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Die Welt · 1913-12-12 · 50 (12.12.1913) · page 17

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Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
50 (12.12.1913)
Date
1913-12-12
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 50 dies§zelt 1703 behufs Förderung der Zwecke der Gesellschaft geleistet hat, und nachdem der Name einer solchen Person im Register der Mitglieder der Gesellschaft mit ihrer ausdrücklichen oder gefolgerten Einwilligung eingetragen worden ist, soll sie demgemäß ein Mitglied sein. 9. Jede Person, die einen Betrag von nicht weniger als £ 10 zugunsten der Gesellschaft gespendet hat, wird als Förderer (Patron) in das Ehrenbuch der Gesellschaft eingetragen. Direktoren. 20. Solange von der Gesellschaft in der Generalversammlung nichts anderes bestimmt wird, soll die Zahl der Direktoren nicht weniger als fünf und nicht mehr als zwölf betragen. Die ersten Direktoren sollen sein: Moses Feldstein, Warschau; Dr. A. Hantke, Berlin; Dr. Schmarja Levin, Haifa; A. Podlisdiewski, Warschau; Nahum Sokolow, Warschau; Dr. Echiel Tschlenow, Moskau; M. M. Ussischkin, Odessa; und Dr. Charles Weizmann, Manchester. Westösterreichischer Parteitag Der Parteitag der Zionisten Westösterreichs fand am 7. und 8. Dezember im Hotel „Zentral" in Prag statt und wurde am 7., Vormittag 10 Uhr, vom Präsidenten des Zentralkomitees Dr. Karl Po llak (Wien) eröffnet. Er hebt die Bedeutung der abgelaufenen Berichtsperiode hervor, während welcher in Oesterreich die imposanteste Kundgebung des Zionismus, der Kongreß, abgehalten wurde, und erwähnt die einzelnen Leistungen des Zionistenkongresses. Hierauf wird folgendes Bureau gewählt: Zum Vorsitzenden Dr. Ludwig Singer (Prag), zu Vizepräsidenten Dr. Isidor Margulies (Wien) und Gustav Finzi (Troppau), zu Schriftführern Dr. Alten (Prossnitz), Ludwig B a t 6 (Wien), Paul S c h ü c k (Prag), Schweig (Techijah Wien, für hebräisch). Dr. Singer dankt für die Wahl und begrüßt das Mitglied des E. A. C., Herrn Dr. Hantke, sowie Herrn Generalsekretär Kurt Blumenfeld. Sodann wird der Bericht des Z. K. vom Sekretär Herrn Alexander Geller verlesen. Das Z. K. konnte trotz der aut dem Brünn er Parteitag beschlossenen engeren Zentralisation nicht seine ganze Kraft aut die Ausgestaltung der inneren organisatorischen Arbeit verwenden, da einerseits durch, die Krise im Präsidium bzw. den Rücktritt Adolf Böhms, andererseits durch die umfassenden Vorbereitungen für den wiener Kongreß dem Z.-K. viele Kräfte entzogen wurden. Im Einvernehmen mit dem A-C. wurden die Propagandareisen Blumentelds in allen Distrikten organisiert, auch Dr. Sch. Levin sprach in mehreren Städten. Eine planmäßige Broschürenpropaganda wurde in Angriff genommen, deren Erfolg eine stattliche Zahl von Neuanmeldungen zu zionistischen Bürgervereinen war. Der Bericht erwähnt ferner die Ausbreitung der Tumbewegung, die Gründung des „Jüdischen Handlungsgehiltenverbandes", die Arbeiten des Palästina-Informationsbureaus, das einen neuen Vertrag mit dem österreichischen Lloyd abschloß, die Neueinrichtung des Wiener Bureaus und Sekretariats, die Kultusgemeindeaktion, Förderung des Hebräischen, Tätigkeit der N.-F.-Sammelstelle. //An Schekeln gingen bis 31. Oktober aus West-Oesterreich 9850 Kr. ein, an Zentraltonds 10 200 Kr., an N.-F. und Palästinaspenden 90 000 Kr. Die finanzielle Gesamtleistung der ersten zehn Monate 1913 ist rund 120 000 Kronen. Nach längerer Debatte, in der vor allem die neugeschaffene Organisationsform und ihre Bewährung erörtert wird, erteilt der Parteitag, an dem 89 stimmberechtigte Delegierte teilnahmen, aut Antrag l>r. Löschner dem abtretenden Z.-K. das Absolutorium und spricht ihm Dank und Vertrauen aus. Zu Beginn der Nachmittagssitzung hält der Vorsitzende Dr. Isidor Margulies dem verstorbenen treuen Gesinnungsgenossen und langjährigen Z.-K.-Mitglied f ritz L ö w (Prossnitz) einen warmen Nachruf, der von der Versammlung stehend angehört wird. Darauf .erstattet Hr. Dr. Skutetzky (Wien) das Referat über „Körperliche und geistige Erziehung unserer Jugend" und bringt eine Anzahl Resolutionen ein, die sich hauptsächlich auf die Förderung der Wanderer- und Tumbewegung beziehen und die Einsetzung eines „Jugendrates“ in Wien als Zentralstelle für Jugenderziehungsarbeit fordern. Der Korreferent Herr Landau (Wiener Zion. Ver.) legt einige Pläne der „Wiener Zionistischen Vereinigung“ vor, die die Leitung der geistigen Erziehung übernehmen will. In der Debatte sprachen sich außer Sekretär Blumenfeld die sämtlichen zahlreichen Redner, zum Teii sehr scharf, gegen die vorgeschlagenen Resolutionen aus, die als völlig inhaltslos bezeichnet werden, und wenden sich gegen die oberflächliche Art der Behandlung der Kulturfrage; von vielen wird die Kulturdebatte des böhmischen Distriktstages als Vorbild hingestellt. Schließlich wird unter Ablehnung der Resolutionen folgender Antrag Blumenfeld angenommen: „Der Parteitag beauftragt die Distriktskomitees, die Frage der zionistischen Erziehung in den Mittelpunkt der Beratungen auf den Distriktstagen zu stellen; die Vorbereitung der Referate muß im Einverständnis mit einer vom Parteitag gewählten Kommission für zionistische Jugenderziehung erfolgen. Dieser Kommission obliegt auch die Vorbereitung eines Referates für den nächsten Parteitag.“ In die Kommission werden gewählt: Böhm, Dr. Is. Margulies, Dr. Skutetzky, Frl. Walltuch, Dr. W. Werner (sämtlich in Wien), Dr. Friedmann (Troppau), Dr. S. Werner (Iplem), Dr. Hugo Borgmann, Dr. Engel, Weltsch (alle in Prag), Dr. Epstein (Budweis). Montag vormittag erstattet zunächst Dr. Emil Stein, der Leiter der Wiener N.-F.-Sammelstelle, das Referat über Palästina und Nationalfonds. Er schildert eingehend die Entwicklung in Palästina und unsere neuen großen Aufgaben und bringt schließlich eine Anzahl von Resolutionen ein, die sich auf die Fortsetzung der Palästinaarbeit und den Ausbau der N.-F.Arbeit beziehen. Davon sind zu erwähnen: „Der erste nach dem XI. Zionistenkongreß zusammengetretene westösterreichische Parteitag spricht dem E. A. C. sein vollstes Vertrauen aus, hält insbesondere an dessen Richtlinien zur Palästinaarbeit unbedingt fest und macht es demgemäß jedem Zionisten zur Pflicht, dem E. A. C. durch opferwillige Beisteuer zum Zentralfonds die nötigen .Mittel zur Durchführung seiner Arbeiten zu geben.“ — „Der Parteitag hält die umfassende Ausgestaltung des Palästinaamtes nach dessen Uebemahme durch das E. A. C., ferner die Ausbreitung des Informations-, Propaganda- und Aufklärungsdienstes, insbesondere durch Schaffung eines zentralen Palästinapreßorganes für wünschenswert.“ — Ferner wird die Schaffung eines Versorgungsfonds für alle, die im Dienste in und für Palästina arbeitsunfähig geworden sind, empföhlen. Sodann werden auf Vorschlag des Referenten der vom Parteitag eingesetzten Wahlkommission Herren Ludwig B a t o folgende Gesinnungsgenossen für das Zentralkomitee gewählt: Zum Präsidenten Dr. Karl Poliak (Wien); in das Z.-K.: Dr. Jakob Ehrlich, Dr. Isidor Margulies, Dr. Emil Stein, Oberingenieur Robert Stricker (sämtlich in Wien), Dr. Simon Friedmann (Troppau), Dr. Fritz Eckstein, Süßman.del (M.-Ostrau), Schwarzbart, Dr. Albert Schönhof (Brünn), Dr. Ludwig Singer, Dr. Emst Gütig, Dr. Alfred Engel (alle in Prag), Dr. Emil Margulies (Leitmeritz) und Frau Elisabeth Perutz Teplitz-Schönau). Der Referent erklärt, daß Adolf Böhm das ihm angebotene Mandat unbedingt abgelehnt habe und nur deshalb vom Vorschlag seiner Person Abstand genommen worden sei. In den Zentralausschuß der Gesamtorganisation werden gewählt: Gustav Finzi (Troppau), Krüger (Ostrau), Dr. Emil Margulies (Leitmeritz), Dr. Isidor Margulies ,(Wien). Ersatz: Dr. Emil Stein (Wien), Dr. Bechert (Teplitz). In der Nachmittagssitzung wird ein Antrag des Preßausschusses, der die Zionisten zur Unterstützung der Parteipresse verpflichtet, angenommen. Darauf bringt Dr. Emil Margulies mit kurzer Begründung folgenden Antrag ein, der mit überwiegender Mehrheit angenommen wurde: „Der Parteitag billigt die Grundsätze, welche die westösterreichische Landsmannschaft aut dem Kongreß vertreten hat und die von ihr eingenommene konsequente Haltung.“ Auf Antrag Massarek (Pilsen) wird Dr. Emil Margulies als Wortführer der Landsmannschaft das besondere Vertrauen ausgesprochen. Auf Antrag Löwy-Stricker wird noch folgende Resolution angenommen: „Der österreichische Zionistentag spricht den österreichischen Staatsbehörden den Dank aus für das Entgegenkommen, das sie anläßlich des Kongresses in Wien bekundet haben.“ Nachdem noch die Frage des Budgets verhandelt wurde, und mehrere auf die Geschäftsführung und die Vorbereitung des nächsten Parteitages sich beziehende Anträge und Anregungen angenommen wurden, wird dem Bureau des Parteitags auf Antrag Seidemann der Dank ausgesprochen und der Parteitag von Dr. Singer geschlossen. Anläßlich des Parteitags fand am Sonntag nachmittag eine vertrauliche Versammlung der Delegierten statt, in welcher Herr Dr. Arthur Hantke eingehende Informationen

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