Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 12 (1908)
- Issue
- 25 (26.6.1908)
- Date
- 1908-06-26
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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16 -t>m KELT No. 25 Ein Frauenbund für Palästina Seit etwa zwanzig Jahren ist von den verschiedensten Vereinen und Anstalten viel zur Hebung der jüdischen Bevölkerung in Palästina getan worden. Aber den tausend Anforderungen, die ' durch den allgemeinen Fortschritt an die Judenheit gestellt werden, konnte man noch lange nicht nach alien Seiten hin gerecht werden. Eine Neugründung will hier eingreifen, der „Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina" Er sucht die Gebiete auf, die den Frauen am nächsten liegen, vor allem Haushalt und Krankenpflege. Der Verband will schaffen, was in Palästina am meisten nottut: tüchtige Hausfrauen. Er will Haushaltungsschulen gründen, um die jungen Mädchen für den Beruf in ihrem späteren Heim vorzubereiten. Abteilungen für ländliche Wirtschaftsführung sind für später vorgesehen. Der zweite Punkt betrifft die Errichtung eines Krankenpflegedienstes. Es gibt zwar eine Anzahl jüdischer Krankenhäuser, in Jerusalem allein deren vier: doch reichen sie längst nicht aus, auch nur einen Bruchteil der Hilfesuchenden aufzunehmen. Da kann die gut ausgebildete Pflegeschwester vieles leisten, deren Mitarbeit die Ärzte in Dorf und ""Stadt mit Freude begrüßen werden. Eng damit verknüpft ist die Sorge für Wöchnerinnen und Säuglinge. Der letzte Punkt ist die Errichtung eines Frauenheims für Krankenschwestern, Lehrerinnen und andere gebildete Damen. Der Verband, der im Jahre 1907 begründet worden ist, hat seine Tätigkeit bereits aufgenommen. Vorsitzende ist: Frau Professor O. Warburg, Berlin W. 15, Uhlandstraße 175, an welche Anfragen und Beitrittsanmeldungen zurichten sind. Der Jahresbeitrag beträgt mindestens J6 3.—. Um die vielen und bedeutenden Aufgaben, die sich der Verein gestellt hat, zu erfüllen, bedarf es einer regen Teilnahme der weitesten Kreise der jüdischen Frauen; vor allem aber müssen Lokalkomitees in jeder größeren Stadt gegründet werden. Es existieren solche schon in Berlin, Hamburg, Köln; dem Berliner Komitee gehören unter anderem an: Frau Dr. Leszynski, Frau Dr. Friedemann, Frau Dr. Eschelbacher, Frau Prof. Philippson, Frau Justizrat Timendorfer. Auch in Holland und Belgien sind Lokalkomitees in Gründung begriffen, und es ist begründete Hoffnung vorhanden, daß die übrigen Länder bald folgen werden. Die Freunde des Verbandes werden gebeten," sich betreffs der Begründung von neuen Lokalkomitees mit der Vorsitzenden: Frau Prof. O. Warburg, Berlin W., Uhlandstraße 175, oder der Schriftführerin: Frau Dr. Leszynski, Berlin W., Bayreutherstraße 36, in Verbindung zu setzen. Die Zahlstellen des Verbandes sind: 1. Für Deutschland: A. H. Heymann & Co., Berlin NW. 7, Unter den Linden 59. 2. Für England: The Jewish Colonial Trust, London E. C. Walbrook, Brook House. 3. Für Österreich-Ungarn: Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds, Wien IX, Türkenstraße 9. 4. Für Rußland: J. L. Goldberg, Wilna. oooooooi AUS DER BEWEGUNG > o o o o o looooooo Zionistische Jahreskonferenz Die zionistische Jahreskonferenz, die für den 11. und 12. August d. J. nach Köln einberufen ist, wird ihre Sitzungen im Saale der Rheinlandloge, Cäcilienstraße 18/22, abhalten. Die vorläufige Tagesordnung wurde, wie folgt, festgesetzt: 1. Bericht des E. A. C. 2. Berichte der Landmannschaften. 3. Bericht des Berliner Bureaus. 4. Bericht des Palästinaressorts. 5. Bankbericht. 6. Bericht des Nationalfonds. 7. Bericht über die Presse („Welt", „Ha Olam"). 8. Finanzbericht (Schekel, Parteifonds, Budget). 9. Vorlage eines Entwurfs einer neuen Geschäftsordnung des Kongresses. 10. Eventualia. Das zionistische Zentralbureau besorgt auf Wunsch Logis für die Teilnehmer an der Jahreskonferenz gegen vorherige Anmeldung. Mitteilung des vorbereitenden Komitees der Palestine Land Development Company Die Palestine Land Development Company hat ihre Arbeiten in Palestina bereits begonnen. Der Agronom Bermann ist mit einer Anzahl jüdischer Landarbeiter in Dalaika (am Ausfluß des Jordan aus dem Tiberiassee) eingetroffen und bereitet alles vor, um daselbst den landwirtschaftlichen Betrieb aufzunehmen. Sobald die Regierung die Bauerlaubnis erteilt, wird mit dem Bau von Wirtschaftsgebäuden angefangen werden. Es sollen im ersten Jahr ungefähr 1000 Dunam mit Körnerfrüchten bestellt werden. Nach Fertigstellung der Ställe und nach Einerntung des Futters von eigenen Feldern wird besonderes Gewicht auf die Rindvieh- und Schafzucht gelegt werden, da die üppigen Weiden im Jordantale hierfür die besten Aussichten eröffnen. Die unerschöpfliche Wassermenge des Tiberiassees und des Jordans soll benutzt werden, um Pflanzungen und Gemüsegärten zu bewässern. Der Oberfluß an Wasser im Verein mit dem außerordentlich fruchtbaren Boden lassen das Land von Dalaika und Umel Djuni für die erste Arbeit der Palestine Land Development Co. als besonders geeignet erscheinen, sobald nur die ersten Schwierigkeiten der Öffentlichkeit überwunden sind. Indem wir diese Mitteilung der Öffentlichkeit unterbreiten, geben wir der Erwartung Ausdruck, daß all diejenigen Gesinnungsgenossen und Freunde unserer Sache, die noch keine Aktionäre unserer Gesellschaft sind, mit dem Erwerb von Aktien nicht länger zögern werden. Bei Ausstattung unserer Gesellschaft mit den nötigen materiellen Mitteln wird sie hoffentlich in der Lage sein, in nicht mehr ferner Zukunft für die Kolonisation Palästinas und ganz besonders für die Seßhaftmachung des jüdischen Arbeiterstandes Bedeutendes zu leisten. 1 Aktie kostet £ 1, Mark 20.50, Kronen 24.25, Francs 25.50, Rubel 9.60, $ 5.—. Die Zahlstellen unserer Gesellschaft sind folgende: 1. Für sämtliche Länder: The Jewish Colonial Trust Ltd. London E. C, Walbrook, Brook House. 2. Für Deutschland: A. H. Heymann & Co., Berlin N. W. 7. Unter den Linden 59. 3. Für Rußland: J. L. Goldberg, Wilna. 4. Für Österreich: Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds, Wien IX., Türkenstraße 9. 5. Für Galizien: Dr. Samuel Rappaport, Lemberg, Sykstuska 33. 6. Für Rumänien: Marmorosch Blank & Co., Bukarest, für Rechnung des Jewish Colonial Trust, London E. C. 7. Für Holland: Bankierskantoor van Lissa & Kann, Haag. Im Auftrage des vorbereitenden Komitees: gez. O. Warburg. Mitteilung des Zentralbureaus der zionistischen Vereinigung für Deutschland Wir machen wiederholt darauf aufmerksam, daß die Nachfrage nach dem „Zionistischen A-B-C-Buch" eine überaus rege ist, und daß daher Bestellungen nur dann noch mit Sicherheit auf Effektuierung rechnen können, wenn diese dem Zentralbureau umgehend übermittelt werden. Die Ortsgruppen wollen daher sobald als möglich diejenige Anzahl von Exemplaren, die sie zum Beginn der Agitationstätigkeit im Herbst brauchen, beim Zentralbureau bestellen. Wiederholt weisen wir auch darauf hin, daß das Zionististische A-B-C-Buch nicht nur zur Information der Gesinnungsgenossen vorzüglich geeignet ist sondern daß es auch ein ganz hervorragendes Propagandamittel darstellt, von dem unsere Freunde den ausgiebigsten Gebrauch machen sollten. Da ein Neudruck dieser Auflage nicht .mehr stattfinden kann, die Herstellung einer Neuauflage aber begreiflicher Weise wieder längere Zeit in Anspruch nehmen müßte, so ist auf lange Zeit hinaus das. „Zionistische