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Die Welt · 1908-04-15 · 16 (15.4.1908) · page 30

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Journal
Die Welt
Volume
12 (1908)
Issue
16 (15.4.1908)
Date
1908-04-15
Page
– (sequence 30)
Language
German
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Ihre Stimme für oder gegen die Abänderung abzugeben, und haben auch selbst durch Bekanntmachungen in der „Welt" die Aktionäre zur Stimmabgabe aufgefordert Sobald das Gutachten der juristischen Kommission vorliegen wird, wird das £. A. C. seinen endgültigen Beschluß fassen." 6. Über die Entscheidung des Aktionskomitees verlautete nichts Neues bis zum 13. März 1908, wo sie im „Jewish Chronicle" veröffentlicht wurde, und es ist eine Tatsache, daß eine Versammlung des Engeren Aktionskomitees stattgefunden und folgenden Beschluß gefaßt hat: „Nachdem das E. A. C. die Gutächten der vom Kongreß gewählten "Juristen entgegengenommen hat, sieht es keine Veranlassung, jetzt das schwebende Verfahren zu unterbrechen, und beschließt vielmehr, die Entscheidung des englischen Gerichtes vom 7. April abzuwarten. Das E. A. C. hat ferner Veranlassung genommen, sich dahin auszusprechen daß die von einigen Mitgliedern der Bankverwaltung gegen die Abänderung der Statuten geführte Agitation mit der erforderlichen Parteidisziplin nicht in Einklang zu bringen ist" Eine Kopie der Veröffentlichung des „Jewish Chronicle" vom 13. März 1908 liegt dieser meiner Erklärung bei. Eine ähnliche Kundgebung erschien in der „Welt" vom 6. März 1908, vier Tage nach dem letzten. Abstimmungstermin. 7. Die Wirkung, daß der Beschluß des Aktionskomitees erst vier Tage nach Ablauf des vom Richter für die Abstimmung festgesetzten Termins veröffentlicht wurde (sei es nun, daß diese Veröffentlichung absichtlich, zurückgehalten - wurde oder nicht),. war, daß die Gegner der Änderung verhindert wurden, zeitig eine große Anzahl von gegnerischen Stimmen zu erhalten, die sie sonst bekommen hätten. Zur Unterstützung dieser Bekundung verweise ich auf den Sol. Goldberg gezeichneten Brief im „Jewish Chronicle" vom 14. Februar 1908, von dem ich eine Kopie beilege. In diesem Briefe sagt Mr. Goldberg: „Wo ist der Bericht der drei Sachverständigen? Sechs Monate sind seit dem letzten Kongreß vergangen, und wir haben das Recht, ihre Entscheidung kennen zu lernen. Ich appelliere an unsern Führer Herrn Wolffsohn, -uns den Bericht und die Entscheidung des Engeren Aktionskomitees und der Sachverständigen kundzugeben. Ich für meinen Teil muß sonst jedem Zionisten, dem die Institution, die unser verstorbener Führer geschaffen hat, teuer ist, raten, weder für noch gegen zu stimmen. Wenn der Bericht nicht erscheint, wird die ganze Verantwortung auf dem Engeren Aktionskomitee ruhen bleiben, und ich glaube und behaupte, daß viele Aktionäre im selben Zustand der Unentschlossenheit gewesen sind." 8. Zur selben Zeit wandte der Jewish Colonial Trust, der im Besitze der Namen und Adressen seiner Aktionäre ist, deren" Zahl nicht weniger als 130 000 beträgt, und durch die zionistische Bewegung eine Organisation zur Verbreitung seiner Ansichten in jedem Lande hat,, alle Mittel an, um Stimmen für die Abänderung und gegen den Widerstand gegen die Abänderung zu erlangen. 9. Der letzte zionistische Kongreß im Haag, der einen großen Druck auf die Abstimmung ausgeübt hat, war eine Körperschaft mit höchstens 25 Prozent Aktionären der Gesellschaft. Zur Bekräftigung dessen zitiere ich den Bericht der im Haag abgehaltenen Generalversammlung der Aktionäre, der im „Jewish Chronicle" vom 27. August 1907 veröffentlicht ist. Dieser Bericht, den ich für zutreffend halte, besagt, daß weniger als 1_00 Aktionäre anwesend waren, und daß ein Delegierter seine Überraschung darüber ausdrückte und sagte, daß bei einer Präsenzziffer von 400 Delegierten auf dem Kongreß ein verhältnismäßig kleiner Teil der Generalversammlung beiwohne, und daß zweifellos viele von ihnen nicht Aktionäre seien und vielleicht die Bedeutung des Trust für die Bewegung nicht richtig einschätzten. Ein Auszug aus diesem Bericht des „Jewish Chronicle" liegt dieser meiner Aussage bei. 10. Zur Bekräftigung meiner in meiner vorigen Erklärung abgegebenen Aussage behaupte ich, daß die Tatsache, daß Palästina für eine Kolonisation des jüdischen Volkes nicht offen ist, bewiesen -wird dadurch, daß es der Bank unmöglich war, die vom Richter angeordnete Veröffentlichung dei Anzeige in irgendeiner in Palästina erscheinenden Zeitung durchzuführen!, Um mich über die Haltung des Zensors zu vergewissern, sandte ich selbst eine derartige Anzeige dem Herausgeber der Haschkafah. Sie wurde mir von dem Herausgeber in einem Briefe Vorn 9. November 1907 zurückgesandt. Die besagte Anzeige und das Original und die Übersetzung des Briefes liegen dieser meiner Aussage bei._ Aus der erwähnten Form der Anzeige und der vorgenommenen Änderung und aus dem besagten Briefe geht hervor und erscheint als Tatsache, daß der türkische Zensor sehr streng ist inbezug auf alles, was mit jüdischer Kolonisation in Palästina zusammenhängt, und daß das Erscheinen der Anzeige nur gestattet worden wäre, wenn die Worte „in Palästina,- Syrien und anderen Teilen der asiatischen Türkei, der Halbinsel Sinai und der Insel. Cypern" entfernt worden wären. Es besteht nämlich in Palästina ein Gesetz, das die "Einwanderung der Juden verbietet, und deshalb wird eine solche Anzeige ungesetzlich sein.. 11. Im Zusammenhang damit verweise ich auch auf die Anschauungen von Armenius Vambery, der Dr. Herzl bei Seiner Majestät dem Sultan der Türkei einführte, der ein persönlicher Freund des Sultans war und die türkische Politik besser kennt als irgendeine lebende Person. Ich lege dieser meiner Erklärung ein Dokument bei, das den Abdruck eines Briefes enthält, den Mr. Vambery an mich gerichtet hat und der jetzt in meinem Besitz ist und die Ansicht ausdrückt und unterstützt (und ich glaube durchaus, daß sie den Tatsachen entspricht), daß* keinerlei Aussicht vorhanden ist, von Seiner Majestät dem Sultan die Einwilligung zu einer jüdischen Kolonisation in Palästina in der vorgeschlagenen Weise zu erhalten. Ich werde in dieser Anschauung durch die mir eingesandten Zeugnisse augenblicklich in Palästina und Syrien lebender Zionisten ■ unterstützt, die mir entweder für meine Stellungnahme in der Statutenänderungs-Angelegenheit danken oder aus ihrer persönlichen Erfahrung die Ansicht äußern, daß Palästina die erforderliche Zuflucht nicht gewähren kann. _ ~ So 'sagen die Zionisten aus Beirut (Syrien): „Wir, die wir direkt an den Grenzen Palästinas wohnen und das Land durch und durch kennen, sind zu unserm Bedauern gezwungen, zu erklären, daß die Arbeit der Zione-Zionistischen Organisation in Palästina auf unüberwindliche Hindernisse stoßen muß und im gegenwärtigen Augenblick nieht zum gewünschten Ziele führen kann." Ich bin mit der hebräischen Sprache sehr wohl vertraut,' und bekunde, daß eine genaue Übersehung dieses Zeugnisses beiliegt. 12. Ich behaupte, daß alle bisherigen Versuche der Kolonisation Palästinas mißglückt sind, weil die hierauf bezüglichen türkischen Gesetze die Einwanderung von Juden in Palästina verhindern. Obgleich das Gesetz von den türkischen Behördennicht streng durchgeführt wird, haben1 die Juden, — wie mir von Sachverständigen mitgeteilt wird .und wie ich glaube, — kein gesetzliches Recht, nach Palästina zu gehen. Kein Haus kann ohne behördliche Erlaubnis erbaut werden, und viele der Kolonistenhäuser figurieren offiziell als Ställe. Dr. M. J. Bodenheimer aus Köln, der Präsident des Direktoriums des Jüdischen Nationalfonds, eines besonderen zionistischen Fonds für den Landerwerb, gab über diese Angelegenheit einen offiziellen Bericht; der in der „Welt" vom 10. Mai 1907 veröffentlicht worden ist und dieser meiner Erklärung beiliegt. In diesem Bericht sagt Dr. Bodenheimer, der ein ausgezeichneter Jurist ist, folgendes: „Was den zweiten Punkt der Verwaltung anlangt, die Bodenpolitik in Palästina, so ist mit der peinlichen, aber ebenso unleugbaren Tatsache zu rechnen, daß in absehbarer Zeit , die Erwerbung von Grund und Boden in Palästina oder dessen Nachbarländern mit irgendeiner rechtlichen Sicherheit für den N. F. ein Ding der absoluten Unmöglichkeit ist. Alle hierüber eingeholten Gutachten stimmen in diesem Punkt überein." Diese Rechtsunsicherheit hat unter den Zionisten mit Bezug auf die Anlage des Kapitals des Trust und anderer zionistischer Fonds eine lebhafte Debatte hervorgerufen, und im Zusammenhang damit beziehe ich mich auf die folgenden Briefe, Berichte und Veröffentlichungen, nämlich: a) einen Brief von Mr. Joseph Cowen, eines der Direktoren des Jewish Colonial Trust, der im „Jewish Chronicle" vom 1. Februar 1907 erschienen ist und von dem ein Auszug-dieser meiner Aussage beiliegt; b) einen Bericht des Professor Warburg, Mitglied des Engeren Aktionskomitees der zionistischen Bewegung und Vorsitzender der Palastinakommissionen. Dieser Bericht ist im „Jewish Exponent, Philadelphia" vom 5. -Juli 1907 abgedruckt, und ein Exemplar dieser Zeitung liegt dieser meiner Aussage bei. In diesem Berichte sagt Professor Warburg: „Der Zionismus mit seinen großen Redensarten und seiner gegenwärtigen absoluten Hilflosigkeit gegenüber jeder praktischen Frage beginnt eine traurige Figur in Palästina zu werden. Er wird tatsächlich ausgelacht und nicht länger ernst genommen. Der Nationalfonds ist durch seine Form behindert, und die Bank war bis jetzt nicht in der Lage und. wird es auch in Zukunft nicht sein, irgendetwas von Bedeutung für die Verbesserung der Bodenschwierigkeiten zu tun. Im Gegenteil, der Kredit, den sie gewährt hat, hat sich" infolge des hohen Zinsfußes-, den sie zu nehmen gezwungen war, wiederholeritlich als verderblich erwiesen, insbesondere auch infolge der schweren Rückzahlungsbedingungen oder der teuren Leihgebühren, die zu verlangen-sie in ihrem eigenen Interesse gezwungen war." Des fernem beziehe ich mich c) auf die Mitteilung David Levontins, des Präsidenten oder Geschäftsführers der Anglo-Palestme

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