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Die Welt · 1913-12-05 · 49 (5.12.1913) · page 8

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Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
49 (5.12.1913)
Date
1913-12-05
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Nr. 49 1662 DIE^fiBELT* sion gliedert sich in zwei Gruppen. Die eine Gruppe soll gemeinsam mit der Lehrer-Zentrale die allgemeinen Erziehungsangelegenheiten in die Hand nehmen, während die zweite Gruppe sich mit lokalen Fragen beschäftigen soll. Von Zeit zu Zeit sollen sich die Mitglieder zur Besprechung der laufenden Angelegenheiten versammeln. Protestkundgebung der jüdischen Studenten in Beirut Die jüdischen Studentenverbindungen in Beirut ersuchen uns um Abdruck der folgenden Protesterklärung, die in der Uebersetzung aus dem Hebräischen lautet: Die Organisation der ottomanisch-jüdischen Studenten und die jüdische Studentenverbindung „Kadimah" am amerikanischen College in Beirut haben in der am 15. Marcheschwan gemeinsam mit den übrigen Vertretern der jüdischen Studentenschaft, dem Arbeiterverein Poale Zion und dem Turnverein Makkabi veranstalteten öffentlichen Versammlung ihre tiefste Erbitterung über die vom Kuratorium des Haifaer Technikums begangene Entweihung unserer heiligsten Gefühle und Mißachtung der öffentlichen jüdischen Meinung in Palästina ausgesprochen. Wir Studierenden an fremdnationalen Hochschulen an der Grenze Palästinas, möchten hervorheben, daß die Gründung einer weiteren Hochschule mit nichthebräischer Unterrichtssprache in Palästina geradezu absurd ist. Und als ottomanische Juden protestieren wir nachdrücklichst gegen derartige schädliche Versuche, die geeignet sind, Argwohn gegen die Loyalität der jüdischen Bevölkerung Palästinas zu erwecken. Wir fordern die jüdische Studentenschaft in allen Ländern auf, die jüdische Oeffentlichkeit über den wahren Charakter des geplanten Instituts und über seine schädlichen Tendenzen aufzuklären. Das Komitee der Organisation jüdischer Studenten: stud. med. Moses T e m k i n. stud. med. Moses K u m i n. cand. med. Abraham Grün, cand. mag. pharm. Abraham K r i n k i n. cand. med. Josef A t i a. Protestversammlungen in Sichron-Jacob und Ekron Am 17. Marcheschwan fand in der jüdischen Kolonie Sichron-Jacob eine Protestversammlung gegen die Beschlüsse des Kuratoriums statt. Die Versammlung, die in der Synagoge der Kolonie stattfand, war nahezu von der gesamten Bewohnerschaft besucht. Es sprachen der Arzt der Kolonie, Dr. Hillel Joffe, der Direktor der Kolonieschule Ch. Z i f f - rin, die Lehrerin S c h a p i r o und die Kolonisten Albert und Lerner. Die Versammlung beschloß: 1. Gegen die Beschlüsse des Kuratoriums in Angelegenheit der Unterrichtssprache in der neu zu gründenden Realschule und dem Technikum in Haifa mit aller Entschiedenheit zu protestieren. 2. Ihren Wunsch auszusprechen, daß in Haifa eine rein hebräische Mittelschule gegründet werden möge. 3. Die Versammlung bewilligt für die Gründungskosten dieser Mittelschule in Haifa einen Beitrag von 500 Frcs. 4. Die Versammlung wählt eine Kommission, die mit den andern jüdischen Kolonien und Organisationen in Verbindung treten soll, zwecks gemeinsamen Vorgehens in dieser Angelegenheit Die vorstehenden Beschlüsse wurden dem Kuratorium des Technikums in Berlin brieflich übermittelt. Das betreffende Schreiben ist von folgenden Herren unterzeichnet: Dr. med. Hillel Joffe, Arzt der jüdischen Kolonie Sichron-Jacob, A. Aaronsohn, Direktor der landwirtschaftlichen Versuchsstation, I. Lerner, I. M. Brunner, S. Schapiro. Am 20. Marcheschwan fand in der Kolonie Ekron eine große Protestversammlung statt, an der sämtliche Bewohner der Kolonie teilnahmen. Für die streikenden Schüler der Hilfsvereinsschulen wurde eine Sammlung eingeleitet. Die Landarbeiter spendeten den Lohn einiger Arbeitstage für die Streikkasse der Lehrer und Schüler. Die Beschlüsse des Lehrerverbandes Die Zentrale des hebräischen Lehrerverbandes in Palästina bittet uns um Veröffentlichung der folgenden Beschlüsse, die sie im Hinblick auf den Beschluß des Kuratoriums des Haifaer Technikums gefaßt hat: a) Die Zentrale übernimmt die Organisation und die Führung des Kampfes gegen das Technikum und die Mittelschule, welche in Haifa eröffnet werden sollen, und fordert sämtliche schaffenden Kräfte, ferner alle jüdischen Institutionen und Organisationen im Lande auf, ihr in diesem Kampfe beizustehen. b) Die Zentrale wendet sich mit einem Aufruf an die jüdische Oeffentlichkeit und macht sie auf die große Gefahr aufmerksam, die uns durch die Vorherrschaft fremder Sprachen in unseren Schulen droht. c) Wir organisieren Protestversammlungen in allen Städten und Kolonien Palästinas und schlagen vor, die Erklärungen und Beschlüsse dieser Versammlungen an das Kuratorium und an das Zionistische A. C. in Berlin abzud) Wir erklären einen Boykott gegen die Mittelschule und das Technikum in Haifa und bedienen uns aller möglichen Mittel, um den Eintritt jüdischer Schüler in die erwähnten Schulen zu verhindern. e) Wir erklären einen Boykott gegen die Lehrer und Beamten, die sich nicht dazu verstehen werden, ihre Stellen in den erwähnten Schulen niederzulegen, und warnen auch andere, dort Aemter anzunehmen, solange unsere Forderungen hinsichtlich der Unterrichtssprache in diesen Schulen nicht erfüllt sein werden. f) Wir appellieren an die jüdische öffentliche Meinung im Auslande gegen den Beschluß des Kuratoriums. g) Wir treffen die erforderlichen Vorbereitungen zur Gründung einer Mittelschule in Haifa, sobald ein Bedürfnis dafür vorhanden sein wird. Protestkundgebung in Merchawjah Aus der galiläischen Kolonie Merchawja wird uns geschrieben: Sonntag, am 16. November, versammelte sich die gesamte Bewohnerschaft von Merchawja, um gegen den Beschluß der Leitung des Haifaer Technikums Stellung zu nehmen. Es wurde einstimmig eine Protestresolution angenommen, und gleichzeitig an das Kuratorium folgendes hebräische Schreiben abgesandt, das in deutscher Uebersetzung folgenden Wortlaut hat: Kuratorium des Jüdischen Instituts für technische Erziehung in Palästina Berlin. Von der Erledigung der Sprachenfrage am jüdischen Technikum in Haifa und dem Austritt der Vertrauensmänner der zionistischen Partei aus dem Kuratorium haben die heute hier versammelten Einwohner der Kolonie „Merchawja" mit größtem Bedauern Kenntnis genommen. Während wir den Herren’ Dr. Levin, Ginzberg (Achad-Haam) und Dr. Tschlenow unser vollstes Vertrauen und unsern wärmsten Dank für ihr Verhalten aus- Das Komitee der Jüdischen Studentenverbindung „Kadimah": cand. bac. comm. A. A p - stud. pharm. D. Friedman. Stud. phil. I. Feldmann.

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