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Die Welt · 1913-11-07 · 45 (7.11.1913) · page 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
45 (7.11.1913)
Date
1913-11-07
Page
– (sequence 20)
Language
German
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1538 Nr. 45 währt hat. Rabbiner Kuck sprach nochmals einige Worte, und damit war der offizielle Teil der Feier beendet. Oer Feier wohnten Vertreter verschiedener Institutionen, der meisten Waadim der judäischen Kolonien und die Leiter sämtlicher Filialen der A. P. C. bei. Der Waad von Tel-Awiw beschloß, die A. P. C. aus Anlaß ihres zehnjährigen Jubiläums ins Goldene Buch des J. N. F. eintragen zu lassen. Der Einlauf an Glückwunschtelegrammen und Briefen war ungemein groß und zeigte, welche Wertschätzung die A. P. C. sich in der zionistischen Welt erworben hat. Das E. A. C. depeschierte hebräisch. Es gratulierten ferner: Wolffsohn, Ussischkin, die Deutsche Palästinabank, Notabein aus Nablus, die Chacham Baschis von Hebron und Tiberias, das Jerusalemer hebräische Gymnasium, das Gesundheits-Amt, mehrere Kolonien, „Bezalel", Ben-Jehudah, verschiedene humanitäre Anstalten, Agudath Netaim, Siedlungsgenossenschaft, Arbeitsbureau, Studenten aus Beirut, die Zionistische Zentrale für Rußland, Goldberg- Wilna, Farbstein- Warschau, die Kolonialbank in London usw. Einige Gratulanten verherrlichten das Wirken der Bank in schönen hebräischen Versen. Einem Gerücht zufolge hatte die ungarische Regierung den Flug zwischen Budapest und Belgrad untersagt, so daß auf der europäischen Strecke vielleicht Aenderungen notwendig werden, andererseits aber zeigt die französische Regierung großes Interesse an der Sache, und auf der Strecke Beirut—Port-Said soll sogar ein französischer Kreuzer den Flieger begleiten. Außerdem wohnten Vertreter des französischen auswärtigen Amtes dem Start bei, und die französischen Konsulate der berührten Levanteplätze haben für Benzinvorräte usw. Vorsorge getroffen. Zweifellos ist die Veranstaltung hiernach sehr dazu angetan, das französische Prestige zu steigern, besonders auch, weil die Reise ja Punkte berührt, wo die Franzosen soeben erst bedeutende wirtschaftliche Erfolge eingeheimst haben. °[aUSE>ER BEWEGUNG^ Deutschland Die A. P. C. darf nicht nur mit ihrem vollendeten ersten Jahrzehnt, sondern auch mit ihrem Fest zufrieden sein — denn wem man soviele Wünsche entgegenbringt, dem traut man doch schließlich auch die Fähigkeit der Erfüllung zu! Die Ausstellung der Bezalelschule Das Jerusalemer Wochenblatt der Poale-Zion „Haachduth" schreibt: *,Vorige Woche hatten wir hier eine Ausstellung der Bezalel-Schule. Es war dies die erste ihrer Art... Obwohl die Schule nach dem ersten jüdischen Künstler genannt ist, war doch bisher die Kunst im ,BezaleP in den Hintergrund gedrängt worden. Erst die Trennung zwischen Werkstätten und Kunstschule brachte die erwünschte Aenderung. Dank der Hingabe von Prof. Schatz und der Kunstlehrer, machte die Schule große Fortschritte im Laufe eines halben Jahres, wovon die Ausstellung ein beredtes Zeugnis ablegte. Die kleine Ausstellung machte einen gewinnenden, vornehmen Eindruck. Ein besonders intimes Verhältnis zur palästinensischen Natur war aus den Gemälden herauszufühlen. Man hatte die Empfindung, daß in der Kunstschule des ,Bezalel' jugendliche Kräfte rege sind." Eröffnung einer neuen Eisenbahnlinie Aus Haifa wird uns geschrieben: Die neue Eisenbahnlinie Haifa — Akka, die sich seit Ende 1911 im Bau befindet, ist soeben dem Verkehr übergeben worden. Die Bahn ist 20 km lang und steht unter rein türkischer Verwaltung. Sie bildet eine Zweiglinie der großen Hedschasbahn. Durch die Eröffnung der neuen Strecke ist die wirtschaftliche Bedeutung Haifas wieder erheblich gestiegen. Bekanntlich ist Haifa auch Ausgangspunkt der über 160 km langen, ebenfalls rein türkischen Eisenbahnlinie Haifa—Beisan—Samach—Deriat, die seit 1904, bzw. 1906 in Betrieb ist. Die erste Flugmaschine in Palästina Aus Jerusalem berichtet uns unser Korrespondent: In diesen Tagen — wenn alles gut geht — bekommen die Einwohner mehrerer palästinensischer Städte zum ersten Male Gelegenheit, eine Flugmaschine zu sehen und noch dazu auf einem Teil der längsten Luftreise, die bisher im Aeroplan unternommen wurde. Der Flieger Daucourt hat es unternommen, mit einem Herrn Henri Roux als Passagier, von Paris nach Kairo zu fliegen. Er verfolgt dabei eine Landroute, die einen großen Teil der türkischen Küstengebiete berührt. Die Reise geht wie folgt: Paris, Schaffhausen, Wien, Budapest, Belgrad, Bukarest, Varna, Konstantinopel, Eski-Schehir, Konia, Eregli, Adana, Alexandrette, Aleppo, Horns, Beirut, Jaffa, Jerusalem, Gaza, Ei-Arisch, Port-Said, Heliopolis, Kairo und Alexandrien. Beuthen, 0.-8. Am 29. Oktober hielt hier die zionistische Ortsgruppe eine von weit über 1000 Personen besuchte Versammlung ab, in welcher Herr Nahum Sokolow einen Vortrag über die Blut lüge von Kiew hielt. Er sprach über Ursachen und Wirkungen des Prozesses und zog die Folgerung, daß es ein Gebot der Notwendigkeit sei, die Kinder jüdisch zu erziehen, uns selbst aber zu einer festgefügten Organisation zusammenzuschließen. Es sprach noch Rabbiner Dr. Kopfstein. Zum Schlüsse wurde eine Protestresolution angenommen. Kattowitz. Am vorigen Donnerstag hatten wir die Freude, nach vierjähriger Pause Herrn Nahum Sokolow wieder einmal bei uns zu sehen. Für diesen Abend war sein Vortrag über das Thema „D erZionismusunddieOrientfrage" angekündigt. Der große Reichshallensaal, in welchem die Versammlung stattfand, war mit Gesinnungsgenossen und Freunden Sokolows, die teilweise aus größerer Entfernung herbeigeeilt waren, dicht gefüllt. Es gaben sich wieder einmal die oberschlesischen Zionisten mit den Gesinnungsfreunden aus Russisch-Polen und Galizien in Kattowitz ein Stelldichein. Der Redner begann, vom Publikum enthusiastisch begrüßt, seine Rede, indem er das Thema in drei Teile zergliederte: die Türkei des alten Regimes, das Regiment der Jungtürken, und der Zustand in der Türkei seit Beendigung des Balkankrieges. Er wußte in fesselnder Kleinmalerei diese drei Phasen der türkischen Verwaltung vor unserem geistigen Auge erstehen zu lassen. Das ganze Material zusammenfassend, behandelte der Redner alsdann in großen Zügen die Aufgaben der Gegenwart, und schloß mit einem warmen Appell an die gesamte Judenheit, soweit sie noch dem Zionsideal in Treue ergeben ist. Die Versammlung hat die über anderthalbstündigen Ausführungen des Redners mit Spannung angehört und ihm lebhaften Beifall gezollt. — Der Vorsitzende wurde beauftragt, dem Actions-Comite den Dank der Versammlung für die Delegierung des Redners zu übermitteln. Oesterreich Parteirat der galizischen Zionisten Am 19. Oktober tagte in Lemberg zum vierten Male der Parteirat der galizischen Zionisten unter dem Vorsitze des Präsidenten Adolf Stand. Auf der Tagesordnung standen die Fragen der XI. Landeskonferenz. E)r. Zipper vertrat die Ansicht des Zentralkomitees, daß die Landeskonferenz am 9. und 10. November zusammentreten soll. Nach längerer Debatte wurde beschlossen, die Landeskonferenz erst für den 4. und 5. Januar 1914 einzuberufen und auf die Tagesordnung derselben gemäß den Vorschlägen von Dr. Läufer die Abänderung mancher Organisationsbestimmungen zu setzen. Die politisch -wirtschaftliche Tätigkeit der Partei wurde von Red. Frostig und Dr. Jonas, die Frage einer Nationalfonds-Landessammelstelle von Dr. Zipper erörtert. Leitmeritz. Ein Komitee, bestehend aus dem Kultusvorsteher Herrn Vinzenz P o 11 a k , Herrn Rabbiner Dr. Morgenstern, Herrn Dr. Heinrich Töpfer und Herrn Bernard H e 11 e r, hatte für den 29. Oktober eine öffentliche Versammlung einberufen, in der Herr Dr. Emil Marg u 1 i e s vor einem zahlreichen Publikum über den XI. Zionistenkongreß referierte. Nach Schluß des Vortrages wurde

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