Mannheim
Compact Memory

Die Welt · 1908-05-22 · 20 (22.5.1908) · page 15

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
12 (1908)
Issue
20 (22.5.1908)
Date
1908-05-22
Page
– (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3315709-3316296-3316317--50650-3377944
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

No. 20 - sich tief in die Lehne ..... So, nu in Sicherheit.....- und morgen nich nötig zu dem traurigen Kerl, dem Rubens zu gehn .... mit" seinem falschen Lachen..... und der hätt' es doch nich getan .... glücklich überflüssig......So blieb er noch ein Weilchen im Genüsse seines Sicherheitsgefühles sitzen, daß er nun eine Stütze habe, an der Liebe und Zuneigung, die sie für ihn hegten, und daß er die anderen nun nicht nötig haben würde, wie er sie auch bisher nicht nötig gehabt hatte, und daß er ihnen, wo er ihnen auch begegnete, stolz ins Auge. schauen dürfte. Aber alles dieses versank allmählich wieder in der Tiefe seines immer mehr und mehr erblassenden Denkens..... Das Herrliche war doch wohl eigentlich nicht in ihm, sondern in ihr......er war der Empfangende...... und würde das Verhältnis zwischen ihnen wirklich so bleiben, wie es immer gewesen war?......Würde er nicht etwas .... unwillkürlich......auf seinem Gesicht.....in seinem Auge haben, wenn er zu ihr kam ..... und sie etwas Gezwungenes, etwas Genierendes......und würde es ihnen auf die Dauer doch nicht leid werden, falls er noch lange lebte, wenn sie sich auch nichts davon merken ließen...... _Ach," seufzte er . . , . . nee, nee, 's war doch nicht £ELT 17 so wie früher, als er noch der alte ehrwürdige Onkel war, noch so stark, an welchem die jungen Leute ihre Freude hatten, und der nach niemanden etwas zu fr agen brauchte und keinem eine Last war, und ganz alleine für sich selbst sorgte...... In sein Denken, dem durch seine Befreiung von den materiellen Sorgen das Leitmotiv entzogen worden war, mischte sich das "traurige Sichselbstbeklagen.......die meisten iMenschen sind, wenn sie alt werden, wahrhaftig wie Pharao im Roten Meere, all ihre Macht, ihren Reichtum und ihre Hoffnung seh'n sie um sich herum ertrinken, und sie selbst hält das Geschick am längsten am Leben, damit sie den Untergang von allem sehen und darunter leiden sollen.....O, weh, o, weh, was is *n Mensch und was kann er sich vornehmen....... .Und langsam 'richtete er sich auf. seufzte nochmals, holte eine lange Virginia aus seiner Brusttasche und steckte sie an. Seine schwülstigen Wangen jetzt aufblasend, dann wieder zusammenziehend, die Zigarre im zahnlosen zitternden Munde, daß sie einige Male beinahe die Nasenspitze berührte, ging er, aus den halbgeschlossenen trüben Augen durch die glänzenden Brillengläser stierend, schläferisch zufrieden rauchend, immer nur weiterfaselnd in seinem stillen, armseligen Geklage. oooooooi AUS DER BEWEGUNG |jooooooo~ Deutschland Deutscher Delegiertentag i9o8 Ta gesordnung. 1. Verhandlungstag: 1. Ansprache des Präsidenten Herrn R.-A. Dr. Bodenheimer- Köln. 2. Bericht des Zentralbureaus. 3. Die politische Stellung der Juden in Deutschland: R.-A. Dr. Ascher-Dessau. 4. Die großen jüdischen Organisationen in Deutschland: R.-A. Dr. Klee-Berlin. 5. Unsere Stellungnahme zur jüdischen Gemeindepolitik: R.-Dr. Dr. Kollenscher-Posen. 6. Generaldebatte. 2. Verhandlungstag: 1. Die wirtschaftliche Entwicklung Palästinas: Professor Warburg-Berlin. 2. Kulturelle Aufgaben in Palästina: Dr. Schemaria Lewin- Berlin. 3. Debatte. 4. Wahlen in das Zentralkomitee und Zentralbureau. Veranstaltungen des XI. Delegiertentages der deutschen Zionisten Breslau, „Hotel vier Jahreszeiten", Gartenstraße 66.70 Sonntag, den 7. Juni, ist das Bureau des Delegiertentages von 3 Uhr a-b geöffnet. Abends 8's Uhr: Zwangloses Beisammensein der Delegierten im Niepoldshof, Reuschestraße 51, Portal II (kleiner Saal). Montag, den 8. Juni, vormittags 9 Uhr: Eröffnung des Delegiertentages durch den Präsidenten des Zentralkomitees, Herrn Rechtsanwalt Dr. Bodenheimer-Köln.'. Mittags 1 Uhr: Gemeinsame Mittagstafel mitDamen (Kuvert3^) im Ressourcensaal der Lessingloge, Agnesstraße 5. Nachmittags 3 Uhr: Fortsetzung der Beratungen. Abends 8'/e Uhr: Kommers mit Damen im Niepoldshof, Reuschestraße 51, Portal I (großer Saal).. Dienstag, den 9. Juni, vormittags 9 Uhr: Fortsetzung der Beratungen. Abends 81/* Uhr: Große -öffentliche Versammlung in der „Börse", Graupenstraße 15. Zu den öffentlichen Verhandlungen können Einlaßkarten nur in beschränkter Zahl ausgegeben werden. Für dieselben ist von Schekelzahlern eine Gebühr von 20 Pfg. für den Nationalfonds zu entrichten, von Nichtschekelzahlern eine solche von 50 Pfg. Bestellungen von auswärts können nur bis Dienstag, den 26. Mai auf Berücksichtigung rechnen. Der Kommers ist nur für Zionisten. Karten für Nichtdelegierte 50 Pfg. Alle Bestellungen sind an das „Zionistische Bureau", Breslau VI, Königsplatz 3 b zu richten. Die Delegierten werden nochmals sehr gebeten, ihre Wünsche bezüglich der Wohnungen schnellstens dem Bureau mitzuteilen. Die Tagung der badischen Zionisten Auf Einladung der zionistischen Gruppenverbände Badens fand Sonntag den 10. d. M. eine Versammlung der badischen Zionisten in Baden-Baden statt, um über die durch das Bintreten der Zionisten in die Gemeindepolitik in Baden geschaffene Lage zu beraten. Es wohnten 23 Gesinnungsgenossen aus Mannheim, Heidelberg, Weinheim, Karlsruhe, Ottenburg und Freiburg der Tagung an. Zu Punkt 1 der Tagesordnung: „Unsere Stellung im jüdischen Gemeindeleben und zur jüdischen Genieindepolitik", referierten die Herren Dr. ' Julius Moses-Mannheim und Rechtsanwalt Dr. Pfälzer-Weinheim. Herr Dr. Moses gab eine prägnante Schilderung der Verhältnisse, durch die die badischen Zionisten gezwungen wurden, statt lediglich der Heimstättenpolitik zu dienen, sich auch um die Gemeindepolitik zu kümmern. Er forderte aber ein klares Gemeindeprogramm und die Festsetzung bestimmter Richtlinien der Arbeit, insbesondere in unserm Verhältnis zu andern Organisationen und besonders zur Orthodoxie. Herr Rechtsanwalt Dr. Pfälzer ergänzte dieseAusführungen insbesondere mit seinen Erfahrungen in kleineren Städten und auf dem Lande. Er forderte zum Versuch einer Politik der Versöhnung auf im" Sinne des zionistischen Aufrufs während --der Wahl zur Synode, außerdem aber ein taktisches Zusammengehen mit der Orthodoxie, die neben uns der einzige Träger jüdischer Ideale sei. Oberall dort, wo der Zionismus .noch nicht Wurzel fassen könne, insbesondere auf dem Lande, müßten Vereine gegründet werden zur Erziehung der Bevölkerung, insbesondere der Jugend zu jüdischem Selbstgefühl. Nach einer sehr lebhaften Debatte, an der sich die Herren Rechtsanwalt Veit-Offenburg, Dr. Kaufmann-Freiburg. Julius Wertheim-Mannheim, Dr. Simon-Heidelberg, Wilhelm Bähr-Karisruhe,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.