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Die Welt · 1908-04-15 · 16 (15.4.1908) · page 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
12 (1908)
Issue
16 (15.4.1908)
Date
1908-04-15
Page
– (sequence 21)
Language
German
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Bus dem Hohen biede** von m. Sdierlag Sulamit: 0, tage mir du, den meine Seele liebt, Wo läfteft du mittags deine ßerde weiden? 3* will nicht länger verhüllt und betrübt Bei fremden Berden weilen und leiden...... ßorch! 3ft das nicht die Stimme des Geliebten? Er ruft: »0, Traute, komm! Die uns betrübten, Die Wetterwolken haben fich verzogen; Gefprengt find tdion des Itarren Winters Bande, Viel Knotpenhände aus dem Boden pochen Und Curtelraubenruf erfreut die bände; Die .Feige reicht der buft den Crank oon Düften, Die Rebe hüllt ins Blühekleid [ich ein. Komm, füke Caube, läh an Felfenklüften Dich lehn in deiner Schönheit Glorientdiein! Wo fchmat der Steg sich fchlingt am Bbgrundrand, Da lehnft du heimlich dich an meine Band, Und deine Stimme wird wie Flfiftern fein.«-- 3di komme, Crauter, und wir werden beide nach kleinen Füchten fahn auf wilder Beide, Radi Füchten, die des Weinbergs Frucht verderben, Und werden unter Roten glücklich lein. Bis dunkle Schatten dielen tag verfärben, Bift du, Geliebter, mein, und ich bin dein! Der König: Bis Rill die dunklen Schatten fliehen Und (ich der üag dem Hbend neigt Will ich, Geliebte, mit dir ziehen, Wo [ich die Illurrhe wirr vezweigt, Der Weihrauchhügel höher tfeigt Und unferm Blick die Weite zeigt. Zum Bermon folge mir und zum Snir! Wie bift du ichön! Kein Fehl itt an dir. Du nahmft mir mein Berz mit einem Blick, mit einem einzigen Gefduneidettück...... Wo weilt dein Traum? Wo weilt dein Sinn? Vertraue mir, da ich gut dir bin! *; Bus einem angedruckten Einakter Sulamit: 3ch lag im Schlaf, doch hat mein Berz gewacht, Und eine Stimme kam aus Killer nacht, Gin herzvertrauter, innigtfifjer baut: »0, tu mir auf, du holde Berzensbraut! 3n meine bocken fiel der Silbertau 3n kühlen Perlen von der ßimmelsau.« — Wie foll ich auf Kehn? Bin der Kleider bar, Die Füfje bloh und aufgelölf mein Baar. — Doch als mir durch die Öffnung in der Wand 3m mondlicht winkte des Geliebten Band, Ward rege für ihn meines Berzens Brand. Und ich erhob mich, um ihm aufzutun. Zart riefelte der leite Duft der myrrhe Pon meinen Fingern auf den Griff der Cüre, Und fachte öffnend, blickte ich hinaus : Wie Silber lag das ITlondlidit ausgegotfen. Doch war von meinem biebestraumgenoffen Kein Schatten auch vor meinem Baus. — ttun mochte meine Seele nimmer ruhn. 3ch lieh mein Baus Und lief auf dunklen Wegen Und rief ihn laut, doch kam kein Ruf entgegen, Und weiter irrte ich von Cor zu Cor, Piel zweifelbange, fehnfuchtsfchwere Stunden, Und rüttelte die Wächter aus dem Sdilafe. Die grollten mir und fdilugen midi zur Strafe Und nahmen mir den Schleierflor Und liehen mir nur ftummen Schmerz und Wunden Euch Schwertern, leg ich es in den Sinn: Wenn meinem Crauten ihr begegnet, Saget ihm, wie liebeskrank ich bin. Und wie mein mund ihn fegnet! Der König: Und blutet auch mein Berz, ich Iah dich ziehn, Wohin fich deine tiefe biebe fehnt. mit meinem Segen nimm den Weinberg hin, Der bis BaNBamon lein Gelände dehnt. — Wie fehr du meiner biebe alles bift, 3ch fühl's in meines Berzens Dämmernitfen. Und wenn mir auch fo weh und einfam "itt. So trottet eins mich: glücklich dich zu wüten. Der biebe beugen fich auch Königskronen, Entfagung blüht und Wehmut auch auf Cronen.

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