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Die Welt · 1913-10-16 · 42 (16.10.1913) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
42 (16.10.1913)
Date
1913-10-16
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Nr. 42 DIE2§gELTa 1438 mentarisch geschulte Männer. Bekanntlich sind im Laufe der Verhandlungen des Kongresses Klagen erhoben worden über die — durch die Umstände notwendigerweise .häufigen — Unvorsichtigkeiten der Berichterstattung in der „Welt“. Das wußten die Herren ebenso gut wie jeder andere Delegierte. Sie hätten sich daher erst an mich wenden müssen, um zu erfahren, was ich tatsächlich gesagt habe. An der Korrektheit meiner Handlung lasse ich keinen Zweifel aufkommen. Es war meine Pflicht, den Kongreß vor jeder Verantwortlichkeit für die persönlichen Anschauungen irgend eines Mannes zu schützen, der sich Zionist nennt. An dem Axiom, daß der Zionismus nichts untemhnTnt, was gegen die Grundprinzipien des traditionellen Judentums verstößt, lassen wir nicht rütteln. Der Kongreß hat durch seinen rauschenden Beifall mein Eingreifen und den Inhalt meiner Bemerkung vollauf gebilligt. Ich erwarte nun, daß weise Besonnenheit es dem Ausschuß des Westösferreichischen Zentralkomitees nahe legen wird, jene Erklärung zurückzuziehen, mir gegenüber in gebührender Form sein Bedauern auszudrücken und zu gleicher Zeit anzuerkennen, daß ich in einem kritischen Momente die Würde und Ruhe des Kongresses zu wahren gewußt habe. London, in den Bußetagen des Jahres 5674. Mit Zionsgruß M. Gast er. Erklärung Der Verein jüdischer Hochschüler Bar-Kochba in Prag bittet uns um den Abdruck folgender Erklärung r Löbliche Redaktion! Die nach den Ferien am 13. Oktober 1913 zusammengetretene 43. Generalversammlung des Vereins jüdischer Hochschüler Bar-Kochba in Prag hat beschlossen, nachstehende Erklärung abzugeben und Sie tun gefällige Veröffentlichung im Sprechsaal Ihres Blattes zu ersuchen, für welche Freundlichkeit wir Ln Voraus den besten Dank aussprechen. Da unser Verein auf dem Kongreß von Gg. Struck, der einige Sätze aus einem in dem von uns herausgegebenen Sammelbuch „Vom Judentum" enthaltenen Aufsätze, von dem das Verständnis allein ermöglichenden Zusammenhang losgelöst zitiert hat, angegriffen worden ist, sehen wir uns genötigt, mit Rüdesicht darauf, daß durch die Darstellung des Herrn Struck zu allerhand Deutungen Anlaß gegeben worden ist und unser Verein Vorwürfe, wie den der Begünstigung der Mission vor der zionistischen Oeffentlichkeit nicht unwidersprochen lassen kann, öffentlich zu erklären: Wir haben das Buch „Vom Judentum" herausgegeben, weil wir es für eine Notwendigkeit halten, die geistigen Grundlagen jener Bewegung, die aus der Not unserer Tage zur Aufrichtung eines neuen jüdischen Lebens strebt, zu erweitern. Von der Ueberzeugung durchdrungen, daß die Erneuerung des Judentums nicht allein durch politische Aktionen oder organisatorische Maßnahmen bewirkt werden könne, — welche Ansicht seit dem X. Kongreß auch in der Organisation herrschend ist — sondern daß nur von innen heraus, aus einer großen Erschütterung, die das Volk ergreift, das neue Judentum geboren werden kann, wollen wir zunächst alle jene sammeln, die das Werden dieses neuen Judentums als ihre persönliche innere Befreiung ersehnen. Wir, selbst Zionisten, haben gesehen, daß es im Westen auch außerhalb der Partei suchende Menschen gibt, die diese Sehnsucht kennen; sie sind, weil der Zionismus mit seiner Ablehnung des gegenwärtigen Galuthjudentums und seinem Willen zur Ganzheit, zu einer neuen, aus dem Geiste des Judentums geborenen Gemeinschaft, ihnen die Erlösung aus der Kulturkrise unserer Zeit, aus dem unerträglichen Galuthdasein bringt, zum Zionismus gekommen oder auf dem Wege zu ihm. Unser Buch wollte vor allem d&se Menschen rufen; es wollte versuchen, dieser Stimmung im gegenwärtigen Judentum Ausdruck zu geben und wir hoffen, in weiteren Veröffentlichungen, voraussichtlich in einer Zeitschrift, Männer zu Worte kommen zu lassen, deren Stimmen dazu beitragen sollen, daß der Geist der unbedingten Forderung, des bedingungslosen Radikalismus, theoretisch und praktisch den Zionismus durchdringe. Wenn wir dabei nicht engherzig sind und allen ehrlich empfundenen Anschauungen Raum geben, so tun wir das in dem Bewußtsein der Stärke und unerschütterlichen Kraft unseres zionistischen Gedankens, der keine Diskussion scheut; wir erhoffen gerade von einem freien Austausch der Gedanken eine geistige Bewegung, die zu fruchtbarster Ideenentfaltung und zu stärkster und tiefster Wirkung führen muß. Dies haben wir über den Sinn unseres Buches m Ergänzung des schon in der Einleitung und durch das Buch selbst Gesagten zu erklären; doch müssen wir noch auf eine Einzelheit Eingehen, und zwar nicht etwa, weil wir gerade diesen Punkt als wichtig unterstreichen möchten, sondern nur deshalb, weil gerade an ihn viele Angriffe und die ungeheuerlichsten Verdächtigungen geknüpft wurden, über die wir nicht schweigen dürfen. Es handelt sich um den Standpunkt einiger unserer Mitarbeiter zur Gestalt Jeschuas von Nazareth. Hier seien einige Worte der Erklärung gesagt. Wenn die essäische Bewegung und die aus ihr hervorgegangene Gestalt -Jeschuas für die Juden eine Bedeutung hat, so scheint uns diese vor allem darin zu liegen, daß in dieser Bewegung wieder einmal, wie schon oft vorher und noch oft nachher in der jüdischen Geschichte, der große jüdische Geisteskampf zum Ausbruch kam. Wir halten es für ganz verfehlt, daß man diese Zeit jüdischer Geschichte nur deshalb, weil sich daran äußerlich das Christentum anschloß, nicht unbefangen betrachten dürfte; wir konnten deshalb auch Beiträge, die die Gestalt' Jeschuas erwähnen, nicht deswegen zurüdeweisen. Wir glauben, daß die Einstellung der Gestalt Jeschuas in die jüdische Geistesgeschichte die beste Waffe im Kampf gegen -die Taufe darstellt. Wer das Judentum wirklich tief erfaßt, -kann keine Auseinandersetzung scheuen. Niemand wird den verächtlichen Abfall von unserer jüdischen Gemeinschaft mit größerer Entschiedenheit bekämpfen als wir. Verein jüdischer Hochschüler Bar-Kochba Schlaft des redaktionellen Teiles Im Anzeigenteil veröffentlicht der Jüdische Verlag eine interessante Rezension über die „Volkstümlichen Erzählungen“ von J. L. Perez. Gleichzeitig wird auch ein neuer Band von Scholem Alejchem angekündigt, der in der Sammlung „Vom Alten Stamm" erscheinen soll. Wir bitten, die Anzeige besonders zu beachten. Bei der Administration „Die Welt" sind eingegangen: Für das Mikrobiologische Institut: Siegmund Seiner. Kavden.. 3 — Ing. Spiesbach, Berlin.. . . „ 1.— „Vergesset nicht das Mikrobiologische Institut" B. fintmann, Pmg . . ........ .... JL —.84 Johann Kremenezky, Wien.Kr. 10.— — JL 8.40 Ing. Josef Seidener, Wien.„ —.50 *» ,, —.42 Heinrich Lederer, Wien „ —.50 — „ —.42 Leo Weiss, Wien ..„ 1.— — „ —.84 Oswald Weiss, Wien ..„ 2.— — „ 1.68 Julius Weiss. Wien.„ 1.— — , —.84 Dr. Elkan weiss, Wien ..„ 2.— „ 1.68 Emanuel Lockspeisex, Boryslaw * * - „ 1— — „ —.84 Kais. Rat Emil Broch, Tamow - - - „ —.50 — „ —.42 Kais. Rat C. Hirsch, Wien.„ 5.— „ 4.20 Heinrich Bard, Lemberg ..„ 6.— ----- „ 5£M Für die Bibliothek „Bafth-Neeman" In Jerusalem. L. Gamsu Lirtm.. . . . JfC 1.78

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