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Die Welt · 1908-01-10 · 2 (10.1.1908) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
12 (1908)
Issue
2 (10.1.1908)
Date
1908-01-10
Page
– (sequence 3)
Language
German
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und Wirkungen enthalten wird, ist leider noch nicht fertig geworden, wir hoffen jedoch, daß es demnächst erscheinen wird. Der Geschäftsverkehr des Zionistischen Zentralbureaus, dem auch die Geschäftsführung des jüdischen Verlages und die Leitung der administrativen Arbeiten der „Welt* unterstellt ist, hat sich nach dem Kongreß beträchtlich vergrößert. „Die Welt" „Die Welt* zeigt eine befriedigende Entwicklung. Ihr Abonnentenstand hat im Laufe des letzten Jahres beträchtlich zugenommen. Bemerkenswert ist der gute Erfolg der Kongreß-Separatausgabe, auch die Ausgabe von Sonder- und Festnummem hat sich bewährt. Im neuen Jahre dürften sich die Ausgaben der „Welt" ganz beträchtlich vermindern, so daß mit einer nennenswerten Verringerung ihrer Subvention gerechnet werden kann. „Ha'Olam" Auch die Entwicklung des „Ha'Olam" ist normal. Die Ausbreitung dieses Organs, das dank dem Umstände, daß unsere nationale Sprache die einzige Sprache ist. die überall in der Welt unter unsern Stammesbrüdern Verständnis findet, in den verschiedensten Ländern und in allen Kreisen unseres Volkes Zutritt gefunden hat, gibt uns die Möglichkeit, einen Ideenverkehr mit allen Parteien herzustellen. Jüdischer Verlag Um die Reorganisation des Jüdischen Verlags bleiben wir andauernd bemüht und sind bestrebt, dieses Unternehmen, das wir für unsere Zwecke sehr wertvoll erachten, der zionistischen Organisation zu erhalten. Abteilung Berlin des Zionistischen Zentralbureaus Um vielfach geäußerten Wünschen entgegen zu kommen, haben wir für die Errichtung einer Abteilung des Zionistischen Zentralbureaus in Berlin vorläufig für ein Jahr die Summe von Ji> 8000 und Jf, 600 für die Kosten der ersten Einrichtung bewilligt. An den Kosten des Bureaus beteiligt sich das Palästina-Ressort nach Maßgabe der ihm bewilligten Mittel zu einem Viertel. Wir hoffen, daß das neue Bureau, das sich insbesondere mit agitatorischen Arbeiten, der Information der Presse und Erledigung der Geschäfte des Palästina-Ressorts befaßt, der Organisation gute Dienste leisten wird. Parteifonds Für den Parteifonds haben wir eine umfassende Agitation eingeleitet. Wir haben sowohl an die Landsmannschaften und Funktionäre der Organisation wiederholt dringende Aufrufe und Mahnungen wegen der S_ammlung für diesen Fonds gerichtet, als uns auch an weitere Kreise unserer Gesinnungsgenossen dieserbalb direkt gewandt. Leider entsprach bisher das Ergebnis nicht der aufgewendeten Mühe und der Dringlichkeit der Sachlage. Schekel - Die Sehekelsammlung ist inzwischen iii der ganzen Welt .in die Wege geleitet. Über die allgemeine finanzielle Lage des A. C. werden wir Ihnen noch zu den einzelnen Punkten der Tagesordnung näheres berichten. Wir geben uns der Hoffnung hin, daß unsere Beratungen eine gesunde Entwicklung unserer Arbeiten fördern werden. Sodann schreitet man zur Generaldebatte. Böhm vermißt auf der Tagesordnung einen Bericht der Verwaltung des Nationalfonds und der Bank. Die Besprechung für wichtige Fragen dürfe dem A. C. nicht entzogen werden. . Präsident: Wir haben diese beiden Punkte ausdrücklich im Berichte erwähnt, um Ihnen Gelegenheit zu geben, darüber zu sprechen. Dr. Bodenheimer (Vorsitzender des Direktoriums des Jüdischen Nationalfonds): Formell kann hier weder über die Bank noch den Nationalfonds verhandelt werden. Beides sind besondere Gesellschaften mit besonderen Organen, denen allein sie verantwortlich sind. Was den' N.-F. anbetrifft, so hat er sein Direktorium, das seinerseits dem Aufsichtsrat untersteht. In diesem hat das E. A. C. die Möglichkeit, auf die Geschäftsführung des N. F. Einfluß zu nehmen. Im übrigen aber ist das Direktorium natürlich gern bereit, dem A. C. Bericht zu erstatten. Es muß es lediglich ablehnen, jedem einzelnen A. C.-Mitglied jederzeit Rede und Antwort zu stehen. Böhm: Früher konnte kein Beschluß des N. F. gefaßt werden, ohne daß das Große Aktionskomitee seine Zustimmung gegeben hätte. Und es ist ein unerträglicher Zustand, daß wir jetzt von diesem Recht ganz ausgeschlossen sein sollen, insbesondere, wenn es sich um so wichtige und prinzipiell so bedeutsame Beschlüsse handelt wie die, die dem Vernehmen nach gestern vom Direktorium gefaßt worden sind. Das A. C. mußte immer zuvor befragt werden. Dr. Hantke: Ein solches Verfahren ist unmöglich, solange das A. C. aus 70 Mitgliedern besteht. Dann hätten Sie ein kleineres A. C. wählen sollen. Dr. Bodenheimer: Ich werde in der Nachmittagssitzung . einen Bericht erstatten. Präsident: Nachdem niemand weiter zur Generaldebatte das Wort wünscht, schreiten wir zur Spezialdebatte. Präsident: Zur Frage der Einrichtung einer ständigen Vertretung in Konstantinopel wünscht niemand das Wort. Herr Prof. Warburg wird so liebenswürdig sein, der Sitzung nunmehr einen kurzen Bericht über die Aufgaben des Palästinaamts zu geben. Prof. Warburg: Die Einrichtung eines Palästinaamtes entspricht nicht nur den Forderungen des letzten Kongresses, sondern auch' einem lange zutage getretenen und oft empfundenen Bedürfnis. Es muß eine Zentralstelle für alle zionistische Arbeit geschaffen werden, für alle unsere Unternehmungen. Das A. C. wird so eine ständige Vertretung in Palästina haben, die alle seine Aufträge ausführen und ihm über alle Pläne und Vorschläge die genauesten Vorarbeiten liefern kann. Besonderen Vorteil wird der Nationalfonds von der Einrichtung des Palästinaamtes haben. Das Amt wird als palästinensischer Vertreter des Nationalfonds fungieren, es dürfte voraussichtlich auch die Oberleitung der Ölbaumspende übernehmen, ebenso wie diejenige der geplanten Land Development Company. Das Palästinaamt wird sich auch mit Angelegenheiten nichtzionistischer Institutionen, soweit sie uns nahestehen und sich diesbezüglich an uns wenden, befassen können. So hoffen wir, daß durch das Palästinaamt endlich diejenige Zentralstelle für die jüdischen Arbeiten in Palästina geschaffen wird, die wegen ihrer Sachkenntnis und Unparteilichkeit im ganzen Lande gleichmäßiges Ansehen genießt während wir Ihnen nicht erst auseinanderzusetzen brauchen, wie sehr bisher alle unsere Arbeiten unter dem Mangel einer solchen Einrichtung gelitten haben. Wir dürfen uns der Hoffnung hingeben, daß das Palästinaamt mit allen in Betracht kommenden Faktoren in ein angenehmes Verhältnis kommen wird, und wir haben diese Hoffnung um so mehr, als die Herren, die wir für die Leitung des Amtes gewonnen haben, uns in jeder Hinsicht zu dem Vertrauen berechtigen, daß sie ihr Amt mit Ernst-und Unparteilichkeit ausüben werden. Hierauf entspinnt sich eine längere Debatte über ein von den palästinensischen Mitgliedern des A. C. an die Teilnehmer der Sitzung gerichtetes Schreiben, in dem diese Herren darum ersuchen, sie als palästinensische Gruppe des Aktionskomitees für alle Palästinaarbeiten in erster-Linie heranzuziehen. In einer längeren Auseinandersetzung über den Umfang der Aufgaben des Palästinaamtes und sein Verhältnis zu den bereits bestehenden Körperschaften wird mehrfach der Wunsch zum Ausdruck gebracht, daß das neue Amt sich zwar von jedem Formalismus- und jeder Bureaukratie nach Kräften frei zu halten

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