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Die Welt · 1913-10-16 · 42 (16.10.1913) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
42 (16.10.1913)
Date
1913-10-16
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 42 DfEl&ELT 1437 548 588,81 Mark Das ist die stattliche Summe, mit der unser Jüdischer Nationalfonds seine Drei Vierteljahrs-Statistik Januar bis September 1913 abschließen kann. Sie ist höher als die Gesamteinnahme des Jahres 1912, und gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres ergibt sich diesmal ein Mehr von 156 000 M., d. h. eine Steigerung um 40 o/0. Wenn der J. N.-F. und alle anderen Fonds unserer Bewegung in gleicher Progression weiter wachsen, so werden sich die Gesinnungsgenossen, die in stiller Arbeit für diese Fonds unverdrossen ihre mühevolle Pflicht tun, einen ganz besonderen Ehrenplatz in der Geschichte des Zionismus erobern. Die statistischen Details sind in den Mitteilungen des Hauptbureaus des J. N.-F. am Schlüsse dieser Nummer veröffentlicht. Persönliches Dr. Josef L o e w e n h e r z , Mitglied des Zentralkomitees der Zionisten Galiziens, hat sich mit Frl. Sophie Schönfeld, Tochter des Herrn Dawid Schönfeld, Präsidenten des Aufsichtsrates der „Kredit-Union“ in Lemberg, verlobt. Wir melden die erfreuliche Nachricht, daß der Sohn unseres bewährten Wiener Gg., Herrn E. Torczyner, der ehemalige Lehrer am Jaffaer hebräischen Gymnasium, Herr Dr. Harry Torczyner, zum Dozenten für semitische Sprachen an die Wiener Universität berufen wurde. Dozent Dr. Torczyner liest im laufenden Semester über hebräische und aramäische Sprache und hält ein zweistündiges Kollegium über den Propheten Daniel ab. SPRECHSAAL Ein niederträchtiges antisemitisches Wählmanöver Wien. Anläßlich der jüngsten Leöpoldstädter Wahlen versuchten die Antisemiten .ein Manöver, das an Erbärmlichkeit einzig dasteht- Am Vorabende der Stichwahl zwischen dem Christlichsozialen und dem sozialdemokratischen Kandidaten erschien in der „Reichspost“ ein Artikel, der die jüdischen Wähler haranguieren sollte, dem Antisemiten ihre Stimmen zuzuwenden oder zumindest durch Abgabe leerer Stimmzettel seine Wahl zu sichern. Das christliche Volk warte nur das Wahlergebnis ab, dann „werden wir wissen, was von ihren (der Juden) Loyalitätsschwüren zti halten ist und werden dann auch einen Maßstab haben zur Wertung der heilien Schwüre des Judentums, daß „es keinen itualmord gibt.“ Die bodenlose 'Niedertracht, die in der Drohung liegt: „Jude, wähle deinen Henker, oder wir glauben an das Ritualmordmärchen“ charakterisiert die Demagogen, welche im Zeichen christlicher Nächstenliebe auf den Plan treten. Wir bedauern die Massen, die von solchen Führern verderbt, verroht und verdummt werden, und quittieren die Warnung mit tiefer Verachtung. England Sitzung des Exekutiv-Komitees der Knights of Zion Am 10. September d. J. fand in Chicago die Sitzung des Executiy-Kqmitees der K. o. Z. unter dem Vorsitze von Mr. S. <j i n s b trr g“ statt, der ' den anläßlich “des Kongresses in Wien weilenden Mr- M. Shul man vertrat. Das Protokoll der letzten Sitzung wurde verlesen und angenommen. Aus StrLÖTxfsTcam'die Nachricht, daß die dortigen Daughters o f Zion beschlossen haben, sich der Organisation anzuschießen. Mr. Harry A. Lipsky sowie sämtlichen Mitgliedern des Board of Education wuräe die besondere Anerkennung ausgesprochen für die freundliche Gesinnung, die sie unseren Bestrebungen, gegenüber durch die Benennung der neuen „Theodor HerzUSchule“ bekundeten. Bis zu dem Tage der Sitzung war die Summe von ca. 1800 M. an Schekelgeldern eingegangen, die bereits nach -Berlin überwiesen wurden; einige Vereine sind jedoch mit ihren Zahlungen noch rückständig. Mr. H. Steinberg hatte in Rock Island vor einer großen Versammlung gesprochen und an diesem Ort einen neuen. Verein gegründet. Die von ihm veranstaltete Sammlung für den Nationalfonds ergab 130 Mark. Anläßlich des 9. Ab ging die Summe von 1313.30 M. für den N. F. ein, und bei den Herzl-Gedächtnisfeiern wurden 690 M. gesammelt. Zum Schluß wurde noch ein Komitee gewählt für die Veranstaltung einer großen Kongreß-Versammlung, in der die Delegierten des Ordens nach ihrer Rückkehr aus Wien referieren sollen. Zur Beachtung! Die Palästina-Rundschau mußte diesmal Zurückbleiben, da die Beilis-Affäre einen sehr großen Raum beansprucht.. Aus diesem Grunde wurden auch die. anderen Rubriken wesentlich verkürzt. — D. Red., d. „Welt“. Von Herrn Oberrabbiner Dr. Gast er erhalten wir folgende Zuschrift: Zur Richtigstellung Von meiner Reise nach Rumänien zurückgekehrt, die ich unmittelbar nach Schluß des Kongresses angetreten hatte, wird meine Aufmerksamkeit auf eine „Erklärung“ gelenkt, die der Ausschuß des Westösterreichischen Zentralkomitees in der „Welt“ vom 26. September erscheinen ließ. Der Ton, in welchem die Erklärung gehalten ist, würde mich, unter anderen Umständen, der Notwendigkeit entheben, davon weitere Notiz zu nehmen. Es handelt sich aber zunächst darum, Tatsachen festzustellen. Tatsache ist, daß der Wortlaut meiner Bemerkung zur Rede des Herrn Struck, wie er in der „Welt“ erschien, nicht korrekt ist. Was ich gesagt habe, ist folgendes: „Ich muß Herrn Struck erinnern, daß wir hier einen Generalredner zur Frage der Universität in Jerusalem vor uns haben, und nicht zur Frage irgendwelcher persönlichen irreführenden Anschauungen eines Mitgliedes der zionistischen Bewegung. Wir sagen' uns von denselben (nicht: demselben!) los. Der Kongreß lehnt jede Verantwortlichkeit für dieselben ab.“ Von dem A. C. war nicht die Rede und konnte überhaupt nicht die Rede gewesen sein, ich muß mich gegen jede Insinuation und Unterstellung auf das energischste verwahren. Die Herren, die sich auf ihren Parlamentarismus berufen, hätten es doch wissen können: 1. daß ich dem A. C. gar nicht angehört habe und auch jetzt nicht angehöre, 2. daß der Inhalt der Rede des Herrn Struck mir vorher ganz unbekannt war und ich darüber mit dem A. C., keine Unterhandlung haben konnte, um in seinem Namen sprechen zu können, 3. daß es eine Sitzung des Kongresses und nicht des A. C. war, folglich das A. C. gar nicht in Frage kam, 4. daß ich Mannes genug bin, meine eigene Meinung zu vertreten, ja sogar wenn nötig, rücksichtslos zu vertreten, und mich nicht hinter einem A. C. oder sonst jemand verstecke, und 5. was besonders befremdend ist bei einem Ausschüsse, der parlamentarisch so feinfühlig ist, daß er nicht einmal weiß, daß zur Zeit des Zwischenfalles überhaupt kein A. C. existierte. Jede Berufung auf dasselbe wäre, auch wenn sie geschehen wäre, absolut gegenstandslos. Mit der „Decharge“ hört das A. C. faktisch auf zu existieren. Erst in der Schlußsitzung des Kongresses wird ein neues A. G. gewählt. Bis dahin ist der Kongreß souverän in seinen Beratungen und Beschlüssen. Bedauerlich im höchsten Grade ist es, daß der Ausschuß des Westösterreichischen Zentralkomitees, bevor er sich zu . einer Erklärung hinreißen ließ, es nicht zuerst versucht hat, festzustellen, ob der Bericht in. der „Welt“ den Tatsachen genau entspricht. So wenigstens tun es paria-

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