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Die Welt · 1908-01-10 · 2 (10.1.1908) · page 12

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Journal
Die Welt
Volume
12 (1908)
Issue
2 (10.1.1908)
Date
1908-01-10
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Stundeu wöchentlich Dr. Mossinsohn Bibel 14 1200 Frs. Herr Harari Französisch, Hebräisch 28 1800 „ Frau Harari Hebräisch 18 800 „ „ Metmann Rechnen 6 300 „ Herr Abounadir Arabisch 10 500 „ „ Eisenstein Zeichnen 8 400 „ „ Kovalsky Singen 8 300 „ „ Orolow" Turnen 8 500 „ Frau Wilkausky Sticken 4 150 „ Frl. Dr. Beikind Schulärztin 400 „ Herr Radler-Feldmann Sekretär 300 _ „ M. Eition Schuldiener 400 „ Möbel 1500 „ Lehrmittel 2500 „ Mietzins 2000 „ Diverse 1200 „ 21130 Frs. Das Odessaer Komitee garantiert das Budget für das Jahr 5668. Die Einnahmen desselben setzen sich folgendermaßen zusammen: Schulgeld (Garantieft — durch den Aufsichtsrat) . . . 10000 Frs. Palästinaressort............. .... 4000 „ Odessaer Komitee................. 3000 _ Aus den Beiträgen der Mitglieder für Möbel .... 1500 „ Vom „Hilfsverein der deutschen Juden" und Herrn Berlin Zerizin.................. 2500 „ 21000 Frs. Schulgeld, dasselbe beträgt in der Elementarstufe 1. 60 Frs. , r- „ II. 80 „ „ „ . „ HL 120 „ Klasse 1. 160 „ Schülerzahl. Schülern eröffnet. 160 160 Bekanntlich wurde das Gymnasium mit 14 Beim Schlüsse des abgelaufenen Schuljahres waren es 67 und jetzt zählt das Gymnasium 84 Schüler, und z Klasse III. 25 Schüler II. 15 I. 14 Elementarstufe III. 14 II. 8 1 I. 8 } 16 in einer Klasse I_ . 84 Schüler Nach dem Wohnort der Eltern verteilen sich die Schüler folgendermaßen: Jaffa 52 Kolonien 12 Rußland 10 Die Mutter in Jaffa, der Vater in Rußland 8 Tiberias 1 ~84~ Sieben Schüler sind Sefaradim. Pension. Aus den vorangegangenen Zahlen ist zu ersehen, wie groß der Prozentsatz der von außerhalb kommenden Schüler ist. Sie sind zum allergrößten Teile hierher nur wegen des Besuchs am hebräischen Gymnasium geschickt worden. Nach verschiedenen Mitteilungen wird der Zustrom' der ausländischen Schüler stets zunehmen. Es kommt nämlich immer häufiger vor. daß Eltern und Erzieher unser Programm erbitten, um die Kinder daheim für den Besuch einer höheren Klasse vorzubereiten. Vorläufig sind die meisten Kinder von außerhalb bei ihren hiesigen Verwandten oder Bekannten untergebracht. Nichtsdestoweniger mußte man an die Errichtung eines Pensionats herangehen. Der Anfang ist bereits gemacht, indem man mit Herrn A. Komorow, dem Sohne eines Kolonisten aus Wadi-el-Hanin und gewesenem Lehrer, vereinbart hat, daß er eine Pension für die Schüler des Gymnasiums eröffne. In nächster Zukunft wird das Pensionat weiter ausgebaut werden. Gesundheitszustand. Zum Schluß freut es uns konstatieren zu können, daß der Gesundheitszustand unserer Zöglinge, dank der hygienischen Überwachung seitens unserer Schulärztin, ein vorzüglicher ist. Es ist begreiflich, daß dieser Umstand auch den geistigen Fortschritt der Schüler möglich macht. Frisch und munter strömen sie jeden Morgen in unsre Schule. Und frisch und munter gingen sie auch am. Chanukah nach Modiim. der Geburtsstätte unsrer glorreichen Makkabäer, — ein Ausflug, der, wie auch die vom Gymnasium veranstaltete Chanukah-Feier, hier allgemeine Anerkennung gefunden und unsern Schülern viele Freude bereitet hat. Russischer Brief (Von unserem Spezialkorrespondenten) Aus der zionistischen Bewegung Interessante und erfreuliche Daten über die zionistische Bewegung bringt der „Rasswjet" in seinem Bericht über die letzte zionistische Konferenz des Grodnoer Gouvernements. Die Daten zeigen deutlich und klar, wie tief der Zionismus in. das Bewußtsein der jüdischen Massen eingedrungen ist und welch feste Positionen er in der jüdischen Wirklichkeit eingenommen hat. Die Daten beantworten die von so vielen aufgestellte Frage, ob der Zionismus ein organischer F.iktor des jüdischen Lebens,ist, oder ob er nur als eine Episode, eine zufällige, vorübergehende Erscheinung angesehen werden darf. Das Gouvernement Grodho gehört zu den kulturellsten Gouvernements Litauens und des Ansiedlungsrayons. Zu ihm gehören die in kultureller und ökonomischer Beziehung so wichtigen Zentren, wie Bjelostok, Grodno und Brest-Litowsk. In einem gewissen Sinne gehört die jüdische Bevölkerung des Grodnoer Gouvernements zu der verhältnismäßig wohlhabenderen Klasse, wenn man ihre ökonomische Lage mit der Lage der Juden in den Gouvernements Wolhynien, Wilna und andern Gouvernements des Ansiedlungsrayons vergleicht. Interessant ist das Prozentverhältnis zwischen der Zahl der jüdischen Bevölkerung des Grodnoer Gouvernements und der Zahl der Schekelzahler. Nach dem von Professor Mandelstämm am 6. Zionistenkongreß abgestatteten Berichte gab es auf 276 874 Juden des Gouvernements 7,23u... Schekelzahler. Es muß hier bemerkt werden, daß die ersten Jahre des Zionismus die Blütezeit der Bewegung bildeten, als die äußeren administrativen und materiellen Bedingungen die Heranziehung der Schekelzahler begünstigten. Nach den Angaben des Berichtes der letzten Konferenz wuchs das Prozentverhältnis bis auf 91/-'0;«. Das bedeutet, daß der Zuwachs zwischen dem 6. und dem 8. Kongreß 3" u betrug. Es muß hier bemerkt werden, daß die Verfasser des Berichtes nicht zufällige Spenden, sondern systematische Abgaben in Betracht gezogen haben. Was die Zahl der zionistischen Organisationen des Gouvernements betrifft, so gab es in den Jahren vom 1. zum 5. Kongreß 46 zionistische Organisationen, zwischen dem 5. und dem 8. Kongreß nur 60. Nach dem letzten Berichte ist die Zahl wieder auf 64 gestiegen. Zur Judenfrage in der Duma Ein Mitarbeiter des „Fraind" hatte eine Unterredung mit dem jüdischen Dumadeputierten Nisselowitz über die Judenfrage in der Duma. Herr Nisselowitz behauptet, es wäre wahr, daß die Kadetten es vermeiden, die Judenfrage zu berühren, doch darf nicht vergessen werden, daß es in der Kadettenfraktion nur zwei Juden gibt, die doch nicht viel machen können. Das Größte, das man erreichen kann, ist, daß die Kadetten das von den jüdischen Deputierten eventuell in die "Duma eingetragene Gesetzesprojekt mit unterschreiben wie sie aber dieses Gesetzesprojekt verteidigen werden, ist unbestimmt: doch, fügte Herr Nisselowitz hinzu, ist es sicher, daß die Kadetten ihren Prinzipien über die volle Gleichberechtigung der Juden treu bleiben werden. Was die Frage der Debatten über die jüdische Deklaration anlangt, so spielte sich die Sache folgendermaßen ab. Die Kadettenfraktion hat beschlossen, daß der Deputierte Pergarnent über die Judenfrage sprechen soll. Doch hat Pergament in seiner Rede die Juden nicht erwähnt. Dieser Umstand läßt sich vielleicht dadurch erklären, daß man seine Redezeit auf 10 Minuten beschränkte. Auch liegt es nach der Meinung des Herrn Nisselowitz im Charakter

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