Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 17 (1913)
- Issue
- 42 (16.10.1913)
- Date
- 1913-10-16
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 42 - D!E3^ELT 1436 und Ausschaltung der griechischen Vermittlung beim Import gewisser Produkte. Vor allem muß man in vorurteilsloser Weise die treibende Kraft des Landes, den Zionismus, beurteilen. Die nationalkonfessionelle Seite desselben kommt hier nicht in Frage, dagegen die politische und ökonomische, zumal eine von der anderen beeinflußt wird. Die für Palästina als Landbewohner, Handels- oder Gewerbeleute zunächst in Betracht kommenden Juden aus Polen, Galizien samt Bukowina und Russische Polen, aus Rumänien und der Slowakei, sprechen insgesamt ein und denselben Jargon, der mit jedem Deutschen die Verständigung ermöglicht. Da die Juden unter dem habsburgischen Szepter die bestbehandelten sind, so besteht auch bei den außerhalb Oesterreich-Ungarns lebenden Juden die größte Verehrung für unsere Dynastie und Anhänglichkeit an die Völker unserer Monarchie. H e r z 1, der Gründer des politischen Zionismus, wies auf die Notwendigkeit der guten Beziehungen der zionistischen Politik zu Deutschland und Oesterreich einerseits und zur Türkei andererseits hin. Die Stärkung der Türkei, die sich als Freundin der Juden bewährt hat, einerseits und rege Beziehungen Syriens und Palästinas zu Deutschland und Oesterreich, aus deren Reihen die ersten Zionistenführer Herzl, Nordau, Wolffsohn, Oppenheimer, Warb urg usw., sowie der erste Kolonisationspfadfinder T r i e t s c h hervorgingen, andererseits, ist aber auch das Programm einer guten österreichischen Orientpolitik. Das mag auch der Grund sein, weshalb der in Wien tagende Zionistenkongreß von den führenden Wiener Journalen aller Parteien, insoweit er sich mit der kolonisatorischen und kulturellen Arbeit befaßte, günstig beurteilt wurde, welchem Urteil auch die österreichische Handelswelt beitreten kann. Für das an Serben, Griechen, Bulgaren und Rumänen verloren gegangene türkische Wirtschaftgebiet kann Oesterreich Regreß in Syrien finden, wenn man den führenden Faktoren der dortigen Renaissance gegenüber sich wohlwollend verhalten und dort kaufmännische Expansion suchen will. o o o o o o o o o o o o o o AUS DER BEWEGUNG o o o o o o o o o o o o o o AUSWEIS Kongreßspende für den Zentralfonds Galizien. Rudki, Eisiger Krieger.JL 6.36 Deutschland. Beuthen, Hans Kürschner.10.— Mannheim, Zionistische Ortsgruppe.,. 100.— Julius Weiss.20.— Berlin. Julius Beiger, Sühne vom Kongress Kr. 30.— .. 25.50 Mölsheim i. E., Edgar Weill.„ 5.— Frankfurt, Zion. Ortsgruppe. 56.— Kissingen, P. Bamberger.. 10.— Dortmund, eine Kongressspende.„ 15.— Stuttgart, eine Kongressspende.„ 16.— Charlottenburg. L. Hayn.- - 2 50 Mannheim, Carl Billigheiner nnd Frau.. 3 — Berlin, Kurt Cohn.. 5.— Wetzlar, J. J. Kleinmann. 0.50 Zabrze. Alexander Adler. 2.— JL 270.50 Schekel 5673 Rußland. Ch. Crawzow.JL 19.43 L. Agranowitsch.,, 43.20 B. Slotnikoff ... 32.40 Sch. Ahaneschiretschie.„ 10.79 M. Lessow.. 62.64 V. Krivochy. „ 21.60 JL 190 06 Zentralfonds 1913 Rußland. Sch. Margulies.JL 76.90 L. Rabinowitz.. 21.60 J. N. Trombka.„ 21.60 J. Saretzki.Rbl. 25.— „ 54.05 Poltawa.„ 30.- „ 64.86 Ichtermann. „ 32.— JL 271.01 Deutschland. Lüneburg, D. A. Jacobsohn.JL 10. — Hamburg-Altona, L. Abraham JL 10.—, Leo Bloch JL 5.—, P. Brünn JL 10.—, Frau Rosa Calmann JL 20.—, W. v. Cleef JL 10.—, Frau P. Mary Pink JL 10.—, Gustav Halle JL 8.—, P. Huldschiner JL 20 —, Ludwig Mathiason JL 20.—, Leo M. Michael JL 10.—, Dr M. Michael JL 5.—, Dr. Weissbrem JL 10.—, Leopold Landau JL 2.50, Dr. Hamburger JL 3.— , Dr. Weigert JL h—.„ 148-50 Kiel, Dr. Jacob.. 10.— Zabrze, M. P.. „ 1«— JL 169.50 Federation of American Zionists Baltimore, Dr. Harry Friedenwald.JL 200.— Westösterreich. Iglau, Richard Weissenstein.Kr. 10 — JL 8.40 Galizien. Obertyn, Dr. Eimer Kr. 2.—, Ch. Schützer Kr. 1. — . Demner Kr. 1.—, Blutstein Kr. 1.10.Kr. 5.10 JL 4.37 Eingang vom 30. September bis 13. Oktober 1913: Schekel 5673 JL 190.06, Zentralfonds 1913 JL 930.14. Gesamt-Eingang: Schekel 5672 JL 87878.39, Schekel 5673 JL 130070.—, Zentralfonds 1912 JL 54044.11, Zentralfonds 1913 JL 87 304.49. Deutschland München. Die Mitglieder der Zionistischen Ortsgruppe haben seit geraumer Zeit ihren Stammtisch im Cafe Luitpold, Briennerstraße, wo sie sich jeden Donnestag, um 8V2 Uhr abends, treffen. Auswärtige Gesinnungsgenossen und Freunde sind als Gäste stets willkommen. Berlin. Die Jüdisch-nationale Frauenvereinigung errichtet Ende Oktober einen hebräischen Kinderzirkel. Anmeldungen nimmt Frau Lina Wagner-Tauber, Uhlandstraße 116/117, entgegen. Oesterreich Aus den Wiener Organisationen Nach dem Kongresse hat eine planmäßige Agitationsarbeit der Wiener Leitung eingesetzt. In sämtlichen Bezirken finden Vertrauensmännerversammlungen statt. Der zionistische Zentralverein und der jüdische Volksverein für die Leopoldstadt hat in Volksversammlungen die Ergebnisse des Kongresses besprochen. Es referierten die Gesinnungsgenossen Dr. M e i s 1, Dr. Stein und Ober- Ingenieur Stricker. Der jüdische Handlungsgehilfenverband, der anläßlich des Kongresses eine Sondertagung abhielt, an der sich Abordnungen aus allen Teilen Oesterreich-Ungams, aus Deutschland und Rußland beteiligten, erläßt einen Aufruf, in welchem er den jüdischen Gewerkschaftsgedanken darlegt und auf die Notwendigkeit der Zusammenfassung der jüdischen Angestellten zur organisierten Selbsthilfe hinweist. Anmeldungen und Zuschriften sind an das Sekretariat des Verbandes, Wien XVII, Palfygasse 18 (per Adresse: Samuel Strauß) zu richten. — Auf Initiative des zionistischen D. K. hat sich nun auch in Wien ein „Verein für hebräische Sprache und Kultur" gebildet. Die konstituierende Versammlung fand Montag, den 13. Oktober, statt.