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Die Welt · 1913-11-28 · 48 (28.11.1913) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
48 (28.11.1913)
Date
1913-11-28
Page
– (sequence 16)
Language
German
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1638 DIEH^KELT s Nr. 43 Deutschland Berlin. Aus Anlaß der am 23. und 24. November in Berlin abgehaltenen Sitzung des Actions-Comites beriet die Berliner Zionistische Vereinigung für Montag, den 24. November, eine öffentliche Versammlung in die Spichem-Säle, in der Mitglieder des Actions-Comites sprechen sollten. Nach Eröffnung der Versammlung durch Dr. Egon Rosenberg sprach Dr. L. Reich, Lemberg, über die Ziele des Zionismus. Adolf Stand, Lemberg, erörterte die Angelegenheit des Technikums, vor allem aber das Projekt der hebräischen Universität in Jerusalem. Dr. Klee, Berlin, der letzte Redner, wies auf die schwere .Verletzung der jüdischen Solidarität hin, die die Duisburger Liberalen begangen haben, indem sie den ausländischen Juden das Wahlrecht nahmen, und empfahl für die bevorstehenden Berliner Repräsentantenvvahlen die Wahlenthaltung. Alle Redner fanden in der zahlreich besuchten Versammlung lebhafte Zustimmung und stürmischen Beifall. Oesterreich Westösterreichischer Zionistentag Am 7. und 8. Dezember findet in Prag der westösterreichische Zionistentag mit folgender Tagesordnung statt: 1. Eröffnungsansprache. — 2. Bericht des Zentralkomitees. — 3. Der XL Zionistenkongreß, Referent Dr. Emil M a r g u 1 i e s (Leitmeritz). — 4. Palästina und National f o n d s, Referent Dr. Emil Stein (Wien). — 5. Die geistige und körperliche Erziehung unserer Jugend, Referent Dr. Emst Skutetzky (Wien). — 6. Neuwahlen. — 7. Budget. Die Beratungen beginnen Sonntag, den 7. Dezember, präzise 10 Uhr vormittags. Von den Wahlprotokollen sind je eine Abschrift an das zuständige Distriktskomitee und an das zionistische Zentralbureau, Wien, II., Karmeliterplatz 1, zu übersenden. Die Delegiertenkarten werden den Delegierten im Wege der zuständigen Distriktskomitees oder in Prag, im Bureau des zionistischen Distriktskomitees, Langegasse 41, ausgefolgt. — Dr. Karl P o 11 a k, dzt. Präsident. Niederlage hatten sich u. a. der Präsident der jüd. Kultusgemeinde Dr. Schaff, Rabb. Dr. G u 11 m a n n, die Mitglieder des G.A.C. Adolf Stand und Dr. Leon Reich und Kultusrat Direktor Orange eingefunden. Namens der Leitung des Bezalel begrüßte Herr Bodek die Versammelten und wies auf die Wichtigkeit des jungen Unternehmens hin. Rabb. Dr. Guttmann sprach ein hebräisches Gebet, worauf Präsident Dr. Schaff namens des Kultusvorstandes und Adolf Stand namens der zionistischen Partei in herzlichen Worten ihrer Sympathie für den „Bezalel" Ausdruck gaben. Stanislau. Die Verbindung „Bar-Kochba", hat hier eine Versammlung veranstaltet, in der Adolf Stand (Lemberg) in meisterhafter Weise den Verlauf und Bedeutung des XI. Zionistenkongresses schilderte. Die glänzenden, zweistündigen Ausführungen haben bei dem überaus zahlreich versammelten Publikum einen außerordentlichen Beifall gefunden. Oest.-NowosieIitza. Am 26. Oktober referierte hier Dr. Theodor W eißelberger über den XI. Zionistenkongreß. In der darauf mit der Leitung der zionistischen Ortsgruppe abgehaltenen Besprechung wurde beschlossen, eine große Propaganda-Arbeit durch Veranstaltung von Vorträgen und Verteilung von Broschüren zu entfalten. Türkei Brussa. Herr Dr. Zemach Rabbiner aus Konstantinopel, Verfasser der ausgezeichneten spaniolischen Schrift „Die jüdischen Mütter der biblischen Zeit" hielt hier in den letzten Tagen des Sukkothfestes in der Synagoge drei Vorträge über die Aufgaben der jüdischen Frau in der national- ’üdischen Bewegung der Gegenwart. Die formal und inhaltich gleich gediegenen Ausführungen riefen bei der hiesigen jüdischen Bevölkerung große Begeisterung hervor und hatten die Gründung eines jüdischnationalen Mädchenvereins unter dem Namen „Benoth Jehudah" zur Folge. Der Verein wird alle 14 Tage Leseabende veranstalten, an denen die nationaljüdischen Neuerscheinungen gelesen und besprochen werden Wien. Der jüdische Volksverein Leopoldstadt hielt in der jüngsten Zeit im Bezirke zwei große Volksversammlungen ab. In der ersten referierte Ober-Ing. Stricker über aktuelle jüdische Tagesfragen, die zweite, in welcher die Herren Kurt Blumenfeld und Dr. Leopold Plaschkes sprachen, befaßte sich mit dem Ausgange des Kiewer Prozesses und mit der Hilsnerattäre. Herr Dr. Plaschkes betonte, daß Hilsner als einziges Opfer der Blutlüge hinter Kerkermauem schmachte — ein trauriger Ruhm für Oesterreich! — Der Wiener jüdische Handlungsgehilfenverband, der günstige organisatorische Erfolge aufzuweisen hat, unternimmt eine Aktion zur Schaffung jüdischer Gewerkschaften für die jüdischen Angestellten in allen von Juden bewohnten Ländern. Max Nordau munterte in einem an das Sekretariat des Verbandes gerichteten Schreiben zu energischer Propaganda im gewerkschaftlichen Sinne aut, riet aber, der Organisation aus Zweckmäßigkeitsgründen keinen ausgesprochen zionistischen, sondern bloß bewußt-jüdischen Charakter zu geben. — In einer sehr gut besuchten Vertrauensmänner-Versammlung referierte Herr Parteisekretär Kurt Blumenfeld eingehend über den gegenwärtigen Stand unserer Bewegung und über wichtige politische Angelegenheiten. Eröffnung einer Bezalel-Filiale in Lemberg Seit der „Bezalel" durch Veranstaltung von Wanderausstellungen in weiteren jüdischen Kreisen populär geworden ist, macht sich immer mehr das Bedürfnis nach stabilen Kaufläden geltend, wo die Erzeugnisse des Bezalel feilgeboten werden. Es ist also sehr erfreulich, daß kürzlich auch eine solche Geschäftsniederlage für ganz Galizien mit dem Sitze in Lemberg (Passage Hausmann No. 8) ins Leben gerufen wurde. Dieselbe wird von Herrn Bernstein geleitet und wird sich auch mit dem Vertrieb der Spitzen des jüdischen Frauenverbandes, wie auch jüdischer Ansichtskarten befassen. Eventuell soll auch eine Vertretung des Jüdischen Verlages angegliedert werden. Zur Eröffnung der Bezalel- Schweiz Zürich. Am 23. November fand in Olten eine Landeskomiteesitzung des Schweizerischen Zionistenverbandes statt, bei der auch die Präsidenten der zionistischen Ortsgruppen der Schweiz zugegen waren. Die Versammlung, die äußerst zahlreich besucht war, hatte über die Wetterführung des besoldeten Parteisekretäriats zu entscheiden. Nach eingehender Debatte kam man zum Ergebnis, von der Anstellung eines neuen Parteisekretärs Umgang zu nehmen, da eine genügende Sicherung der finanziellen Basis für das Sekretariat nicht geschaffen werden konnte. — Die Versammlung behandelte weiter ausführlich die künftige Propagandatätigkeit in der Schweiz. Es wurde insbesondere der Vorort damit betraut, die Frage der Herausgabe einer französischen und Jargon-Agitations-Broschüre für die Schweiz zu studieren. Sitzungen der führenden Zionisten der Schweiz, wie die erwähnte, sollen — die Kleinheit des Landes begünstigt ja solche Zusammenkünfte sehr — nunmehr öfters stattfinden. Auf die Tagesordnung der nächsten Konferenz wurden Referate über die Jugendprop ag a n d a und die Schaffung eines hebräischen Schul Vereins gesetzt. Zürich. Am Samstag, den 15. November sprach vor einer zahlreichen Zuhörerschaft im Verein , Kadimah" Herr Dr. Pink us über „Eine jüdische Universität in Jerusalem". Luzern. Am Sonntag, den 16. November referierte Herr Moritz Levy-Liestal in der Ortsgruppe über die Bedeutung des XI. Kongresses. England London. Die London University Zionist Society hat am 2. November ihre Wintertätigkeit durch eine Versammlung im Great Central Hotel eröffnet. Mr. Herbert B e n t w i c h hielt ein Referat über die Gründung einer hebräischen Universität in Jerusalem. Sir Philipp Magnus, Mitglied des Parlaments, der den Vorsitz hatte, wies auf die Gefahren der Assimilation hin und betonte die Bedeutung einer jüdischen Universität als kulturelles Zentrum. Palästina sei hierfür das am besten geeignete Land. Mr. Bentwich wünschte, die

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