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Die Welt · 1913-12-25 · 52 (25.12.1913) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
52 (25.12.1913)
Date
1913-12-25
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 52 DIE^ELT 1763 oooooool oooooool AUS DER BEWEGUNG I o o o o o o c looooooo An unsere Leser und Freunde! Beim Rückblick auf das verflossene Jahr können wir zu unserer Freude konstatieren, daß ein merklicher Fortschritt in bezug auf die Leserzahl und die Verbreitung der „Welt“ zu verzeichnen ist. — Durch eine energische und planmäßige Propaganda, die zu Beginn des Jahres einsetzte una zum XL Kongreß ihren Höhepunkt erreichte, haben wir eine stattliche Zahl neuer Abonnenten für unser Zentralorgan gewonnen. — Ueberall, wo unsere Propaganda die tatkräftige Unterstützung der Gesinnungsgenossen fand, hat sich ein Erfolg eingestellt. Wir müssen aber immer wieder darauf hinweisen, daß weite Kreise und zahlreiche Gesinnungsgenossen sich immer noch gegenüber unseren Aufforderungen zur Mitarbeit bei der Verbreitung der „Welt“ sehr passiv verhalten. Wir möchten daher jetzt, am Jahresschluß, die dringende und herzliche Bitte an alte unsere Leser richten, uns bei der notwendigen Werbearbeit für die „Welt‘ zu unterstützen. Die „Welt“ ist das wichtigste und wirksamste Instrument unserer Propaganda. In der „Welt“ konzentrieren sich die offiziellen Mitteilungen über unsere sämtlichen Institutionen. Jeder neugewonnene ständige Leser der ,jWelt“ bedeutet demnach einen neuen aktiven Mitarbeiter für alle Zwecke und Institutionen unserer schon heute die Erde umspannenden Bewegung. Eine einmalige Anstrengung aller unserer Gesinnungsgenossen in diesem für die Propaganda außerordentlich geeigneten Moment würde die Zahl unserer Abonnenten auf eine Höhe bringen, die dem Stand unserer Bewegung und der Bedeutung der „Welt“ als deren Zentralorgan vollauf entsprechen würde. Philanthropische und kapitalistische Kolonisation Zu dem unter diesem Titel erschienenen Artikel von Dr. Artur Ruppin schreibt uns unser geschätzter Gesinnungsgenosse Herr J. H. Kann- Haag: „In Nr. 49 schreibt Dr. Ruppin in seinem Artikel über philanthropische und kapitalistische Kolonisation, daß Gefühlswerte eine Rolle spielen bei dem eine Anlage suchenden kleinen und mittleren Kapital, indem z. B. „fast überall der Privatmann, der Geld anzulegen hat, Anlagen in seiner Stadt, in seinem Vaterlande und dessen Kolonien vor fremden Anlagen bevorzugt, selbst wenn die letzteren etwas profitabler sind“. Ich muß diese Voraussetzung, auf die Dr. Ruppin seinen Artikel stützt, bestreiten. Wenn das kleine und mittlere Kapital fast überall im eigenen Land angelegt wird, dann ist der Grund einfach dieser, daß es in kritischen Zeiten leichter ist, lokale Werte zu beleihen oder zu veräußern, während fremde Anlagen dann manchmal gar nicht oder nur mit schwerem Verlust zu verwerten sind. Im Gegensatz zu dem, was Dr. Ruppin sagt, behaupte ich, daß das Großkapital sich viel eher den Luxus von Gefühlswerten erlauben kann; obgleich auch hier im großen ganzen dasselbe gilt, was ich oben von dem kleinen und mittleren Kapital gesagt habe. Wir müssen ferner das Prinzip hochhalten, daß geschäftliche Anlagen in Palästina ebenso wie in anderen Ländern ihre Verzinsung bringen müssen. Für jede Unternehmung ist eine regelmäßige, wenn auch bescheidene Verzinsung der beste Beweis, daß sie lebensfähig ist.“ Verkaufsläger des „Bezalel“ Zu Chanukah-Geschenken empfiehlt der „Bezalel“ den verehrten Gesinnungsgenossen den Ankauf seiner Erzeugnisse in Silber-Filigran, Damaskusmetallwaren, Olivenholz- und Batikwaren. — Große Auswahl echt persischer Teppiche zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Prospekte stehen gratis zur Verfügung. Adresse für Bestellungen und Geldsendungen: Verein Bezalel E. V. Berlin W. 15, Bleibtreustraße 34/35. Eigene Verkaufläger in der Provinz: In Posen: bei Herrn Julius Engländer, Viktoriastr. 8. „ Breslau: bei Fräulein Martha Blumenthal, Freiburger Straße 34. „ Königsberg: bei Fräulein Marie E I i a s s o w, Vordere Vorstadt 23. „ München: bei Frau Rahel Straus, Kobellstr. 13. „ Hamburg: bei Herrn Leopold Landau, Gr. Bleichen 67. „ Heidelberg: bei Frau Julius Simon, Klingenteich. „ Frankfurt a: M.: bei Fräulein Alice Kassel, Sternstraße 38. Deutschland Berlin. Anläßlich der am 27. Dezember in der Philharmonie stattfindenden Berliner Makkabäer-Feier veranstaltet der „Bezalel“ eine Ausstellung seiner Erzeugnisse. Die Preise für die persischen Teppiche und Damaskus- Metallwaren sind bedeutend ermäßigt. Köln. Für letzten Sonnabend hatte die hiesige Zionistische Vereinigung eine öffentliche Versammlung einberufen, in der Diplom-Ingenieur Kaplansky über den „Kampf um das Technikum in Haifa“ referierte. An der Diskussion beteiligten sich u. a. zwei Zentral-Komitce- Mitglieder des Hilfsvereins, die Herren Rabbiner Dr. Rosenthal und Bankdirektor Salomon Simon, die merkwürdigerweise erklärten, über die Intentionen der Leiter des Hilfsvereins bei dem Sprachenstreit überhaupt nicht informiert zu sein. Herr Dr. Rosenthal bezeichnet^ das Vorgehen Dr. Paul Nathans als einen „Irrtum“. Er hielt es für unmöglich, daß „der Leitung des Hilfsvereins die Verhinderung der auf dem Wege zur Größe befindlichen jüdischen Kultur im Sinne liege oder daß man der Ausbreitung des jüdischen Volkstums in Palästina einen Hemmschuh zu setzen beabsichtige“. Man solle versuchen, „die Differenzen nicht zu vertiefen, sondern auszugleichen“. „Hilfsverein und Zionismus seien zwei Institutionen, die beide gleich segensreich gewirkt hätten.“ — Es sprach noch u. a. Justizrat Dr. Bodenheimer, der wirkungsvoll für die hebräische Unterrichtssprache plädierte und zeigte, wie dem Deutschtum ebensowenig wie dem Technikum durch das Vorgehen des Kuratoriums ein Dienst geleistet worden sei. Zum Schlüsse wurde eine Sammlung für den hebräischen Schulfonds unternommen, die ein stattliches Resultat ergab. Elberfeld. Am S. Dezember sprach Herr Dr. Schmarja L e v i n über die Tragödie der Heimatlosigkeit. Es scheint nicht angebracht, auch nur ein Wort über die überwältigende Darstellung und die tiefe Wirkung, die Herr Dr. Levin ausübt, zu sprechen. Am 13. Dezember schon kehrte Herr Dt. Levin zurück und sprach in kleinem Kreise über unsere gegenwärtige Lage in Palästina. Von der Wirkung dieses Abends wird der Zentralfonds-Ausweis der „Welt“ Zeugnis ablegen. (Vgl. „Für unser Schulwerk“, S. 1/53.) Essen (Ruhr). Mittwoch, den 10. Dezember, sprach in unserer Ortsgruppe Herr Dr. Schmarja Levi n. Ein Auditorium, das sich aus allen Schichten der Gemeinde zusammensetzte, lauschte dem Referenten mit gespanntester Aufmerksamkeit und spendete zum Schluß begeisterten Beifall. Zu einer Diskussion kam es nicht, da man uns aus den Kreisen der hiesigen nichtzionistischen Intelligenz bat, eine solche nicht stattfinden zu lassen und statt dessen Herrn Dr. Levin zu bitten, noch einige instruktive Mitteilungen über das Wirt-

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