Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 17 (1913)
- Issue
- 48 (28.11.1913)
- Date
- 1913-11-28
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 48 1639 DIE^ELT künftige Universität sollte nach dem Muster der Londoner Universität geleitet werden, die eine glückliche Verbindung von technischem und humanistischem Wissen geschaffen habe. Auch Dr. Gast er widmete dem Projekt warme Worte. Leeds. Mr. A. Rumyanick, der Vertreter der hebräischen Berlitzmethode in Leeds und Gründer des Ortsfonds zur Unterstützung jemenitischer Juden, gibt seine Tätigkeit in Leeds auf, um einen hebräischen Kindergarten in London zu errichten. Vereinigte Staaten von Nordamerika Federation of American Zionists. Oer nunmehr der amerikanischen Federation angegliederte Order Knights of Zion hielt am 20. Oktober eine Sitzung in Chicago ab. Es wurde beschlossen, Vorbereitungen für die Reisen der Herren Dr. Zoll sch an und Oppenheimer zu treffen und die Sammlung größerer Fonds für die Siedlungsgenossenschaft einzuleiten. Der Orden hat in der Zeit vom 31. März bis 14. Oktober 258,75 Doll, für den Nationalfonds gesammelt. Die VII. Jahresversammlung des Ordens soll vom 1. bis 5. Januar 1014 in Chicago stattfinden. New York. Die zionistischen Frauen in Amerika entfalten eine rege Wirksamkeit. In einer Vorstandssitzung des Vereins Hadassah Chapter of the Daughters of Zion berichtete Miss Henrietta Szold über die Erfolge einer Propagandareise, die sie im Interesse des Vereines unternommen hat: In Madison, Wis. zeichnete ein dort bestehender Frauenverein einen größeren Jahresbeitrag; in St. Paul, Minn. wurde ein Zweigverein mit 100 Mitgliedern gegründet; in Chicago, 111. bildete sich ein Palästina-Komitee zur Unterstützung des Vereins Hadassah; in Gary, Ind. zeichnete ein Frauenverein einen Jahresbeitrag; in Cleveland, O. wurden dem dort bestehenden Zweigverein eine große Anzahl neuer Mitglieder zugeführt und in Pittsburg ein neuer Zweigverein gegründet. Miss Szold, die besonders im Westen ungeheure Möglichkeiten für den Frauenbund sieht, wird demnächst in Baltimore und Washington sprechen. New York. Hier hat sich kürzlich eine Anzahl junger Leute zu einem Zweigverband des Vereines Sons of Zion zusammengeschlossen, der den Namen „David Wolffsohn Camp" führt. Herr David Wolffsohn, der von der Gründung des neuen Vereines in Kenntnis gesetzt worden ist, hat ihm ein herzliches Gratulationsschreiben zugesandt. Brooklyn. Hier ist kürzlich ein zionistisches Klubhaus eröffnet worden, das hauptsächlich für die Mitglieder der verschiedenen in New York und Brooklyn vertretenen Youn g Judaea Clubs bestimmt ist, aber auch sonst ein Zentrum zionistischer Arbeit werden soll. Ein Zimmer des Klubhauses ist als Lesezimmer eingerichtet, in dem die jungen Leser jüdische Geschichtswerke und andere ihrem Verständnis angepaßte Lektüre finden werden. Außerdem liegen eine Reihe jüdischer Zeitungen aus. In bestimmten Abständen sollen in dem Klubhaus Vorlesungen sowohl für Kinder wie für Erwachsene gehalten werden. Los Angeles (Kalifornien). Dr. Leo Blaß, der Präsident der Los Angeles Achusa Co., hat sich einige Tage in San Francisco aufgehalten, um für die Achusa- Bewegung Propaganda zu machen. Mehere Achusa-Shares sind verkauft worden. Der erste, der sich uns angeschlossen hat, ist Rabbiner Dr. S. M. L e v y. Kanada Montreal. Am 3. November fand in Montreal eine Vorstandssitzung der Federation of Zionist Societies of Canada statt, bei der Mr. Clarence de Sola präsidierte. Die Herren Abramowitsch und Fineberg berichteten über den letzten Kongreß, dessen Anordnung sie insofern nicht befriedigt hatte, als die kanadischen Delegierten nicht genügend zur Geltung gekommen sein sollen. Es wurde ferner beschlossen, die 13. Konferenz der kanadischen Federationen am 25. Dezember in Montreal abzuhalten; zum Vorsitzenden der Konferenz wurde Mr. M. Markus gewählt. Der von allen der Federation angehörigen Gesellschaften am 5. Oktober abgehaltene Nationalfondstag hat folgende Resultate ergeben: es gingen ein von den Gesellschaften in Montreal $ 569,55, Toronto 213,85, Hamilton 18,70, London, Ont., 8,20, Quebec K 5,—. Aus einigen anderen kanadischen Städten sind die Resultate noch nicht bekannt gegeben worden. Aufforderung! Das Hauptbureau des J. N.-F. schreibt uns: Von hervorragenden Gesinnungsgenossen, insbesondere aus Rußland, ist uns die Aufforderung zugegangen, eine Sammlung zur Eintragung von B e i 1 i s und seinen mutigen Verteidigern in das Goldene Buch des Jüdischen Nationalfonds einzuleiten. Wir übermitteln allen Freunden und Mitarbeitern des Nationalfonds diese Anregung, die unsere volle Zustimmung findet. Die Vereitlung des schmählichen Versuches, die Juden Rußlands und mit innen die der ganzen Welt des Ritualmordes zu bezichtigen, ist wert, in der Chronik des jüdischen Volkes, in unserem Goldenen Buch, verzeichnet zu werden. Der Mann, der als unschuldiger Märtyrer für sein Volk litt, und die hochherzigen Männer, Russen und Juden, die für Wahrheit und Recht stritten, verdienen es, von ihren Zeitgenossen in sichtbarer Art geehrt zu werden. Wir eröffnen, der uns zugekommenen Aufforderung entsprechend, die Sammlung zur Eintragung vonBeilis, Grigorowitsch-Barsky, Grusenberg, Karabtschewsky, Maklakow, Sarudny, Kokowzew, M a s o und Troitzky in das Goldene Buch und sind überzeugt, daß die Juden aller Länder es als. ihre Pflicht betrachten werden, sich an der Ehrung dieser Männer so zahlreich als möglich zu beteiligen. Aus einer Reihe von Städten Rußlands erhielten wir inzwischen Mitteilungen über spontan gefaßte Beschlüsse, die Wahrheitskämpfer im Beilisprozeß durch Zuwendungen verschiedener Art für den Nationalfonds zu ehren. So wurden bereits Beilis, Maso und Grusenberg in das Goldene Buch eingetragen. Die Redaktion des „Rasswjet" hat vorgeschlagen, auf den Namen Israel Grusenberg einen Oelbaumhain im Herzlwald zu pflanzen. Der Waad-Hair von Tel-Awiw hat nach einer Zeitungsmeldung beschlossen, eine Straße in den neu entstehenden jüdischen Vierteln nach Grusenberg zu benennen. Diese zahlreichen Kundgebungen und die unausgesetzt einlaufenden Anregungen aus Rußland berechtigen zu der begründeten Hoffnung, daß die Ehrung der oben genannten Männer ihrer und des Nationalfonds würdig sein wird. Allgemeine jüdische Kolonisationsorganisation Die diesjährige Generalversammlung der A. J. K. O. fand unlängst zu Berlin im Bureau der Organisation unter der Leitung des stellvertretenden Vorsitzenden, Herrn A. F. Marcus statt. Dem Berichte des Vorsitzenden des geschäftsführenden Ausschusses, Dr. Alfred Nossig, entnehmen wir nachstehende Angaben: Von besonderer Bedeutung für das Propagandawerk der A. J. K. O. war die Gründung eines eigenen Publikationsorgans „D er O r i e n t“. Trotz ihres kurzen Bestandes hat diese Zeitschrift, die gegenwärtig das einzige der jüdischen Orient- Kolonisation gewidmete Organ in deutscher Sprache ist, dem Kolonisationswerk bereits neue Freunde gewonnen. In Wien wurden im Vorjahre, dank der Unterstützungen des dort entstandenen vorbereitenden Komitees für ein neues, von der A. J. K. O. geplantes Finanzinstitut, größere Beträge gezeichnet. Mit vollem Erfolg konnte im Sommer 1913 auch die Organisierung von Boden-Erwerbs-Gesellschaften in Rußland wieder aufgenommen werden. Nachdem bereits im Mai 1913 zwischen der B. E. G. „Kadimah" in Moskau und der O. C. C. ein definitiver, notarieller Vertrag abgeschlossen war, begab sich der Generalsekretär der A. J. K. O. im Juni nach Warschau, um daselbst eine Gruppe von Familien, die sich an die A. J. K. O. gewendet hatten, zu organisieren. Das Finanzinstitut der A. J. K. O. „The Orient Colonising Co. Ltd." hat durch Gewährung eines Darlehns von 118 000 Francs die Gründung einer neuen Kolonie „Kiriath Mosche" durch eine Kolonistengruppe aus Bialystok und der Umgegend ermöglicht. Gegenwärtig betreibt die O. C. C. den Ankauf eines Terrains auf der Sinaihalbinsel. Der A. J. K. O. ist im Berichtsjahre ein Betrag von 20 000 Mark als Legat von weiland Herrn Max Krain in Charlottenburg hinterlassen worden. Herr Markus Przedborski in Lenczyca (Russisch-Polen) hat sich bereit erklärt, nach dem Plane der Ä. J. K. O. eine Palästina- Kolonisations-Stiftung in der Höhe von SO000 Frs. zu errichten und die Verwaltung derselben der O. C. C. zu übergeben. Aus den Wahlen ging der vorjährige Vorstand in unveränderter Zusammensetzung hervor. Hierauf wählte der Vorstand aus seiner Mitte Herrn Geh. Justizrat Berthold Timendorfer ins Präsidium. Nach Erledigung der statutenmäßigen Geschäfte der Generalversammlung entspann sich eine sehr lebhafte Diskussion über die derzeitigen Aussichten der jüdischen Kolonisation