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Die Welt · 1908-05-01 · 17 (1.5.1908) · page 13

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Journal
Die Welt
Volume
12 (1908)
Issue
17 (1.5.1908)
Date
1908-05-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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17 - DIE3 ethode, das heißt: Hebräisch als lebendige Sprache. In diesem ustergültigen Institut wird die Jugend streng religiös und national ogen. Von nah und fern kommen hierher Fachmänner, das gramm dieser sechsklassigen Schule zu studieren und die Kinder Bibel, Geschichte, Talmud wie überhaupt in der hebräischen prache in Wort und Schrift zu prüfen. Während des hebräischen errichts bedienen sich Lehrer und Schüler ausschließlich .des ebräischen, die schwierigsten biblischen und talmudischen Stellen rden lediglich in dieser Sprache erklärt. Jeder jüdische Feiertag, öde nationale Erinnerung (darunter auch der letzten zehn Jahre, feie z. B. Herzls Tod, Kongresse, bekannte Pogrome u. drgl.) werden per durch verschiedene Veranstaltungen seitens der Schüler feierlich begangen. Dieser Tage besuchten diese Schule Oberrabbiner Ör. Gaster und Herr Wolffsohn, Präsident des zionistischen Aktionskomitees, und waren erstaunt über die seltenen Leistungen ier Kinder auf hebräischem Gebiete wie überhaupt über die hier gegebene rationelle Erziehung. Dieser Beth Hasefer, in dem unsere Kinder zu nützlichen Menschen und überzeugungstreuen Juden ertpgen werden, ist das Verdienst der hiesigen tatkräftigen Zionisten Ijherseits und der beispiellosen Aufopferung des Herrn Dr. Fuchs Anderseits. | Südafrika H Eine sehr eifrige Tätigkeit wird jetzt hier allgemein für den gärteifonds entfaltet Die Bureaus der Federation sind neuorganisiert jpid arbeiten unter der Leitung des neugewählten Präsidenten, Herrn ~ nan Morris und des Sekretärs Abrahams vorzüglich. In Prieska ein neuer Verein gegründet worden und die Verbindung unter übrigen Vereinen ist sehr rege. Obwohl das Land unter der inziellen Krisis sehr zu leiden hat, gehen doch für die verschiedenen 'tutionen nennenswerte Beträge ein. KELT 15 NACHRICHTEN Palästina (Originalbericht) Nach der Absetzung des Kaimakams f Das energische, sofortige Einschreiten der obersten türkischen gierungsinstanz und die Bestrafung des Unruhestifters erweckte gemeine Zufriedenheit. Besonders erfreulich ist die bei dieser Geinheit zutagegetretene wohlwollende Gesinnung der angesehenen irischen Bürgerklasse den Juden gegenüber. Einige arabische Bleute überbrachten den Mitgliedern des jüdischen Komitees ientische Nachrichten von arabischen Augenzeugen über die im-Unruhen, die das verbrecherische Vorgehen der Kaimakams c jeden Zweifel erhoben. Nach der Absetzung des Kaimakams lückwünschten sehr viele Araber die Juden zu ihrem Erfolge. £ alteingesessene, mit der arabischen Bevölkerung in innigem Schäftsverkehr stehende Juden beteuern, bestehen seit jeher die fen Beziehungen zwischen den arabischen und jüdischen Eminem. Auch die letztens vorgekommenen Zusammenstöße Sen'-ä'icht voreilig als antijüdische Äußerungen angesehen werden, csolche Raufereien auf der Straße unter Arabern selbst eine, »gliche, kein weiteres Aufsehen erregende und nicht ernst zu ahmende Erscheinungen bilden. Die intelligente Klasse der r, die den ökonomischen Aufschwung des Landes in. den letzten . i zu beurteilen vermag, bekundet aufrichtig den Juden gegeni 'daß sie die jüdische Einwanderung der letzten Jahre als einen »Entwicklung des Landes fördernden Faktor mit großer Symnie begrüße. Herr Moser aus Bradford weiltjetzt, nachdem er Galiläa bereits ccht, in Judäa die zweite Woche. Mit besonderer Genugtuung gte er dem Unterricht im hebräischen Gymnasium in Jaffa bei, *s er bekanntlich zur Erbauung eines Schulgebäudes 80000 5'gestiftet hat Gegenwärtig hat Herr Moser außerdem noch :ezahlung der Miete übernommen, bis das Gymnasium sein > Haus wird beziehen können. tuptsächlich um die jüdischen und deutschen Kolonien zu in, hält sich gegenwärtig Herr Dr. Lothar Meyer, ein ber deutscher Landwirt, in Palästina auf. Die Resultate seines ftms wird er vermutlich veröffentlichen. Oi. Ruppin ist bereits in Jaffa eingetroffen, und die Arbeiten gdgültigen Errichtung des Palästinaamtes sind schon in Angriff men worden. che Kultus-Kunstausstellung: in Dusseldorf. i .kommenden Sonntag wird in Düsseldorf in den schönen ■i:;des Kunstgewerbemuseums die Ausstellung von Gegenständen der jüdisch-religiösen Kunst eröffnet werden,- die der geschäftsführende Vorsitzende der Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler, Herr Direktor Frauberger, in langen Jahren mühseliger Sammelarbeit zusammengebracht hat Schon jetzt kann man feststellen, daß die Ausstellung epochemachend wirken wird. Eine derartige Sammlung, ebensovollständig wie künstlerisch bemerkenswert, ist bisher kaum jemals der größeren Öffentlichkeit gezeigt worden. Die Sammlung des Direktors Frauberger genoß zwar in Fachkreisen schon lange eines guten Rufes, indessen wird "erst diese Ausstellung die ganze Größe und Bedeutung der Sammlung zur Geltung bringen. Aus allen Gebieten des jüdischen Kultus, des Glaubens und des Aberglaubens, sind hier Ritualgegenstände und Symbole in teilweise ganz vorzüglichen Exemplaren gesammelt und für die jüdische Volkskunde bietet sich hier eine ganz neue und noch gar nicht ausgebeutete Quelle. Der Katalog der Ausstellung wurde unter der Aufsicht des Herrn Sokolow aufgestellt und zum größten Teile von ihm selbst bearbeitet Aus dem Teile des Katalogs, der die einzelnen Begriffe der Sammlung erläutert bringen wir in dieser Nummer einen Auszug. Der Besuch der Ausstellung wird sich für jeden reichlich lohnen, dem jüdisches Volkstum und jüdische Geschichte am Herzen liegen. Die Verschmelzungsbestrebungen der deutschen Handlungsgehilfen Wir berichteten seinerzeit über die vom zweitgrößten Verbände der deutschen Handlungsgehilfenorganisationen, des Verbandes deutscher Handlungsgehilfen in Leipzig, mit dem antisemitischen deutschnationalen Handlungsgehilfenverband zum Zwecke der späteren Verschmelzung beider Organisationen geführten Unterhandlungen. Das Bekanntwerden dieser Tatsache erweckte in den Kreisen des Leipziger Verbandes allgemeine Empörung und Entrüstung. Man begriff die Gründe nicht die den Verband dieser angeblich „liberalen" Organisation veranlaßt haben sollten, plötzlich in Fusionsunterhandlungen mit einem Verbände zu treten, der Juden von seiner Mitgliedschaft prinzipiell ausschließt sich in der Tendenz als durchaus antisemitisch und ganz und gar reaktionär (Unterdrückung der Frauenarbeit Kampf gegen die Warenhäuser usw.) und im Ton als roh und demagogisch erwiesen hat und seit seinem Bestehen den Leipziger Verband aufs heftigste und hetzerischste angegriffen hatte. Am 26. April fand nun in Leipzig die von mehr als 1200 Delegierten besuchte Generalversammlung des Verbandes deutscher Handlungsgehilfen statt in der diese Frage zur Debatte stand. Nach langer und teilweise sehr stürmischer Debatte wurde schließlich eine ursprünglich vom Verbände bekämpfte Resolution angenommen, die zwar in der Form den Versuch einer Verständigung mit dem antisemitischen Verband billigt dadurch aber, daß sie diese Verständigung auf das sozialpolitische Gebiet beschränkt, immerhin eine Desavouierung des Vorstandes enthält Man könnte vielleicht geneigt sein, in der ganzen Angelegenheit ein deutliches Mene-Tekel für die deutsche Judenheit zu erblicken. Der Verband hat schon bisher in seiner Organisation Juden niemals in leitende Stellungen zugelassen. Und auch in den Verhandlungen zeigte sich, daß die gegenwärtige Leitung - des Vereins und ein großer Teil der Mitglieder gar kein Verständnis für die allgemein-prinzipielle Bedeutung einer Bestimmung hat, die irgendjemanden seines Glaubens oder seiner Abstammung wegen ausschließt. Man schien nur allzu geneigt diese Frage als eine lediglich jüdische zu betrachten und ein Entgegenkommen in diesem Punkte als eine Courtoisie den jüdischen Mitgliedern gegenüber aufzufassen, die sich natürlich — so geht die Logik weiter — dafür durch artiges Betragen erkenntlich zeigen müssen. Solange die Meinung des ersten Vorsitzenden des Verbandes „Mag der deutschnationale Verband Paragraphen haben, wie er. sie will, bei uns ist Platz genug für die jüdischen Kollegen, und wir brauchen, einen anderen Verband nicht zu zwingen, seine Statuten zu ändern" nicht auf den geschlossenen und prinzipiellen Widerstand des Verbands stößt und der Auffassung Platz gemacht hat, daß der ein Feind •. der gesunden Handlungsgehilfenpolitik ist, der in soziale Fragen Rassen- und Glaubenshaß hineinträgt so lange haben die..: jüdischen Handlungsgehilfen Deutschlands alle Ursache, dem Ver- •. bände deutscher Handlungsgehilfen zu Leipzig vorsichtig und abwartend gegenüberzustehen. Ein Stück Mittelalter. In Galizien kann man nicht so leicht das Mittelalter vergessen, Sehr oft können wir in diesem „Halbasien" Vorgängen begegnjsn. die insbesondere uns Juden sehr lebhaft an das Mittelalter erinnern: Da haben wir z^B. ein Städtchen Kalvarya, welches jedes Jahr tausende polnische Pilger besuchen, und wo schändliche Hetzbilder gezeigt werden, welche die finstere Masse gegen die Juden aufreizen. Aus einem anderen galizischen Nest* brachte neulich ^Kn :

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