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Die Welt · 1908-06-19 · 24 (19.6.1908) · page 7

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Journal
Die Welt
Volume
12 (1908)
Issue
24 (19.6.1908)
Date
1908-06-19
Page
– (sequence 7)
Language
German
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güggsgagg^Bi No.; 24 brechen die politischen Hindernisse zusammen, und wir ungarischen Juden-besitzen; vereint mit den Brüdern der Diaspora, das öffentlich rechtlich gesicherte Heim im Lande der Väter." Eine Begrüßungsdepesche an den Präsidenten D. Wotffsohn ging dem Referat des Ing. Armin B6regi „Ober den Zionismus in: Ungarn" voraus. : „Wir wollen keine künstlich gezüchteten Renommierbauern, wiesie derung.-jüd.' mosaischkorifessionelle Ackerbauverein produziert, züchten, sondern starke, 'zukunftsfrohe Geulamenschen; Juden, die mit dem-Pflüge in der markigen Faust dem Völkerfrühling entgegenstreben. Der Zionismus bedeutet diesen Frühling; - Die Berfflirung mit der Muttererde hat unserer Bewegung ungeahnte Kräfte zugeführt Diese wachsen noch und gewinnen verheerende Macht, wenn sie gedämmt und in der natürlichen Entwicklung gehemmt werden." S. Bettelheim besprfcbt'die innerpolitische Lage derungarischen Judenheit „Wir haben hier — selbst die Grammatik sträubt sich dagegen — zwei Judentümer. Seit vierzig Jahren ist das ungarische Judentum-gespalten. Nirgends wie bei uns herrschen solche antipodische Anschauungen. Auf der einen Seite dogmatisierte Heiligung der Form, auf der andern bewußte Selbstmordmanie. Der Zionismus mit seinem historischen Bau ist das einzige Forum für jüdische Probleme. Das orthodoxe Judentum, vor 40 Jahren eine Notwendigkeit zur Selbsterhaltung gegen die blindwütende Assimilation, es ist, da'ihm die politische Reife aus Mangel an genügender Intelligenz abgeht, seit damals: nurParteii Es hat mit denNeologen, die ohne begeisternde Ideale die Jugend vollends verloren haben, nichts gemein als den Haß gegen uns. Für eine gemeinsame Aktion, um den Schabbos zu sichern, war die orthodoxe Leitung nicht zu haben, aber wo es galt, den Zionismus zu erdrosseln, da gingen sie beide Hand in Hand! Wie in der biblischen Geschichte, schied auch hier Abraham von Lot aber emzigi weil die Hirten sie verhetzten. Das Ferment das den Nexus zwischen diesen jüdischen Parteien bildet ist der Zionismus, der bei uns das Judentum kaf exochen ist Das ungarische Judentum, die moderne Generation verkündet es,A kann ohne uns nicht existieren. Wir predigen die Einheit Wer das-Kind zerschneidet, kann nicht die rechte Mutter sein." Dr. Döm£ny referiert sodann über Organisation, wobeier das Nationaljüdische in unserer Bewegung scharf ins Licht rückt; — Dn Alt über die ^liicus a non lucendo jüdische Presse", worauf eine Resolution einstimmig angenommen wird: Das Baseler Programm als einzige Basis für die Lösung der Judenfrage zu betrachten und im Namen der tausendköpfigen- Versammlung auszusprechen. - daß die Regierung endlich uns Gerechtigkeit widerfahren lasse und das Organisationsstatut das auf dieser Basis ruht uns trotz der bodenlosen Denunziationen unserer Brüder von rechts und links zu DfE3^ELT ' Om V«8 Uhr wurde die Versammlung mit Od lo awda geschlossen.. Das Bankett, von der jüdisch-nationalen Studentenverbindung Makkabää den Delegierten und Gästen zu Ehren veranstaltet, hielt dieTeilnehmer in. gehobener Stimmung bis nach Mitternacht zusammen. 2. Tag. 8. Juni 1907 Dr. Oestreicher-: Gestern haben .wir die Sympathie des Volkes gewonnen, heute wollen wir Ihre zu erreichentrachteh-utid das durch Hinweis auf unsere Arbeit!" Direktor Deutsch gibt den Geschäftsbericht. „Wir haben, seit . 18. Mai ~\9fflÜbermenschliches geleistet mit allen Schwierigkeiten gerungen und sind trotzdem gewachsen — Pozsöny und Kassa hat die Gemeihdestube erobert, Budapest die Schekelzahl fast verdoppelt; überall die Presse mit uns beschäftigt den Palästinaessrogimexpört nur aus Mangel an ausgiebiger Näturproduktion nicht ganz zentralisiert Köln war mit uns zufrieden; hat uns stark unterstützt Selbst in Budapest gibt es bereits hohe Kreise, — wie die Leitung der Chewra Kadischa, — die uns mit Sympathie begegnen. Feste, Volksversammlungen, Agitationsreisen und Sammlungen sind auf der Tagesordnung. Beim "N. F.- und Parteifondausweis stehen unsere Sendungen nicht an letzter Stelle. 2410 Sichekel. wurden verteilt £29 Quittungen auf 5 Kn Parteifonds ausgestellt Der Preßausschuß hat das Organ „Cion. Szervezet" herausgegeben und dadurch erreicht daß die Post die die Herausgabe von Geld- und sonstigen Sendungen verweigerte, an das Blatt mit dem Titel' „Zion. O rganisätion"'diese herausgeben mußte! Die Distrikte müssen; wenn sie auch günstige Resultate erzielen sollen, vermehrt werden."" Dr. Abrahämsohn betont den Mangel an Initiative; die Organisation hätte, - als sich die' jüdischen Gemeindebeamten und die religiösen Handelsangestellten zu einem Schomreschabboslandesverein organisierten, dort sein müssen: N. Kohn findet die Arbeit nur bureaukratisch, die Lage nicht rosig, dennwir arbeiten mit einem Passivum.- Er betont die Hervorkehrung der Palastinaarbeit strenge Disziplin und scharfe Agitation. ' David Kohn weist die Angriffe zurück. Juhäsz, Vizestadthauptmann aus Kassa, urgiert die Schaffung von Brennpunkten in der Provinz. Dann wird dem abgehenden Komitee das Absolutorium erteilt David Kohn, gibt den Kassabericht: „Voriges Jahr war die Bilanz 1550 Kronen, diesmal 2100. — „Unsere Liebe für Zion darf nicht platonisch sein. Wir müssen die Kolonialbank, die P. L. D. C. und die P. C. unterstützen. Der Parteifond hat von uns statt 8000 Kronen nur 800 erhalten. Er ist mit der Unterstützung nicht zufrieden." Dr. Döm6ny erstattet als Nationalfondskommissär den Bericht über seine Tätigkeit Der Erfolg ist groß. Kr. 3340.89 sind eingegangen. Kr. 1713 durch Büchsen, Kr. 352 durch Sammelbüchsen. An Selbstbesteuerung 174, für Ölbaum 285, Spenden 808 Kronen. Dr. J. Lövi findet das Ziffernverhältnis im Vergleich mit der ungarischen Chaluka, die jährlich zwei Millionen aufbringt nicht befriedigend. Es folgt die Debatte, und auf Grund der Anträge Dr. Lipos, Dr. Abrahamsohn, Bettelheim, Dr. Schönfeld und Köves wird dem Nationalfondskommissär protokollarischer Dank votiert. Die Delegierten aus der Provinz referieren über ihre Tätigkeit: Bettelheim über den Kampf um die Eroberung der Gemeinde,. Stadthauptmann Juhasz über Kassa, W. Kaufmann über Sziget; alle sprachen vom Erstarken der Bewegung; die Schlußsitzung wird für 3 Uhr nachmittags anberaumt In dieser wurde der Antrag Dr. Kohn, die Reden Ing. Beregis und S. Bettelheims als Agitationsbroschüre zu benutzen, der neuzuwählenden Leitung empfohlen. Ebenso der Antrag, die nächste große Landeskonferenz in der Provinz abzuhalten. Dr. Alt beantragt die Vermehrung der Distrikte nicht vom Plenum, sondern von der neuen Leitung zu erwarten, und wünscht weiter, daß man die unabhängige jüdische Presse die „Allgemeine Jüdische Rundschau" nicht nur moralisch unterstütze, da sie für uns arbeitet. H..Lövy-Väcz und ' Grausz-Tapolcsany beantragen ein Mißtrauensvotum dem Kölner A. C. und „Haolam" wegen der letzten religionswidrigen Vorgänge; dieses wird aber durch Erklärung Dr. Oestreichers gegenstandslos, da das ungarische L. C. schon vor Wochen in einer Eingabe gegen die Vorgänge — die übrigens ' durch die Erklärung Sokolows überflüssig waren — protestierte. Es folgt eine lebhafte Diskussion über die Höhe des Schekels, der nach Oestreicher Szatmär" mit Kr. 2.40 viel zu hoch ist, und zum Schluß werden die Wahlen vorgenommen: Präsident wird Dr. Oestreicher-Budapest, Deutsch, D. Kohn, Nissan Kohn und L. Lebowitch (S. Bettelheim als A. C.¬ Mitglied und Dr. Dömeny als Nationalfondskommissär haben eo ipso Sitz-und Stimme). Ins Große L. C: Wertheimer, Schey, Bisseliches* Dr. Gruber, Dr. Abrahamsohn, Kohn Mihäly-Bonyhäd, Kauf man n-Sziget Felix Neumann-Nyitra, J. Marton-Papa, Gottlieb-Szatmär, E. Goldstein-N. Szenen, Rosner-Miava, Grausz-Tapolcsäny, Dr. Engel-Suräny, Kopp-H6thärs, Dr. Grün, S p i elb e rg er-Kassa. Unter Leschono Haboo bi-Jeruscholajim wird die Tagung der VI. ungarischen Landeskonferenz mit Absingung des Od lo awda geschlossen. Ein jüdischer Staat in Abessinien Von Dr. Samuel Rappaport Zu den schönsten und dem in seiner zweitausendjährigen Verfolgung und Verbannung gedemütigten jüdischen Volke am meisten Mut und Hoffnung zusprechenden Traditionen, gehört unstreitig die Sage vom jüdischen Zehnstämmenreich, das frei und unabhängig an den' Ufern des Sombation ein glückliches Leben führt. Die Bibel erzählt uns, daß die Assyrierkönige Tiglath Pilesser und Salmanasser die zehn Stämme des Reiches Israel, nach Zerstörung "ihres Staates, deportierten, und ihnen in fremden Gegenden Landstriche zum Wohnen angewiesen, die zwar die Bibel mit Namen bezeichnet, uns aber sonst unbekannt geblieben. Ihre Spur ging ihren im Reiche Juda zurückgebliebenen Brüdern gänzlich verloren. In ihren Weissagungen verkünden zwar die Propheten Jesaia und Jereinia die Rückkehr der verlorenen, Söhne aus Assur und Mizraim; Juda hat aber seit ihrer Vertreibung weder eine Verbindung mit ihnen, noch gelangte je gii&gaSae^ ',-?--SäSS&iü^tfi^

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