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Die Welt · 1913-12-25 · 52 (25.12.1913) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
52 (25.12.1913)
Date
1913-12-25
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1752 DIEffiELT schaffen, was der „Ungeist“ — sit venia verbo! — mit viel Geld vermöchte. Aber immerhin — Geld muß er haben. Es verhält sich damit, wie mit Armeen. Eine kleine Armee kann, wenn sie begeistert ist, eine große Armee besiegen. 6000 Makkabäerhelden haben Hunderttausende von Syrern geschlagen, aber das „Makkabäertum“ ohne Soldaten hätte doch nicht siegen können. Es ist die Kraft des Geistes, daß er das Körperliche ungeheuer intensiviert. Aber er muß etwas zu intensivieren haben, Armeen im Altertum, Geld in der Neuzeit. Nun, wir stehen jetzt in einem schweren Kampf. Wir müssen das ganze jüdische Schulwerk in Palästina erobern. Keine andere Organisation, von der Mission über die Alliance bis zum Hilfsverein,soll in Palästina Schulen haben. Der ganze Bau des Schul Werkes, vom Kindergarten bis zur Universität soll in unserer Hand konzentriert sein. Wir sind die Einzigen im heutigen Judentum, die in Palästina etwas Großes zu bauen haben, denn wir glauben an die Zukunft des Judentums in Palästina. Die anderen Organisationen haben diesen Glauben in nidrts und durch nichts verraten. Sie haben in Palästina Wohltätigkeit geübt, wie anderswo in der Welt. Das ist schön, das ist löblich. Es soll ihnen auch das ganze große Gebiet dharitativer Tätigkeit überlassen bleiben. Sie sollen Spitäler gründen und SieChenhäuser und Waisenhäuser und Volksküchen usw. Bloß die Schule gehört zu uns, wie die Hoffnung, wie der Glaube, wie das Leben, wie die Zukunft. Das ganze Schulwerk — aber das erfordert Geld, sogar viel Geld. Gewiß, wesentlich weniger, als die anderen Organisationen verausgaben. Der Direktor des Hilfsvereinsseminars soll, wie ich soeben in einem Berichte aus Palästina lese, seine streikbrecherischen Schüler mit Bier traktiert haben, um sie heranzulocken. Nun, das ist sicherlich eine Ausgabe, die wir uns ersparen können. Unser Geist wird nicht in Form von Bier verzapft. Er kostet nichts, er betäubt nicht, und doch zieht er heran und stärkt. . . . Ueberhaupt — wir können Nr. 52 mit weniger auskommen, aber wir brauchen immerhin viel genug. Werden wir es aufbringen können? Ich fordere an dieser Stelle alle Landesorganisationen auf, dafür zu sorgen, daß jeder Zionist jährlich einen zweiten Schekel für das Schulwerk leistet. Neben dem Organisationsschekel, soll ein Schulschekel, ein „Schekel-ha-Ruach“ abgeliefert werden. Nach unserm heutigen Stande ergäbe das schon 130 000 Mark jährlich, und das ist ein guter und solider Grundstock. Selbstverständlich muß vor allem der Zentralfonds, dem nun seine größte Aufgabe erwächst, gestärkt werden. Gewiß wird jeder Zionist, der es nur irgend vermag, zur Mehrung des Zentralfonds nach Maßgabe seiner Kraft beitragen. Dorthin sollen die Hunderte und die Tausende fließen. Wir haben noch eine ganze Masse solcher, die es geben können. Wir geben bis jetzt sozusagen von der Epidermis, man muß aber anfangen, sich auch tiefer in die Haut zu ritzen. In anderen Organisationen, die etwas wirklich und ernstlich schaffen wollen, sind die Ansprüche weit größer, als bei uns. Also — der Zentralfonds soll jetzt mit aller Energie gefördert und gestärkt werden. Aber als Grundstock des Schulfonds möchte ich doch vor allem den „Schekel-ha-Ruach“ haben. Jeder Balken eines Schulhauses soll von der ganzen zionistischen Organisation getragen und gestützt werden. Es ist ein alter tiefsinniger Grundsatz des Talmud: in hundert Einern — die gegeben werden — liegt mehr edler Wille, als in einem Hunderter- Sagen wir: auch mehr bauende Kraft! Hundertunddreißigtausend Mark von hundertunddreißigtausend Menschen geleistet — welch eine Tragkraft für ein großes Werk! Und der Zionismus dringt immer tiefer ins Volk. Immer mehr wird die Zahl der Schekelzahler wachsen, also wird auch der „Schekel-ha-Ru ach“ an Zahl wachsen, und das Schulwerk wird immer größer und voller werden. Jawohl — und von der Schule her werden wir Palästina aufbauen! Krakauer Chanukahbild Otto Abeies Die Josefsgass’ ist weiss und blank, ln der Josefsgass’ blüht Rindergesang. Die Stuben sind lauschend zusammengerückt Und Giebel hat eng sich an Giebel geschmiegt Die Arme-Leut-?enster gar windschief und klein — Heut sind sie schimmernde Perlenreih’n. Achtfacher Leuchten heitere Pracht Heigt sich hinaus in die gütige Macht. Rhythmisch beschwingt von der Lichter Glanz Schwirrt durch die Lüfte Schneeflockentanz. Da reckt sich’s und streckt sich’s — und eh' man’s Tanzt humpelnd die uralte Judenstadt mit [versieht Oh köstliches Wunder! — Ich lehn' in der Gass’, Vom schmelzenden Schnee sind die Augen nass . . .

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