Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 12 (1908)
- Issue
- 25 (26.6.1908)
- Date
- 1908-06-26
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 25 DIE^ELT A-B-C-Buch" das einzige Informationswerk, das für uns in Betracht kommt. Die uns bis jetzt zugekommenen Kritiken der Presse bezeichnen das A-B-C-Buch als ein eigenartiges und interessantes Werk, das die Aufmerksamkeit aller in Frage kommenden Kreise verdient. Wir ersuchen nochmals, Bestellungen unverzüglich an unser Zentralbureau zu richten. Die Preise sind 2.75 Mk. für das broschierte und 3.50 Mk. für das gebundene Exemplar. Den Ortsgruppen und Vereinen sind in unsern Zirkularen Nr. 9 und 11 besonders günstige Bedingungen eingeräumt worden. Bulgarien Der Scjiekeltag in Bulgarien, über den wir bereits kurz berichteten, hat in allen Städten des Landes, wo zionistische Gruppen bestehen, einen glänzenden Verlauf genommen. Fast überall beteiligten sich die Mitglieder des israelitischen Kultusvorstandes und sonstige offizielle Vertretungen der Judenheit an den Festversammlungen, mit denen die Sammlungen für den Schekel in Bulgarien alljährlich eröffnet werden. Rezitationen und musikalische Darbietungen sowie ein Schauturnen des jüdischen Turnvereins „Makabi", welcher fast in allen Städten, aus denen uns Berichte vorliegen, mitwirkte, gaben der ganzen Veranstaltung ein besonderes festliches Gepräge. In verschiedenen Orten veranstalteten die Zionisten mit den Turnern an der Spitze und begleitet von einer Musikkapelle einen Umzug durch die Straßen. Für den Naiionalfonds wurden überall namhafte Beträge gesammelt. Für dieSchekeleinsammlung wurden überall Kommissionen gewährt, die mit großem Eifer arbeiten und auf ein sehr gutes "Resultat hoffen. Berichte über den Schekeltag, der dank der Initiative des Zionistischen Zentralkomitees diesmal so ausgezeichnet verlaufen ist, wurden uns eingeschickt aus Philippopel, Sofia, Tatar-Bazardjik, Küstendil, Dupnitza,Haskovo undViddin. Amerika Elfte Jahreskonferenz der Federation of American Zionists Die Federation of American Zionists hat folgenden Aufruf an die Vereine erlassen: Die elfte Jahreskonferenz der Federation of American Zionists wird in Atlantic City vom 10. bis 15. Juli 1908 abgehalten werden. Diese Konferenz kann und soll von besonderer Bedeutung werden. Die zionistische Bewegung hat die ersten Schritte für praktische Tätigkeit in Palästina getan, und die Berichte über diese Tätigkeit und die Lage in Palästina im allgemeinen sind derart, daß sie jeden ermutigen müssen, der sein Volk liebt. Das Land unserer Väter geht einer Periode tatsächlichen Gedeihens und Glückes entgegen. Wir können die ersten Früchte zionistischer Anstrengung sehen. Diese erfolgreiche Arbeit in Palästina soll uns beweisen, was dort erreicht werden könnte, wenn alle jene, die außerhalb Palästinas leben, ihre Pflicht tun. Durch Stärkung der zionistischen Bewegung in diesem Lande, dadurch, daß wir es den Zionisten ermöglichen, große Dinge in und für Palästina zu vollbringen, würden wir zur Verwirklichung des großen Ideals beitragen, für das unsere Bewegung errichtet ist: Die Rückkehr des jüdischen Volkes in. sein eigenes Land. Daß wir bisher nicht in der Lage waren, die Juden Amerikas so wirksam zu organisieren, um von ihnen ein großes Maß finanzieller und moralischer Unterstützung zu erhalten, ist unserer Nachlässigkeit zuzuschreiben. Wir haben die vielen Möglichkeiten, die sich uns geboten haben, um die Juden zu organisieren und das Judentum zu stärken, nicht ausgenutzt. Wir finden den Ausdruck der Sympathie für den Zionismus allerseits; aber wir haben bis heute keine Organisationskraft gezeigt, die stark genug gewesen wäre, dieses Gefühl in aktive zionistische Betätigung umzuwandeln. Es muß die Pflicht der elften Jahreskonferenz sein, die Lage der Juden in den Vereinigten Staaten so sorgsam zu diskutieren, daß wir am Schlüsse unserer Beratungen in der Lage sind, unsern Vereinen definitive Richtlinien für die Eroberung der amerikanischen Judenheit für den Zionismus aufzustellen. Der amerikanische Jude kann dem Zionismus gewonnen werden, da er die Freiheit kennen gelernt hat. Und was ist Zionismus uns anders als die Befreiung des jüdischen Volkes und des jüdischen Geistes von den Ketten, die zweitausend Jahre der Sklaverei ihm auferlegt haben? Die Vereine, die hiermit aufgefordert werden, Delegierte zu wählen, werden also durch ihren Ernst und vermittels ihrer Einsicht in die Verhältnisse dieses Landes, die Konferenz in die Lage setzen, das große Werk, das ihr obliegt, auszuführen. Mit Zionsgruß Harry Friedenwald, Präsident, J. L. Magnes, Sekretär. Das Programm der Konferenz, die im New Liberty Hotel stattfinden wird, ist vorläufig folgendermaßen festgesetzt: Freitag. 10. Juli: Vorbereitungen, Abendgottesdienst; Samstag, 11. Juli: Gottesdienst (Predigt: Rabbi J. Kohn, Syracuse), Abendunterhaltung für die Delegierten und ihre Freunde; Sonntag, 12. Juli: Sitzungen: Wahlen der Verhandlungskomitees, Eröffnungsansprache des Präsidenten. Verlesung der Begrüßungen, Bericht des Sekretärs und des Schatzmeisters, Referate der Komitees für Propaganda und Organisation. „Makkabäan", Presse, Jüdische Presse. Erziehungs-und Juaendvereine, Palästinaarbeit. Nationalfonds, Jewish Colonial Trust; Wahlen. Diskussion; Montag, 13.: Bericht des Palästinaressorts Berlin und Jaffa, abends: Bankett; Dienstag, 14.: Diskussion über die Arbeit in Amerika; Mittwoch, 15.: Eventualia, Wahlen. (Wir vermissen in der Tagesordnung einen Bericht des jüngst gewählten Komitees für den'Parteit'onds. Wir denken, daß geradedie amerikanischen Zionisten Ursache haben, einen Bericht darüber zu verlangen.) New York. Der Verein ..B*nai und B'noth Zion Kadiinah" entfaltet in der letzten Zeit eine ungemein rege propagandische Tätigkeit. Das neugewählte Exekutiv-Komitee." dem die Herren Samuel Kanner. David A. Segall, H. Gittelsohn. H. Goodman, Osias Nathansohn, Philipp Margolin, Jacob Boxer, M. Wax und die Damen Frl. Minnie Weinstein, Frl. Elis Leibowitz angehören, hat ganz besonders der Propaganda unter der jüdischen Jugend seine Aufmerksamkeit zugewendet. Es besteht im Verein eine besondere Sektion „Young Literary Branch", welcher zumeist junge Mädchen angehören. In dieser Sektion finden neben populären Vorträgen über das Wesen des Zionismus literarischjüdische Vorträge und Aufführungen von kleinen Theaterstücken statt. Es verdient hervorgehoben zu werden, daß die Mädchen selbst Stücke aus der jüdischen Geschichte verfassen, die dann im Verein zur Aufführung gelangen. Vor kurzem wohnte Herr Louis Lipski, Redakteur des „American Hebrew, einer solchen Aufführung bei und war über die Leistungen derart entzückt, daß er ein von ihm verfaßtes Stück von den Mädchen aufführen ließ, das von dem ungemein zahlreich erschienenen Publikum enthusiastisch aufgenommen wurde. Deutschland Hamburg. Am 16. ds. Mts. erstattete in einer gut besuchten Versammlung der zionistischen Ortsgruppe Hamburg-Altona R.-A. Dr. Victor einen überaus klargefaßten kritischen Bericht über den XI. Delegiertentag. Der Referent erklärte, er sei im allgemeinen von der Breslauer Tagung recht befriedigt; sehr erfreulich sei es, daß endlich klargestellt werde, daß die zionistische Organisation als solche sich an der innerdeutschen Parteipolitik in keiner Form beteiligt. Die Zusammenarbeit mit den übrigen jüdischen Organisationen in Deutschland ist im Sinne des Beschlusses des Delegiertentags anzustreben; selbstverständlich aber könne der „Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" bei seiner ausgesprochen assimilatorischen Tendenz nicht der Unterstützung durch die Zionisten empfohlen werden. In der Diskussion wurde von allen Rednern betont, daß ein Zusammengehen mit dem Zentralverein gegenwärtig aus prinzipiellen und taktischen Gründen abzulehnen sei; dringend wünschenswert sei es. sowohl vom Zentralverein als den Logen eine autentische Erklärung der betr. Organisationen herbeizuführen, über ihre Stellung zur Frage der nationalen Einheit der Juden. Herr Dr. Frank vertrat im Gegensatz zum Referenten den Standpunkt, daß auch der „Verband der deutschen Juden" nicht rückhaltlos zu unterstützen sei, denn dieser strebe die Herbeiführung einer Konsistorialverfassung für die Juden in ganz Deutschland an, die entschieden zu verwerfen sei. Die Versammlung nahm zum Schlüsse einstimmig folgende, vom Vorstand vorgeschlagene Resolution an: „Die zionistische Ortsgruppe Hamburg-Altona ist der Meinung, daß der „Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" seinem Programm nach nicht zu den Organisationen gehört, deren Förderung im Interesse des Zionismus liegt. Das Einfreten in diesen Verein kann nicht empfohlen werden, bis aus dem Programm des Zentralvereins die Punkte entfernt werden, die mit den Prinzipien des jüdischen Nationalismus unvereinbar sind." Österreich Gurahumora: Bei der am 7. Juni 1. J. stattgefundenen zweiten ordentlichen Generalversammlung des jüdisch-nationalen Vereins „Makkabea" erstattete HerrNoe den Rechenschaftsbericht, der von den Anwesenden zur Kenntnis genommen wurde. Es fand hierauf die Neuwahl des Ausschusses statt, dem folgende Gesinnungsgenossen angehören: Herr Dr. Jonas Gartenlaub, Obmann; Isak Merdler, Obmannstellvertreter; Jakob Scheuermann, Kassier; Föbu Sobe, Zeitungsverweser; Salomon Weingarten, Bibliothekar, und Maier