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Die Welt · 1913-11-21 · 47 (21.11.1913) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
47 (21.11.1913)
Date
1913-11-21
Page
– (sequence 13)
Language
German
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DIEH^ELT Nr. 47 1603 PALÄSTINA-RUNDSCHAU ll Die siebente Generalversammlung des Hebräischen Gymnasiums in Jaffa Am 18. Tischri, dem Tage des zehnjährigen Jubiläums der Anglo-Palestine Company, begann auch die siebente Generalversammlung des hebräischen Gymnasiums in Jaffa. Bekanntlich untersteht die Verwaltung des Jaffaer Gymnasiums einem Vereine (Agudath Hagymnasia Ha- Ibrith), dessen Mitgliedschaft durch Entrichtung eines Betrages von 250 Frs. erworben wird. Alljährlich findet die Generalversammlung des Vereines statt, in der finanzielle und pädagogische Berichte erstattet werden, das Budget der Anstalt für das nächste Jahr festgesetzt und ein neuer Vorstand gewählt wird. Im Gegensatz zu anderen palästinensischen Schulanstalten, die von ausländischen Körperschaften verwaltet werden, und in denen man sich um die Wünsche und Bedürfnisse der palästinensischen Bevölkerung wenig kümmert, bietet die Generalversammlung des Gymnasiums den Freunden der Anstalt sowie den Eltern der Schüler Gelegenheit zu offener Aussprache über den jeweiligen Zustand der Schule und die von ihr einzuschlagende Richtung. Außerdem wird alljährlich eine Elternkonferenz veranstaltet, die sich ebenfalls mit inneren Angelegenheiten des Gymnasiums befaßt und einen Elternausschuß wählt, der einen gewissen Kontakt zwischen den Eltern und der Leitung des Gymnasiums herstellt. Diese demokratischen Einrichtungen haben nicht wenig zu der Beliebtheit der Anstalt und zur Schaffung harmonischer Beziehungen zwischen Elternhaus und Schule beigetragen. Die Finanzlage der Anstalt Die diesjährige Generalversammlung wurde durch den Vorsitzenden des Verwaltungsausschusses, Herrn M. Scheink i n, eröffnet. In seiner Ansprache entwarf er folgendes Bild von der finanziellen Lage des Gymnasiums: „Die ansehnlichen Beiträge der Mitglieder, die sich jährlich auf mehrere tausend Francs beliefen, ermöglichten es der Anstalt, sich ungestört zu entwickeln. Dank dieser stetig einfließenden Beiträge konnte das Odessaer Komitee der russischen Chowewe Zion alljährlich die Garantie für das Budget übernehmen. Solange es keine jüdische Stelle im Lande gibt, die die Verantwortung für unsere sämtlichen Kulturinstitute trägt, solange es ferner keinen ausreichenden Gymnasialfonds gibt, dessen Zinsen diejenigen Ausgaben der Anstalt decken könnten, für die das Schulgeld nicht ausreicht, liegt es dem Verein des hebräischen Gymnasiums ob, seine Bemühungen um die Sicherstellung und gedeihliche Weiterentwicklung der Anstalt energisch fortzusetzen. Vor zwei Monaten haben die ersten Abiturienten das Gymnasium verlassen. Damit tritt die Schule in eine neue Phase ihrer Entwicklung ein. Wir kennen jetzt auch die jährlichen Ausgaben des Gymnasiums für sämtliche Klassen und den Vorkursus. Wie in den früheren Jahren, so wird auch im kommenden Jahre das Schulgeld, das etwa 30 0 00 Francs ausmachen dürfte, nur zur Deckung der Lehrergehälter ausreichen, während sich das gesamte Budget auf etwa 110 000 Frcs. beziffert. Herr Jacob Moser, der hochherzige Freund des Gymnasiums, hat für die nächsten fünf Jahre einen jährlichen Zuschuß von 5030 Frs. zugesagt; zur gemeinsamen Aufbringung des gleichen Betrages haben sich die russischen Zionisten (B. G o 1 d b e r g) und die deutschen Zionisten (Dr. Straus) verpflichtet. Für den Gymnasialfonds sind bis jetzt ca. 250 009 Frcs. gezeichnet, wovon 170 COO Frcs. bereits eingezahlt wurden. In letzter Zeit wurde das Gymnasium auch bei letztwilligen Verfügungen mit ansehnlichen Beträgen bedacht. Bezüglich des Legates von Dr. Sachs- Kaluga, das von den Erben angefochten wird, wurde ein Vergleich geschlossen, demzufolge das Gymnasium 6600 Frcs. erhält. Sch. Koppel mann hinterließ dem Gymnasium 5000 Rubel. Rosenberg- Moskau überwies der Anstalt 10 000 Frcs. als Stiftung zum Andenken an seine zur Zeit der Pogrome ermordete Tochter. Die Zinsen dieser Stiftung sind als Stipendium für einen mittellosen Schüler bestimmt. Wenn der Gymnasialfonds die Höhe einer halben Million Frcs. erreicht haben und in palästinensischen Immobilien investiert sein wird, dann werden die jährlichen Zinsen im Verein mit dem Schulgeld zur Deckung des Budgets ausreichen. Das hebräische Gymnasium in Jaffa nimmt heute unter den hebräischen Schulen Palästinas die angesehenste Stelle ein. Dank dem absolut hebräischen Geiste, der hier zu voller, ungehemmter Entfaltung gelangt, verfügen wir auch über eine wirksame Waffe in dem Kampfe für unsere nationale Sprache bei der neuen palästinensischen Hochschule, deren Gründung jetzt bevorsteht. Heute schon ist das Gymnasium eine geistige Heimstätte für hunderte jüdischer Kinder, die sich den Verfolgungen und Demütigungen des Galuth entziehen und zu uns kommen. Das große Anstaltsgebäude reicht bald nicht mehr für die Scharen neuer Schüler aus, die sich alljährlich zur Aufnahme melden. Wir haben daher mit Herrn Moser bezüglich einer Vergrößerung des Gebäudes verhandelt. Auch die kolonisatorische Bedeutung des Gymnasiums wird jetzt mehr und mehr erkannt. Laßt uns also mit neuer Kraft in unserer Arbeit für das erste Hebräische Gymnasium Palästinas fortfahren!*‘ Zachdem Herr S c h e i n k i n noch des kürzlich verstorbenen Mitgliedes des Verwaltungsausschusses, J. Schertok, gedacht hatte, schritt man zur Wahl des Präsidiums. Zum Vorsitzenden wurde Herr Dr. J. Lurie, zum Stellvertreter Herr J e \v n i n aus Gederah und zu Schriftführern Dr. Zifroni und J. Fichmann gewählt. Der pädagogische Bericht Darauf erstattete Herr Dr. Benzion Mossinsohn im Namen des pädagogischen Rates den pädagogischen Bericht, der zwei Stunden in Anspruch nahm und durch seine Präzision sowohl wie durch seine von hohen ethischen und national-jüdischen Gesichtspunkten beseelten Ausführungen das lebhafteste Interesse der Zuhörerschaft wachrief. Im folgenden sei hier das inhaltsreiche Referat in kurzen Strichen skizziert: Das Schuljahr 5673 hat eine besondere Bedeutung in der Geschichte des Gymnasiums. In diesem Jahre haben wir im Gymnasium zum ersten Male ein Abiturientenexamen gehabt Damit hat die Anstalt ihre Aufgabe, ihren Zöglingen in hebräischer Sprache die Bildung einer höheren Schule zu vermitteln und sie zum Hochschulstudium vorzubereiten, erfüllt. Der Ring ist nun geschlossen. Von jetzt ab gilt es, an dem bereits Bestehenden weiter zu arbeiten, es zu verbessern. Es können noch Parallelklassen errichtet werden, der Lehrplan und die Unterrichtsmethoden dürften noch eine Umgestaltung erfahren. Aber etwas organisch völlig Neues wird kaum mehr hinzukommen. Wir können also schon heute einen Ueberblick über das Werk in seiner Totalität gewinnen. Behördliche Anerkennung Ein weiteres bedeutungsvolles Ereignis war die Anerkennung, die das hebräische Gymnasium sowohl bei den zuständigen türkischen Behörden als auch bei den europäischen Universitäten gefunden hat. Dies j

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