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Die Welt · 1908-06-26 · 25 (26.6.1908) · page 19

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Journal
Die Welt
Volume
12 (1908)
Issue
25 (26.6.1908)
Date
1908-06-26
Page
– (sequence 19)
Language
German
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No. 25 : DiE^El ELT JUCDISCHeR MATIOriAL-FOMD5 MITTEILUNGEN DES HAUPTBUREAUS DES JÜDISCHEN NATIONALFONDS IN KÖLN Konferenz der galizischen Nationalfondskommissäre Sonntag den 14. d. M., um 3 Uhr nachmittags, fand in Lemberg über Einladung des Herrn Dr. Bodenheimer eine Konferenz in Sachen des N.-F. statt Anwesend waren außer dem Einberufer der Chef der Wiener N.-F.-Sammelstelle, Gg. Dr. Egon Zweig, eine Anzahl N.-F.-Kommissäre aus Galizien, die Mitglieder des Z.-K. mit ihren Präsidenten Dr. Marcus Brau de und die Mitglieder des Lemberger D.. K. mit ihrem Obmanne David Schreiber. Die Konferenz hat einmütig folgende Bestimmungen getroffen: 1. Die in den Distriktskreisen gesammelten N.-F.-Gelder sollen von den Spendern oder den örtlichen N.-F.-Sammlern an die zuständigen Distriktskommissäre abgeführt werden. 2. Die vier Distriktskommissäre (die Gg. J. S. Philipp-Lemberg, Dr. Ch. Hilfstein-Krakau, Meier Henisch Stanislau und Dr. Israel Waldmann-Tarnopol) sollen die bei ihnen eingelaufenen Gelder allwöchentlich jeden Sonntag an die „Sammelstelle des N.-F. für Österreich" in Wien, IX., Türkenstraße 9, abführen. 3. Die Wiener Sammelstelle stellt alle aus Galizien eingelaufenen N.-F.-Spenden in einem geordneten Ausweis zusammen und sendet denselben gleichzeitig an die Redaktionen des „Tagblatt" und Wschöd" in Lemberg und der „Jüdischen Zeitung" in Wien zur Veröffentlichung. 4. Die Einzelverteilung der Sammelmaterialien (Büchsen, Bögen, Marken, Telegrammblankette), das Einziehen der mit Hilfe derselben eingebrachten Spenden, wie überhaupt die Generalleitung der Agitation für den N.-F. in den entsprechenden Distrikten besorgen die Distriktskömitees, welche alle Materialien aus Wien, als ihrer oberen Aufsichtsstelle,- zugesandt bekommen. 5. Jeder Distriktskommissär soll sich ehestens ein selbständiges Postsparkassenkonto eröffnen, damit die Einziehung der gesammelten Spenden vermittels der Postsparkassencheks leichter und rascher vor sich gehen könne. Das Postsparkassenkonto soll lauten: „Nationalfondskommission Lemberg", respektive Krakau, Stanislau, Tarnopol. Wir geben unserer Hoffnung Ausdruck, daß durch diese Vereinbarung die innere Organisation der N.-F.-Sammlungen in Galizien, wie auch ihr Verhältnis zur Wiener Sammelstelle auf befriedigende Weise geregelt worden ist, und wir fordern hiermit alle Zionisten in Galizien auf, mit noch größerer Energie für den N.-F. zu arbeiten. Lemberg, den 14. Juni 1908. Gezeichnet: Dr. Max Bodenheimer, Präsident des Jüdischen N.-F. in Köln; Dr. Michael Egon Zweig, Chef der Wiener N.-F.-Sammelstelle; Dr. Marcus Brau de, Präsident des galizischen C.-K.; Jakob Salomon Philipp, N.-F.-Kommissär des D.-K. in Lemberg; Wilhelm Landau, Vertreter des N.-F.-Kommissärs fürdas D.-K. in Tarnopol. Die neue Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds für Rußland in Moskau veröffentlicht einen Bericht über ihre bisherige Tätigkeit. Wir entnehmen demselben folgende Einzelheiten: Seit einiger Zeit ist auch in Rußland trotz der politischen Schwierigkeiten ein Fortschritt in der Tätigkeit für den Nationalfonds zu konstatieren. Im Laufe der letzten 2Monate hat die russische Sammelstelle Rbl. 4291.13 an die Jüdische Kolonialbank abgeführt, darunter Rbl. 259.— als Erlös von Nationalfondsmarken. Nicht in- - begriffen sind die Summen, welche das Zentralkomitee in Wilna gesammelt und abgeführt hat. Die Sammelstelle hat ein Rundschreiben in 1110 Exemplaren versandt, das einen befriedigenden Erfolg hatte. Nur ein kleiner Bruchteil der eingelaufenen Antworten war negativ; die übrigen Empfänger des Zirkulars drückten freudig ihre Bereitwilligkeit aus, für den Nationalfonds auf die eine oder andere Weise tätig zu sein, was sie auch bald durch die Tat bestätigt haben. Es wuiden folgende Broschüren und Agitationsschriften von der Sammelstelle herausgegeben und versandt: 1. Eine von Herrn Prof. Belkowsky besorgte russische Obersetzung der Statuten des J. N. F. 2. Eine Agitationsbroschüre im Jargon, im Verlage der „Kopeken-Bibliothek" (25 000 Exemplare). 3. Ein Flugblatt im Jargon. 4. Ein Handbüchlein, welches Informationen und Anweisungen für die Arbeit und Propaganda zugunsten des Nationalfonds enthält. Demnächst wird die Herausgabe einer Broschüre über die Zwecke des Nationalfonds in hebräischer und russischer Sprache erfolgen. Die Selbstbesteuerung soll, sobald die Organisation des Nationalfor.ds in Rußland festen Boden gewonnen hat, mit besonderm Eifer in Angriff genommen werden. Mit Bezug auf die in der jüngsten Nummer der „Welt" veröffentlichte Anregung betreffs der Bildung von Jugendorganisationen für den Nationalfonds erhalten wir folgende Zuschrift: Berlin, den 19. Juni 190S. Sehr geehrter Herr Redakteur! Ich hoffe, daß Sie es mir nicht als. unbescheiden auslegen, wenn ich, ein lSjähriger Berliner Gymnasiast, ein Wort zu dem Vorschlage des Herrn Dr. B. N. in Nr. 24 der „Welt" s.igen möchte. Weiß ich doch, wie viel Freude es mir stets inach;e. jeden Pfennig "in die N. F. Büchse zu legen, jede Briefmarke abzulösen, jedes Bißchen Silberpapier zu sammeln, um nachher, wenn Vater es eingesandt hatte, stolz meinen Nainen in der „Jüdischen Rundschau" zu lesen. Und wenn ich bei festlichen Gelegenheiten sammelte, so gaben mir die Verwandten, ob sie Zionisten oder Nichtzionisten waren, stets etwas in die Büchse, war es auch nur, um mir eine Freude zu machen. Wußte ich bisher vom Zionismus nur das, daß er etwas sehr Schönes, Begeisterndes ist, so fing ich an, als ich älter wurde, zu fragen, wofür denn das Geld verwandt würde, und ließ mir -vom Vater darüber erzählen, tat auch manchmal einen Blick in die Zeitung und bin so jetzt ein überzeugter Zionist. Ich weiß aber auch, wieviel mehr Freude es macht, mit Kameraden wettzueifern, wer am meisten zusammenbekommt, und glaube deshalb, daß es kaum etwas Anregenderes gibt, als im Verein mit vielen anderen Jungen bestrebt zu sein, in Sammlungen für den Nationalfonds sich gegenseitig zu übertreffen. Durch die Beschäftigung mit der Sache entsteht dann leicht aus der anfänglichen Spielerei eine überzeugte Anhängerschaft. Hochachtend ' Fritz Asch.

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