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Die Welt · 1908-02-21 · 8 (21.2.1908) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
12 (1908)
Issue
8 (21.2.1908)
Date
1908-02-21
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Deutschland Berlin: Am Montag, den 3. Februar 1908, veranstaltete die Berliner Zionistische-Vereinigung, Abteilung „Bnei Zion", in Dräsels Festsälen eine öffentliche Versammlung, zu der sich ein sehr zahlreiches Publikum eingefunden hatte. Herr Dr. Heinrich Loewe hielt einen Lichtbildervortrag über Palästina. Das Publikum, das größtenteils > aus Nichtzionisten bestand, schenkte . dem Redner große Aufmerksamkeit und lohnte seine inhaltsreichen Ausführungen mit stürmischem langanhaltendem Beifall. Eine Sammlung ergab ^30.— für den Parteifonds und 10.— für den Nationalfonds. Mehrere Mitglieder haben'sich der Ortsgruppe angeschlossen. Halle a. S.: Endlich, nach langem Kampfe, ist es auch in Halle a. S. gelungen, eine Versammlung zu veranstalten, in der die für jeden Juden so wichtigen Fragen des Zionismus erörtert wurden. Die Referenten des Abends waren: Herr Rechtsanwalt Dr, A s c h e r und Herr Kantor Blitz, heide aus Dessau. Marburg: Am 2. Februar sprach Herr Dr. Bloede-Hamburg im Hotel Isenberg vor etwa J50 Personen über das Thema: „Die Juden als Rasse". An den Vortrag, der sehr starken Beifall fand, schloß sich eine sehr interessante Diskussion, die nach einem glänzenden Schlußwort des Referenten nachts 3 Uhr schloß. Der Abend ergab für unsere Ortsgruppe einige Neuanmeldungen. Frankfurt a. M.: Am 4. er. lernte die hiesige Zionsvereinigung in Herrn Dr. med. Blö'de einen Redner kennen, welcher durch seine glänzende Beredsamkeit in hervorragender Weise berufen erscheint, unserer Bewegung zahlreiche neue Anhänger zu werben. Leider war der Besuch der öffentlichen Versammlung, speziell aus nichtzionistischen Kreisen, nicht der Erwartung entsprechend. In fesselnder Weise betonte der Redner das Wesen unseres Volkstumes und geißelte mit feiner - Ironie Assimilation und feige Selbstverleugnung. Eine kurze, aber interessante Debatte gab dem Referenten nochmals Veranlassung zu einer begeistert aufgenommenen längeren Darlegung. Der Abend brachte uns einige neue Mitgliedes, Köln. Samstag den 15. d. M. fand die konsumierende Ver-' Sammlung des hiesigen „Herzl-Klubs" statt. Nach Vorlage und Annahme der Statuten seitens der Versammlung, wurde der Vorstand gewählt, dem folgende Herren und Damen angehören: Jonny Lissauer, Hugo Kaufmann, Bertram Stern, Leo Wurmann, Adolf Pollak, Aenne" Coßmann und Helene Mayer. Breslau. Am Sonntag den 16. er. beging einer der Besten und Opferwilligsten unter uns, der Mitbegründer der „Breslauer Zionistischen Vereinigung", Redakteur S. Gottschalk, seinen .SOsten Geburtstag. Seine zionistischen und nichtzionistischen, auch christlichen Freunde, darunter Gemeinde-Rabbiner Dr. Rosenthal- Breslau und der bekannte Schriftsteller Carl Jentsch-Neiße ließen ihm als kleines Zeichen ihrer Freundschaft und Verehrung am Morgen des Geburtstages 20 Anteile der „Palestine-Länd-Developmert-Cömpany" überreichen. In der letzten Mitgliederversammlung der Breslauer Ortsgruppe sprach Herr Dr. Curt Weiß über das Thema: „Was hat der Zionismus bisher geleistet?" Österreich Gablonz a. N. — Die Wanderversammlung des Teplitzer Volksvereins „Zion", die hier am 2. .Februar vom Ostböhmischen Rayonkomitee veranstaltet würde, nahm einen sehr angeregten und für die Entwicklung unserer Bewegung an diesem Orte vielversprechenden Verlauf. Als .Herr Dr. Emil Margulies (Trautenau) vor dichtgefülltem Saal die Versammlung eröffnete, durfte er-dieoffizielle Vertretung des Kultusgemeindevorstandes begrüßen.. Herr Daniel Mendl begrüßte hierauf als Vorsteher namens der Gablonzer Kultusgemeinde die Versammlung und deren Veranstalter, indem er in gehaltvollen und warmempfundenen Worten seiner Sympathie und Bewunderung für .die zionistische Idee Ausdruck verlieh. Der Referent, Herr Ernst Bechert ausTeplitz, entwarf nun in'knapper, aber plastischer Darstellung ein Bild der Lage der Juden. Die Versammlung, welche dem Referate in außerordentlicher Spannung gefolgt war, spendete Miem-Redner in seinen Ausführungen lebhaften Beifall. An der sich entwickelnden angeregten Debatte beteiligten sich die Herren Ad. Schündler, D. Mendl, M. D. Urabinj; J3rnst Bechert und Dr. Emil Margulies. Fragen, die auf Fragezetteln überreicht, wurden," boten unsern Rednern noch Gelegenheit, die Probleme des Zionismus bei lebhaftestem-Interesse der Versammlung unter deren reichem Beifall erschöpfend zu besprechen. Der Kultusvorsteher dankte in herzlichen Worten den zionistischen Rednern, deren Arbeit er Erfolg wünschte. Gegen Mitternacht ging die Versammlung auseinander. Es wurden zahlreiche Broschüren verkauft und Flugblätter verteilt, und für den N.!•- gesammelt Erwähnt sei aus der Debatte nur noch der Vorschlag des greisen, in der Stärke und Lebendigkeit seines Empfindens aber noch jugendlichen und geistesfrischen Vorstehers der Kultusgemeinde, daß die Gemeinden dem großen Rettungswerke einen Prozentsatz ihres Einkommens jährlich zuführen sollten. Brüx. — Der Zyklus der wissenschaftlichen Vorträge, deren Abhaltung der Vorstand des Jüd. V. V. „Zion" in Brüx beschlossen hatte, wurde mit einem Vortrage Sr. Ehrw. des Herrn Rabbiner Professors Dr. Biach in Brüx, „Das Buch der Bücher" eröffnet. — In der hierauf folgenden Generalversammlung des Vereines, in der Tätigkeits-, Kassen-, Revisions- und Bibliotheksbericht einstimmig genehmigt wurden, resp. in der sich sodann anschließenden Vorstandssitzung wurden gewählt: die Herren Heinrich Heller zum Obmann, Heinrich Bermann zum Obmannstellvertreter, Arthur Kohn zum Kassierer und Nationalfondskommissär Jakob Heller zu dessen Stellvertreter, Karl Kohn zum Schriftführer, Otto Kohn zu dessen Stellvertreter, Alexander Fischer zum Bibliothekar, Dr. Leopold Kohn, Moriz UHmann, Ignaz Taußig, Salomon Lechner, Adolf Neumann zu Vorstandsmitgliedern, Adolf Engländer, Ernst Heller zu Revisoren und Simon Neumann, Rud. Heller, Herrn. Hofman, Rud. Kohn sen. und Adolf Engländer zu Schiedsrichtern. Als Delegierte resp.-Ersatzdelegierte zum Distriktstag gingen die Herren Heitir. Heller und Heinr. Bermann resp. Dr. Leopold Kohn und Arthur Kohn als gewählt hervor. Stanestie a. Cz.: Am Sonntag den 19. v. M. veranstaltete, das Waszkoutzer Kreiskomitee eine allgemein zugängliche zionistische Volksversammlung im Saale des Gemeindehauses, die einen vorzüglichen Verlauf nahm. Der Saal war bis auf das letzte Plätzchen gefüllt. Nachdem Herr Dr. Rosenkranz die zahlreich Erschienenen aufs herzlichste begrüßt und in wenigen Worten über die Entwicklung des Zionismus gesprochen hatte, ergriff Herr cand.jur.Juda Ebner (Zephirah) das Wort zu einem Vortrage „Der Zionismus und seine Aufgaben". Mit einem warmen Appell, sich unserer Organisation anzuschließen und diese mit allen materiellen und geistigen Mitfein zu unterstützen, schloß der Redner seinen Vortrag und erntete reichlichen Beifall. Hierauf sprach der bekannte Volksredner Schocket, der in längerer Rede das traurige Schicksal des Golusjuden schilderte. Dem Redner wurde für seine interessanten und lehrreichen Ausführungen reicher Beifall gezollt Nachdem noch Herr Rachmann über das Emporblühen der jüdischen Jugend gesprochen, hielt. Herr Dr. Rosenkranz die Schlußrede. Hierauf wurde unter Absingung jüdischer Lieder die Versammlung geschlossen. Teplitz-Schonau: „Zion" Wie allerorts, hat auch bei uns die F " von tiefstem sittlichen Ernst getragene Kundgebung Prof. Warburgs in Nr. 4 der „Welt", wo er zum Beitritt zur P.L.D.C. so dringend auffordert, nicht nur volles Verständnis —, das allein genügt nicht — vielmehr hilfsbereite Tat ausgelöst. Nicht nur, daß eine größere Anzahl direkter Käufe von Aktien erfolgte , und noch erfolgen wird, — derartiges ist doch nur den Wohlhabenden möglich, —- es soll auch den breiten Kreisen jener,' denen die „Subskriptipnsbogen und-Stellen" unbekannte Dinge sind, Gelegenheit gegeben werden, ihren Anteil zu*nehmen an einer Tjt, die — ehrlich sagen wir es — „des Schweißes der Edlen wert ist*. Unsere verehrte Gesinnungsgenossin, Frau E. Perutz, hat dem Vorstande einen Plan vorgelegt der es ermöglichen soll, möglichst viele Anteile zu vertreiben: die ratenweise Erwerbung von Aktien.. Selbstverständlich wurde die Idee sofort in die Tat umgesetzt, und es ist Aussicht vorhanden, daß an 50 Stück auf diese Weise werden mehr abgesetzt werden. Das gleiche Ziel — Hebung des Absatzes — sucht eine gleichzeitig aktivierte Gründung eines Vorstandsmitgliedes zu erreichen: ein Ölbaumklub, dem innerhalb 8 Tagen bereits 20 Mitglieder beitraten. — Dem-Sammeln von Briefmarken wird jetzt regstes Interesse entgegengebracht; der Zentralstelle werden in Kürze große Bestände zugeführt werden. — Besonderes Vergnügen erregt es, daß anfangs März unserverehrter Gesinnungsgenosse Rechtsanwalt Gronemann aus Berlin bei uns sprechen wird. Kimpölung: Am 1. Februar 1. Js. fand im Rathaussaale., ein vom hiesigen Verein junger Juden, „Theodor Herzl" veranstalteter jungjüdischer Abend, verbunden mit einem Tanzkränzchen, statt.; Nach der Begrüßung durch den Obmann des Vereins, Dr.M.Niederhoffer,

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