Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 12 (1908)
- Issue
- 17 (1.5.1908)
- Date
- 1908-05-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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14 : DIE] No.'"] Mitteilung, dämit für alle Wohnungen beschafft und Zuhörerkarten reserviert werden können. Bezüglich der Wohnungen wird um Angabe gebeten, ob Privat¬ oder Hotelzimmer gewünscht wird, und ungefähr in welcher Preislage. In dem Hotel, in dessen Sälen die Verhandlungen stattfinden, stehen einige Zimmer von 2.50 Mark an zur Verfügung. Besonders diejenigen, die auf diese Zimmer reflektieren, werden um schleunige Mitteilung gebeten. Sehr erwünscht ist auch jetzt bereits die Angabe, ob an dem gemeinsamen Mittagessen am Montagmittag, im Saale der „Lessingloge" (streng rituell, Kuvert exkl. Wein 3 Mark) teilgenommen wird. Alle hierauf bezüglichen Mitteilungen, Anfragen usw. sind zu richten an das „Zionistische Bureau, Breslau VI., Königsplatz 3 b." Mitteilungen des Zentralbureaus der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. 1. Wir machen wiederholt darauf aufmerksam, daß die Auflage des Anfang Mai erscheinenden Zionistischen A-B-C-Buches nur eine sehr kleine ist und daher bald vergriffen sein dürfte. Wir bitten daher alle zionistischen Vereine dringend, diejenige Anzahl von Exemplaren, auf die sie reflektieren, baldigst bei uns 2u bestellen. Da das A-B-C-Buch die beste Informationsquelle übör alle politischen und sozialen Fragen der modernen Judenheit darstellt, bitten wir, besonders auch in nichtzionistischen Kreisen für das Werk Propaganda zu machen. Prospekte stehen allen Interessenten zur Verfügung. Der Preis des Buches beträgt 2.75 JL für das broschierte und 3.50 Ji für das gebundene Exemplar. Der Versand erfolgt nur gegen Voreinsendung des Betrages an unsere Adresse: Charlottenburg 2; Bleibtreustr. 49. Zuzüglich 60 2> für Porto. 2. Die bereits mehrfach angekündigte Broschüre „Wirtschaftliche Tätigkeit in Palästina", die ein Agitationsmittel ersten Ranges darstellt, liegt nunmehr fertig vor und wird von uns zum Preise von 10 $> pro Exemplar abgegeben. 100 Exemplare kosten 6J(, von 500 Exemplaren an 5 Jt pro 100 Stück. Bestellungen erbitten wir ebenfalls baldigst an unsere Adresse. Wiesbaden. Nach vielen Jahren hatten wir wieder einmal Gelegenheit, hier einen Vortrag über den Zionismus zu hören. Am 20. d. Mts. sprach Herr Bertram Stern vor ziemlich zahlreich erschienenem Publikum über das Thema: „Was will der Zionismus?" In der sehr lebhaften Diskussion wurden gegen den Zionismus die alten Gründe ins Feld geführt. Wirkungsvoll traten den Vorwürfen die Herren Bluhm und Rosenberg entgegen. In einem Schlußworte gab der Referent ein Bild von den bestehenden Institutionen. Reicher Beifall lohnte den Vortragenden am Schlüsse seiner Ausführungen. Zwölf Zionisten wurden gewonnen. Man beschloß die Einrichtung eines zionistischen Zirkels. Breslau. Am 4. April hielt Herr Dr. Sandler in einer gut besuchten öffentlichen Versammlung einen Vortrag über „Jüdisches Kunstgewerbe in Palästina und seine wirtschaftliche Bedeutung". In einstündiger Ausführung behandelte der Redner die Entwicklung und den heutigen Stand des orientalischen Kunstgewerbes vom künstlerischen wie vom wirtschaftlichen Standpunkte aus, besprach die für häusliche Kunstindustrien in Palästina vorhandenen Chancen, um endlich die Bezalel-Idee zu entwickeln und das bisher Erreichte durch die Schilderung eines Besuches in der Bezalel-Schule zu illustrieren. Nach dem Vortrag, der von dem Vorsitzenden, Herrn Professor Badt mit einer Vorrede wirksam eingeleitet worden war, traten 26 Mitglieder dem Verein „Bezalel" bei so daß die Breslauer Gruppe des Bezalel-Vereins nunmehr gegen 80 Mitglieder mit einem Jahresbeitrag von etwa 450 Jt zählt Wir benutzen diese Gelegenheit um den Ortsgruppen zu empfehlen, die bisher arg vernachlässigte Agitation für den Verein Bezalel in dem gleichen Sinne aufzunehmen. Es hat sich gezeigt, daß gerade die Bezalel-Idee geeignet ist, die uns fernerstehenden Kreise, die nie zum Besuch einer zionistischen oder palästinophilen Versammlung zu bewegen sind, uns näher zu bringen. Das Thema erscheint vielen vom künstlerischen wie vom volkswirtschaftlichen Standpunkt aus originell und interessant genug, um sie zum Besuch der Versammlung anzuregen, wo in. ihnen dann doch ein gewisses Interesse für. Palästina erwacht, das sich manchmal in, sofortigem Beitritt zum Bezalelverein äußert. Es empfiehlt sich auch, wie es in Breslau geschehen ist, die Versammlung von einem freien, aus angesehenen, nichtzionistischen _ Gemeindemitgliedern bestehenden Komitee einberufen zu lassen. Übrigens brachte auch die Presse, die unsere Versammlungen sonst mit Stillschweigen übergeht, diesmal ein längeres Referat Es bietet sich hier den Ortsgruppen eine Möglichkeit, gerade bei sonst indifferenten .Personen das erste Interesse für Palästina zu erwecken, einen Palästinabeitrag von ihnen zu erhalten und so neue Anknüpfungspunkte., zu schaffen. Osterreich Teschen: Am Sonntag den 12. April wurde die neugt gründete Lesehalle feierlich eröffnet. Nach der Begrüßungsansprache des Herrn Zweigenthal kam die Präsidentin des Mädchen Vereins „Ruth", Fräulein "G r e t e Berg er, zu Worte. Sie fühl" den zahlreich erschienenen Gesinnungsgenossen in klarer u §ehaltvoller einstündiger Rede die Ziele dieser Gründung vor Äugt ie warf einen Rückblick auf die Entstehung des Zionismus ung zog besonders in Betracht die Aufgaben, die der zionistischen Fra* in der Bewegung zufallen. Nachher erfolgte das feierliche Ar. schlagen der Mesusa, wobei Herr E i c h n e r die rituellen GesängL in wirksamer Weise zum Vortrag brachte. Nachdem noch Herr PollaH im Namen der Poalei-Zionisten und Herr K o h n im Namen de$ Studentenschaft die Errichtung dieses Zentralpunktes jüdische! Lebens in unserer Stadt begrüßt hatten, schloß nach Absingunj,_ zionistischer Lieder der Vorsitzende "Herr Ziffer die ebenso e?s hebende wie in ihrer Wirkung nachhaltige Feier. — Dem National^ fonds flössen namhafte Spenden zu. Italien Florenz. Soeben erschien hier die erste Nummer der neuen Zeitschrift: „L'Eco Sionista d'Italia." Diese Monatsschrift soll nicht nur das Organ der Floreru „Gruppo Sionista fiorentino" sein, sondern soll auch das gan italienische Judentum über die wahre Bedeutung und die Endziel« des Zionismus belehren. — Der Indifferentismus der italienischei Juden dem Zionismus gegenüber, hat seinen Grund nur in den Umstände, daß die Leute vom Zionismus entweder gar keine odejl nur eine unklare, auch falsche Auffassung haben. — Um diese Indifferentismus zu besiegen, hatte Herr Bildhauer Beer, Präsidei des hiesigen „Gruppo Sionista", die gute Idee, ein Blatt ins Lebei zu rufen, wodurch auch der hiesigen zionistischen Vereinigung — welche sich jetzt zum drittenmal gebildet hat, — endlich eing solide Grundlage geschaffen wurde. Das Blatt soll alles bringi' was aufklärend wirken kann, und wird daher einen großen *~ aus anderen — (nichtitalienischen) — zionistischen Schriften : Italienische übersetzen müssen. — In der nächsten Nummer solfl die Rede unseres Präsidenten Wolffsohn und der Artikel „FernbebenJ von Dr. Nordau in italienischer Obersetzung erscheinen usw. v — Die jungen Leute arbeiten hier mit einem wahren Feuereife; und zionistische Frauenhände haben eine prächtige blauweiße Fahnn (Bandiera Sionistica) gestickt, welche am 26. ds. Mts. feierlich eir geweiht wird. Die Vorbereitungen zu diesem Feste werden eifri betrieben. — England Liverpool. Die zionistische Massenversammlung in der Hopl Hall anläßlich der Anwesenheit des Präsidenten Wolffsohn nannj einen glänzenden Verlauf. Colonel I. E. B. Seely, der ernannte Staatssekretär für die Kolonien, präsidierte. Begrüßunj schreiben waren eingelaufen vom Lord Mayor von Liverpool, 1 Max Nordau, Sir Francis Montefioreu. v. a. Unterstaatssekre _ Seely bekannte sich in einer sehr eindrucksvollen Rede als einej sehr warmen Freund der zionistischen Sache. Dr. Gaster brach eine Resolution ein, die das Vertrauen zur Leitung und den Will«_ zur tätigen Mitarbeit ausdrückt Die' Resolution wurde einstimn«! angenommen. Präsident Wolffsohn hielt, von stürmischem BeiH begrüßt, eine Rede, ähnlich der in London gehaltenen, die seinerzeit im Wortlaut veröffentlicht haben. Nach Schluß der Red wurde dem Präsidenten von der Versammlung eine lebhafte Ovatio_ bereitet Es sprachen noch die Herren. S. Goldreich, Rabbinja Rabbinowitsch, B. L. Benas, Rev. I. Raffalovich, I. Fuchs und 6 Mayor von Birkenhead. Leeds. Auch die zu Ehren des Präsidenten Wolffsoh" in Leeds veranstaltete Massenversammlung nahm einen zeichneten Verlauf. Vor der Versammlung fand im Great NortheJ Hotel eine Feier zu Ehren der fremden Gäste statt. Eine zionistische Musterschule Seit vier Jahren existiert in Liverpool eine hebräische Taj schule, die nicht nur einzig ihrer Art in England ist, sondern aug außerhalb als Muster hingestellt werden kann. Diese Schule,-;«? im Hebräischen „Beth Hasefer Haleumi" genannt und von dg gewesenen Redakteur der bekannten hebräischen Wochensc „Hamagid", Herrn Dr. J. S. Fuchs geleitet wird, steht wohl unj der Aufsicht des allgemeinen Schulrats, verfolgt aber ihr speziF* jüdisch-nationales Programm. In derselben lernen Knaben . 4 bis 15 Jahren profanes Wissen nach dem Muster einer höhe« Schule und hebräische Gegenstände nach der bekannten Benja