Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 12 (1908)
- Issue
- 21 (29.5.1908)
- Date
- 1908-05-29
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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oooooooj oooooooj die^elt AUS DER BEWEGUNG I o o o O o o o Deutschland Deutscher Delegiertentag 1908 - Tagesordnung Erster VieVhandlungstag: Vormittags: 1. Eröffnungsrede des Präsidenten Herrn R.-A. Dr. Bodenheimer-Köln. 2. Begrüßungsansprachen. 3. Konstituierung des Bureaus. 4. Bericht des Zentralbureaus. 5. Generaldebatte. Nachmittags: 1. Die politische Stellung der Juden in Deutschland: R.-A. Dr. Ascher-Dessau. 2. Die großen jüdischen Organisationen in Deutschland: R.-A. Dr. Klee-Berlin. 3. Unsere Stellungnahme zur jüdischen Gemeindepolitik: R.-A. Kollenscher-Posen. 4. Debatte. Zweiter Verhandlungstag: .Vormittags: 1. Die wirtschaftliche Enwicklung Palästinas: Prof. Warburg-Berlin. 2. Kulturelle Aufgaben in Palästina: Dr. Schemarjah Lewin-Berlin. Nachmittags: Wahlen in das Zentralkomitee und Zentralbureau. Berlin: In der am 12. Mai stattgehabten Mitgliederversammlung der hiesigen Misrachi-Gruppe berichtete der Vorsitzende, Herr Hermann Struck, über den Fortgang der Arbeiten für die in Palästina zu gründende Schule, für die Föderation u. a. Es fand dann eine eingehende _ Besprechung wichtiger Fragen im Hinblick auf den Deutschen Delegiertentag statt. Frankfurt a. M.: Am 13. ds. Mts. fand in hiesiger Ortsgruppe die Wahl der Delegierten zum Delegiertentage in Breslau statt Gewählt wurden die Herren: Prof. Weyl, Goitein, Sondheimer und Levigard, als Ersatzdelegierte die Herren Hackenbroch und S. Geis Köln. Ergebnis der Delegierten wähl: Berthold Feiwel-Westend, Siegfried Levy-Köln, Dr. Julius Becker-Berlin. Ersatzdelegierte: Salo Trandeteur-Berlin, M. Walk-Breslau, Freihahn-Breslau. Gruppenverband Oberschlesien Eine auf Grund eines von Dr. Sandler verfaßten Aufrufes, der die Unterschriften angesehener Persönlichkeiten trug, ausschließlich bei Nichtzionisten eingeleitete Sammlung ergab — von Herrn Hugo Sehachtel-Breslau wirksam gefördert — zugunsten des Ölbaumfonds den Betrag von.............JL 410.30 welche abz. Spesen für Druck, Porti usw........„ 52.30 mit JL 358.— Herrn Prof. Warburg für Rechnung des Vereins „Ölbaumspende" überwiesen wurden. Diese Summe verteilt sich auf- Kattowitz JL 184.—, Gleiwitz JL 80.30, Beuthen J6 68.—, Ratibor JL 42.—, div. Orte Jt 36.—. Österreich Teschen: Bei der am 10. d.M. stattgehabten konstituierenden Generalversammlung des Zionistischen Frauen- und Mädchenvereins „Ruth" wurden in den Ausschuß gewählt: Frl. Grete Berger, Präsidentin; Else Kuppermann, Vizepräsidentin; Jettka Strauß, Schriftführerin; Ida Müller, Schriftführerin-Stellvertreterin; Ella Spitzer, Kassiererin; Hilda Spitzer, Bibliothekarin; Bertha Brenner und Rosa Rübenstein. Kassarevisorinnen: Frl. Dela Liebennann und Rosa Baumring. Arbora. Am 9. d. Mts. fand die konstituierende Generalversammlung des neugegründeten Vereines „Tikwath-Zion" statt. Nach der Wahl hielt der Präsident Heinrich Zwecker eine' Ansprache an die versammelten Mitglieder, in welcher er der akad. Verbindung „Hebronia", Czemowitz, für die Anregungen zur Gründung dieses Vereines herzlichen Dank aussprach. England Liverpool, 24. Mai. Die hiesige Young Men's JZiönist Association,, -hat ein neues Vereinshaus erworben, das binnen kurzem eröffnet werden wird. Im Bibliothekzimmer werden die meisten jüdischen Interessen dienenden Zeitschriften in hebräischer, englischer, deutscher Sprache und Jargon aufliegen. Die Bibliothek soll den Charakter einer allgemeinen Lesehalle für das hiesige jüdische Publikum tragen, Hndem auch Nichtmitgliedern der Zutritt gestattet sein wird. Das Hauptverdienst, den Erwerb der neuen Räume ermöglicht zu haben, fällt Herrn Alderman Jacob Moser, Bradford, zu, der in hochherziger Weise materiell beigesteuert hat. In der Ladies' Zionist Association hielt heute Herr P. M. Raskin aus Leeds vor zahlreicher Zuhörerschaft einen sehr beifällig aufgenommenen Vortrag über das Thema: „Warum bin ich Zionist?" London: Im Verein Beni Zion hielt verflossenen Samstag Mr. L. Kessler einen interessanten Vortrag. Er sprach über den schlechten Stand der Bewegung in England, die unter persönlichen Streitigkeiten sehr gelitten habe. Er erwähnte den Bankprozeß und wandte sich gegen die unpraktischen Vorschläge, die vielfach von sogenannter praktischer Seite vorgebracht würden. In Palästina müßte es unsere Hauptaufgabe sein, erziehlich zu wirken und sich mit den Einwohnern auf guten Fuß zu stellen. Unser Hauptbestreben müsse immer auf die politische Arbeit gerichtet sein. Es folgte eine lebhafte Debatte. Frankreich Paris: Samstag den 2. Mai 1. J. fand im „Saale Lancry" der Schekeltag der Zionistischen Föderation Frankreichs statt Als erster Redner trat Herr Dr. Alexander Marmorek auf. In einer sehr schönen Ansprache betonte er seine Hoffnung auf den endgültigen Erfolg der zionistischen Ideen trotz aller Hindernisse und trotz der jetzigen Irrgänge. Fräulein Schach ist auf die von der zionistischen Organisation den jüdischen Frauen ohne weiteres zuerkannten Rechte stolz und der Pflichten bewußt, die diese Rechte den jüdischen Frauen auferlegen.;:: Herr Dr. Jacobsohn stellt fest daß das jüdische Volk, weit davon entfernt das ausbeuterische Volk zu sein, als das es seihe Feinde gern vorstellen, im Gegenteil, im wahrsten Sinne des Wortes das am meisten ausgebeutete Volk ist Die Ursache? Weil es nie einen sicheren Ort hatte, um die erworbenen Reichtümer aufzubewahren, die immer in andere Hände übergingen. Als Beispiel führt er die Juden Frankreichs an. Es folgte eine Zwischenpause von zehn Minuten, die dazu ausgenützt wurde, um von den Anwesenden den Schekel wie auch für den Nationalfonds zu sammeln. Darauf ergriff Herr Dr. Ginsbourg das Wort. Er sprach über den Parteifonds. Seiner Meinung nach gibt es zwei Gründe, warum derselbe die von ihm erwarteten Resultate nicht ergeben hat Erstens: Die Unzufriedenheit der politischen Zionisten mit der neuen Richtung, die die zionistische Bewegnng eingeschlagen hat Zweitens: Die Unzufriedenheit der russischen Zionisten darüber, daß keiner der " ihrigen in das Kleine Aktionskomitee entsandt wurde. Herr Dr. Max Nordau antwortete Dr. Ginsbourg, fügte einige Worte über den Prozeß der Jüdischen Kolonialbank hinzu, dessen Ausgang noch unbekannt war. In einer sehr schönen Improvisation sagte er nachher, daß wir jetzt an der Erbauung des Fundaments des von uns geträumten Gebäudes sind und daß von der Stärke des Fundaments die Dauer- haftigkeit des Gebäudes abhängt Dieser Abend war ziemlich stark besucht, auch haben die Reden einen großen Erfolg gehabt Der Konig von Italien und der Zionismus Dem in Florenz - erscheinenden „Eco Sionista D'Italia" Nr. 2 entnehmen wir folgenden Bericht: Vor kurzem wurde dem Rabbino Maggiore von Florenz, Dr. S. H. Margulies, die Ehre zuteil von Sr. Majestät dem König