Mannheim
Compact Memory

Die Welt · 1913-10-10 · 41 (10.10.1913) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
41 (10.10.1913)
Date
1913-10-10
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3315709-3316567-3316613--58066-3376578
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

1398 DIES^ELT Nr. 41 kanten, der die Zeichen der Zeit zu deuten weiß, nicht schwer fallen, auf diese Fragen die erwünschte Antwort zu geben, so dürfte ihn hingegen die letzte Frage einigermaßen in Verlegenheit bringen. Das Handelsministerium fragt hier nämlich allen Ernstes den Fabrikanten, ob sein Industrie-Unternehmen der Bevölkerung materiellen Nutzen bringt, oder diese im Gegenteil ausbeutet. Zu einem so einfach-genialen Mittel, die verwickelten Beziehungen zwischen Kapital und Arbeit klarzustellen, hat si<3i sicherlich noch nie ein Staatsmann emporgeschwungen. Diese Enquete ist ein überzeugender Beweis für die große Begabung der russischen Staatslenker — auf dem Gebiete des unfreiwilligen Humors. Vom internationalen7: Gesundheitsamt in Jerusalem Herr Prof. Müh lens, Direktor des internationalen Gesundheitsamtes in Jerusalem, schreibt uns: In Nr. 32 der „Welt“ vom 8. August 1913, p. 1030, ist eine Mitteilung enthalten, die zu Mißverständnissen Anlaß geben muß. Es ist in dem Artikel die Rede von einem „Institut zur Bekämpfung der Malaria“ und einem „Jerusalemer Gesundheitsamt“. Demgegenüber stelle ich fest, daß das jetzt bestehende gemeinsame „Internationale Gesundheitsamt“, zu dessen Gründung ich bereits im September 1912 die Anregung gegeben hatte und dessen Leitung mir seit Mai 1913 übertragen ist, unterhalten wird von den folgenden 3 Gesellschaften: 1. Deutsches Komitee zur Bekämpfung der Malaria in Jerusalem, 2. Jewish Health Office, begründet von Nathan Strauß (New York), 3. Gesellschaft jüdischer Aerzte und Naturwissenschaftler für sanitäre Interessen in Palästina. Ich erlaube mir, ein Exemplar der zwischen den drei genannten Gesellschaften im Mai 1913 getroffenen „Vereinbarung“ beizufügen und bitte um eine Richtigstellung im Sinne vorstehender Mitteilung. Oie Vereinbarung betreffend 'das Internationale Gesundheitsamt in Jerusalem hat folgenden Wortlaut: aus je einem Delegierten (bzw. dessen Stellvertreter) der beteiligten Gesellschaften besteht, verwaltet. 2. Das I. G. A. arbeitet in der Weise, daß für spezielle Zwecke einzelne Abteilungen eingerichtet werden. Ueber die Errichtung derselben entscheidet das Kuratorium auf Antrag der die betreffende’ Abteilung erhaltenden Gesellschaft. Diese kommt für die Gesamtkosten des Unternehmens auf. 3. Es werden zunächst folgende Abteilungen gegründet: 1. Abt. für Malaria, Leiter: Prof. Mühlens. Unterhalten von der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung der Malaria in Jerusalem; 2. Hygienische Abteilung, Leiter: Dr. Brünn. Unterhalten vom Jewish Health Office; 3. Serologische und Wutschutz-Abteilung, Leiter: Dr. Beham. Unterhalten von der Gesellschaft jüdischer Aerzte usw.; 4. Bakteriologische Abteilung, Leiter: Dr. Goldberg. Unterhalten vom Jewish Health Office. Eine arabische Fürsorgestelle in der inneren Stadt (Leiter: Dr. C a n a a n), eine Station zur Bekämpfung der Augenkrankheiten (Leiter: Dr. Feigenbaum) werden als Unterabteilungen der in § 3 Abs. 1 und 2 genannten Abteilungen genehmigt. 4. Die Oberleitung sämtlicher Abteilungen liegt in den Händen eines Direktorrs, der auf die Dauer von zwei Jahren vom Kuratorium aus der Mitte der Abteilungsleiter gewählt wird. Die Wiederwahl ist zulässig. Zum ersten Direktor wird Herr Professor Mühlens gewählt. Die Honorierung des Direktors geschieht lediglich durch die Abteilung, der er zu- 5. Die allgemeinen Kosten des I. G. A. werden auf die Kontrahenten repartiert. Vom Dezember 1913 ab sollen alle Abteilungen in einem gemeinsamen Hause untergebracht werden. 6. Ueber die Aufnahme neuer Gesellschaften oder Organisationen entscheidet das Kuratorium. 7. Jede der kontrahierenden Gesellschaften ist in organisatorischer, propagandistischer und finanzieller Beziehung selbständig. 8. Beiträge und Spenden aller Art, die dem I. G. A. als solchem gewährt werden, werden zu gleichen Teilen den bestehenden Abteilungen zugewendet. 9. Dieser Vertrag soll zunächst für die Zeit bis 31. Dezember 1917 gelten. Von diesem Zeitpunkt ab kann jede der Gesellschaften aus dem Vertragsverhältnisse ausscheiden, sofern die Kündigung bis zum 1. Januar des vorhergehenden Jahres erfolgt ist. Zwischen 1. der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung der Malaria in Jerusalem, 2. dem Jewish Health Office (Nathan Strauß-Stiftung), 3. der Gesellschaft jüdischer Aerzte und Naturwissenschaftler für sanitäre Interessen in Palästina wird vereinbart: 1. Die genannten Gesellschaften begründen unter dem Namen „Internationales Gesundheitsamt in Jerusalem“ ein gemeinsames Institut. Dieses wird durch ein Kuratorium, das Henri Bergson als Akademie-Kandidat Paris. Der bekannte Philosoph Henri Bergson, Professor am College de France, bewirbt sich um den durch Emile 011 iviers Tod freigewordenen Sitz in der französischen Akademie. Bergson würde der erste Jude sein, den die vierzig Unsterblichen in ihrer Mitte aufnehmen; bisher war noch kein Jude Mitglied der Akademie. Turnübungen der jüdischen Knaben-Brigade (Siehe den nebenstehenden Artikel)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.