Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 17 (1913)
- Issue
- 50 (12.12.1913)
- Date
- 1913-12-12
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3315709-3316567-3316622--58290-3376811- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 50 LT 1693 untergräbt, sie billigt den Austritt der Herren Achad Haam, Dr. Tschlenow und Dr. Sdunarja Levin aus dem Kuratorium und beglückwünscht sie zu diesem Schritte. Hochachtungsvoll mit Zionsgruß Waad der Kolonie B’er-Tobia (Kastinieh) (Folgen Unterschriften). Protestversammlung in Rischon Ie-Zion Am 25. Marcheschwan fand im Beth-Am zu Rischon le-Zion eine überaus zahlreich besuchte Protestversammlung statt, in der der Direktor des Jaffaer hebräischen Gymnasiums, Dr. Mossinsohn, in flammenden Worten die bekannten Beschlüsse des Kuratoriums kritisierte und zum Kampfe für das Herrscherrecht der hebräischen Sprache in Palästina aufforderte. Herr Gluskin, der Leiter des Winzersyndikats, spendete dem Komitee zur Verteidigung der Rechte der hebräischen Sprache 1000 Frcs. Die jüdischen Wächter in Rischon spendeten den Lohn eines Arbeitstages. Die Lehrer und Lehrerinnen haben einen Monatsbeitrag von 90 Frcs. gezeichnet. Eine Kommission wurde eingesetzt, die auch in den anderen Kolonien regelmäßige Beiträge und einmalige Spenden sammeln soll. Die Schüler der landwirtschaftlichen Mittelschule in Pethach-Tikwah haben an die streikenden Zöglinge des Lehrerseminars in Jerusalem eine Zuschrift gerichtet, in der sie die Seminaristen ihrer herzlichen Sympathie versichern und sie ermutigen, in dem ihnen aufgezwungenen Kampfe unerschütterlich auszuharren. Protest der Kolonie Hulda In der Generalversammlung der Arbeiterschaft von Hulda wurde einstimmig eine scharfe Protestresolution gegen das Kuratorium des Haifaer Technikums angenommen und den streikenden Lehrern und Schülern der Hilfsvereinsschulen moralisch wie materiell Unterstützung zugesichert. Rücktritt des Lehrerkollegiums der Hilfsvereinsschule in Jaffa Nachdem die Leitung des Hilfsvereins das Gesuch der Lehrer an der Jaffaer Hilfsvereinsschule, die allgemein wissenschaftlichen Disziplinen im Sinne der Forderungen der Schüler und ihrer Eltern hebräisch lehren zu dürfen, abschlägig beschielten hatte, haben sämtliche Lehrer am 25. v. M. ihre Stellen niedergelegt. Im Namen des Lehrerkollegiums richtete der Direktor der Hilfsvereinsschule in Safed, Raphael Sopherm a n n, ein Sympathietelegramm an das von den nationaljüdischen Organisationen eingesetzte Komitee zur Förderung des hebräischen Erziehungswesens in Palästina. Streik der Allianceschuler in Beirut Da die Direktion der Alliance-Schule in Beirut sich weigerte, den Wunsch der Schüler nach Einführung der hebräischen Unterrichtssprache zu erfüllen, sind sämtliche Schüler dem Unterricht femgeblieben. Die Schule mußte bis auf weiteres geschlossen werden. Protestversammlung in Leipzig' Mit dem wegen der Unterrichtssprache am jüdischen Technikum zu Haifa entstandenen Konflikt beschäftigte sich am 6. Dezember eine national jüdische Akademiker-Versammlung in Leipzig. Nach einem allgemein orientierenden Referat von stud. med. Gaffanowitsch gelangte einstimmig folgende Resolution zur Annahme: „Die am 6. Dezember zu Leipzig versammelten nationaljüdischen Akademiker protestieren aufs schärfste gegen das Vorgehen der Mehrheit des Kuratoriums des Jüdischen Technikums in Haifa und des Hilfsvereins der Deutschen Juden, die, nachdem sie die persönliche und finanzielle Hilfe zionistischer und nationaljüdischer Kreise erlangt haben, die hebräische Sprache als Unterrichtssprache vollkommen verdrängen wollen. Die nationaljüdischen Akademiker billigen alle Schritte, die darauf hinzielen, daß der Hilfsverein der Deutschen Juden gezwungen werde, sein Unrecht gut zu machen oder von der Eröffnung der Mittelschule und des Technikums in Haifa abzusehen." Resolution der Federation of American Zionists Aus New* York wird uns berichtet: Am Sonntag, den 16. November 1913, fand eine Sitzung des Exekutiv-Komitees der Federation of American Zionists statt, bei der die folgende Resolution einstimmig angenommen wurde: Da das Kuratorium des Jüdischen Institutes für technische Erziehung in Palästina bei seiner am 26. Oktober stattgehabten Sitzung einen Beschluß gefaßt hat, der sich gegen das Hebräische als hauptsächliche Unterrichtssprache im Institut wendet, da ferner Dr. Schmarja Levin seine amerikanische Propagandatour im Interesse des Institutes unter den Auspizien der Federation unternommen hat und die amerikanischen Zionisten behilflich gewesen sind, Sympathien für das Institut zu gewinnen und Geldmittel dafür zu beschaffen; da Dr. Levins Agitation ausdrücklich und in unzweideutiger Weise der Wiedererweckung, der hebräischen Sprache und der hebräischen Kultur im Heiligen Lande galt; da weiterhin Dr. Paul Nathan wiederholt erklärt hat, daß in dem Institut Hebräisch die hauptsächlichste Unterrichtssprache sein und da es schließlich als Notwendigkeit angesehen wurde und wird, daß Hebräisch zur hauptsächlichsten Unterrichtssprache gemacht wird, damit alle Konflikte mit fremden Mächten vermieden werden, wie solche durch die Bevorzugung irgendeiner anderen Sprache leicht entstehen könnten, und damit es nicht zu einem ernsthaften Konflikt innerhalb der jüdischen Bevölkerung Palästinas kommt; wurde der Beschluß gefaßt, daß die Federation of American Zionists gegen das Vorgehen des Kuratoriums protestieren und eine sofortige nochmalige Prüfung des Beschlusses verlangen Ein Brief des K. Z. V. an das Kuratorium Das Präsidium des „Kartells Zionistischer Verbindungen" hat an das Kuratorium des „Jüdischen Instituts für technische Erziehung in Palästina" zu Berlin folgendes Schreiben gerichtet: „Die Unterzeichneten, im Kartell Zionistischer Verbindungen vereinigten Studenten-Korporationen haben mit Bedauern von der Erledigung der Sprachenfrage am Jüdischen Technikum Kenntnis genommen. Sie empfinden die Vernachlässigung der hebräischen Sprache als eine Verletzung des jüdischen Charakters des Instituts. Die zionistischen Akademiker, welche das jüdische Technikum als einen neuen, bedeutenden Faktor in der Entwicklung der jüdischen Kultur mit warmer Begeisterung begrüßt haben, und den Willen hatten, mit allen Kräften an seiner Entwicklung mitzuarbeiten, sind durch den Beschluß des Kuratoriums aufs tiefste enttäuscht. Als offizielle Vertretung der zionistischen Studenten in Deutschland erheben wir Protest gegen diesen Beschluß