische Regionen", „Einteilung der „Haustauben" „Tiefseeforschung", „Pflanzen Tiere, vulkanische Produkte und nutzbare Mineralien der Tertiär- und Triasformation". Ferner finden wir auch den „Studentenverbindungen und Vereinen" sowie dem „Turnunterricht und den Turnvereinen in Deutschland und im Ausland" übersichtliche und lehrreiche Beilagen gewidmet. Eine andere beschäftigt sich mit der Frage der „Totcnbestattung bei den Naturvölkern", während wieder eine andere „Die Geschichte des südafrikanischen Krieges 1899—1900" in übersichtlicher Darstellung behandelt. Erwähnen wir noch in willkürlicher Auswahl von besonders durch ihren Umfang in die Augen fallenden Textartikeln einige geographische, wie „Tirol", „Türkisches Reich", „Ungarn", aus Literatur und Kunst Stichworte, wie „Tschechische Literatur", „Storni", „Tegner1" „Tolstoj", „Unland" oder „Stuck", „Thoma", „Tizian", „Tschudi", aus Rechtskunde, Bildungswesen und Heilwissenschaft solche über „Strafreform", „Testament", „Unlauteren Wettbewerb", „Universitäten" oder „Tropenkrankheiten", „Tuberkulose", so glauben wir, die Unerschöpflichkeit dieser Fundgrube des Wissens wenigstens angedeutet zu haben. Wir wünschen ihr in jedem Hause einen Platz: der „Große Meyer" wird jeden, der ihn besitzt,, befriedigen und erfreuen.

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