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Die Welt · 1908-01-31 · 5 (31.1.1908) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
12 (1908)
Issue
5 (31.1.1908)
Date
1908-01-31
Page
– (sequence 10)
Language
German
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12 : t>1E3^E i.T Zu der Frage über das Verhältnis zu der dritten Duma wurde eine Resolution angenommen, daß die Parteiorganisationen die von der Freiheitsbewegung aufgestellten Ziele weiter verfechten sollen, daß sie aber gleichzeitig die Tätigkeil der Duma sowohl für die politische Erziehung der jüdischen Volksmassen, wie auch für die Erleichterung ihrer und insbesondere der Lage der Arbeiterklasse ausnutzen sollen. - Zu der Frage über die bevorstehende allgemeine Parteikonferenz wurde beschlossen, diese in 4 Monaten einzuberufen - und sie auf demokratischen Prinzipien zu konstituieren. Bezüglich der Parteipresse wurde derBeschluß gefaßt, periodische Sammelschriften herauszugeben, da ein Parteiorgan bei den gegenwärtigen politischen Bedingungen nicht existieren kann. Es wurde auch beschlossen, bei der nächsten Gelegenheit eine professionelle Zeitung, bei der sich alle professionellen Vereine betätigen könnten, herauszugeben. In der Frage über die Formen der Organisation kam man überein, in Übereinstimmung mit lokalen Verhältnissen diese oder jene Formen der legalen Tätigkeit zu wählen. Die Krise im ..Verband des russischen Volkes* Im Verband des russischen Volkes geht es nicht mit rechten Dingen zu..... Wir sprechen schon nicht davon, daß in der Petersburger Filiale des Verbandes ein vollständiges Chaos herrscht. Der aus dem Verbände ausgetretene Herr Purischkewitsch verlangt Geld. Der Verband will nicht bezahlen; der beleidigte Purischkewitsch geht ans Gericht. Der Sohn des Herrn Dubrowin fordert Herrn Purischkewitsch für das gegen seinen Vater gerichtete beleidigende Gedicht. Mit einem Worte: ein Bruderkampf auf ganzer Linie. Aber noch nicht genug des Unglücks. Der Verband erlebt eine viel ernstere Krise. Die auf die ersten Tage Januar bestimmte Parteikonferenz konnte nicht stattfinden, weil die kolossale Mehrheit No. 5 der Delegierten sich geweigert hat, nach Petersburg zu kommen. Und das bedeutet für den Verband nichts Gutes. Es hat sich erwiesen, daß die zwischen den einzelnen Abteilungen des Verbandes bestehende Einheit nur eine Täuschung war. Und so wollte sich sowohl die Provinz, wie auch Moskau an der Petersburger Parteikonferenz nicht beteiligen. Die Moskauer Verbändler warten nur auf eine günstige. Gelegenheit, um die Führung des Verbandes in ihre Hände zu nehmen. Sei es wie es wolle, die Parteikonferenz fand nicht statt, und das ist ein Symptom von größter Wichtigkeit, wenn man es vom gesellschaftlich-politischen Standpunkte betrachtet. Jetzt wo in Rußland die „Beruhigung" eintrat, und die Duma in ihrer Tätigkeit nicht den von den rechten Parteien vertretenen Interessen entgegentritt, ist auch die Notwendigkeit einer aktiven Tätigkeit seitens dieser Organisationen verschwunden. Und unmerklich sind diese Organisationen von der Arena des öffentlichen Lebens verschwunden, mit Ausnahme des „Verbandes des russischen Volkes." Aber das Leben geht seine Wege. Die sozialen und politischen Bedingungen, welche den Verband geschaffen haben, haben sich verändert, und es gibt für ihn keinen Platz. Indessen aber Herren, wie es Dr. Dubrowin einer ist, kapitulieren nicht so leicht. Die neuesten Zeitungen bringen die Nachricht, daß, Herr Dubrowin eine Beratung der hervorragendsten Parteimitglieder einberufen hat, um den wichtigen politischen Moment zu besprechen und energische Schritte zu unternehmen. Und der erste energische Schritt besteht darin, daß man Telegramme an den Allerhöchsten Zaren verfaßt hat, mit der Bitte, die Duma aufzulösen und einen „Zemskij Sobor" einzuberufen. Man muß sagen, daß Herr Dubrowin einen sehr ungünstigen Moment gewählt hat. Die Duma wird jetzt von allen, sogar ihren eifrigsten Gegnern, als unschädlich angesehen. oooooooll AUS DER- BEWEGUNG \». Direktoriumssitzung des Jewish Colonial Trust |* Am 23. Januar fand in London eine Sitzung des \- Direktoriums der jüdischen Kolonialbank: statt. Die Beratungen befaßten sich hauptsächlich mit der Gründung t der Bankfiliale in Konstantinopel. Es wurde beschlossen, H in Konstantinopel gemeinsam mit einer dort ansässigen Firma ein neues Unternehmen zu gründen, dessen Hauptbureau in London domizilieren soll. Das autorisierte Kapital der neuen Bank beträgt £ 100 000. Das erste Direktorium der Gesellschaft soll mit dem der Jüdischen Kolonialbank identisch sein, außerdem [?■• wird die beteiligte Firma im Direktorium einen Sitz haben. Alle für die Begrüdung der neuen Company erforderlichen Vorarbeiten sollen sofort getroffen werden, damit die Eröffnung im Laufe der Monate April/Mai erfolgen kann. Deutschland Leipzig: Am 21. Januar sprach in der hiesigen Ortsgruppe; Herr N. Sokolow über: „Die kleinen Hilfswerke und das große Hilfswerk für die bedrängten Juden." Die materielle und moralische Lage der russischen Juden sei jetzt schlimmer als je zuvor. Die <A zahlreichen Hilfswerke innerhalb wie außerhalb Rußlands haben \r verhältnismäßig sehr wenig erreicht. Der Zionismus dagegen, der . materiell gar nichts, gebe, gebe doch das, was das edle jüdische js Volk am nötigsten brauche: Ein Ideal! jj Der Vortrag wurde sehr beifällig aufgenommen. |] Köln: Samstag den 25. d. M. veranstaltete der hiesige i| „Herzl-Klub" im Hotel Berlin eine öffentliche Versammlung. Ii- Herr A. Pollak sprach über Theodor Herzl. In eineinhalbstündiger Rede entwarf der Referent ein Bild der Persönlichkeit unseres großen Führers. Die zahlreich erschienenen Mitglieder und Gäste, die das interessante Thema angezogen hatte,, folgten mit sichtlichem Interesse den Ausführungen des Redners. An den Vortrag schloß sich eine lebhafte Diskussion. Die Versammlung zeitigte auch ein praktisches Ergebnis, indem sich wieder eine Anzahl Damen und Herren schriftlich bereit' erklärten, sich der Selbstbesteuerung für den Jüdischen Nationalfonds mit einem bestimmten Monatsbeitrag anzuschließen. Hamburg: Vor Eintritt in die Tagesordnung ermahnt der Vorsitzende Herr Dr. Kalmus die Anwesenden, doch eifrig dafür zu agitieren, daß Mitglieder und Gesinnungsgenossen, die noch nicht für den Parteifonds gesteuert haben, dieser Pflicht schleunigst nachkommen. Zugleich ersucht er die Mitglieder, dem Beispiele unserer englischen Gesinnungsgenossen folgend, in den nächsten drei Monaten bei Gelegenheitsspenden, wo irgendmöglich, anstatt die anderen zionistischen Institutionen, nur noch den Parteifonds zu berücksichtigen, da dessen Stärkung zur Zeit als die wichtigste Aufgabe der Einzelarbeit eines Zionisten zu bezeichnen sei. Sodann erhielt das Wort Herr Dr. Blöde zu einem Referat über die Sitzung des großen A. C. In seiner bekannten geistreichen Art entrollt der Redner ein anschauliches Bild von dem gegenwärtigen Stande der zionistischen Arbeit. Mit den- Beschlüssen des A. C. ist. er im großen und ganzen einverstanden. Dagegen kann er die beschlossene Gewährung eines langfristigen Darlehens ans den Mitteln des Nationalfonds an eine. jüdische Häuserbaugesellschaft in Jaffa nicht billigen.' Die Tätigkeit dieser

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