Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 17 (1913)
- Issue
- 49 (5.12.1913)
- Date
- 1913-12-05
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Nr. 49 1657 Hundertschaft nach Kiew entsendet, der es mit Leichtigkeit elang, Zeugen, Geschworene, Staatsanwalt, Zivilkläger, Beörden und öffentliche Meinung des Zarenreiches zu beeinflussen, kurz, wie sich der Herr Vizebürgermeister der Haupt- und Residenzstadt summarisch ausdrückte, „die Sache zu vertuschen“. Die christlichsozialen Frauen und Männer haben Herrn 1 Hierhammer stürmisch zugestimmt . . . Eröffnung der „Jüdischen Toynbeehalle“ In Czernowitz Aus Czernowitz schreibt uns unser dortiger Korrespondent : Vor drei Jahren begann auf Anregung des Universitäts- Professors Dr. L. Kellner die hiesige jüd.-nat. akad. Verbindung „Hebronia“ Toynbeehalle-Abende zu veranstalten. Obwohl .nun diese in gemieteten, mitunter ganz unzulänglichen Lokalen stattfinden mußten, war der Besuch so massenhaft und immer steigend, daß die größten zur Verfügung stehenden Säle von Czernowitz nicht mehr ausreichten. Hunderte von Einlaß begehrenden Personen mußten oft abgewiesen werden. Es war daher natürlich, daß sich die intelligenten Kreise der jüdischen Bevölkerung, die die Institution der Toynbeehalle bald schätzen lernten, für diese lebhaft zu interessieren begannen, und es entstand ein viele Mitglieder zählender Verein „Jüdische Toynbeehall e“. Dank der Einsicht von der Bedeutung und segensreichen Wirksamkeit der Toynbeehalle und unter dem Einflüsse von Prof. Kellner stifteten der durch seinen Wohltätigkeitssinn bekannte Herr Kammerrat Markus Kißlinger und dessen Gattin Anna einen sehr ansehnlichen Betrag zur Erbauung eines eigenen Gebäudes für die Toynbeehalle, die am 15. November in feierlicher Weise eröffnet wurde. An der Fassade des stattlichen Baues, der modern und höchst komfortabel ausgeführt ist, prangt eine bescheidene hebräische Aufschrift. Der Bau mutet feierlich und tempelartig an. Auf der Decke des Festsaales, der mehr als 1200 Personen faßt, breitet sich ein großer Davidsschild aus, der von elektrischen Lämpchen begrenzt wird. Das Kuratorium der jüdischen Toynbeehalle setzt sich aus zionistisch gesinnten Männern zusammen, wie denn auch die munifizenten Stifter Zionisten sind, die ohne viel Aufhebens auch Boden in Palästina erworben haben. Diesem Umstande ist es zu verdanken, daß die jüdische Toynbeehalle von Czernowitz nicht nur ein Mittelpunkt des allgemein jüdischen Lebens, sondern auch der zionistischen Wirksamkeit geworden ist. Denn außer Vorträgen über allgemein jüdische Themen, die jeden Samstag hier gehalten werden, finden auch die zionistischen Veranstaltungen der hiesigen Korporationen im Toynbeehallen-Gebäude statt. Ueberdies befindet sich hier der Sitz des zionistischen Landeskomitees. Im Nebengebäude der Toynbeehalle ist eine hebräische Schule und ein hebräischer Kindergarten untergebracht, wo jüdische Knaben und Mädchen täglich in hygienisch mustergültigen Räumen unsere ^ltneue Sprache lernen und für die nationale Zukunft erzogen werden. Der feierlichen Eröffnung der Toynbeehalle wohnten Vertreter aller Kreise der jüdischen und intelligenten nichtjüdischen Bevölkerung bei. In Vertretung des Landespräsidenten erschien Hofrat Goerz. Es kamen auch die Direktoren der Mittelschulen und die Spitzen der Behörden. Die Eröffnung wurde durch einen Vortrag von Prof. Kellner über die Toynbeehalle eingeleitet. Es sprachen dann der Präses der akademischen Verbindung „Hebronia“, welcher Korporation vom Kuratorium die technische Leitung der Tonybeehalle-Veranstaltungen übertragen ist, Herr Oberrabbiner Dr. Rosenfeld und Prof. Dr. H. Sternberg. In der Toynbeehalle befindet sich noch ein jüdisches Lehrlingsheim und in einem Nebengebäude die Ica- B a n k. In Kürze soll eine jüdische Volksbibliothek eröffnet werden. Schließlich wird dort auch der hebräische Lese- und Sprachverein „H a t c h i j a h“ seinen Sitz haben. Der Landespräsident der Bukowina, Graf von Meran, der verhindert war, der Eröffnung der Toynbeehalle beizu- Nur bei rechtzeitiger Erneuerung des Abonnements werden unliebsame Störungen in der Zustellung des Blattes vermieden. Wir möchten daher unsere geehrten Leser, deren Abonnement am 31. Dezember 1913 abläuft, dringend bitten, die Erneuerung unverzüglich vorzunehmen. Alle Abonnements, die bis Ende d. J. nicht ausdrücklich abbestellt sind, betrachten wir als erneuert. Die Ueberweisung der Abonnementsbeträge aus Deutschland und Oesterreich-Ungarn erfolgt kostenlos mittels Postschecks, die wir in den nächsten Tagen sämtlichen Beziehern, deren Abonnement abläuft, direkt zusenden werden. Aus dem Auslande überreicht man Beträge an uns am einfachsten per Postanweisung, wo dies nicht möglich ist, per Scheck auf europäische Banken oder in Briefmarken. Bestellungen auf Einbanddecken für den Jahrgang 1913 der „Welt“ werden schon jetzt entgegengenommen. Preis einer Einbanddecke inkl. 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