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Die Welt · 1908-03-27 · 13 (27.3.1908) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
12 (1908)
Issue
13 (27.3.1908)
Date
1908-03-27
Page
– (sequence 13)
Language
German
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!?(srufsar^K^r, No. 13 gewaltsamer, -robuster. Wahrscheinlich vom Geschlechte der Epiker. Was alles ein sündiger Mensch — ahnungslos — anrichten mag! Nicht einmal dabei gewesen. Ein Hoftninisterium übersehen, die tapfern Kosaken von Lask verunglimpft und unsren freiwilligen .Gotteskpsäkchen, selbsternannten Glaubenswächtern und Seelenrichtern unbeabsichtigt auf die Hühneraugen getreten. Also erklingen im süßen. Liebeschor die Urteilssprüche: — Sibirien, Cherem und Gott weiß welche Strafen noch. Es nimmt sich wegen 'der Abwechslung schön aus. Nur entsteht eine Verlegenheit aus der Fülle, — dem „embarras de richesse". Soll ich den Schauplatz meiner Untätigkeit nach Sibirien verlegen, oder mich früher den Inquisitörchen für die Exekution ausliefern? Als Talmudist, würde ich fragen: wo ist der „byd'rabo mineh"? Ich fühlte mich eigentlich von der relativen Güte der Kosaken von Lask ganz überwältigt Zwar verurteilt, aber mit dem gehörigen Apparat. War ja auch ein Zeugen verhör! Es gewährt hingegen einen schätzbaren Einblick in die Psyche unserer Kosäkchen, daß : DfE2|KELT : 15 sie — die Traditionellen! — keinen Schimmer davon haben, daß die Strafpredigten gegen den Nächsten von unseren Weisen überhaupt als blödsinniger Sport bezeichnet werden, daß nach ihrem Lehrsatz ein jeder sich selbst das „cura te ipse" („kschot atzmoch") gegenwärtig halten soll, daß ferner ein Urteil nur demjenigen zukommt, der von den in Rede stehenden Dingen etwas versteht, daß bei jedem Urteil zunächst das „l'kaf z'chus" maßgebend ist daß man endlich ohne Untersuchung, ohne sieben „Chakiroth Udrisschoth" kein böses Wort gegen jemand sagen darf. Eine Kuriosität hochkomischen Genres ist für mich dieses „Am-Haarazentum" . . . Ob eine Berufung gegen ein inquisitorisches Urteil eingelegt werden kann? Bei einem Zensurprozeß in Rußland ist es statthaft — ob auch bei unseren Sündenhaschern, das weiß ich nicht. Die Sache ist noch zu neu und die Prozedur steht noch nicht fest Im Laufe vieler Jahre an eine Zensur gewöhnt, empfinde ich angesichts des Versuchs einer Frankfurter Nachahmung dieser Institution neben dem natürlichen Ekel gegen Ideenschnüffelei eine gewisse Pietät für die „Heimatsklänge". N. S. o o o o o o o 1 oooooooll AUS DER BEWEGUNG Deutschland Hamborg: Auf Veranlassung der zionistischen Vereinigung und der Henry-Jones-Loge veranstaltete Herr Dr. Bogumil Zepler im Konzerthaus Hamburg einen Vortragsabend: ^Das jüdische Volkslied". Herr Leo Gollanin und Frl. Vera Goldenberg wurden für ihre kunstvollen Darbietungen vor der weit über 1000 Personen zählenden Zuhörerschaft mit jubelndem Beifall belohnt- Das Hamburger Fremdenblatt berichtet in einem langen Artikel, anscheinend frappiert, von dem zahlreichen Publikum, das sich anscheinend im Jargon recht heimisch fühlte. Hannover: Am Sonntag den 22. d.M. hatten wir das Vergnügen, in der hiesigen Vereinigung „Dorsche Schlom Zion" einen Vortrag des Herrn Israel Beikind aus Jaffa zu hören. Die weit über 200 Erschienenenlauschten mit besonderem Interesse den vortrefflichen Ausführungen des Vortragenden, der über die gegenwärtige Lage Palästinas und die Schule Kirjath Sefer sprach. — An der darauffolgenden Diskussion nahmen unter anderen die Herren.Dr. Löb, Ing. Gurland und D. Braumann teil. Die Zahl der neubeigetretenen Mitglieder beträgt 25. Österreich Teplitz-Schönau. Jüdischer Volksverein „Zion": Am 8. März begrüßten wir Herrn Rechtsanwalt Gronemann aus Berlin als Gast in unserer Mitte. Herr Rechtsanwalt Gronemann sprach über „Das jüdische Problem in unseren Tagen" und wußte mit seinen interessanten Ausführungen, in denen er eine historische und phychologtsche Begründung des Zionismus mit schlagender Beweiskraft erbrachte, den. reichen Beifall einer starken Zuhörerschaft zu gewinnen. An den Vortrag schloß sich eine Diskussion an, in der vornehmlich die Institutionen der zionistischen Organisation zur Sprache kamen. StryJ: Jüngst fand im Verein „Zion" vor einem zahlreichen Auditorium der. erste hebräische Abend des „Ibriah-Klubs statt. Der Zweck der Veranstaltung, die hebräische Sprache durch ihre Kunst und Dichtung den allgemeinen Kreisen zugänglich zu machen, scheint in glänzender Weise erreicht. Es mögen viele gewesen sein, die das Hebräische nicht .verstanden, gewürdigt haben sie es alle. Nach einerkurzen hebräischen Eröffnungsansprache des Herrn Weitz, hielt der bekannte hebräische Schriftsteller M. Kleinmann, einen vorzüglichen Vortrag (zuerst hebräisch und dann deutsch) über die Sprachen des jüdischen Volkes". Schweiz Genf:' Heute ist hier, dank den eifrigen Bemühungen des Herrn Or. Samuel Büchler, der A.-H.-Verband der jüdisch-nationalen Studentenverbindung „Kadimah"-Bern offiziell begründet worden. ' Die Begründung dieses Verbandes, dem um das Judentum und den Zionismus sich verdient gemachte Persönlichkeiten, wie Dr. Max Nordäu (Paris), Dr. D. Pasmanik (Genf) und Dr. Gamille Levy (Biel) als Mitglieder honoris causa angehören, ist in "zionistischer Hinsicht insofern zu begrüßen, da derselbe der J. N. St V. „Kadimah" in Bern eine kräftige Agitation für den Zionismus in der Schweiz durch moralische und materielle Stütze ermöglichen wird. Die Vorstandswahl ergab folgendes Resultat: Rev. Dr. J. M. Salkind (Cardiff), Präses; Redakteur J. F. Goetz (Berlin), Vizepräses; Dr. Siegfried Mehler (Berlin), Kassierer und Aktuar. Der Sitz des Verbandes ist Berlin, seine Funktion beginnt gleich nach den Ostertagen. Jeweilige Anfragen oder sonstige Zuschriften richte man bis auf diese Zeit gefälligst an Dr. Samuel Büchler, Genf, Quai des Forces-Motrices 12. England. In der jüngsten Versammlung des Exekutivkomitees der English Zionist Federation wurde mitgeteilt, daß der Präsident David Wolffsohn zugesagt hat, gelegentlich einer am 5. April in London in der Holborn Town Hall zu veranstaltenden Massenversammlung eine Rede zu halten. Weitgehende Vorbereitungen für dieses Meeting sind bereits getroffen. Sir Francis Montefiore hat der Federation eine größere Zuwendung gemacht und die Federation zugleich seiher fortdauernden Bereitwilligkeit zur Mitarbeit versichert. . In Ergänzung unseres jüngsten Berichtes ist noch mitzuteilen, daß die Federation bei der demnächstigen Gerichtsverhandlung wegen der Abänderung der Bankstatuten durch eigene Rechtsanwälte vertreten sein wird. London: Am verflossenen Samstag gab die Association of Eastend London Zionists, die sehr rührige Vereinigung aller zionistischen Organisationen des Londoner Eastends, ein Konzert zugunsten, des Parteifonds. Der Präsident der English Zionist Federation hatte ein Begrüßungsschreiben gesandt, in dem es u. a. hieß: Keine größere und wichtigere Aufgabe besteht jetzt für uns, als die Schaffung eines Parteifonds, um das Aktionskomitee in den Stand zu setzen, eine erfolgreiche, praktische und weitschauende Tätigkeit in Palästina zu entfalten. Mr. Israel Cohen hielt einen Vortrag über Puritn und Zionismus. Auch in Leeds fand ein Konzert zugunsten des Parteifonds statt, das vom dortigen zionistischen Damenverein arrangiert wurde. Sudafrika St. Johannesburg. Ende Februar fand hier eine große Massenversammlung wegen des Parteifonds statt Es wurde eine Resolution angenommen,, die besagt, daß die Vereinigten zionistischen Vereine von Johannesburg sich verpflichten, mit aller Kraft für den Erfolg der Parteifondssammlung zu wirken. Eine in der Versammlung vorgenommene Kollekte ergab eine beträchtliche Summe. Wahl eines Zio nisten ins Kap-Parlament * Verflossene Woche wurde der bekannte Zionist und Führer der zionistischen Bewegung in Südafrika, Advokat Morris 'Alexander, Mitglied des Großen Aktionskomitees, ins Parlament

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