Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 12 (1908)
- Issue
- 22 (5.6.1908)
- Date
- 1908-06-05
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3315709-3316296-3316319--50698-3377994- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
überdauern sollte. Einen Wald von mindestens 10 000 Bäumen planten wir, einen Ölbaumwald im Lande unserer Zukunft zu seinem Gedächtnis. Aber mit Beschämung müssen wir es gestehen: noch haben wir die Mindesteahl von Bäumen nicht erreicht. Und das bei 50—60 000 organisierten Zionisten. Ist das der Dank, den wir dem großen Künder unserer Idee abstatten, der uns so unendlich viel gab? Wenn nur jede zionistische Familie einen Baum zu Ehren T>.eodor Herzls pflanzen ließe, so wären längst diese 10 000 Bäume beisammen. Aber wenn wir mit dem Walde etwas wirklich Großes, Segenbringendes schaffen wollen,, dürfen wir uns nicht auf 10 000 Bäume beschränken. Der Ertrag der Bäume ist ja den kulturellen Institutionen des Landes zugedacht, er soll uns später einmal die Möglichkeit geben, unser Schulsystem in Palästina auszubauen. Und das für den Herzlwald in Aussicht genommene Teirain faßt auch 20 000 Bäume. Also wohlan! Sei die vierte Jahrzeit nach unserem großen Führer der Anlaß für einen jeden von uns, seinen Baum der Dankbarkeit für Herzls Wirken zu spenden. Ein jeder halte den andern dazu an. Die Jahreszeit ist ja in der Zeit der Trauerwochen unseres Volkes, da wir uns nach altem Brauch Entsagung auferlegen. Die Ersparnis sei dem Herzlwald geweiht. Die Ortsgruppen mögen schon jetzt mit den Sammlungen beginnen, damit sie am Jahrzeitstage beendet und zusammen ausgewiesen werden. Der Vorsitzende des Vereins „Ölbaumspende" (Eingetragener Verein) gez. O. Warburg Spenden nehmen alle Sammelstellen des J. N. F. entgegen. Alle Parteiblätter werden gebeten, vorstehenden Aufruf in den nächsten Wochen abzudrucken. Deutschland Bitte zu beachten! Infolge eines Zwischenfalles haben wir uns veranlaßt gesehen, das gemeinsame Mittagmahl beim Delegiertentage nicht, wie angekündigt, von der Lkonomie der fcessingloge vorbereiten zu lassen. Es wird vielmehr in dem in nächster Nähe des Verhandlungshauses gelegenen großen Saale des „Palastrestaurants", Neue Schweidnitzerstraße Nr. 16/17, Hof, eine Treppe, stattfinden und wird von dem unter Aufsicht des „Hamburger Vereins" stehenden Restaurateur, Herrn Hadda, besorgt. — Auskunft über rituelle Speisegelegenheiten im Delegiertentagsbureau. Zionistisches Bureau, Breslau. Chemnitz: In der am 27. Mai er. abgehaltenen Vereinsversammlung, zu der auch an eine, kleine Anzahl Nichtmitglieder Einladungen ergangen waren und-dereh Besuch ein sehr erfreulicher war, sprach Herr Wiener-Leipzig über „Die jüdischen Feiertage in zionistischer Betrachtung". Nach einleitenden Worten über den gegenwärtigen Stand der zionistischen Bewegung erläuterte Herr Wiener die nationale Bedeutung der Festtage und die Erhöhung ihres Einflusses auf das jüdische Gemüt, indem man der religiösen Feier die Erinnerung an den historischen Ursprung der Feste hinzufügt. Die Diskussion erhielt besonderen Wert durch das Eingreifen des Herrn Goitein-Frankfurt a. M., der auf die von gegnerischer Seite., vorgebrachten Einwendungen in begeisternder Weise antwortete. Zum - Delegierten für die Breslauer Tagung wurde unser Mitglied, Herr Leopold Jacoby, gewählt. Straßburg: Bei der gestern stattgehabten Delegiertenwahl wurden die Herren B. Feiwel und Dr. H. Jungmann gewählt Berlin: „Bnei Zion." Zum 11. Delegiertentag in Breslau wurden als Delegierte gewählt: Herr Emanuel Fischel; Berlin, Herr Josef Lin, Berlin. Ersatzdelegierte: . Frau Dora Silberstein, Charlottenburg, Herr Alex. Klarer, Berlin. Königsberg: Am 21. Mai fand die Wahl der Delegierten für Breslau statt. Gewählt wurden: Dr. Hoppe, Dr. Pelz, Sambursky, Dr. Stein, zu Ersatzdelegierten: Willy Perlis und Salzmann. Österreich Westösterreichischer Parteitag in Brünn (Sonntag den 28. und Montag den 29. Juni 190S) An die Distrikte Böhmen, Mähren und Schlesien und Innerösterreich! Gemäß des uns durch die Brünner Konferenz vom 10. d. M. erteilten Auftrages, berufen wir für Sonntag den 28. und Montag den 29. Juni 1908 einen Westösterreichischen Parteitag nach Brünn mit folgender Tagesordnung ein: 1. Eröffnung und Bericht des Ausschusses. 2. Organisation. Referenten: Gg. Gustav Finzi und Dr. Emil Margulies. 3. Wahlen in das Zentralkomitee. 4. Nationalfonds. Ref. Gg. Emil Stein. 5. Palästina. Ref. Gg. Adolf Böhm. 6. Wirtschaftliche Gegenwartsarbeit. Ref. Gg. Rrabg. Doz. Dr. Artur Mahler. 7. Eventuelles. Die Wahlen zum Parteitag erfolgen auf Grund der für die Wahlen für einen österreichischen Gesamtparteitag geltenden Normen und werden von den betreffenden D. K. durchgeführt werden. Lokal und Stunde des Beginnes sowie die Thesen der Referenten werden rechtzeitig bekanntgegeben werden. Der provisorische Ausschuß für die westösterreichischen Distrikte: Adolf Böhm, Obmann, Emil Stein, Schriftführer, Gustav Finzi, Julius Löwy, Dr. Emil Margulies, Dr. Egon Zweig. IV. Parteitag der Poale-Zion Am 5-, 6. und 7. Juni findet in Lemberg der IV. Parteitag der jüdisch-sozialistischen Arbeiterpartei „Poale-Zion" mit folgender Tagesordnung statt: Erster Tag. Vormittag. Begrüßung. Wahl des Bureaus. Diskussion über den Bericht des Exekutiv-Komitees. Kassa. „Jüd. Arbeiter". Nachmittag. Proletarische Kolonisationspolitik und unsere Palästinaarbeit. Referent: Genosse S. Kaplansky-Kaplan. — Die Aufgaben des allweltlichen jüdisch-sozialistischen Arbeiterverbandes „Poale-Zion". Referent: Genosse Jakob Kenner. Zweiter Tag: Vormittag. Unsere Stellung zu andern Parteien. — Unser Kahal-Programm. Referent: Genosse Max Rosenfeld. Nachmittag. Partei und Gewerkschaft. Referent: Genosse Dr. Josef Margulies. — Parteiverlag und Parteipresse. Referent: Genosse Feuermann (Stanislau). --- Konferenzen: a) Ober Frauenorganisation. Referentin: Genossin Meier (Lemberg), b) Uber Jugendorganisation. Referent: Genosse Kenner. Dritter Tag. Vormittag. Verbandstag des Allgemeinen jüdischen Arbeiterverbandes Österreichs. Nachmittag. Innere Kulturarbeit. Referent: Genosse Kasriel. Aufruf! Die jüdisch-akademische Verbindung „Kadimah" hat vor kurzem ihr 50-semestriges Stiftungsfest gefeiert. Da mit der Gründung dieser Verbindung der Beginn der nationalen Bewegung im modernen Judentum zu verzeichnen ist, und ihre Geschichte parallel läuft mit der Entwicklung der jüdisch-nationalen Idee, hält es die „Kadimah" für angebracht, zur Erinnerung an ihr Jubiläum eine Denkschrift herauszugeben, die, als ein groß angelegtes Sammelwerk unter dem Titel: „25 Jahre Nationaljudentum", ein Bild des Schaffens und Strebens jüdischen Geistes während der letzten 2',2 Dezennien entwickeln soll. Demgemäß muß das Werk politische und wissenschaftliche Artikel, ebenso wie literarische und künstlerische Beiträge enthalten; es muß in jüdische Dichtung und jüdische Politik, in jüdische Kunst und Nationaljudentum, in jüdische Wissenschaft und Zionismus Einblick gewähren. Die „Kadimah" hat sich zu diesem Zweck mit den hervorragendsten jüdischen Männern in Verbindung gesetzt, und es ist ihr gelungen, eine große Reihe berühmtester Mitarbeiter für ihre Denkschrift zu gewinnen. Unter andern: Dr. Markus Braude, Dr. Berkowitz, M. Dubnow, Dr. D. Feuchtwang, Dr. M. Gaster, R. A. Dr. H. Gabel, Prof. Dr. L. Kellner, Dr. H. Kadisch, Dr. J. Klausner,