Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 17 (1913)
- Issue
- 49 (5.12.1913)
- Date
- 1913-12-05
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3315709-3316567-3316621--58273-3376793- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
1660 Nr. 40 blEWELt o o o o o o o o o o o o o o AUS DER BEWEGUNG o o o o o o o o o o o o o o Zeitgemässe Propaganda Die Größe und Ausdehnung unserer Organisation und die in ihr vorhandenen Kräfte bringen es mit sich, daß die Propaganda für die zionistischen Institutionen mehr oder weniger unabhängig von irgend welchen Zeitpunkten ist. Ein Beweis dafür ist unser Kongreß. Er fällt fast immer in die Sommermonate, also in eine Zeit, wo die organisatorischen und agitatorischen Kräfte nicht in jenem Maße zur Verfügung stehen, wie z. B. im Herbst oder Winter. Dennoch bewirkt der Kongreß auch beim Einzelnen eine gewisse Höchstleistung organisatorischer und agitatorischer Arbeit. Dies hat sich am deutlichsten bei der letzten Kongreßausgabe der „Welt" gezeigt. Der alle Erwartungen weit übersteigende Erfolg war nur möglich, weil viele Tausende von Gesinnungsgenossen sich freiwillig in den Dienst einer Propaganda gestellt hatten, bei der die Mitarbeit aller Zionisten möglich ist. Gewiß ist der Kongreß ein besonderer Anlaß, der auch für die „Welt“ die Werbetätigkeit erleichtert, und in dieser Beziehung handelt es sich um eine „zeitgemäße" Propaganda. Wenn es aber auf einen Zeitpunkt ankommt, der geeignet ist, für unser Zentralorgan Abonnenten zu werben, so ist es der jetzige. Im Monat Dezember bestellt jeder Zeitungsleser die wöchentlich und monatlich erscheinenden Organe für das nächste Jahr. Jeder Gesinnungsgenosse und Freund unseres Blattes möge sich das vor Augen führen und in seinem Kreise für die Verbreitung der Welt eintreten. Nur wer „Die Welt" regelmäßig liest, ist über den Stand unserer Bewegung genau orientiert. Der Verlag der „Welt", Berlin W15, Sächsische Str. 8, ist jederzeit bereit, die Werbearbeit für unser Zentralorgan durch Uebersendung von Probenummern und Abonnementsprospekten — die auf Wunsch auch direkt verschickt werden — zu unterstützen. Palästina-Gesellschaftsreisen •Für den Besuch Palästinas im nächsten Frühjahr haben sich bereits in Oesterreich, Rußland und England verschieb dene Gruppen von Reisenden gebildet. Die Gruppen werden von der Zentralstelle des Palästina-Informationsbureaus in Wien organisiert und zu einer großen Gesellschaft zusammengefaßt. Die Preise werden durch die jzu erwartende große Teilnahme außerordentlich ermäßigt sein. Ausführlicher Prospekt, der alle notwendigen Einzelheiten enthalten wird, erscheint demnächst. Interessenten wollen sich bereits jetzt an das Palästina-Informationsbureau in Wien, II, Karmeliterplatz 1, wenden. Deutschland Kartelltag der Vereine Jüdischer Studenten In den Tagen vom 24. bis 30. Dezember findet in Königsberg i. Pr. der XIII. Kartelltag der im Bunde Jüdischer Corporationen zusammengeschlossenen Vereine Jüdischer Studenten statt. Neben dem Präsidium des Kartells, das in Berlin seinen Sitz hat und das vollzählig vertreten sein wird, und neben den Delegierten der zehn Kartellvereine des B. J. C., werden zahlreiche V. J. St er aus dem Reiche, insbesondere aus den Nachbarprovinzen nach Königsberg kommen, um an den Beratungen teilzunehmen, ferner, um mit alten Studien- und Semester-Genossen bei dieser Gelegenheit Ansichten und Erinnerungen auszutauschen, nicht zuletzt aber, um dem gleichzeitig stattfindenden zehnjährigen Stiftungsfeste des Königsberger Kartellvereins beizuwohnen. Eine Reihe von Veranstaltungen größeren Stils sind aus diesem Anlaß vorgesehen. Nach einer vom Altherren- Bund des V. J. St. Königsberg gegebenen Begrüßungskneipe, die am ersten Chanukah-Abend stattfindet, wird die B. J. C.er und die dem Königsberger V. J. St. nahestehende jüdische Bürgerschaft Königsbergs und der Provinz ein großer Festkommers am 25., im großen Konzertsaal der Stadthalle vereinen. Am 28. schließt sich hieran ein Ball in denselben Räumlichkeiten. Für die Beratungen des Kartelltages, auf dessen Tagesordnung eine Reihe wichtiger Verhandlungsthemen steht, sind sechs Tage anberaumt. Oesterreich - Ungarn Wien. Der Westösterreichische Kreis der Jüdischen Turnerschaft hält vom 6. bis 8. Dezember seinen 2. ordentlichen Kreis-Turntag in Wien ab. Tagesordnung: Samstag, den 6. Dezember, y29 Uhr abends: Schauturnen des J. T. V. Fünfhaus, in den Katharinensälen (Weigls Dreherpark). Sonntag, den 7. Dezember 10 Uhr vormittags: Verhandlungen des 2. ordentl. K. T. im J. W. J. T., IX., Liechtensteinstraße 20. 2 Uhr nachmittags: Fußballmatch des Sportklubs Hakoah gegen Südmark auf dem Vienna-Sportplatze (Hohe Warte). 8 Uhr abends: Meeting über aktuelle Fragen der Jüdischen Tumerschaft Westösterreichs im J. W. J.T. Montag, den 8. Dezember 10 Uhr vormittags: Fortsetzung der Verhandlungen im J. W. J. T. i,43 Uhr nachmittags: Vortumerstunde im J. T. V. Fünfhaus. XV., Herklotzgasse 21, unter Leitung des J. W. J. T. 5 Uhr nachmittags: Five o dock tea des J. W. J.T. in dessen gesamten Räumen. Budapest. Der Verein technischer Hochschüler „Bar Kochba" in Budapest faßte in der Angelegenheit des Technikums in Haifa folgenden Beschluß: „Der Verein jüdischer technischer Hochschüler ,Bär Kochba* nahm in seiner letzten Sitzung mit Entrüstung zur Kenntnis, daß sich infolge der Beschlüsse des Kuratoriums die sehnsüchtigen Erwartungen nicht erfüllen sollen, die jeder für die Zukunft seines Volkes arbeitende, aufrechte Jude an das jüdische Technikum in Haifa knüpfte. Der Verein weist seinen Ausschuß an, in einer Zuschrift an das Kuratorium des Technikums dieser Entrüstung Ausdruck zu geben und die Aenderung des Beschlusses auch seinerseits zu fordern." Der Verein will eine Aktion einleiten, um auch die jüdischtechnischen Vereine anderer Länder zu veranlassen, ähnliche Zuschriften an das Kuratorium zu richten. Schweiz Zürich. Am Samstag abend, den 20. November, sprach in der „Freien Vereinigung von Mitgliedern der israelitischen Kultusgemeinde Zürich" Herr Dr. Pinkus über „Die Beteiligung der Juden am politischen Leben". Der Vortrag führte zu einer lebhaften Auseinandersetzung über das Verhältnis des Zionismus zum Staatsbürgertum. — Am gleichen Abend besprach der Akademische Zionisten verein in Zürich die Sprachenfrage am Haifaer Technikum und faßte eine Protesresolution gegen die Entscheidung des Kuratoriums. — Am Sonntag, den 30., fand ein Vortragsabend der Zionistischen Ortsgruppe statt. Vor einer außergewöhnlich zahlreichen Zuhörerschaft sprach Herr cand. med. Löw- Straßburg i. E. über die Lehren des Beilis-Prozesses. Eine längere Diskussion folgte dem Vortrag. Genf. Am Samstag, den 29. November, sprach im Akademischen Zionistenverein Herr Dr. J e 1 s k i über das Thema: „Was sollen wir aus dem Beilis-Prozeß lernen?"