Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 12 (1908)
- Issue
- 2 (10.1.1908)
- Date
- 1908-01-10
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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auf diese Weise ein Organisationszentrum geschaffen, dessen Mangel bisher oft unangenehm empfunden wurde. Vor allem aber wird der Nationalfonds aus dieser Einrichtung Nutzen ziehen und dadurch überhaupt erst in den Stand gesetzt werden, seinen Landbesitz - in Palästina dem eigentlichen Zweck des Nationalfonds dienstbar zu machen. Im Zusammenhang damit steht der Plan der Errichtung einer Land- Developement Company, über denlhnen das Palästina- Ressort nähere Einzelheiten unterbreiten wird. Das gleiche gilt von der Angelegenheit der Achuzat Baith in Jaffa, für deren Errichtung unter der Aufsicht der Anglo-Palestine Company der Sitzung des Nationalfonds, der der Bank die erforderlichen Mittel zu diesem Zwecke vorstrecken soll, ein Vorschlag unterbreitet werden wird. Auch die Angelegenheit der in Palästina aus den Mitteln des russischen Hilfsfonds zu erziehenden Pogromwaisen, dieÖlbaumspende, die Pflanzung des Herzlwaldes, die Herausgabe der Zeitschrift „Palästina*, kurzum die gesamte zionistische Tätigkeit in Palästina, die rein bankgeschäftlichen Fragen ausgenommen, fallen in die Obliegenheiten des Palästina-Amtes, das auf diese Weise ein ausgedehntes Arbeitsfeld vor sich hat. Über alle Einzelheiten in dieser Hinsicht wird Ihnen seitens des Palästina-Ressorts näheres unterbreitet werden. Subvention des Palästinarats Dem Palästinarat in Jaffa haben wir als Beitrag zu seinen Verwaltungskosten für das abgelaufene Jahr Fcs. 650 bewilligt und ihm zugleich mitgeteilt, daß diese Subvention nach Errichtung des Palästina-Amtes unserseits nicht weiter gezahlt werden kann. Nationalfonds An der endgültigen Einrichtung des Hauptbureaus des Jüdischen Nationalfonds, die nach dem Kongresse stattfand, nahmen wir tätigen Anteil. In den letzten Tagen wurden unsere Bureaus mit denen des Nationalfonds in gemeinsamen Lokalitäten vereinigt. Wir versprechen uns davon eine wesentliche Vereinfachung und Sicherung des beiderseitigen Geschäftsganges. In besondern Sitzungen wird der Nationalfonds seine speziellen Vorschläge und Anträge behandeln. Relief-Fonds Wie Sie wissen, haben wir gemäß Ihrem Auftrage, die Angelegenheit des russischen Hilfsfonds zum Abschluß zu bringen, und im Sinne früher geäußerter Beschlüsse und Wünsche der Jahreskonferenz, den Beschluß gefaßt, aus den Mitteln des Hilfsfonds russische Pogromwaisen in Palästina erziehen zu lassen. Wir haben beschlossen, zunächst ca. 12 Kinder in drei verschiedenen Anstalten unterzubringen und haben die einleitenden Schritte hierfür so weit gefördert, daß die endgültige Bestimmung der Kinder und ihre Unterbringung jetzt erfolgen kann. Abänderung der Bankstatuten In bezug auf die Abänderung der Bankstatuten hat der Kongreß folgenden Beschluß gefaßt: „Der Kongreß steht nach wie vor auf dem Standpunkt, daß das Memorandum nach dem Beschluß des dritten Kongresses geändert werden soll, insofern diese Änderung durchzuführen ist, ohne die Interessen des J. C. T. zu schädigen. Für alle Fälle soll das E. A. C. durch Ergänzung der Statuten Vorsorge dafür treffen, daß der J. C. T. nirgends in der ganzen Welt, mit Ausnahme von Palästina, Syrien und den Nachbarländern, kolonisatorische Tätigkeit vornehmen darf. Die endgültige Entscheidung über die Fortführung des Prozeßverfahrens überläßt der Kongreß dem E. A. C. und einer vom Kongreß gewählten Kömmission von drei Fachleuten.* 3§g Da eines der Mitglieder der vom Kongreß gewählten juristischen Kommission noch vor Schluß der Kongreßverhandlungen Haag verlassen mußte, war es der Korn-- mission unmöglich, dort zu einer Sitzung zusammenzutreten, auch später war bisher eine Zusammenkunft der Herren unmöglich. Indessen haben wir, um nichts zu versäumen, die vom Richter vorgeschriebenen Anzeigen in den Zeitungen erlassen, worin die Aktionäre aufgefordert werden, ihre Stimme für oder gegen die Abänderung abzugeben und haben auch selbst durch Bekanntmachungen in der „Welt* die Aktionäre zur Stimmabgabe aufgefordert. Sobald das Gutachten der juristischen Kommission vorliegen wird, wird das E. A. C. seinen endgültigen Beschluß fassen. Unsere Banken Die Lage unserer beiden Banken ist andauernd befriedigend. Die Geschäfte haben sich, trotz der schweren Wirtschaftskrise, dieses Jahr in bester Weise entwickelt, so daß die Jüdische Kolonialbank voraussichtlich in der Lage sein wird, auch für das Jahr 1907 eine Dividende zu verteilen. Auch der Geschäftsgang der Anglo-Palestine Company war im abgelaufenen Jahre ein befriedigender. Sowohl bei der Zentrale in Jaffa, wie bei den Filialen in Jerusalem, Beirut und Hebron hat sich der Umfang der Geschäfte bedeutend vergrößert. In Jerusalem fand vor wenigen Wochen infolge unwahrer Gerüchte und ungeschickter Zeitungsmeldungen ein Run auf unsere Bank statt, der aber irgendwelche Nachteile für sie nicht im Gefolge hatte. Filiale in Konstantinopel Gelegentlich der Anwesenheit des Präsidenten des A. C. in Konstantinopel, war er gemeinsam mit dem Präsidenten der Jüdischen Kolonialbank, der ihn begleitete, für die Errichtung einer Filiale in Konstantinopel tätig. In seiner am 17. Dezember a. c. in Paris abgehaltenen Sitzung hat das Direktorium der Errichtung dieser Filiale auf Grund der Vorschläge der Herren Wolffsohn und Dr. Katzenelson zugestimmt und wird der im Anschluß an unsere Sitzung stattfindenden Sitzung des Aufsichtsrats seine diesbezüglichen Beschlüsse unterbreiten. Zionistisches Zentralbureau Die Tätigkeit des Zionistischen Zentralbureaus in der Berichtszeit war eine sehr ausgedehnte. Die Agitation für den Parteifonds und die Redaktion der „Welt*, die jetzt vom Zionistischen Zentralbureau ohne Hinzuziehung neuer Kräfte selbst ausgeübt wurde, stellten an seine Arbeitskraft große Ansprüche. Das Bureau stellte das stenographische Protokoll für den 8. Kongreß fertig und ließ von den Eröffnungsreden einen Separatabdruck erscheinen, der den Föderationen als billige Agitationsbroschüre angeboten wurde. Das Pogrombuch, das einen ausführlichen und sehr instruktiven Bericht über die russischen Pogrome, ihre Ursachen