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Die Welt · 1908-06-26 · 25 (26.6.1908) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
12 (1908)
Issue
25 (26.6.1908)
Date
1908-06-26
Page
– (sequence 10)
Language
German
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andere palästinensische Institutionen. Die deutsche Landesorganisation konnte daher zum VIII. Kongreß im Haag im Sommer 1907 30 Delegierte entsenden. Der VIII. Kongreß hat für die Gesamtpartei das geleistet, was der Zionismus in Deutschland dem Delegiertentag in Hannover zu danken hat. Die prinzipielle Diskussion über die Tätigkeit der Partei in Palästina wurde für Jahre hinaus durch ein fast einstimmiges Votum des Kongresses in der Palästinafrage geschlossen. Außerdem wurde die Arbeitsfähigkeit der Parteileitung durch die Einschränkung der Zahl ihrer Mitglieder wesentlich gefördert. Die deutschen Delegierten haben zu diesem guten Ergebnis sehr viel beigetragen, und so war es denn auch erklärlich, daß insbesondere sie vom Kongreß zurückgekehrt, sich von neuem eifrig der Agitation widmeten. Wir können mit Befriedigung konstatieren, daß die Tätigkeit der Gruppen auch im vergangenen Winterhalbjahr nicht nachgelassen hat, obwohl der mächtige Ansporn eines nahe bevorstehenden Kongresses fehlte. Ziffernmäßige Ergebnisse vorzulegen sind wir leider nicht in der Lage, da die Schekelsammlung für das laufende Jahr noch nicht beendet ist, das Rechnungsjahr vielmehr noch bis zum 30. Juni läuft. Für unser Bureau haben wir einen Bericht für zwei Rechnungsjahre zu geben, da im vergangenen Jahre ein Delegiertentag nicht stattgefunden hat. Der Mitgliederbestand des Bureaus hat, um dies vorwegzunehmen, sich insofern geändert, als wir mit Genehmigung des Zentralkomitees, Herrn Rechtsanwalt Gronemann im August 1907 kooptiert haben. Zur Förderung der Propaganda haben wir eine Reihe neuer Broschüren herausgegeben. Unmittelbar nach dem letzten Delegiertentag haben wir die von Herrn Dr. Alfred Nossig verfaßte Broschüre „Die jüdische Volksbewegung" herausgebracht. Die anerkannt vorzügliche Broschüre ist in mehr als 80 00J Exemplaren verbreitet worden. In Berlin ist sie sämtlichen Mitgliedern der jüdischen Gemeinde zugegangen. Außerdem hat sie der Gesamtauflage des „Hamburger Israelitischen Familienblattes" und der „Straßburger Israelitischen Wochenschrift" beigelegen. Der Rest ist von den Ortsgruppen vertrieben worden. Im März 1907 sind vier Nummern der „Jüdischen Rundschau" zu Agitationszwecken in einer Auflage von 20 -.00 Exemplaren erschienen. Im laufenden Jahre haben wir die von Herrn Dav. Trietsch verfaßte Broschüre „WirtschaftlicheTätigkeit in Palästina", vermehrt durch eine Karte und die neueste Statistik der jüdischen Kolonien, sowie durch eine Obersicht der zionistischen Institutionen in Palästina, in 10000Exemplaren und eine zweite Broschüre von Herrn Dr. Alfred Nossig „Die jüdische Realpolitik" in 5000 Exemplaren herausgegeben. In den letzten Wochen ist es uns auch "gelungen, das „Zionistische A-B-C-Buch" fertigzustellen. Das Werk wird einem allgemeinen Bedürfnis abhelfen, indem es zum ersten Male in gedrängter Form eine umfassende Darstellung aller den Zionismus betreffender Themata gibt. Wir sprechen Herrn Dr. Friedemann für seine jahrelange mühevolle und aufopfernde Tätigkeit für das Zustandekommen des Werkes auch an dieser Stelle unseren wärmsten Dank aus. Mit besonderer Freude begrüßen wir das Erscheinen des Buches unseres Freundes, des Rabbiners Dr. Joseph-Stolp „Das Judentum am Scheidewege". Diese ernste, tief durchdachte und in ihren logischen Folgerungen zwingende Darstellung wird uns ohne Zweifel gerade in den intelektuellen Kreisen der deutschen Judenheit für die Propaganda wertvolle Dienste leisten. Die Palästinapropaganda insbesondere haben wir durch Anschaffung von 150 Lichtbildern mit palästinischen Sujets, die wir den Ortsgruppen zusammen mit einem von Herrn Dr. Ruppin ausgearbeiteten Vortrag zur Verfügung stellen, zu fördern gesucht. Wir hoffen, dieses Propagandamittel noch weiter ausbauen zu können. Zwei Flugblätter gedenken wir noch im Laufe dieses Sommers herauszugeben. Auch wird die Herausgabe einer Sammlung zionistischer Lieder mit Noten vorbereitet. Das Flugblatt des A.-K. über den Parteifonds und das neue Nationalfondsflugblatt haben uns bei der Agitation für beide Institutionen wesentliche Dienste geleistet. Wie in früheren Jahren, haben wir auch diesmal durch die Versendung von Rundschreiben und Veröffentlichungen unserer Mitteilungen in der „Jüdischen Rundschau" versucht, in ständigem Kontakt mit unseren Gruppen und Vertrauensmännern zu bleiben. Es sind in den beiden Berichtsjahren den Ortsgruppen und Vertrauensmännern insgesamt 32 Rundschreiben, die eine große Zahl von Anregungen und Mitteilungen enthielten, zugegangen. Wir können konstatieren, daß dieselben im wesentlichen ihren Zweck erfüllt haben. Dagegen haben leider unsere Mitteilungen in der „Jüdischen Rundschau" nicht überall genügende Beachtung gefunden. Wir würden viel Schreibwerk und Arbeit ersparen, wenn man überrall unseren Bekanntmachungen in der „Jüdischen Rundschau" dieselbe Aufmerksambeit schenken würde, wie unseren direkten Mitteilungen. Unsere Rundschreiben gehen auch einer Reihe anderer Landesorganisationen, insbesondere den deutschsprechenden, zu. Wir haben auf diese Weise den von uns, bezw. vom Verlag' „Jüdische Rundschau" herausgegebenen Agitationsschriften auch außerhalb Deutschlands eine größere Verbreitung als bisher geschaffen. Auch sind mehrfach unsere Anregungen von anderen Landesorganisationen aufgenommen worden. In der Berichtszeit ist "es uns auch gelungen, eine Anzahl von Rednertournees zu veranstalten. Insbesondere danken wir den Herren Dr. B1 o e d e, S o k o 1 o w und Dr. L e w i n für die Bereitwilligkeit, mit der sie sich in den Dienst der Agitation gestellt haben. Im übrigen, haben wir aber leider nach wie vor mit einem großen Mangel an Rednern zu kämpfen, sodaß wir die berechtigten Wünsche der Ortsgruppen nach dieser Richtung nicht immer befriedigen konnten. Nur die Herren Dr. Elias Auerbach und Dr. Heinrich Loewe haben eine größere Anzahl von Vorträgen gehalten. Die Sammlungen für zionistische Zwecke haben einen bemerkenswerten Aufschwung genommen. Insgesamt sind im Jahre 1906 07 für den Nationalfonds, palästinische Zwecke usw. 32438 Jt, im Jahre 1907/08 (10 Monate) ca 29998 *Jt eingegangen. Im einzelnen wird auf den Bericht der Nationalfondsverwaltung hingewiesen. Insbesondere ist es die ölbaumspende, welche sich steigender Aufmerksamkeit erfreut. Auch für die. neugegründete Palestine Land Development Co. sind in Deutschland 800 Shares Bezeichnet worden. Für den vom VIII. Kongreß beschlossenen arteifonds sind bisher ca 24900 JC eingegangen. Unsere Sammlungen haben somit den vom Kongreß geforderten Minimalbetrag erreicht. Wir hoffen aber auf das Bestimmteste, daß diese Summe sich bis zum IX. Kongreß verdoppeln wird. Zur Stärkung der Propaganda für den Nationalfonds ist eine - besondere Propagandastelle in Breslau unter Leitung von Herrn Zahnarzt Hugo Schachtel eingerichtet worden. Auch die Briefmarkensammelstelle, welche von Herrn Dr. Julius Löwenheim in Berlin verwaltet wird, kann allmählich zur Erhöhung der Einnahmen des Nationalfonds in größerem Maße beitragen. Dagegen ist die Einführung von „Palästinabeiträgen" nicht geglückt, da nur wenige Gruppen die von uns herausgegebenen Palästinabeitragshefte benutzt haben. Die Sammelstelle von Materialien für den Nationalfonds hat ihre Tätigkeit unter der Leitung von Frau Dr. Margarete Joel in Lübeck in gewohnter Weise fortgesetzt und befriedigende Resultate erzielt. Die Shareklubzentrale hat bis zum 1. April d. J. 146 Aktien und Sharemarken im Werte von Jl 547.30 abgesetzt. Der Leiter der Shareklubzentrale, Herr Moritz Goldschmidt-Hamburg, führt die im letzten Halbjahr erheblich gesteigerte Zunahme des Aktienverkaufs auf die Dividendenerhöhung zurück und ist überzeugt, daß der Verkauf von Aktien der Kolonialbank sich weiter erhöhen wird, wenn die Bank ständig Dividende verteilt. Die stärkere Versendung von Broschüren sowie die Versorgung unserer Gesinnungsgenossen mit zionistischer Literatur überhaupt, ist uns nur durch ständige gemeinsame Arbeit mit dem Verlag „Jüdische Rundschau" möglich gewesen. Wir haben wiederholt Verzeichnisse zionistischer Bücher, Broschüren und Reproduktionen veröffentlicht. Auch sonst haben wir uns bemüht, die Geschäftsleitung des Verlages „Jüdische Rundschau" zu unterstützen. Ebenso standen wir in dauernder Verbindung mit der Redaktion der „Jüdischen Rundschau". Wir wollen an dieser Stelle konstatieren, daß sich der Leserkreis unseres Parteiorgans auch in den letzten Jahren vermehrt hat Der Verlag war daher in der Lage, die Zeitschrift fn besserer Ausstattung als bisher herzustellen. Auch durch den „Jüdischen Verlag" haben wir reiches Agitationsmaterial bezogen. Die Protokolle des VII. und VIII. Kongresses, die Broschüren „Zehn Jahre Zionismus" und die Eröffnungsreden des VIII. Kongresses, sowie die Neuauflage des „Judenstaates" von Theodor Herzl sind im Jüdischen Verlage erschienen. Wiederholt haben wir die Frage einer Vereinigung der „Welt" mit der „Jüdischen Rundschau", des „Jüdischen Verlages" mit dem Verlag „Jüdische Rundschau" mit dem A.-K. erwogen. Leider haben diese Fusionsbestrebungen bisher zu keinem Ergebnis geführt. Unsere Finanzlage hat sich nicht befriedigend entwickelt. Wir legen zunächst die abgeschlossenen Etats für die Jahre 1905/06 und 1906/07 vor: Etat 1005.06. Einnahmen. Reservekonto, Bestand ex 1903/04 . . . . JL 1600.— Schekelquote ex 1905/06 ........„ 781.— Landesbeiträge 1905 06 .........„ 3062.— Jf. 5443.—

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